Archive for the ‘Venezuela’ Category

01.10.2008 von Gerhard Dilger
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Zehn Gebote statt Kapitalismus

von Gerhard Dilger

In der Amazonasmetropole Manaus kam es gestern zu einem südamerikanischen Minigipfel.

Brasilien und Venezuela vereinbarten ein ganze Reihe bilateraler Projekte. Abschließend äußerten sich die vier Präsidenten zur Finanzkrise.

Luiz Inácio Lula da Silva (Brasilien): “Das internationale Finanzsystem hat sich in ein Kasino verwandelt, in dem die Leute ohne jedes Verantwortungsgefühl leichtes Geld gewinnen wollen.”

Rafael Correa (Ecuador): “Hoffentlich kommt einmal der Tag, an dem es für Lateinamerika unerheblich ist, was in den USA passiert. Dann werden wir wirklich unsere Unabhängigkeit erreicht haben.”

Hugo Chávez (Venezuela):”Dieser Crash des Kapitalismus und des Neoliberalismus wird schlimmer als der von 1929…  Aus dieser Krise muss eine neue, eine multipolare Welt hervorgehen.”

Evo Morales (Bolivien): “Der Kapitalismus ist keine Lösung für die Menschheit.”

In seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung hatte Morales Zehn Gebote (!) zur Rettung der Erde, der Menschheit und des Lebens verkündet:

1. Überwindung des Kapitalismusweiter lesen

28.09.2008 von Gerhard Dilger
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Revolutionen

von Gerhard Dilger

In unseren Breitengraden ist wieder viel von „Revolution” und „Sozialismus” die Rede.

Hugo Chávez (l.) sieht sich als Erbe des „Befreiers“ Simón Bolívar. Er hat in Venezuela die „bolivarianische Revolution“ ausgerufen und predigt seit dem 2005er-Weltsozialforum von Porto Alegre den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. In Bolivien übertreibt Evo Morales (r.)  von der „Bewegung zum Sozialismus“ nicht, wenn er sein Ziel als „demokratische und kulturelle Revolution“ umschreibt. Und Ecuadors Präsident Rafael Correa (M.) nennt das dortige linke Transformationsprojekt „Bürgerrevolution“.

Doch anders bei als früheren Revolutionen kommt in Venezuela, Bolivien und Ecuador die Macht nicht mehr aus den Gewehrläufen, sondern aus den Urnen. Die durchaus widersprüchlichen Reformprozesse sind eindeutig demokratisch legitimiert.

Beim heutigen Referendum über die neue, fortschrittliche Verfassung in Ecuador geht es zugleich um eine Bestätigung der „Bürgerrevolution“. Die Idee zu einem Verfassungskonvent wurde zuerst in den 90er Jahren von der indigenen… weiter lesen

19.09.2008 von Claudius Prößer
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Kollateralschaden in Santiago

von Claudius Prößer

Der kurzfristig einberufene Unasur-Gipfel in Santiago war ein Erfolg für die derzeitige Vorsitzende Michelle Bachelet – und ein echtes Ereignis für ein, trotz allem, kleines Land wie Chile. Fast alle PräsidentInnen des Subkontinents auf einen Schlag in Santiago, das war dem Fernsehen Dauerliveschaltungen zum Flughafen und den Zeitungen etliche Son­der­sei­ten wert. Das Ganze ging völlig reibungslos über die Bühne und straf­te die Bedenkenträger aus der rechten Opposition Lügen.

Einen kleinen Kollateralschaden gab es jetzt aber doch: Chiles Au­ßen­mi­nis­ter Alejandro Foxley, der mit am Tisch saß, hat einen Rüffel von Venezuelas Präsident Hugo Chávez bekommen. Genauer: Chávez’ Au­ßen­mi­nis­ter Nicolás Maduro hat seinem chilenischen Kollegen einen Brief geschrieben und eine förmliche Entschuldigung für Andeutungen gefordert, die dieser im Nachhinein über Chávez gemacht hatte.

Foxley (l.), Chávez (r.), Bildquellen hier

In einem Interview mit Canal 13 hatte Foxley nach dem Gipfel gesagt, er habe zeitweise nicht… weiter lesen

18.09.2008 von Gerhard Dilger
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Lula verurteilt Einmischung der USA in Bolivien

von Gerhard Dilger

Warum wird es in den USA nie einen Putsch geben? Weil es dort keine US-Botschaft gibt.

In Lateinamerika ist dieses Bonmot besonders beliebt. Nirgendwo haben die USA seit dem 19. Jahrhundert öfter interveniert als in ihrem Hinterhof – direkt oder indirekt.

Das war auch bei der jüngsten Krise in Bolivien der Fall: Ende August traf US-Botschafter Philip Goldberg in Santa Cruz den dortigen Gouverneur Rubén Costas. Tage später begannen die Unruhen, die das Land an den Rand eines Bürgerkriegs brachten. Letzte Woche zog Präsident Evo Morales die Notbremse und erklärte den Balkanexperten Goldberg zur Persona non grata.

Nun hat Brasiliens Präsident Lula diesen Schritt öffentlich als „korrekt” bezeichnet. „Die Aufgabe eines Botschafters ist es nicht, innerhalb des Landes Politik zu machen,“ sagte Lula. Es sei allgemein bekannt, dass sich die US-Botschaften in mehreren Phasen der lateinamerikanischen Geschichte eingemischt hätten. Wortlaut des… weiter lesen