Posts Tagged ‘Rutshuru’

28.02.2013 von Dominic Johnson
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Alarmstufe Rot in Nord-Kivu

von Dominic Johnson

Es ist soweit: Die M23 hat sich gespalten, die beiden Fraktionen von Sultani Makenga und Bosco Ntaganda bekämpfen einander und im Windschatten davon marschieren andere Milizen ins M23-Gebiet ein. Die Lage am heutigen Abend ist unübersichtlich und chaotisch, und für jeden im betroffenen Gebiet ist das Schlimmste zu befürchten.

Es gibt mehr Gerüchte als Fakten in diesem neuen Konflikt, und es ist weder möglich noch sinnvoll, zu behaupten, einen Überblick über die Lage geben zu können. Aber die wichtigsten Trends seien zusammengefaßt.

Putsch in der M23: Letzte Nacht erklärte M23-Militärführer Sultani Makenga den M23-Präsidenten Jean-Marie Runiga für abgesetzt. Als Gründe werden in der entsprechenden Erklärung politische “Unfähigkeit” genannt sowie die Bereitschaft Runigas, Bosco Ntaganda einen Raum in der M23 zu gewähren. Zur Erinnerung: Makenga und Ntaganda waren die beiden mächtigsten Militärführer in der CNDP unter Laurent Nkunda 2006-08. Ende 2008 setzte Ntaganda Nkunda ab, und Makenga führte die CNDP wenig… weiter lesen

02.09.2012 von Dominic Johnson
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Ruandas geheime Armeeoperation in Nord-Kivu

von Dominic Johnson

Es war eigentlich kein Geheimnis, dass ruandische Militärs im Ostkongo der kongolesischen Armee bei der Jagd auf die ruandische Hutu-Miliz FDLR (Demokratische Kräfte zur Befreiung Ruandas) helfen. Von Geheimdienstkooperation und Spezialkräften im Distrikt Rutshuru war des öfteren in den letzten Jahren die Rede. Jetzt hat Ruanda das alles erstmals öffentlich gemacht – im Zusammenhang mit der Nachricht, eine Spezialoperation sei beendet worden. Was die Frage aufwirft, ob es nicht noch mehr ruandische Spezialoperationen dieser Art gibt – und den Kongo ziemlich blöd aus der Wäsche gucken lässt.

“Nach Beratung mit der DR Kongo und Monusco (UN-Mission im Kongo) zieht Ruanda die beiden Kompanien von RDF-Spezialkräften ab, die in gemeinsamen Operationen in Rutshuru neben FARDC (Kongos Armee) gearbeitet haben”, erklärte Ruandas Regierung am Samstag. Das Umfeld habe sich mit dem Ausbruch der M23-Rebellion “verändert”, und seit einiger Zeit sei man dabei gewesen, diesen Rückzug zu “planen”. Die beiden Kompanien ruandischer… weiter lesen

25.07.2012 von Dominic Johnson
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Unduchsichtiger Krieg in Nord-Kivu

von Dominic Johnson

Die militärische Konfrontation zwischen Regierung und M23-Rebellion in Nord-Kivu wird unübersichtlicher. Die M23 verzichtete nach ihrem Blitzkrieg, der vor zweieinhalb Wochen zur Einnahme der Distrikthauptstadt Rutshuru führte, auf einen größeren Vorstoß in Richtung der Provinzhauptstadt Goma, wo die Regierung fast ihre gesamte kampffähige Armee zusammenzog und die UN-Mission Monusco ebenfalls Verstärkung erhielt. Die M23 zog sich sogar wieder aus Rutshuru zurück, behielt aber ihr Faustpfand Rumangabo, Nord-Kivus wichtigste Militärbasis (eine ehemalige koloniale Militärakademie) etwas östlich der Straße Goma-Rutshuru auf halbem Wege zwischen den beiden Städten. Wiederholte UN-Luftangriffe auf M23-Positionen in den Dörfern dieser Gegend trafen vor allem Zivilisten.

Während dieses Stalemates spann die M23 in der vergangenen Woche ihre Netze. Als Walikale, Hauptstadt des mineralienreichen westlichsten Distrikts von Nord-Kivu tief im Wald und auf dem Landweg von Goma praktisch unerreichbar, vergangene Woche an eine Koalition diverser Milizen fiel, vermuteten zahlreiche Beobachter die Hand der M23 im Spiel. Der Nord-Kivu-Flügel der… weiter lesen

09.07.2012 von Dominic Johnson
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Ausschreitungen in Goma

von Dominic Johnson

Während die M23, aus Rutshuru kommend, Goma immer näher zu rücken scheint – angeblich besetzten sie schon in der vergangenen Nacht die wichtige Militärbasis Rumangabo, auf halbem Weg zwicshen Rutshuru und Goma etwas abseits der Hauptstraße gelegen und größter Stützpunkt der Armee in dieser Region; die Basis soll zum Zeitpunkt des M23-Vorstoßes leer gewesen sein – wächst in Nord-Kivus Provinzhauptstadt die Unruhe und die Hetze.

Wie verschiedene lokale Quellen einhellig berichten, waren heute zahlreiche Gschäfte geschlossen, während an improvisierten Straßensperren Studenten und andere Jugendlichen, beispielsweise die Motorradtaxifahrer, nach “Ruandern” suchten. “Es ist die Jagd auf die Tutsi”, berichtete am Nachmittag ein Tutsi-Mitarbeiter des Pole Institute. “Wir beraten gerade, wie wir sicher nach Hause kommen.”

Ein anderer Bewohner Gomas schrieb bereits mittags: “Die Lage wird immer schlechter. Die Motorradtaxifahrer und Straßenkinder blockieren die Straße und bedrohen Menschen ruandischer Identität” (gemeint ist damit im Ostkongo jeder, der der ruandischsprachigen Ethnie angehört,… weiter lesen

08.07.2012 von Dominic Johnson
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M23 erobert Rutshuru

von Dominic Johnson

Die M23-Rebellen haben heute Rutshuru eingenommen. Die Distrikthauptstadt rund 70 Kilometer nördlich von Goma an der wichtigsten Fernstraße von Goma nach Norden fiel kampflos: Die Regierungsarmee floh am morgen nach Plünderungen, größtenteils nach Norden Richtung Kanyabayonga – die Straße nach Süden Richtung Goma war schon zu unsicher, da dort die M23-Truppen aus östlicher Richtung (Jomba/Bunagana) im Anmarsch waren. Über Rubare, wo die Straße aus Bunagana auf die Straße aus Goma trifft, marschierten die Rebellen dann von Süden her in Rutshuru ein.

Zahlreiche Menschen waren zuvor geflohen, aus Angst dass es Kämpfe zwischen FARDC und M23 geben könnte. Aber wie schon zuvor in der Region Jomba vollzog sich der Fall Rutshurus kampflos, und Bewohner berichten, es gebe weniger Fluchtbewegungen als zunächst befürchtet.

Kongos Regierung steht blamiert da wie selten zuvor. Die Massenflucht von mindestens 600 FARDC-Soldaten aus Bunagana nach Uganda Ende letzter Woche war ja nicht nur peinlich, weil es… weiter lesen

07.05.2012 von Dominic Johnson
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Nord-Kivu: Von der Meuterei zur Rebellion?

von Dominic Johnson

Die Ostermeuterei der Soldaten, die loyal zu General Bosco Ntaganda stehen, hat sich ein Gesicht als militärische Bewegung gegeben, und zwar in direkter Nachfolge der einstigen CNDP-Rebellion. Ein Kommuniqué, datiert auf 6. Mai, verkündet die Gründung einer “Bewegung M23″, benannt nach dem Friedensabkommen zwischen CNDP und Kongos Regierung vom 23. März 2009, durch das Militärkommando der ANC (Armée Nationale Congolaise) – der einstige Name des bewaffneten Flügels der RCD-Rebellion, die Ostkongo von 1998 bis 2003 regierte. Hier der englische Originalwortlaut des Kommuniqués, das Kongo-Echo vorliegt.

“Members of the Military High Command of the Congolese National Army (ANC) met in an extraordinary session this Sunday, May 6, 2012, in Rutshuru, Province of North Kivu. One single item was on the special meeting’s agenda: the evaluation of the peace process negotiated with the Government of the Repulic in January 2009 at the Ihusi hotel in Goma leading to the January 16 Official… weiter lesen