Posts Tagged ‘Bachelet’
Bis vor ein paar Wochen galt es nicht nur innerhalb der chilenischen Rechten als ausgemacht, dass der Geschäftsmann und Großaktionär Sebastián Piñera (LAN, Chilevision) die Präsidentschaftswahl im Dezember 2009 haushoch gewinnen würde. Die seit fast 20 Jahren regierende christdemokratisch-sozialistische Concertación gilt weiten Kreisen als ausgelaugt, selbstbezogen, wenn nicht gar korrupt. Piñera ist zwar ein Mann, dem Gier und Geltungssucht ins Gesicht geschrieben stehen, aber offenbar gilt für viele die Devise, dass einer, der sowieso im Geld schwimmt, nicht auch noch als Präsident die Bürger bestehlen muss.
Jetzt hat Piñera unverhofft Konkurrenz bekommen – eine, die für ihn mit unguten Erinnerungen behaftet ist. Weil Piñeras Partei Renovación Nacional ihren Verbündeten und ewigen Rivalen, die UDI, in einer wichtigen Personalie düpierte, hat letztere zurückgeschossen und Evelyn Matthei ins Rennen geschickt – wenn auch nicht offiziell. Die blonde Senatorin ist die Tochter des… weiter lesen
Gestern ging am Flughafen von Cochabamba nix mehr: das Terminal war wegen Reinigungsarbeiten stundenlang gesperrt, wurde frustrierten Passagieren in Santa Cruz und La Paz mitgeteilt.
Der Grund: die Stadt erwartete hohen Besuch. In San Benito bei Cochabamba wurde der Grundstein für das Parlament der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) gelegt. Endlich! Schon vor 2 Jahren wollten die südamerikanischen PräsidenInnen Cochabamba während ihres Gipfels in der Stadt am Fuß der Anden als Sitz des Parlaments der Regionalorganisation erklären – zum Frust der Cochabambiner wurde damals nichts draus. Jetzt kann die Stadt womöglich die Pläne für den geplanten Glasobelisken wieder aus der Mottenkiste holen: dieser soll höher als der Obelisk von Buenos Aires werden und die Integration der Völker Lateinamerikas symbolisieren.
Michelle Bachelet und Evo Morales ch’allan das neue Parlament…
A propos größer, höher, weiter: Das Gelände des südamerikanischen Parlaments, jubelte Evo… weiter lesen
Sonderlich bekannt ist diese Flagge nicht, weder in Europa, noch in Lateinamerika. Es handelt sich um das Banner der Ende Mai in Brasilia feierlich ins Leben gerufenen Union Südamerikanischer Nationen, UNASUR (bzw. UNASUL). Laut Gründungsurkunde soll sie den Kampf gegen „Ungleichheit, soziale Ausgrenzung, Hunger, Armut und Unsicherheit“ führen und innerhalb von zwei Jahrzehnten eine der EU vergleichbare Integration erreichen, inklusive gemeinsamer Wirtschafts- und Außenpolitik, Währung und Passwesen.
Viel zu sehen ist davon bis jetzt nicht, aber das angesichts der bolivianischen Krise eilig anberaumte Treffen der UNASUR-Staatschefs am Montag könnte der Organisation ein wenig Legitimität verleihen – oder auch nicht. Stattfinden wird es in Santiago, denn Chiles Präsidentin Michelle Bachelet übt derzeit den rotierenden Vorsitz aus. Bis zur Gründung war Chile der einzige südamerikanische Staat gewesen, der keinem der beiden regionalen Bündnisse – Andengemeinschaft und Mercosur – angehörte.
Wer genau am Krisengipfel teilnehmen wird,… weiter lesen

