12.06.2012 von Gerhard Dilger
Vor einer Woche habe ich bereits über die “Karawane für das Leben” von Copacabana nach Copacabana, also vom bolivianischen Wallfahrtsort am Titicacasee bis zur mondänen Strandpromenade in Rio, berichtet. Laut Plan befindet sich die Theatertruppe Trono aus El Alto derzeit in São Carlos (Bundesstaat São Paulo), wo sie ihr Stück “Bis zum letzten Tropfen” aufführt, auf diversen Blogs (etwa hier oder hier) ist das nachzulesen.

Worum geht es? Junge Leute aus Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Nicaragua, Frankreich, Belgien, Deutschland und Malta – Schauspieler, Helfer, Aktivisten – wollen vor und zum Umweltgipfel Rio+20 ihre Anliegen unter die Leute bringen, das Menschenrecht auf sauberes Wasser oder auf eine Landwirtschaft ohne agrotóxicos (wörtlich: Agrogifte, als Pestizide, Herbizide, Insektizide, Kunstdünger – absoluter Weltmeister im Verbrauch dieser “Agrogifte” ist Brasilien).
Gesponsert wird die Karawane von… weiter lesen
19.11.2011 von Peter Strack

1,3 Mio Dollar fuer jeden KM Zerstoerung: Protest gegen Strassenbau, Quelle: El Dia
„Mama, wo geht es jetzt hin?“, fragte ein Junge heute morgen auf der Fahrt in das Stadtzentrum von Cochabamba besorgt seine Mutter, als der Bus ploetzlich in eine Seitenstrasse abbog. „Da wird wohl irgendjemand wieder die Strasse blockieren“, lautete die lakonische Antwort. Doch der Grenzkonflikt zwischen den Provinzen Oruro und Potosí wird derzeit ebenso verhandelt wie der zwischen den Munizipien Colcapirhua und Tiquipaya im „Herz der Mutter Erde“ selbst. Und die Kokabauern aus dem Chapare, die derzeit gegen den Baustopp der Strasse durch das indigene und Naturschutzgebiet TIPNIS mobilisieren, haben sich erst einmal zu Beratungen zurueckgezogen. … weiter lesen
06.08.2011 von Peter Strack
Dieser Tage steckte an der Haustuer ein kleiner fotokopierter Zettel der Nachbarschaftsorganisation unseres Viertels in Cochabamba: Mittwochabend mexikanische Mariachi-Musik, Donnerstagmorgen Aufmarsch der Schuelerinnen und Schueler sowie die Pflicht, die Nationalflagge am Haus anzubringen. Anlass ist der 6. August, bolivianischer Nationalfeiertag. Teilnahme sei Pflicht, den Widerspenstigen werden 50 Bolivianos (umgerechnet gut 5 Euro) Strafe angedroht.
Bislang wurden solche Drohungen nicht wahrgemacht. Sei es aus Anlass des offiziellen Starts der Verlegung der Gasleitungen fuer Privathaushalte, oder weil es einen Diebstahl gegeben hat und Schutzmassnahmen vereinbart werden sollen.
Und so ist unsere Strasse erst am 6. August selbst einigermassen beflaggt. Wir haben ohnehin keine dieser patriotischen rot-gelb-gruenen Textilien im Haus, weder als einfaches Tuch, geschweige denn in der seidenglaenzenden Ausgabe. Hoechstens eine klitzekleine, inzwischen arg verblasste Whipala, die Fahne der indigenen Bewegungen des Hochlands, die bei den Protesten der sozialen Bewegungen um die Jahrtausendwende fast ueberall praesent waren.
Aber die Whipala… weiter lesen
20.04.2011 von Peter Strack
Ein Jahr ist seit dem Weltgipfel der Voelker zum Klimawandel in Tiquipaya vergangen. Zu dem dort postulierten Recht der Mutter Erde, frei von Chemiemuell zu sein, haben sich in Tiquipaya seitdem vor allem Kinder engagiert. … weiter lesen
05.03.2011 von Peter Strack
Mit ihrer Weigerung, ihre Zoepfe und ihren traditionellen Rock auf dem Abschlussfoto der juristischen Fakultaet der staatlichen Universitaet von Cochabamba retouchieren und durch Toga und Barett ersetzen zu lassen, wurde Amalia Laura Vilca aus einem Quechua-Dorf im Norden von Potosí von einem auf den anderen Tag bekannt. Es sind eher solche kleinen Geschichten, die in Bolivien heute noch Hoffnung machen. … weiter lesen
12.12.2010 von Gerhard Dilger
Boliviens Widerstand auf dem Weltklimagipfel gründet auf dem ökosozialistischen Programm der Regierung Morales
Von Jürgen Vogt und Elvira Treffinger
Es war nach Mitternacht, und der Weltklimagipfel schon Stunden über der Zeit, als Pablo Solón stur bei seinem Nein zu den vorgelegten Kompromissen blieb: Wieder und wieder betonte der bolivianische UN-Botschafter: “Es gibt keinen Konsens.” Bolivien könne keiner Vereinbarung zustimmen, die den Untergang der Erde und der Menschheit bedeute.
Die Delegierten aus 194 Ländern in Cancún hielten den Atem an: Würde die mühsam errungene Einigung einzig und allein an Bolivien scheitern? Die Regierung des südamerikanischen Landes verfolgt seit Jahren einen ökologisch-sozialistischen Kurs. Präsident Evo Morales geißelt Luxus und Verschwendung, fordert Klimagerechtigkeit “für die Völker der Welt”.

Evo Morales und Pablo Solón im April auf dem Alternativen Klimagipfel von Cochabamba
In Cancún stand Bolivien… weiter lesen
26.04.2010 von Gerhard Dilger
Schade, dass man langatmige Erklärungen nicht durch Dichtung überflüssig machen kann! So, wie es der nigerianische Aktivist Nnimmo Bassey auf dem alternativen Klimagipfel in Cochabamba vorgetan hat.

Die Essenz des “Abkommens der Völker” nahm er bereits in seinem Gedicht I will not dance to your beat vorweg:
I will not dance to your beat
If you call plantations forests
I will not sing with you
If you privatise my water
I will confront you with my fists
If climate change means death to me but business to you
I will expose your evil greed
If you don’t leave crude oil in the soil
Coal in the hole and tar sands in the land
I will confront and denounce you
If you insist on carbon offsetting and other do-nothing false solutions
I will make you
… weiter lesen
20.04.2010 von Benjamin Kiersch
Neben dem Kollegen Gerhard Dilger, der für die taz vom Klimagipfel in Cochabamba berichtet, schreibt Tadzio Müller von Climate Justice Action, der auch in der Stadt des ewigen Frühlings weilt, ein Blog auf bewegung.taz.de

Weiterhin unbedingt lesenswert zum Thema: die tägliche Berichterstattung des Democracy Center, ebenfalls direkt aus Cochabamba.
14.04.2010 von Benjamin Kiersch
Ehe es nächste Woche in Cochabamba losgeht mit der «Weltkonferenz der Völker zum Klimawandel und die Rechte der Mutter Erde», kann man heute abend in Berlin schon mal mit dem Botschafter Boliviens über den Klimagipfel diskutieren:

Im Haus für Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, um 19.00 Uhr bei der Veranstaltung “Cochabamba statt Kopenhagen?”, organisiert von der der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
24.03.2010 von Benjamin Kiersch
Das sollten sich FreundInnen der Alten Musik in Bolivien nicht entgehen lassen: Vom25. März bis zum 4. Mai 2010 steigt in Cochabamba zum dritten Mal das Bach Fest. Wie bereits in den Jahren zuvor, hat die Organisatorin und Cembalistin Elizabeth Schwimmer ein exquisites Programm zusammengestellt. Mit dabei sind dieses Jahr Ensembles, Chöre und Orchester aus Cochabamba, La Paz und Santa Cruz, sowie das Barockensemble Elbipolis aus Hamburg. Früh kommen lohnt sich – erfahrungsgemäss sind spätestens eine halbe Stunde vor Beginn alle Plätze besetzt. Wer den Autor auf der Blockflöte erleben möchte, seien die Konzerte am nächsten Dienstag und Mittwoch ans Herz gelegt.

Donnerstag 25. März & Freitag 26. März
ENSEMBLE SUMAQ WAYRA
OBRA: LA OFRENDA MUSICAL BWV 1079
Lugar: Centro Simón I. Patiño
Hrs. 19.00
Dienstag 30. März und Mittwoch 31. März
BACH FEST CORALE
ENSEMBLE BACHFEST
Robert… weiter lesen