Posts Tagged ‘Maniema’

16.02.2013 von Dominic Johnson
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Kriege außerhalb von Kivu (I): Maniema

von Dominic Johnson

Die internationale Aufmerksamkeit für die Kriege im Kongo konzentriert sich auf die Kivu-Provinzen und die M23, aber dies ist kurzsichtig. Alle Nachbarprovinzen Kivus sind mittlerweile ebenfalls Kriegsgebiet: Katanga, Maniema, Orientale. Kongo-Echo wird in den nächsten Tagen einen Überblick über die Lage in diesen drei Provinzen versuchen. Hier: Maniema.

Aktuelle Lage: Maniema ist derzeit die heiße Front des Konfliktes zwischen Kongos Regierungsarmee FARDC und der Mai-Mai-Milizenkoalition “Raia Mutomboki”, die ursprünglich in Süd-Kivu als Widerstandsorganisation gegen die Anwesenheit der ruandischen Hutu-Miliz FDLR entstand und sich seit den Wahlen 2011 stark ausgebreitet hat. Am heutigen 16. Februar me “Radio Okapi” die Einnahme einer der wichtigsten Städte Maniemas durch die Raia Mutomboki: Punia, Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts im Norden der Provinz, in den man stößt, wenn man aus Nord-Kivu weiter nach Westen reist oder aus süd-Kivu nach Nordwesten. Punia liegt rund 200 Kilometer von der Provinzhauptstadt Kindu entfernt.

Die meisten der mehreren Zehntausend… weiter lesen

06.12.2011 von Dominic Johnson
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Die vierten Ergebnisse: Es ist praktisch entschieden

von Dominic Johnson

In der Nacht zu heute hat die Wahlkommission CENI erneut Teilergebnisse vorgelegt – offiziell sollen es die letzten sein, bevor in wenigen Stunden die gesetzliche Frist zur Verkündung des vorläufigen Endergebnisses abläuft. Mal sehen, was sich um Mitternacht tut. Die neuen Ergebnisse beziehen sich laut CENI auf 43.206 Wahlbüros, 67,65% der Gesamtzahl. Damit fehlen immer noch über 20.000 – 32,35% der Gesamtzahl.

Gegenüber der dritten Ergebnislieferung ist die Auszählung in Katanga, Maniema und Orientale nicht weiter vorangeschritten – drei der wichtigsten Kabila-Hochburgen. Kein Wunder also, daß Kabilas Stimmanteil weiter bröckelt. In Kinshasa ist derweil der Anteil der ausgezählten Wahlbüros von 27 auf 71% hochgeschnellt. Kein Wunder also, daß Tshisekedi aufholt. Daraus Rückschlüsse auf das Endergebnis zu ziehen, wäre gefährlich. Alle anderen Veränderungen bewegen sich im Promillebereich.

Hier die Zahlen im Einzelnen (mit Veränderungen gegenüber dem Vortag in Klammern):

Kabila 5.882.269 (46,41%, -2,40)
Tshisekedi 4.591.000 (36,22%, +2,59)
Kamerhe… weiter lesen

05.12.2011 von Dominic Johnson
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Die dritten Ergebnisse: Die Spitzenreiter bröckeln – Tshisekedi holt nicht auf

von Dominic Johnson

Die Wahlkommission CENI hat spät am Abend des 4. Dezember die dritte Runde ihrer Wahlergebnisse vorgelegt, nach wie vor ohne Detailangaben oder Aufschlüsselung der nach Provinz zusammengerechnet Zahlen der einzelnen Kandidaten.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen, mit Veränderung gegenüber dem Vortag in Klammern:

Kabila 4.941.550 (48,81%, -1,69)
Tshisekedi 3.402.650 (33,61%, -0,83)
Kamerhe 722.763 (7,14%, +1,81)
Kengo 419.964 (4,15%, +1,01)
Mbusa 191.207 (1,89%, -0,07)
Mobutu 163.737 (1,62%, -0,08)
Bombole 73.916 (0,73%, -0,04)
Andeka 73.777 (0,73%, -0,06)
Kakese 51.907 (0,51%, +0,02)
Mukendi 43.819 (0,43%, -0,03)
Kashala 37.945 (0,37%, -0,01)

und wieder nach Provinzen, in der Reihenfolge des Fortschritts der Auszählung – mit Anzahl und Anteil der ausgewerteten Wahlbüros in Klammern, und bei den Kandidaten die Veränderung gegenüber dem Vortag:

- Bas-Congo (2397, 86,29%): Tshisekedi 74%(-1), Kabila 20%(+1), Kamerhe 2%, Andeka 1%
- Maniema (1220, 73,1%): Kabila 87% (+1), Kamerhe 7%(-1),… weiter lesen

04.12.2011 von Dominic Johnson
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Die zweiten Ergebnisse: Zunehmende Polarisierung

von Dominic Johnson

Die Wahlkommission CENI hat heute die Verkündung von Teilergebnissen fortgesetzt. Ebenso wie gestern wurden lediglich Gesamtzahlen pro Provinz verlesen, keine Ergebnisse einzelner Wahlkreise. Sie beziehen sich inzwischen auf 21.265 Wahlbüros, das sind 33,3% der Gesamtzahl, also mehr als doppelt so viele wie am Vortag. Die Trends verfestigen sich – und damit, wie man sehen wird, auch die Ablehnung seitens der Opposition, die fest von ihrem eigenen Sieg überzeugt ist und das hier nicht wiederfindet.

Hier die Ergebnisse im Einzelnen – mit den Veränderungen gegenüber dem Vortagsstand dazu.

Kabila: 3.275.125 (50,5%; -1,36)
Tshisekedi: 2.233.447 (34,44%; +0,49)
Kamerhe: 345.677 (5,33%; +0,85)
Kengo: 203.337 (3,14%; +0,36)
Mbusa: 127.275 (1,96%; +0,02)
Mobutu: 112.713 (1,74%; -0,31)
Andeka: 51.256 (0,79%; -0,03)
Bombole: 49.702 (0,77%; -0,04)
Kakese: 31.889 (0,49%; -0,03)
Mukendi: 29.840 (0,46%; +0,02)
Kashala: 24.649 (0,38%; +0,02)
(Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, daß auf der… weiter lesen

02.12.2011 von Dominic Johnson
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Die ersten Ergebnisse: Kabila führt

von Dominic Johnson

Die Wahlkommission CENI hat heute erstmals Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl bekanntgegeben. Anders als 2006 hat sie nicht (noch nicht?) die fertig ausgezählten Wahlkreise veröffentlicht, sondern 9093 fertig ausgezählte Wahlzentren (15,6% der Gesamtzahl, laut CENI) nach Provinz zusammengefaßt.

Die Zahlen beziehen sich auf 2.937.224 gültige Stimmen (insgesamt sind im Kongo 32.024.640 Wähler registriert).

Davon haben:
Joseph Kabila 1.523.099 (51,86%)
Etienne Tshisekedi 997.074 (33,95%)
Vital Kamerhe 131.531 (4,48%)
Leon Kengo wa Dondo 81.583 (2,78%)
Francois Mobutu Nzanga 60.197 (2,05%)
Antipas Mbusa Nyamwisi 56.914 (1,94%)
Jean Andeka 24.195 (0,82%)
Adam Bombole 23.763 (0,81%)
Francois Kakese 15.149 (0,52%)
Josue Mukendi 13.037 (0,44%)
Oscar Kashala 10.683 (0,36%)

Diese Zahlen lassen noch keine globalen Schlüsse zu. So ist die Provinz Bas-Congo schon fast zur Hälfte ausgezählt (fast 45% aller Wahlzentren), die Hauptstadt Kinshasa noch fast gar nicht (zwei Wahlzentren mit insgesamt 327 Stimmen). Es ist auch… weiter lesen

16.04.2011 von Dominic Johnson
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Die FDLR kämpft längst in Maniema

von Dominic Johnson

Während sich die UN-Mission im Kongo (Monusco) und Kongos Regierung darüber den Kopf zerbrechen, ob die ruandische Hutu-Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) wirklich ernsthaft aus den ostkongolesischen Kivu-Provinzen in das benachbarte Maniema verlegt werden soll, ist die FDLR längst in Maniema angekommen. Genauer: im Südosten dieser Urwaldprovinz, in der Region um Kabambare, wo Maniema wie ein Keil zwischen Süd-Kivu und Katanga nach Osten hineinragt und wo sich auch reichhaltige Zinn-, Coltan- und Goldvorkommen befinden.

Wie der UN-Rundfunk Radio Okapi meldet, sind über 1000 Vertriebenenfamilien im Ort Salamabila angekommen, auf der Flucht vor FDLR-Angriffen auf ihre Dörfer Matongo und Matete am 11. und 12. April. Die Bevölkerung Salamabilas befürchte nun weitere FDLR-Angriffe. Es ist der größte einer Reihe solcher Vorfälle in den letzten drei Monaten. Bereits in den Tagen zuvor haben UN-Helfer eine massive Zunahme von FDLR-Angriffen in den unmittelbar angrenzenden Regionen der Provinz Süd-Kivu verzeichnet. Massenvergewaltigungen und Angriffe… weiter lesen

05.03.2011 von Dominic Johnson
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Bergbauverbot im Osten geht zu Ende

von Dominic Johnson

Das am 9. September 2010 von Kongos Regierung verfügte Verbot von Bergbauaktivitäten in den drei Ostprovinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Maniema wird wieder aufgehoben. Dies gab das Bergbauministerium in Kinshasa am 1. März bekannt und nannte als Stichtag den 10. März.

Das Ministerialdekret 0034/CAB.MIN/MINES/01/2011 vom 1. März 2011 verweist zur Begründung auf “die von offiziellen und privaten Akteuren auf National- und Provinzebene förmlich und feierlich eingegangenen Verpflichtungen”, die in einer Reihe von “actes d’engagement” niedergelegt seien. Details dieser Maßnahmen, die in viertägigen Gesprächen in Kinshasa Ende Februar vereinbart worden sein sollen, liegen noch nicht vor, aber in einer Rede sprachen die drei Provinzgouverneure von folgenden Punkten: Herkunftsnachweise und “tracabilité” der Mineralien von der Mine bis zum Export; Kampf gegen Schmuggel und illegale Förderung; Umweltschutz. Im Einzelnen geht es zum Beispiel darum, daß nur noch staatlich registrierte Schürfer und Händler mit Mineralien handeln dürfen. Man werde Bergbautitel entziehen, deren Eigner sich nicht… weiter lesen

05.03.2011 von Dominic Johnson
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Bergbauverbot im Osten geht zu Ende

von Dominic Johnson

Das am 9. September 2010 von Kongos Regierung verfügte Verbot von Bergbauaktivitäten in den drei Ostprovinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu und Maniema wird wieder aufgehoben. Dies gab das Bergbauministerium in Kinshasa am 1. März bekannt und nannte als Stichtag den 10. März.

Das Ministerialdekret 0034/CAB.MIN/MINES/01/2011 vom 1. März 2011 verweist zur Begründung auf “die von offiziellen und privaten Akteuren auf National- und Provinzebene förmlich und feierlich eingegangenen Verpflichtungen”, die in einer Reihe von “actes d’engagement” niedergelegt seien. Details dieser Maßnahmen, die in viertägigen Gesprächen in Kinshasa Ende Februar vereinbart worden sein sollen, liegen noch nicht vor, aber in einer Rede sprachen die drei Provinzgouverneure von folgenden Punkten: Herkunftsnachweise und “tracabilité” der Mineralien von der Mine bis zum Export; Kampf gegen Schmuggel und illegale Förderung; Umweltschutz. Im Einzelnen geht es zum Beispiel darum, daß nur noch staatlich registrierte Schürfer und Händler mit Mineralien handeln dürfen. Man werde Bergbautitel entziehen, deren Eigner sich nicht… weiter lesen

28.09.2010 von Dominic Johnson
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Bergbauverbot im Ostkongo (I)

von Dominic Johnson

Das vorherrschende Thema in Kivu ist derzeit das Verbot sämtlicher Bergbauaktivitäten, das Präsident Joseph Kabila am 11. September mit Wirkung ab 9. bei der Durchreise in Goma verfügte. Da die Ökonomie der beiden Kivu-Provinzen weitgehend vom Mineralienexport abhängt, hat das den Effekt eines Blitzeinschlags: Praktisch über Nacht fällt die wichtigste Einnahmequelle des Ostkongo aus. (Mehr dazu in der taz von heute)

Das Bergbauverbot hat viele Facetten, auf die nicht alle gleichzeitig eingegangen werden kann. Nehmen wir erstmal die offizielle Begründung, die sich in extenso so liest:

“Angesichts der Verbindung, die zwischen der illegalen Ausbeutung von und dem illegalen Handel mit Mineralien, der Proliferation und dem Schmuggel mit Waffen durch bewaffnete mafiöse Gruppen, und der wiederholten Unsicherheit in den Provinzen Maniema, Nord-Kivu und Süd-Kivu besteht;

Angesichts der Notwendigkeit, die Souveränität des Staates zu bewahren und seine Autorität auf und unter der Erde in den betroffenen Provinzen wiederherzustellen;

Angesichts der Einmischung von… weiter lesen