Posts Tagged ‘Diktatur’

25.06.2011 von Hans-Ulrich Dillmann
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Widerstandsmuseum in Santo Domingo – Ein Programmhinweis

von Hans-Ulrich Dillmann

Vergangenheitsaufarbeitung in der Karibik

Einer der brutalsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts: Rafael Leonidas Trujillo Molina; Foto: picture-alliance / United Archiv

31 Jahre terrorisierte Rafael Leonidas Trujillo Molina die Dominikanische Republik. 50.000 Menschen fielen dem Regime des Diktators zum Opfer, der im Mai 1961 einem Attentat erlag. Fünf Jahrzehnte später streitet man im Urlaubsparadies über den richtigen Umgang mit der blutigen Vergangenheit.

Ein Beitrag von Brigitte Kleine in Zusammenarbeit mit Hans-Ulrich Dillmann in ARD, Sonntag, den 26. Juni 2011 um 23 Uhr

http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,gxwec2cimgqvc9ob~cm.asp

11.06.2010 von Claudius Prößer
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Aus für einen Nostalgiker

von Claudius Prößer

Keine zwei Monate hat er sich auf seinem Posten gehalten: Miguel Otero, im April von Präsident Sebastián Piñera als Botschafter im Nachbarland Argentinien eingesetzt, hat am Dienstag sein Rücktrittsgesuch eingereicht, das von der Regierung in Santiago umgehend angenommen wurde. Gestolpert ist der fast 80-Jährige über seine stramm reaktionären Ansichten, insbesondere eine Apologie des Putsches und der Pinochet-Diktatur. Für Piñera bedeutet die Abdankung seines Parteifreunds eine weitere Blamage nach diversen unglücklichen Personalentscheidungen (wie zuletzt im Fall Iván Andrusco).

Was war passiert? Der Jurist Otero, renommierter Anwalt und in den Neunzigerjahren Senator für die rechte Partei Renovación Nacional, hatte sich geärgert, weil die argentinische Tageszeitung Clarín anlässlich seiner Ernennung eine recht ätzendes Porträt verröffentlicht hatte – das Porträt eines enthusiastischen Putschisten, der in leitender Funktion an der Universidad de Chile Razzien gegen linke Dozenten und Studenten mitverantwortete, später an der demokratisch nicht legitimierten Gesetzgebung der Militärjunta mitwirkte und sich… weiter lesen

06.03.2010 von Benjamin Kiersch
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Oscarverdächtiges Geheimnis

von Benjamin Kiersch

Pünktlich zur bevorstehenden Oscar-Verleihung schickt uns Martin Brauer aus Argentinien einen Text über den Film  “El secreto de sus ojos”, der als “bester fremdsprachiger Film” nominiert ist:

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Wenn an diesem Sonntag in Hollywood der rote Teppich ausgerollt wird, wird die Welt erfahren, ob der Film „Das Geheimnis ihrer Augen“ den zweiten Oscar für einen argentinischen Film nach „Die offizielle Geschichte“ (1986) erhält.

YouTube Preview Image

Es gibt viele Berührungspunkte zwischen beiden Filmen:  Zum einen beleuchten beide die dunkelste Vergangenheit Argentiniens, die Repression in den siebziger Jahren. Zum anderen war die Drehbuchautorin von „Die offizielle Geschichte“ die erste Professorin von Campanella, dem Regisseur von „Das Geheimnis seiner Augen“.

Ein Anliegen des Films ist es, den Abschnitt der argentinischen Geschichtsschreibung zu beleuchten, der eine klare Trennlinie zwischen der Präsidentschaft Isabel Peróns und dem Militärputsch im März 1976 zieht, als ob bis unmittelbar zu diesem Zeitpunkt alles in bester Ordnung gewesen… weiter lesen

15.08.2009 von Claudius Prößer
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Verseuchter Sand

von Claudius Prößer


Dass die Jahre der Pinochet-Diktatur bleiern waren, ist hinlänglich bekannt. Für manche Chilenen leider auch im Wortsinn: Mehrere tausend Einwohner von Arica, Chiles Grenzstadt zu Peru, wohnen in Häusern, die auf verseuchtem Material errichtet wurden. Die toxische Mischung, die neben Blei auch Quecksilber und Arsen enthält, wurde zwischen 1984 und 1989 von einer Firma eingeführt, die später nie die Arbeit aufnahm. Dafür wurden in nächster Nähe Sozialwohnungen für rund 15.000 Ariqueños errichtet. Die klagen seit langem über Ver­gif­tungs­er­schei­nun­gen, von chronischen Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu neu­ro­logischen Schäden und Missbildungen bei Neu­ge­borenen.

“Importiert” wurde der Schwermetallcocktail aus Schweden. Es handelt sich um insgesamt 21.000 Tonnen Schlacken, ein Abfallprodukt des Bergbauunternehmens Boliden AB. Weil Arica Sonderwirtschaftszone ist, mussten keine Steuern oder Abgaben für die Einführung des giftigen Materials gezahlt werden. Kontrolliert wurde dessen Toxizität auch nicht – sonst hätten die Behörden wohl festgestellt, dass es sich keineswegs um… weiter lesen

11.10.2008 von Gerhard Dilger
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Die knöcherne Harfe

von Gerhard Dilger

Aus Paraguay hat uns Hermann Schmitz folgenden Text geschickt:

Es gibt Erzählungen des Grauens, in denen der wahre Schrecken sich gnädig hinter einer Art Ersatzgeschichte verbirgt, die den Zuhörer die eigene Fantasie gebrauchen und ihn selber bestimmen lässt, wieviel er aushalten will. Eine solche Geschichte erzählte mir vor Jahren B., einer der Langzeithäftlinge der Stroessner-Diktatur, den ich bei der Übergabe des Endberichtes der „Comisión de Verdad y Justicia“ im August wieder treffe.

B. war in der falschen Partei, ein „subversives Element“ – Staatsfeind also in einem Gewaltregime, das unbequeme Kritiker unter Kommunismus- verdacht stellte und gnadenlos jagte, zur Freude des „großen Bruders“ im Norden. Der Häftling verbrachte lange Zeit in einer Art Erdverlies, der Hitze, der Kälte und Feuchtigkeit schutzlos ausgesetzt.

Als einer der „persönlichen Gefangenen“ Stroessners war er es zu Beginn seiner Haft nicht einmal wert, in einem auch noch so schäbigen Raum zu vegetieren. Erst als der Hass… weiter lesen

27.08.2008 von Claudius Prößer
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Richter, General und Folterknecht

von Claudius Prößer

Unbedingt ansehen: Nur noch bis zum 2. September ist der, wie ich finde, hervorragende US-Dokumentarfilm “The Judge and the General” im Netz abrufbar. Die für den Public Broadcasting Service (PBS) produzierte Doku beschreibt, wie der chilenische Richter Juan Guzmán ab 1998 und bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2005 gegen Augusto Pinochet und andere Täter der Militärdiktatur ermittelte. Guzmán hatte 1998 eine Sammelklage von Angehörigen Ermordeter und Verschleppter übernommen, nicht weil er sich besonders dafür interessiert hätte, sondern weil es das interne Turnusverfahren des Gerichtshofs so ergab.

Die eigentliche Geschichte, die der Film erzählt, steckt denn auch weniger in der Tatsache, dass Guzmán erreicht hat, die Selbstamnestie der Militärs aufzuhebeln (was spannend genug ist), sondern in seiner Wandlung von einem stillen Befürworter des Pinochet-Regimes hin zu einem seiner gefährlichsten Verfolger. Der Richter, der weite Teile der Doku aus dem Off… weiter lesen