Posts Tagged ‘Bachelet’

07.12.2009 von Gerhard Dilger
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¡Víctor Jara, presente!

von Gerhard Dilger
Am 18. September 1973 bestattete Joan Turner Jara ihren Mann zusammen mit zwei Freunden in aller Stille in einem schmucklosen Fach auf Santiagos Zentralfriedhof. Am Samstag kam die Engländerin mit ihren beiden Töchtern Amanda und Manuela zurück – in Begleitung Tausender, die fünf Stunden lang mit dem Sarg Víctor Jaras durch Chiles Hauptstadt gezogen waren. Mit seinen Liedern und vielen Fahnen machten sie den Trauermarsch zur bewegendsten Demonstration der letzten Jahre gegen das Grauen der Pinochet-Diktatur (1973-1990).

Zuvor hatten sich die ChilenInnen während einer zweitägigen Totenwache von Jara verabschiedet, darunter auch Michelle Bachelet. “Wir haben 36 Jahre dafür gebraucht”, sagte die sozialistische Präsidentin, “endlich kann er in Frieden ruhen. Doch es gibt noch viele andere Familien. Deshalb müssen wir vorankommen mit Wahrheit und Gerechtigkeit. Víctor Jara, presente!”

Víctor Jara, der auch Lehrer und erfolgreicher Theaterdirektor war, gehört zu den ganz Großen des lateinamerikanischen politischen Liedes. Der Kommunist unterstützte

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25.10.2008 von Claudius Prößer
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Ungute Erinnerungen

von Claudius Prößer

Bis vor ein paar Wochen galt es nicht nur innerhalb der chilenischen Rechten als ausgemacht, dass der Geschäftsmann und Großaktionär Se­bastián Piñera (LAN, Chilevision) die Präsidentschaftswahl im De­zem­ber 2009 haushoch gewinnen würde. Die seit fast 20 Jahren regierende christdemokratisch-sozialistische Concertación gilt weiten Kreisen als ausgelaugt, selbstbezogen, wenn nicht gar korrupt. Piñera ist zwar ein Mann, dem Gier und Geltungssucht ins Gesicht geschrieben stehen, aber offenbar gilt für viele die Devise, dass einer, der sowieso im Geld schwimmt, nicht auch noch als Präsident die Bürger bestehlen muss.

Jetzt hat Piñera unverhofft Konkurrenz bekommen – eine, die für ihn mit un­gu­ten Erinnerungen behaftet ist. Weil Piñeras Partei Renovación Na­cio­nal ihren Verbündeten und ewigen Rivalen, die UDI, in einer wichtigen Personalie düpierte, hat letztere zurückgeschossen und Evelyn Matthei ins Rennen geschickt – wenn auch nicht offiziell. Die blonde Senatorin ist die Tochter des… weiter lesen

19.10.2008 von Benjamin Kiersch
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Cochabamba: Mal wieder Nabel Südamerikas

von Benjamin Kiersch

Gestern ging am Flughafen von Cochabamba nix mehr: das Terminal war wegen Reinigungsarbeiten stundenlang gesperrt, wurde frustrierten Passagieren in Santa Cruz und La Paz mitgeteilt.

Der Grund: die Stadt erwartete hohen Besuch. In San Benito bei Cochabamba wurde der Grundstein für das Parlament der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) gelegt. Endlich! Schon vor 2 Jahren wollten die südamerikanischen PräsidenInnen Cochabamba während ihres Gipfels in der Stadt am Fuß der Anden als Sitz des Parlaments der Regionalorganisation erklären – zum Frust der Cochabambiner wurde damals nichts draus. Jetzt kann die Stadt womöglich die Pläne für den geplanten Glasobelisken wieder aus der Mottenkiste holen: dieser soll höher als der Obelisk von Buenos Aires werden und die Integration der Völker Lateinamerikas symbolisieren.

Michelle Bachelet und Evo Morales ch’allan das neue Parlament…

A propos größer, höher, weiter: Das Gelände des südamerikanischen Parlaments, jubelte Evo… weiter lesen

14.09.2008 von Claudius Prößer
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Krisengipfel in Santiago

von Claudius Prößer

Sonderlich bekannt ist diese Flagge nicht, weder in Europa, noch in La­tein­amerika. Es handelt sich um das Banner der Ende Mai in Bra­si­lia feier­lich ins Leben gerufenen Union Südamerikanischer Nationen, UNASUR (bzw. UNASUL). Laut Gründungsurkunde soll sie den Kampf gegen „Ungleichheit, soziale Ausgrenzung, Hunger, Armut und Un­si­cher­heit“ führen und innerhalb von zwei Jahrzehnten eine der EU ver­gleich­bare Integration erreichen, inklusive gemeinsamer Wirtschafts- und Au­ßen­po­li­tik, Währung und Passwesen.

Viel zu sehen ist davon bis jetzt nicht, aber das angesichts der bo­li­vi­ani­schen Krise eilig anberaumte Treffen der UNASUR-Staatschefs am Montag könnte der Organisation ein wenig Legitimität verleihen – oder auch nicht. Stattfinden wird es in Santiago, denn Chiles Präsidentin Mi­chelle Bachelet übt derzeit den rotierenden Vorsitz aus. Bis zur Grün­dung war Chile der einzige südamerikanische Staat gewesen, der kei­nem der beiden regionalen Bündnisse – Andengemeinschaft und Mer­co­sur – angehörte.

Wer genau am Krisengipfel teilnehmen wird,… weiter lesen