Archive for the ‘Bolivien’ Category

30.09.2011 von Gerhard Dilger
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Tu, was du sagst, Evo!

von Gerhard Dilger

“Bolivien hat in den größten Herausforderungen unserer Zeit Führungsstärke gezeigt”, schreibt Pablo Solón, der bis Ende Juni Boliviens UN-Botschafter war, in einem offenen Brief an Evo Morales.

Morales und Solón auf dem Alternativen Klimagipfel von Cochabamba

“Wir dürfen nicht die Rezepte des gescheiterten Entwicklungsdenkens wiederholen, das das Verhältnis der Menschheit zur Mutter Erde bis an eine Bruchstelle gebracht hat”, so Solón weiter. Um die derzeitige Krise zu überwinden, wünscht er sich, dass Morales die Fernstraße um das TIPNIS-Schutzgebiet herum bauen lässt. Die Verantwortlichen für den Polizeieinsatz am letzten Sonntag sollten bestraft werden.

Der Brief schließt mit dem Appell:  “Wir müssen einen breiten partizipativen Prozess einleiten, eine landesweite Debatte  um eine neue Agenda im Rahmen des Guten Lebens”.

Hier die englische Übersetzung:

President and

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28.09.2011 von Gerhard Dilger
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Vox populi

von Gerhard Dilger

Ausriss aus dem heutigen Estado de São Paulo, der brasilianischen FAZ:

“Papa Lula”, haben die Demonstranten in La Paz Evo Morales in den Mund gelegt, “solange ich an der Regierung bin, gewinnt Brasilien”.

Und hier eine Analyse des Democracy Center aus Cochabamba.

26.09.2011 von Gerhard Dilger
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So nicht!

von Gerhard Dilger

Aus dem Rücktrittsschreiben der bolivianischen Verteidigungsministerin Cecilia Chacón an Evo Morales:

Ich teile die Interventionsmaßnahme der Regierung gegen den Marsch nicht. Ich kann sie weder verteidigen noch rechtfertigen, solange es Alternativen im Rahmen des Dialogs, des Respekts der Menschenrechte und der Verteidigung von Mutter Erde gibt. Anstatt die Rechte zu isolieren, stärken die ergriffenen Maßnahmen deren Handeln und Manipulation (…) mit dem Ziel, den Prozess des Wandels anzugreifen, der die Bolivianer so viel gekostet hat.

So nicht! Wir haben mit dem Volk vereinbart, die Dinge anders zu machen.

17.09.2011 von Peter Strack
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Evos neue Kleider? – Konflikt um das indigene Territorium Isiboro Sécure

von Peter Strack

Marsch fuer den TIPNIS

In einem Experiment fuer die Schule sollte meine Tochter diese Woche untersuchen, ob die Sauerstoffproduktion einer Pflanze mit der Menge der einfallenden Sonnenstrahlen waechst. Das Ergebnis war eindeutig und hat Julia in ihrer Ueberzeugung bestaerkt, wie wichtig der Erhalt gerade der Waelder in den sonnenreichen Tropenregionen  ist.

Seit  dem 15. August marschieren zunaechst 700, inzwischen mehrere Tausend Tiefland-Indígenas aus Protest gegen den geplanten Bau einer Ueberlandstrasse mitten durch den TIPNIS, Indigenes Territorium und Nationalpark Isiboro Sécure, ein Bau der nicht nur das Klima, sondern auch eine dort lebende Vielfalt von  858 Wirbeltierarten, 470 Vogelsorten, 188 Fischen und andere Wassertieren, 500 verschiedenen Heilpflanzen bedrohen wuerde. Und die meisten dort lebenden Arten seien noch gar nicht erfasst, sagt der Biologe Raul Altamirano der Tageszeitung Los Tiempos.

Fuer Praesident Evo Morales, der sich auf  internationaler Ebene als  Verfechter der Rechte der Mutter Erde und des Klimaschutzes praesentiert, ist Julia jedoch eine jener Naturromantiker, die sich nationalen Interessen, der Entwicklung und dem Fortschritt verweigern.  Dank des Starrsinns der Regierung, die ihre einmal getroffene Entscheidung durchboxen will, statt mit den Beteiligten Alternativen und Kompromisse zu suchen, steht im Fall TIPNIS derzeit nicht nur die Natur und die Glaubwuerdigkeit der Regierung auf dem Spiel.  Aendert die Regierung nicht ihren autoritaeren Stil, wird bald auch das  Buendnis zerbrochen sein, das Evo Morales vor noch nicht allzu langer Zeit mit einer 2/3 Mehrheit an die Macht gebracht hat.

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06.08.2011 von Peter Strack
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Nationalfeiertag in Bolivien: Antreten zur Mariachi-Musik

von Peter Strack

Dieser Tage steckte an der Haustuer ein kleiner fotokopierter Zettel der Nachbarschaftsorganisation unseres Viertels in Cochabamba: Mittwochabend mexikanische Mariachi-Musik, Donnerstagmorgen Aufmarsch der Schuelerinnen und Schueler sowie die Pflicht, die Nationalflagge am Haus anzubringen. Anlass ist der 6. August, bolivianischer Nationalfeiertag. Teilnahme sei Pflicht, den Widerspenstigen werden 50 Bolivianos (umgerechnet gut 5 Euro) Strafe angedroht.

Bislang wurden solche Drohungen nicht wahrgemacht. Sei es aus Anlass des offiziellen Starts der Verlegung der Gasleitungen fuer Privathaushalte, oder weil es einen Diebstahl gegeben hat und Schutzmassnahmen vereinbart werden sollen. Und so ist unsere Strasse erst am 6. August selbst einigermassen beflaggt.  Wir haben ohnehin  keine dieser patriotischen rot-gelb-gruenen Textilien im Haus, weder als einfaches Tuch, geschweige denn in der seidenglaenzenden Ausgabe. Hoechstens eine klitzekleine, inzwischen arg verblasste Whipala, die Fahne der indigenen Bewegungen des Hochlands, die bei den Protesten der sozialen Bewegungen  um die Jahrtausendwende fast ueberall praesent waren.

Aber die Whipala… weiter lesen

21.05.2011 von Peter Strack
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Boliviens arbeitende Kinder legen Gesetzentwurf vor

von Peter Strack

Die arbeitenden Kinder Boliviens waren froh, dass der  1. Mai in Bolivien ohne die Verkuendung eines neuen Arbeitsgesetzes voruebergegangen war.

Denn noch hatte die Organisation, die sich Union der arbeitenden Kinder und Jugendlichen Boliviens (UNATSBO) nennt, nicht genug Zeit, den Parlamentariern und der Regierung  ihren eigenen Gesetzesvorschlag zum Schutz und zur Verteidigung der Rechte arbeitender Kinder zu erklaeren und offene Detaills zu klaeren. Ende vergangenen Jahres hatten sie den ersten Entwurf zusammen mit einer Studie zur Situation arbeitender Kinder in Buchform vorgelegt.

„Ein Novum sowohl in der Geschichte der Kinderrechte, als auch des Arbeits- und Sozialrechts“, urteilt der Kinderrechtsexperte Manfred Liebel, „auch insofern, weil er mit Blick auf das Thema Kinderarbeit die Perspektive arbeitender Kinder und Jugendlicher zum Ausdruck bringt und auf dem Gedanken basiert, dass auch Kinder ein Recht haben zu arbeiten. Mit dem Gesetz soll den arbeitenden Kindern ermöglicht werden, sich (auch)… weiter lesen

12.05.2011 von Peter Strack
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Tradition und Wandel unter einem Hut

von Peter Strack

 Seit ihrem zwoelften Lebensjahr beteiligt sich die Bolivianerin Filomena Churo Condori aktiv im Leben ihres Dorfes Muruq’umarqa im Norden von Potosí. Auf Deutsch uebersetzt heisst das in etwa “Steinige Gegend”. Nur dank Jahrhunderte langer  Traditionen werden in der auf ueber 3700Filomena Churo Condori: Erfolge der Aufforstung mit den Frauen ihrer Gemeinde Metern Hoehe im Andengebirge gelegenen Region noch um die 50 verschiedene Kartoffelsorten angebaut. Mit Baumpflanzungen haben die Frauen das Mikroklima verbessert und Erosion bekaempft.  So wird das Ueberleben der Gemeinden gesichert.  … weiter lesen

20.04.2011 von Peter Strack
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22. April: Tag der Erde

von Peter Strack

Kinder aus Tiquipaya erklaeren oekologischen GemueseanbauEin Jahr ist seit dem Weltgipfel der Voelker zum Klimawandel in Tiquipaya vergangen. Zu dem dort postulierten Recht der Mutter Erde, frei von Chemiemuell zu sein, haben sich in Tiquipaya seitdem vor allem Kinder engagiert.  … weiter lesen

28.03.2011 von Peter Strack
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Allgemeinplätze, Spekulationen, Vorurteile

von Peter Strack

“Auch einer wie David Choquehuanca war mal ein Kind”, mit diesem Allgemeinplatz beginnt Anja Maier in der sonntaz ihre Reportage aus Bolivien, um den verfuegbaren Platz zunaechst mit Spekulationen darueber zu fuellen, was der bolivianische Aussenminister als Bauernkind wohl gedacht haben mag. Vielleicht war es eine der Fragen, die unbeantwortet blieben, wie Maier beklagt. Doch auch ein bolivianischer Minister redet lieber ueber seine eigenen Anliegen, als auf Klischees und Vorurteile zu antworten, die den Artikel wie ein roter Faden durchziehen.

David Choquehuanca und Evo Morales

Schon vor einem Vierteljahrhundert, mit 25 Jahren, soll Choquehuanca bereits „der“ Koordinator der bolivianischen Kleinbauern gewesen sein – die Anfuehrer und Anfuehrerinnen von damals, die verschiedenen Ausrichtungen, die Konflikte untereinander, dass mit Evo Morales am Ende die Gewerkschafter gegenueber den radikalen Indígenas wie dem „Mallku“ Felipe Quispe die Oberhand behielten, nun gut, das mag eher ein Thema fuer Historiker… weiter lesen

05.03.2011 von Peter Strack
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Zoepfe und Rock statt Toga und Barett

von Peter Strack

Mit ihrer Weigerung, ihre Zoepfe und ihren traditionellen Rock auf dem Abschlussfoto der juristischen Fakultaet der staatlichen Universitaet von Cochabamba retouchieren und durch Toga und Barett ersetzen zu lassen, wurde Amalia Laura Vilca aus einem Quechua-Dorf im Norden von Potosí von einem auf den anderen Tag bekannt. Es sind eher solche kleinen Geschichten, die in Bolivien heute noch Hoffnung machen. … weiter lesen