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	<title>Latin@rama &#187; Dilma Rousseff</title>
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	<description>Lamas &#38; Piranhas, Cumbia &#38; Macumba, Evo &#38; Evita: Das Latinorama-Kollektiv bringt Abseitiges, Aktuelles und Amüsantes aus und über Amerika.</description>
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		<title>Farce im brasilianischen Senat</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 17:08:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Die umstrittene Novelle des Waldgesetzes passiert den brasilianischen Senat. Nur acht Parlamentarier stimmen gegen den nun drohenden Kahlschlag. Umweltschützer appellieren weiterhin an Präsidentin Dilma Rousseff, denn die könnte noch ihr Veto einlegen. </strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left">Die Verabschiedung des neuen brasilianischen Waldgesetzes wird immer mehr zur Telenovela: Am späten Dienstagabend verabschiedete der Senat mit 59 zu acht Stimmen jene Reform, gegen die Brasiliens Umweltbewegung seit Monaten Sturm läuft (s. u.). Damit wird die Zerstörung hochsensibler ökologischer Schutzgebiete im ganzen Land legalisiert. Nun muss das Abgeordentenhaus, das bereits im Mai eine noch radikalere Novelle zugunsten großer Farmer <strong><a href="http://taz.de/Waldgesetze-in-Brasilien/%2171376/" target="_blank">verabschiedet hatte</a>,</strong> erneut abstimmen.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/12/Agencia-Brasil061211manif.jpg" rel="lightbox[3533]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3534" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/12/Agencia-Brasil061211manif-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vor der Unterzeichnung des Gesetzes hätte Präsidentin Dilma Rousseff allerdings noch die Möglichkeit, ihr Veto gegen umstrittene Passagen einzulegen. Im Wahlkampf 2010 hatte sie öffentlich gelobt, keinem Gesetz zuzustimmen, das eine Amnestie für Waldzerstörer enthalte – darauf <strong><a href="../2011/11/30/die-lieben-das-bose-und-die-guten/" target="_blank">pocht die Umweltbewegung</a></strong>. Denn genau dies zeichnet sich jetzt ab: Die Novelle sieht Straffreiheit für jene Landbesitzer vor, die bis Juli 2008 die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzgebiete zerstört haben. Größere Grundstücke, im Amazonasgebiet fangen sie bei 440 Hektar an, müssen allerdings teilweise wiederaufgeforstet werden.</p>
<p><strong></strong>Um das Gesetz noch 2011 unter Dach und Fach zu bringen, hatte sich die Regierung mit den Agrariern bereits im Vorfeld geeinigt. Ausgerechnet Senator Jorge Viana von Rousseffs Arbeiterpartei PT, ein früherer Mitstreiter der Umweltikonen Chico Mendes und Marina Silva, koordinierte die <strong><a href="http://taz.de/Neues-Waldgesetz-in-Brasilien/%2182724/" target="_blank">Ausarbeitung der Senatsnovelle</a></strong>. Dank ihrer würden in den kommenden zwanzig Jahren je 20.000 Quadratkilometer wiederaufgeforstet, meint er.</p>
<p style="text-align: left">Die PT hat sich mittlerweile nahezu vollständig der Agrarlobby unterworfen, nur Senator Lindberg Farias aus Rio scherte aus. Die Präsidentin schätzt die industrielle Landwirtschaft als Devisenbringer: Agrarprodukte, allen voran Soja und Rindfleisch, machen 37 Prozent der brasilianischen Exporte aus. Führende Vertreter des Agrobusiness wie &#8220;Sojakönig&#8221; Blairo Maggi oder Kátia Abreu vom Farmerverband CNA sitzen selbst im Senat.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/12/Agencia-Brasil061211Abreu.jpg" rel="lightbox[3533]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3535" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/12/Agencia-Brasil061211Abreu-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a></p>
<p>&#8220;Wir haben die Diktatur der Umweltschützer beendet&#8221;, jubelte Abreu (s. o.) . 2010 hatten rund 50 Parlamentarier üppige Wahlkampfspenden von solchen Firmen erhalten, die von der künftigen Amnestie profitieren werden, berichtet die Tageszeitung <em>Folha de São Paulo</em>.</p>
<p>Während der Debatte handelten rechte Parlamentarier Dutzende zusätzliche Gesetzesänderungen aus. Ohne dass die meisten Senatoren wussten, worum es einzelnen ging, stimmten sie spätabends en bloc darüber ab. Selbst zwölf Stunden nach diesem Votum war immer noch <strong><a href="http://florestafazadiferenca.com.br/ultimas-noticias/codigo-e-aprovado-com-dezenas-de-emendas-fantasmas" target="_blank">unklar</a></strong>, was denn genau beschlossen worden ist. Auf der Webseite des Senats waren die Gesetzesänderungen immer noch nicht eingestellt.</p>
<p>Für die armen Urwaldbewohner und die Umwelt setzten sich vor allem die beiden Senatoren der linken Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL) ein. Randolfe Rodrigues (u. r., mit Jorge Viana) und Marinor Brito aus dem Amazonas-Bundesstaaten Amapá und Pará stimmten &#8220;im Namen all jener, die bei der Verteidigung des Urwalds ihr Leben gelassen haben&#8221; gegen das Gesetz.</p>
<p style="text-align: center"><strong><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/12/Agencia-Brasil061211VianaRodrigues.jpg" rel="lightbox[3533]"><img class="size-medium wp-image-3536" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/12/Agencia-Brasil061211VianaRodrigues-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><br />
</strong></p>
<p>Im vergleichsweise fortschrittlich regierten Amapá, das an Französisch-Guyana grenzt, droht nun die ganz legale Zerstörung von 8.000 Quadratkilometern Primärwald. Weil über 65 Prozent seiner Fläche aus Nationalparks und Indianergebieten besteht, sollen auf Privatarealen nur noch 50 Prozent geschützt werden. Im übrigen Amazonien bleibt es bei 80 Prozent. Höhepunkt des Absurden: Die drei Senatoren aus Amapá, die diese Bestimmung übereinstimmend streichen wollten, wurden von ihren Kollegen aus den anderen Bundesstaaten überstimmt.</p>
<p style="text-align: left">Die Aufweichung des Waldgesetzes betrifft aber nicht nur den Regenwald im Amazonasgebiet. Im ganzen Land sollen Schutzgebiete an Flussufern zum Teil erheblich verringert und die landwirtschaftliche Nutzung an Berghängen und Kuppen ausgeweitet werden. Schon jetzt kommt es bei heftigen Regenfällen in dicht besiedelten Gebieten regelmäßig zu großen Erdrutschen mit zahlreichen Todesopfern.</p>
<p>Im Hinblick auf internationale Klimaverhandlungen hatte sich Brasilien vor zwei Jahren verpflichtet, bis 2020 die Abholzung des Amazonasgebietes um 80 Prozent zu verringern. Auch weil im kommenden Juni der UN-Umweltgipfel &#8220;Rio+20&#8243; in Brasilien stattfindet, hoffen Umweltschützer nun auf das Veto der Präsidentin.</p>
<p style="text-align: right"><em>Fotos: Agência Brasil</em></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=3533&amp;md5=a0d40622c7b40167e62748ccc688b236" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Lieben, das Böse und die Guten</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 19:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left">Mit großem Geschick kämpft die brasilianische Ökologiebewegung gegen die drohende <a href="http://taz.de/Neues-Waldgesetz-in-Brasilien/!82724/" target="_blank"><strong>Aufweichung des Waldgesetzes</strong></a>. In Brasília übergaben UmweltschützerInnen gestern nach einer Kundgebung 1,5 Millionen Unterschriften zur Verteidigung des bestehenden Gesetzes an Präsidialamtsminister Gilberto Carvalho. Zugleich gelang es dem Senator Randolfe Rodrigues von der linksoppositionellen Partei für Sozialismus und Freiheit (PSOL), die Endabstimmung im Oberhaus des Parlaments unter Verweis auf die Geschäftsordnung um eine Woche hinauszuzögern.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/11/Agencia-Brasil291111ANTKinder.jpg" rel="lightbox[3482]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3483" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/11/Agencia-Brasil291111ANTKinder-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><em></em></p>
<p style="text-align: left"><em>Die Lieben: Kinder sagen Nein zur Verstümmelung des Waldgesetzes</em></p>
<p style="text-align: left">Die frühere Umweltministerin Marina Silva führte den Protest an. Carvalho, ein enger Vertrauter von Präsidentin Dilma Rousseff, habe zugesichert, die Staatschefin werde ihr Versprechen aus dem Wahlkampf 2010 einhalten, erklärte Silva. Demnach will Rousseff keiner Neuregelung zustimmen, die eine Amnestie für Waldzerstörer enthält und die weitere Regenwaldrodung begünstigt.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/11/Agencia-Brasil291111ANTKAbr%C3%A9u.jpg" rel="lightbox[3482]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3484" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/11/Agencia-Brasil291111ANTKAbr%C3%A9u-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><em></em></p>
<p style="text-align: left"><em>Das Böse: <em>Kátia Abreu, </em>Vorsitzende des Farmerverbandes CNA und Senatorin</em></p>
<p style="text-align: left">Mit mindestens 385 Quadratkilometern sei in Amazonien im Oktober 52 Prozent mehr Regenwald vernichtet worden als im September, gab unterdessen das Nationale Institut für Weltraumforschung bekannt. Umweltschützer sehen eine Zusammenhang zwischen der zunehmenden Entwaldung und den Versuchen der Agrarlobby, diese durch die Novellierung des Waldgesetzes zu legalisieren.</p>
<p style="text-align: left">Nach der Abstimmung im Senat am kommenden Dienstag geht das Gesetz erneut an das Abgeordnetenhaus, wo sich im Mai die Farmer bei der ersten Abstimmung deutlich<a href="http://taz.de/Waldgesetze-in-Brasilien/!71376/" target="_blank"><strong> durchgesetzt hatten</strong></a>. Präsidentin Rousseff könnte allerdings ihr Veto gegen einzelne Teile des Gesetzes einlegen, wozu man sie per Onlinepetition <a href="http://www.greenpeace.org/brasil/pt/Participe/Ciberativista/Codigo-Florestal-veta-Dilma1/" target="_blank"><strong>auffordern</strong></a> kann.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/11/Agencia-Brasil291111ANT_5912.jpg" rel="lightbox[3482]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3485" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/11/Agencia-Brasil291111ANT_5912-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><em></em></p>
<p style="text-align: left"><em>Die Guten: Erzbischof José Belisário da Silva, Marina Silva, Randolfe Rodrigues</em></p>
<p style="text-align: left">Durch eine Verschleppung der Entscheidung in das kommende Jahr, wenn Brasilien den Umweltgipfel Rio+20 ausrichtet, möchte die <a href="http://www.brasildefato.com.br/content/o-agroneg%C3%B3cio-quer-acabar-com-florestas" target="_blank"><strong>Ökobewegung</strong></a> den Druck auf die Präsidentin erhöhen. &#8220;Wir werden mit allen Mitteln Widerstand leisten&#8221;, sagte Senator Rodrigues aus dem Amazonas-Bundesstaat Amapá, der im Umweltausschuss als einziger gegen den derzeit vorliegenden Gesetzesentwurf gestimmt hatte.</p>
<p style="text-align: right"><em>sämtliche Fotos: Agência Brasil</em></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=3482&amp;md5=820621d3fe8e421e142f3d6919fddf2b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>#OccupyBeloMonte</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 02:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hundreds Protest at Belo Monte Dam Site</strong></p>
<p>UPDATE: <a href="http://www.xinguvivo.org.br/2011/10/28/nota-publica-sobre-a-ocupacao-do-canteiro-de-obras-de-belo-monte/"><strong>Statement from partners</strong></a></p>
<p style="text-align: left">Altamira, Brazil – On Thursday, the Belo Monte Dam construction site was occupied by 400 indigenous people, fishermen and riverine community members who oppose the project due to its severe environmental impacts and human rights violations.</p>
<p style="text-align: left">The occupation was a collective decision made by 700 representatives from local communities who attended a seminar against the Belo Monte Dam held this week in Altamira, and it proved an important step forward in the continuing struggle to halt the project.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/10/1027protest.jpg" rel="lightbox[3322]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3331" title="1027protest" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/10/1027protest-300x197.jpg" alt="" width="300" height="197" /></a></p>
<p style="text-align: left">Protesters notified the Brazilian government about the occupation through letters and direct contact. The groups said in a statement: &#8220;In the face of the Brazilian government&#8217;s intransigence to dialogue and continuing disrespect, we occupied the Belo Monte construction site and blocked the Trans-Amazon highway. We demand a definitive cancellation of the Belo Monte Dam.&#8221;</p>
<p style="text-align: left">After 15 hours protesters disbursed from the construction site with the arrival of two justice officials and three lawyers from Norte Energia (the dam-building consortium), who carried an injunction in favor of the consortium. Upon informing the protesters about the judicial order, justice officials stressed that &#8220;Shock Troops&#8221; were surrounding the area, ready to act.</p>
<p style="text-align: center"><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/10/discussão.jpg" rel="lightbox[3322]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3325" title="discussão" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/10/discussão-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p style="text-align: left">The unprecedented occupation of the Belo Monte construction site was a direct result of an autonomous and sovereign decision by indigenous people and fishermen from the Xingu River basin and is considered the landmark of a new alliance in the struggle against the Belo Monte Dam.</p>
<p>The mutual recognition and partnerships sealed this week among the segments that will suffer the most with the destruction of the Xingu River marks a new, stronger level of the fight against Belo Monte. Such unprecedented partnership between indigenous people and fishermen shows that the people from Xingu are united to defend the river, nature and their traditional way of life.</p>
<p>Our resistance against this destructive project called Belo Monte remains unshakable. The occupation has sent a clear message to President Dilma Rousseff&#8217;s administration that the fight for the Xingu is more alive than ever. If the Brazilian government continues to insist on violating our rights, other resistance actions shall come.</p>
<p>Coordenação das Organizações Indígenas da Amazônia Brasileira – COIAB<br />
Comissão Pastoral da Terra – CPT<br />
Conselho Indigenista Missionário – CIMI<br />
Movimento Xingu Vivo para Sempre – MXVPS<em> (Foto)</em></p>
<p>For <a href="http://www.fr-online.de/politik/amazonas--wir-sind-krieger-,1472596,11074848.html" target="_blank"><strong>more information</strong></a>, please visit:</p>
<p><a href="http://www.xinguvivo.org.br" target="_blank"><strong>www.xinguvivo.org.br</strong></a><a href="http://www.amazonwatch.org" target="_blank"><strong> </strong></a><br />
<a href="http://www.amazonwatch.org" target="_blank"><strong>www.amazonwatch.org</strong></a> <em>(Foto)</em><br />
<a href="http://www.internationalrivers.org"><strong>www.internationalrivers.org</strong></a><br />
<a href="http://plattformbelomonte.blogspot.com" target="_blank"><strong>http://plattformbelomonte.blogspot.com</strong></a></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=3322&amp;md5=64c85e28a5d6aba0c0b8a2fe7c44cd25" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neue Hindernisse für Belo Monte</title>
		<link>http://blogs.taz.de/latinorama/2011/09/29/neue_hindernisse_fuer_belo_monte/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 21:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="display">
<div id="textPage"><em>Ein  brasilianisches Bundesgericht hat einen Baustopp für das Megaprojekt im Amazonasgebiet angeordnet. Übertriebene Hoffnungen sind allerdings fehl am Platz. </em></div>
<div><em><br />
</em></div>
<div>
<p>Die Verfügung lässt keine Zweifel offen: Bei dem  geplanten Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte am Amazonas-Nebenfluss Xingu sei  der Lebensunterhalt von 1000 Fischerfamilien gefährdet, urteilte ein  brasilianischer Bundesrichter. Dem Baukonsortium Norte  Energia wird daher &#8220;die Errichtung von Häfen, Explosionen, der Bau von  Dämmen, der Aushub von Kanälen&#8221; untersagt, also &#8220;jeglicher Eingriff in  den natürlichen Lauf des Xingu mit daraus resultierenden Störungen der  Fischpopulationen&#8221;.</p>
<p>Seit Jahrzehnten wehren sich die indigene Bevölkerung  und Umweltschützer gegen das Megaprojekt, für das Zehntausende<a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/09/karte-belo-monte.jpg" rel="lightbox[3024]"><img class="alignright size-full wp-image-3027" title="karte belo monte" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/09/karte-belo-monte.jpg" alt="" width="189" height="242" /></a> umgesiedelt werden müssten. Die brasilianische  Präsidentin Dilma Rousseff argumentiert dagegen, Belo Monte sei  unverzichtbar für die Entwicklung des Landes. In der Justiz sind über  zehn weitere Verfahren anhängig, darunter eines wegen der &#8220;Verletzung  der Naturrechte&#8221;. Aller juristischen Einwände zum Trotz hat das  Umweltministerium stets die erforderlichen Baugenehmigungen erteilt.</p>
<p>Unbill droht den Bauherren aber auch von ungewohnter  Seite: Die Stadtverwaltung von Altamira, dem Bischofssitz am Xingu, der  zu einem guten Drittel geflutet werden soll, fordert jetzt gemeinsam mit  lokalen Wirtschaftsverbänden, Bürgerkomitees und dem Stadtrat die  Aussetzung der Baugenehmigung vom Juni. Norte Energia, das in der Region  bereits Baucamps errichtet, erfülle die vorgeschriebenen Umwelt- und  Infrastrukturauflagen nicht, klagen die Bewohner: &#8220;Wir wollen nicht, dass aus dem Traum eines Erste-Welt-Altamira ein Alptraum wird&#8221;.</p>
<p>Belo Monte soll 2015 in Betrieb gehen, es wäre dann  das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt. Ein Großteil des produzierten  Stroms soll Stahl- und Aluminiumwerken in Amazonien zugute kommen. Die  Turbinenbauer Andritz (Österreich), Voith-Hydro (Deutschland) und Alstom (Frankreich)  haben von Norte Energia bereits Aufträge zur Lieferung technischer  Komponenten in Millionenhöhe erhalten, <a href="http://blogs.taz.de/latinorama/2011/08/12/mercedes_freut_sich_auf_belo_monte/" target="_blank"><strong>Daimler-Benz liefert Lkws</strong></a>.</p>
<p>Andritz reagierte gelassen auf den Baustopp. Bereits früher seien solche Verfügungen wieder aufgehoben worden, sagte ein Konzernsprecher. Die brasilianische Regierung und Norte Energia würden die &#8220;nötigen Schritte&#8221; unternehmen, hieß es heute in Brasília.</p>
<p>SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr forderte Andritz auf, sich aus Belo Monte  zurückzuziehen: &#8220;Es wäre unverantwortlich, dieses Projekt gegen massive  Umweltbedenken und den Willen der dort lebenden indigenen Bevölkerung  umzusetzen&#8221;.</p>
</div>
</div>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=3024&amp;md5=4b4d85cd1c8b7eecb5cb6966a0bdaaef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Keine neoliberalen Rezepte mehr</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 21:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/08/ccdilma.jpg" rel="lightbox[2601]"><img class="alignleft size-full wp-image-2602" title="ccdilma" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/08/ccdilma.jpg" alt="" width="235" height="303" /></a><strong>Gegen die Finanzkrise setzt Brasilien auf Schutzmaßnahmen und regionale Integration </strong></p>
<p><em>Gelassen verfolgt Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff die bisherigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Gegen eine Ansteckung durch die Schuldenkrise in den USA und Europa setzt Brasilien auf Barrieren gegen Spekulationskapital und Dumpingimporte. Mit den Nachbarn in Südamerika will die Regionalmacht noch enger zusammenrücken.</em></p>
<p>&#8220;Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt&#8221;, gestand Rousseff dem Wochenmagazin <a href="http://www.cartacapital.com.br/" target="_blank"><strong>Carta Capital</strong></a>. Wegen der höchst sensiblen Lage will die studierte Ökonomin ihr &#8220;Rezept&#8221; nicht verraten. Die punktuellen Maßnahmen, die die brasilianische Mitte-Links-Regierung bereits seit Wochen ergreift, würden allerdings fortgesetzt, kündigte sie an.</p>
<p>Sorgen macht der Staatschefin vor allem die Zunahme der Importe, die durch die massive Aufwertung der Landeswährung Real in den vergangenen Jahren begünstigt wurde: Brasilien dürfe nicht mit importierten Produkten überflutet werden, die durch &#8220;unfaire, oft sogar perverse Konkurrenz&#8221; künstlich verbilligt seien &#8211; brasilianische Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.</p>
<p>Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während Brasiliens Importe in den ersten sieben Monaten 2011 um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr zunahmen, stagniert die einheimische Industrie. Dem sogenannten Big-Mac-Index des britischen Magazins &#8220;Economist&#8221; zufolge, mit dem man die Kaufkraft diverser Währungen recht genau messen kann, ist der Real im Vergleich zum Dollar derzeit um rund 50 Prozent überbewertet.</p>
<p>Freilich liegt das auch an der brasilianischen Hochzinspolitik, einem klassisch liberalen Instrument zur Inflationsbekämpfung. Trotz einer neuen Finanztransaktionssteuer ziehen die hohen Zinsen enorme Mengen von spekulativem Finanzkapital aus den Industrieländern an. Während der Turbulenzen der vergangenen Woche floss jedoch ein Teil davon wieder ab.</p>
<p>Zugleich werden die brasilianischen Exportprodukte immer weniger wettbewerbsfähig. Sinkende Rohstoffpreise für Mineralien oder Soja könnten sich ebenfalls bald negativ in der Exportbilanz niederschlagen. Finanzminister Guido Mantega beklagt, die USA versuchten, ihre Wirtschaftskrise auch mit einem schwachen Dollar über den Export zu lösen.</p>
<p>Gegen diesen &#8220;Währungskrieg&#8221; verkündete er weitere Steuern auf Finanztransaktionen und größere Kontrollen bei Termingeschäften. Einheimische Firmen werden bei öffentlichen Aufträgen bevorzugt, Technologieunternehmen bekommen günstige Kredite. Zudem dürfen sich personalintensive Firmen der Branchen Bekleidung, Möbel, Software und Schuhe, aber auch Kleinunternehmer generell über Steuererleichterungen und die Streichung von Sozialabgaben freuen.</p>
<p>Mit diesen Maßnahmen setzt sich Brasilien gezielt von den neoliberalen Rezepten ab, die in den USA und Europa dominieren. &#8220;Anstatt den Kurs zu ändern, reagiert man dort mit dem, was die Krise ausgelöst hat&#8221;, kritisiert Rousseff: In den USA schrumpfe die Rolle des Staates weiter, den krisengeschüttelten Ländern Südeuropas verordne ein &#8220;übernationaler Staat&#8221; weitere Sparmaßnahmen.</p>
<p>Brasilien hingegen möchte die sozialdemokratisch grundierte Integration Südamerikas weiter vorantreiben, die im vergangenen Jahrzehnt begonnen wurde: Am letzten Freitag beschlossen die Finanzminister und Zentralbankchefs der zwölf südamerikanischen Staaten (Unasur) in Buenos Aires, einen regionalen Fonds einzurichten, um antizyklisch auf die Auswirkungen der Krise in der Region reagieren zu können.</p>
<p>&#8220;Unsere Märkte sind dynamischer als jene der Industrieländer, unsere Finanzen solide&#8221;, erklärte der Brasilianer Mantega. Optimistisch fügte er hinzu, Lateinamerika habe das Zeug, im 21. Jahrhundert zu einem &#8220;globalen Entwicklungspol&#8221; zu werden.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=2601&amp;md5=4df1e3e7b61c18efcb1de1aa88ed5bf9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mercedes freut sich auf Belo Monte</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 14:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Mercedes-Benz wird 540 Lastwagen für den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet liefern. Es handelt sich um einen der größten Aufträge für LKWs in Brasilien. Mit den Geländelastwagen <a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/08/BenzBeloMonte_02.jpg" rel="lightbox[2566]"><img class="alignright size-medium wp-image-2567" title="BenzBeloMonte_02" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/08/BenzBeloMonte_02-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>sollen über 100 Millionen Tonnen Erde und Gestein transportiert werden. Den Auftragswert, den die <em>Folha de São Paulo</em> auf  &#8220;mindestens&#8221; 86 Millionen Euro schätzt, wollte ein Mercedes-Sprecher in São Paulo gegenüber <em>Latin@rama</em> aber noch nicht nennen, &#8220;sonst verlieren wir den Kunden&#8221;. Zwei Modelle seien aber derzeit auf dem Stand des Konsortiums Norte Energia auf der &#8220;Construction Expo 2011&#8243; zu <a href="http://www1.mercedes-benz.com.br/noticias/Agosto/BeloMonte/popexpande.htm" target="_self"><strong>bewundern</strong></a>.</p>
<p>Für den Bau des zweitgrößten Wasserkraftwerks in Brasilien, der vor einigen Monaten <a href="http://www.xinguvivo.org.br/2011/08/11/novas-fotos-sobre-as-obras-de-belo-monte-em-altamira/" target="_blank"><strong>begonnen hat</strong></a>, wird so viel Erdreich bewegt wie vor 100 Jahren beim Bau des Panama-Kanals. Indígenas und UmweltschützerInnen kritisieren das Großprojekt, für das mindestens 40.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. <a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/08/WELTWEITER-PROTEST.jpg" rel="lightbox[2566]"><img class="alignleft size-medium wp-image-2569" title="WELTWEITER-PROTEST" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2011/08/WELTWEITER-PROTEST-234x300.jpg" alt="" width="234" height="300" /></a>Die zwei geplanten Staudämme gefährdeten die Rechte der Indianer, heißt es im neuen Amnesty-Bericht <strong><a href="http://www.amnesty.org/en/library/asset/AMR01/001/2011/en/252e3768-5d1b-4078-9d29-4a4c7b3df619/amr010012011en.pdf" target="_blank">Sacrificing Rights in the Name of Development</a></strong>.</p>
<p>Gegen das Megaprojekt soll am 20. August in Brasilien und zwei Tage darauf in vielen anderen Ländern <a href="http://salsa.democracyinaction.org/o/2486/p/dia/action/public/?action_KEY=7490" target="_blank"><strong>protestiert</strong></a> werden.</p>
<p>Präsidentin Dilma Rousseff bekräftigte hingegen diese Woche erneut, dass Belo Monte für die Entwicklung Brasiliens und der Region am Amazonas-Nebenfluss Xingu <a href="http://revistaepoca.globo.com/Revista/Epoca/0,,EMI256084-15223,00-DILMA+VOLTA+A+DEFENDER+A+USINA+DE+BELO+MONTE.html" target="_blank"><strong>unverzichtbar</strong></a> sei. Durch Sozialprojekte und den Ausbau &#8220;grundlegender Infrastruktur&#8221; wolle man den Lebensstandard der Bevölkerung verbessern. Zahlreicher juristischer Einwände zum Trotz erteilt das Umweltministerium stets die erforderlichen Baugenehmigungen.</p>
<p>Vor Mercedes haben bereits die Siemens-Tochter Voith Hydro sowie die Turbinenbauer Andritz (Österreich) und Alstom (Frankreich) von dem Baukonsortium Aufträge in Millionhöhe erhalten. Ein Großteil des produzierten Stroms dürfte Stahl- und Aluminiumwerken in Amazonien zugute kommen. Das Wasserkraftwerk soll 2015 in Betrieb gehen.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=2566&amp;md5=21349f568ee777716959b49bf1bbbaaf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ricardo Teixeira am Pranger</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jul 2011 12:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Brasiliens Fußballfans proben den Aufstand, denn allzu schamlos geht es im Vorfeld der WM 2014 zu. Der geballte Unmut über soziale Verwerfungen, die Milliardengeschäfte von Baufirmen, die Bevormundung durch den Mediengiganten Globo und die Willfährigkeit der Politik konzentriert sich dabei auf einen Mann: Ricardo Teixeira, den skandalumwitterten Chef des nationalen WM-Organisationskomitees; den brasilianischen Fußballverband CBF leitet er seit 1989.</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/2011/07/30/ricardo_teixeira_am_pranger/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>.</p>
<p>Während der heutigen Auslosung der Gruppen für die WM-Qualifikation in Rio finden gleich mehrere Proteste statt. <a href="http://comitepopulario.wordpress.com/" target="_blank"><strong>20 Basisorganisationen </strong></a>prangern die Zwangsumsiedlungen tausender Familien allein in Rio an. Das Umfeld der Stadien, Stadtzentren und Zufahrtswege soll aber auch in den anderen elf Austragungsorten von armen Brasilianern &#8220;gesäubert&#8221; werden. Gegen Teixeira wird freilich gesondert demonstriert.</p>
<p>Seit letzter Woche läuft die Internetkampagne <a href="http://www.foraricardoteixeira.com.br/" target="_blank"><strong>Raus mit Ricardo Teixeira</strong></a> auf Hochtouren. Auf Twitter gehört das Thema zu den brasilianischen Topthemen. Als die Macher des sozialen Netzwerks das entsprechende Schlagwort zensierten, wurde flugs ein <a href="http://twitter.com/#!/search/%23caiforaricardoteixeira" target="_blank"><strong>Ersatz</strong></a> organisiert.</p>
<p>Vor zehn Jahren schien Teixeiras Position als oberster Pate des brasilianischen Profifußballs durchaus gefährdet: Eine parlamentarische Untersuchungskommission erarbeitete einen detaillierten Bericht über die Machenschaften Teixeiras und ähnlich düsterer Gestalten an der Spitze der Proficlubs. Der Wahlsieg von Luiz Inácio Lula da Silva im Oktober 2002 gab den Hoffnungen auf gründliche Reformen auch im Fußballbetrieb zusätzliche Nahrung.</p>
<p>Doch bald hatte der frühere Schwiegersohn des greisen Strippenziehers João Havelange den Präsidenten bezirzt. Im August 2004, kurz nachdem Brasilien die Führung der UN-Blauhelme in Haiti übernommen hatte, trat die <em>Seleção</em> zu einem umjubelten &#8220;Friedensspiel&#8221; in Port-au-Prince an. Hand in Hand brachten Teixeira und Lula die erfolgreiche WM-Bewerbung Brasiliens über die Bühne. Auf öffentliche Mittel werde man verzichten, behaupteten Teixeira und der damalige Sportminister nach dem Zuschlag 2007.</p>
<p>Nun passiert genau das Gegenteil, und das <a href="http://taz.de/Fussball-WM-2014-in-Brasilien/!6893/" target="_blank"><strong>nach erprobtem Muster</strong></a>: Dank jahrelanger Tändelei ist der Rückstand bei Renovierung oder Neubau der WM-Stadien enorm. Eine Kostenexplosion ist die Folge. In São Paulo gehen die Bauarbeiten für eine neue Arena erst jetzt los &#8211; letzte Woche sagten Stadt, Land und Bund Steuernachlässe, Zuschüsse und Kredite in Höhe von umgerechnet 400 Millionen Euro zu.</p>
<p>Teixeira ficht das nicht an. Einer Reporterin des Monatsmagazins <em>Piauí </em>erlaubte er tiefe Einblicke in sein Innenleben. Er &#8220;scheiße&#8221; auf die Medienkritik, sagte er, &#8220;Sorgen mache ich mir erst, sobald das im <em>Jornal Nacional</em> kommt&#8221; – der &#8220;Tagesschau&#8221; von TV Globo. Teixeiras Selbstsicherheit scheint berechtigt: Die Allianz zwischen CBF, Globo und der jeweiligen Bundesregierung funktioniert seit den Anfangsjahren der Militärdiktatur in den sechziger Jahren.</p>
<p>So fangen die Spitzenspiele der brasilianischen Liga, der Copa Libertadores und selbst der Copa América grundsätzlich erst um 21.45 Uhr brasilianischer Zeit an &#8211; nach der quotenbringenden Globo-Soap. Für die Qualifikationsshow in Rio zahlen Staat und Stadt Rio de Janeiro gut 13 Millionen Euro an die Globo-Tochter Geo Eventos. Geht es nach den <a href="http://www.taz.de/!62069/" target="_blank"><strong>Fifa-Bossen</strong></a>, soll die Firma auch die Organisation der WM-Fanmeilen übernehmen.</p>
<p>&#8220;<a href="http://revistapiaui.estadao.com.br/edicao-58/figuras-do-futebol/o-presidente" target="_blank"><strong>2014 kann ich alle möglichen Boshaftigkeiten begehen</strong></a>&#8220;, tönt Teixeira, &#8220;ich kann Akkreditierungen verweigern, den Zugang verbieten, die Spielzeiten verändern. Und weißt du, was passieren wird? Nichts. Weißt du, warum? Weil ich erst 2015 gehe.&#8221;</p>
<p>Verständlich also, dass Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff, die 2014 wiedergewählt werden will, auf Distanz zu Teixeira geht: Seit ihrem Amtsantritt im Januar bemüht sich der CBF-Chef vergeblich um eine Audienz, und nun ernannte die Präsidentin den Teixeira-Kontrahenten Pelé zum &#8220;WM-Ehrenbotschafter&#8221;. Auch in Rio muss Teixeira zurückstecken: Entgegen der ursprünglichen Planung darf er keine Begrüßungsrede halten.</p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=2449&amp;md5=a87a9a7f1ecd2b150aad9b6cdf8e4644" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine andere Welt ist möglich? &#8211; Hunderttausende gegen Belo Monte</title>
		<link>http://blogs.taz.de/latinorama/2011/02/09/eine_andere_welt_ist_moeglich_-_hunderttausende_gegen_belo_monte/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 16:58:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazonien]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
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		<category><![CDATA[Antonia Melo]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltsozialforum]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Eine andere Welt ist möglich? &#8211; Kampf um Amazonien&#8221; &#8211; so heißt der <a href="http://www.taz.de/1/leben/film/artikel/1/dokumentation-statt-public-relation/" target="_blank"><strong>Dokumentarfilm</strong></a>, den Regisseur<a href="http://www.neuewut.de/index.php" target="_blank"><strong> Martin Keßler</strong></a> nun auch in Brasilien <a href="http://www.oeco.com.br/salada-verde/24763-documentarista-alemao-critica-belo-monte" target="_blank"><strong>vorgestellt</strong></a> hat.</p>
<p>Es handelt sich um den besten Film über den geplanten Bau des Megastaudamms Belo Monte am Rio Xingu, einem Nebenfluss des  Amazonas. Keßler lässt vor allem jene zu Wort kommen, die von dem höchst umstrittenen Megaprojekt bedroht sind und sich seit Jahrzehnten dagegen wehren, etwa den austrobrasilianischen Bischof <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/ich-frage-nicht-ob-jemand-katholisch-ist/" target="_blank"><strong>Erwin Kräutler</strong></a>. Zudem hat er das Weltsozialforum in Belém 2009 genutzt, um den Kontext von Belo Monte auszuleuchten. Die von den brasilianischen Steuerzahlern hoch subventionierte Wasserkraft kommt vor allem multinationalen Aluminiumkonzernen zugute.*</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/2011/02/09/eine_andere_welt_ist_moeglich_-_hunderttausende_gegen_belo_monte/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Antonia Melo von der lokalen Protestbewegung beklagt sich in diesem Ausschnitt (ab 1:19), dass Regierung und der Staatsbetrieb Eletronorte den Dialog verweigern. &#8220;Viele reden über Amazonien, ohne es zu kennen&#8221;, sagt der damalige Präsident Lula da Silva auf dem Weltsozialforum 2009  (ab 1:56), und, an die Adresse ausländischer Journalisten: &#8220;Kümmert Euch um Eure Angelegenheiten, Brasilien kümmert sich um die seinen&#8221;.</p>
<p>Es ist derselbe Lula, der jetzt auf dem Weltsozialforum in Dakar den Afrikanern geraten hat, die sozial und ökologisch äußerst fragwürdige Agrarpolitik der Brasilianer zu übernehmen, von der vor allem das nationale und transnationale Agrobusiness profitiert. So habe man die &#8220;grüne Wüste Cerrado&#8221; urbar gemacht,<a href="http://www.cartamaior.com.br/templates/materiaMostrar.cfm?materia_id=17378" target="_blank"><strong> sagte</strong></a> Lula &#8211; in Wirklichkeit verschwindet das wertvolle Ökosystem gerade unter Zucker- oder Sojamonokulturen. Lulas Tipp: Der Hunger in Afrika sei durch die Ausweitung einer &#8220;grünen Revolution&#8221; auf Afrikas Savannen in den Griff zu bekommen.</p>
<p>In Brasilien, wo die Umweltbehörde Ibama vor ein paar Wochen eine <a href="http://plattformbelomonte.blogspot.com/2011/02/anwaltskammer-bezeichnet-partielle.html" target="_blank"><strong>offenbar rechtswidrige</strong></a> Genehmigung für den Baubeginn erteilt hat, geht unterdessen die Debatte über Belo Monte weiter. Gestern <a href="http://www.internationalrivers.org/node/6188" target="_blank"><strong>demonstrierten</strong></a> Hunderte Indigene und Flussbewohner aus der Xingu-Region in Brasília und überreichten Regierungsbeamten gut 600.000 Unterschriften gegen das auch volkswirtschaftlich widersinnige Mammutprojekt. KritikerInnen erinnern immer wieder daran, dass allein die hohen Transmissionsverluste, die sich bei einer Modernisierung des Stromnetzes bedeutend verringern ließen, der fünffachen Kapazität von Belo Monte entsprechen.</p>
<p>Erwin Kräutler spricht von einem &#8220;Dolchstoß ins Herz Amazoniens&#8221;: &#8220;Es geht nicht nur um Belo Monte. Es geht um den Dominoeffekt. Wenn Belo Monte durchgeführt wird, kommen drei weitere Dämme am Xingu infrage und auch am Tapajos.&#8221; Insgesamt seien im gesamten Amazonasgebiet über 100 Wasserkraftwerke vorgesehen: &#8220;Damit ist Amazonien am Ende, und das hat Folgen. Nicht nur für Amazonien, sondern für die ganze Welt.&#8221;</p>
<p>Präsidentin Dilma Rousseff war nicht zu sprechen. Antonia Melo zeigte sich nach dem Treffen mit den Funktionären frustriert: &#8220;Die Regierung sagt, sie will den Dialog, aber sie ist nicht bereit, auch nur ein Jota an dem Projekt zu ändern&#8221;, meinte die Aktivistin. &#8220;Was ist das für ein Dialog?&#8221;</p>
<p><em>* Vgl. dazu die immer noch aktuelle DGB-Broschüre <strong><a href="http://www.nord-sued-netz.de/system/flies/download/Silber_aus_Lehm.pdf" target="_blank">Silber aus Lehm &#8211; Wie nachhaltig ist Aluminium? (pdf)</a></strong></em></p>
 <p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/?flattrss_redirect&amp;id=1840&amp;md5=c5114347cb9a159a5cd1a28a223d690d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blogs.taz.de/latinorama/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lula im Labyrinth</title>
		<link>http://blogs.taz.de/latinorama/2010/06/25/lula_im_labyrinth/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 02:44:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Amazonien]]></category>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oft reicht der Platz in der Zeitung nur für das Allernötigste. Ganze <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F06%2F24%2Fa0076&amp;cHash=8ccd84fcb8" target="_blank"><strong>80 Zeilen</strong></a> hatte ich vorgestern, um den Besuch von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva in Altamira zu würdigen, bei dem er den Bau des Megastaudamms Belo Monte vehement verteidigte. Ein paar wichtige Details möchte ich hier nachtragen.</p>
<p>Es war eine Wahlkampfveranstaltung für seine Parteifreundin Ana Júlia Carepa (r.), die im Oktober als Gouverneurin des Amazonas-<a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2010/06/Lula-Altamira.jpg" rel="lightbox[965]"><img class="alignleft size-medium wp-image-966" title="Lula Altamira" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2010/06/Lula-Altamira-300x153.jpg" alt="" width="300" height="153" /></a>Bundesstaats Pará wiedergewählt werden will. Ohne ein Bündnis mit der Zentrumspartei PMDB, deren Seilschaften wiederum den staatlichen Stromsektor dominieren, ist das allerdings undenkbar. Die Staudammgegner, die Lula in seiner kurzen Rede spöttisch<a href="http://www.treehugger.com/files/2010/06/brazils-lula-slams-gringo-protests-of-amazon-dam.php" target="_blank"><strong> attackierte</strong></a>, hatten am Vortag die Transamazônica-Landstraße blockiert. Ins Stadion, das mit Regierungsanhängern besetzt war, wurden die meisten erst gar nicht hineingelassen. Besonders empörte sie, dass ein &#8220;kooptierter&#8221; Xikrin-Indígena auf der Bühne so präsentiert wurde, als wären die Urvölker der Region für das Wasserkraftwerk.</p>
<p>Stunden später weihte der Präsident ein leeres Gelände bei Marabá ein, auf dem ab 2011 ein Stahlwerk des Multis <a href="http://wir-klimaretter.de/hintergruende/wirtschaft/6165-lula-weiht-das-thyssen-stahlwerk" target="_blank"><strong>Vale</strong></a> entstehen soll &#8211; der Strom soll angeblich einmal von Belo Monte kommen, obwohl der skandalumwitterte, in den 1980ern gebaute Staudamm Tucuruí viel näher liegt. Neun Planierraupen wurden extra für die Zeremonie herbeigeschafft. Auf den Fotos <a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2010/06/Agnelli-Ana-Júlia-Lula.jpg" rel="lightbox[965]"><img class="alignright size-medium wp-image-968" title="Agnelli Ana Júlia Lula" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2010/06/Agnelli-Ana-Júlia-Lula-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>seines Fotografen Ricardo Stuckert (l.: Vale-Chef Roger Agnelli) wirkt Lula alles andere als entspannt, fast so, als wäre ihm die Show peinlich. Mit gutem Grund: Vor einem knappen Jahr hatte er in Brasília einer von Bischof Erwin Kräutler angeführten Delegation <a href="http://www.internationalrivers.org/en/blog/glenn-switkes/lula-promises-not-shove-belo-monte-down-our-throats" target="_blank"><strong>versprochen</strong></a>, der Bevölkerung der Region das Projekt nicht mit Gewalt aufzuzwingen. Doch <a href="http://www.internationalrivers.org/en/blog/961" target="_blank"><strong>genau das</strong></a> passiert jetzt.</p>
<p>Die bekannte rechtsliberale Wirtschaftskolumnistin Miriam Leitão zieht in ihrem Blog ein vernichtendes <a href="http://oglobo.globo.com/economia/miriam/posts/2010/06/24/avatar-de-belo-monte-302747.asp" target="_blank"><strong>Zwischenfazit</strong></a>:</p>
<blockquote><p>Bei Belo Monte fehlen Planung, Machbarkeitsstudien, Sorge um die Umwelt, Haushaltssicherheit, wirtschaftliche Analysen. Doch der fundamentale Fehler ist das Demokratieversagen.</p></blockquote>
<p>Noch wäre  Zeit zum Umsteuern. Aber Lula und seine mögliche Nachfolgerin Dilma Rousseff, vormals Energieministerin,  scheinen sich hoffnungslos verrannt zu haben.</p>
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		<title>Lula hebt ab</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 17:07:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerhard Dilger</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Höher geht´s nimmer: <em>Le Monde</em> und <em>El País</em> ernannten ihn im Dezember zum Mann des Jahres 2009, die <em>Financial Times</em> immerhin zur elfwichtigsten Persönlichkeit der Nullerjahre: Sieben Jahre nach seinem umjubelten <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&amp;dig=2003/01/08/a0102" target="_blank"><strong>Amtsantritt</strong></a> wird Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva umschwärmt wie noch nie.</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2010/01/dilma-lula1.jpg" rel="lightbox[572]"><img class="alignnone size-medium wp-image-580" src="http://blogs.taz.de/latinorama/files/2010/01/dilma-lula1-300x206.jpg" alt="" width="300" height="206" /></a></p>
<p><em>Lula mit Wunschnachfolgerin Dilma Rousseff</em></p>
<p>Auch in seiner Heimat ist Lula  &#8211; der Name ist eine Koseform von Luiz und hat <a href="http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5282665/Lulas-Leben-ruehrt-die-Brasilianer.html" target="_blank"><strong>anderslautenden Gerüchten</strong></a> zum Trotz nichts mit mit dem gleichnamigen Tintenfisch zu tun &#8211; populärer denn je: Für die BrasilianerInnen ist er Vertrauenswürdigste im ganzen Land, will das Umfrageinstitut Datafolha anhand einer Liste von 22 Männern und fünf Frauen herausgefunden haben, die zudem fast alle weiß sind.</p>
<p>Auf den vorderen Rängen folgen Nachrichtensprecher William Bonner, der einmal verriet, als idealen Gesamtzuschauer stelle er sich einen brasilianischen <a href="http://blogs.taz.de/latinorama/2008/10/02/homer_simpson_will_obama_waehlen/" target="_blank"><strong>Homer Simpson</strong></a> vor, dann der katholische Charismatiker <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&amp;dig=1999/11/04/a0097" target="_blank"><strong>Marcelo Rossi</strong></a> und Schnulzenkönig <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&amp;dig=2008/12/24/a0078" target="_blank"><strong>Roberto Carlos</strong></a>.</p>
<p>Fußballnationalcoach Dunga schaffte es auf Platz 8, Altstar <a href="http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&amp;dig=2006/06/16/a0155" target="_blank"><strong>Ronaldo</strong></a> auf Platz 13. Niemand aus dem Kreis der möglichen PräsidentschaftskandidatInnen für 2010 kann Lula auch nur annähernd das Wasser reichen: Wunschnachfolgerin <strong><a href="http://blogs.taz.de/latinorama/2008/09/01/frauenpower_in_brasilien/" target="_blank">Dilma Rousseff</a> </strong>und die grüne Hoffnung <a href="http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/angriff-der-abtruennigen/" target="_blank"><strong>Marina Silva</strong></a> landen im unteren Mittelfeld, doch da sie immer noch vergleichsweise unbekannt sind, dürften sie im Lauf des Wahlkampfs ihre Werte verbessern.</p>
<p>Bemerkenswert auch das Schlussfeld: Bis auf den Sektengründer Edir Macedo handelt es sich allesamt um Expräsidenten. Auf Rang 23 findet sich Lulas direkter Vorgänger Fernando Henrique Cardoso. Drittletzter ist Luals wichtiger Verbündeter, der skandalwumwitterte Senatspräsident José Sarney. Die rote Laterne trägt verdientermaßen Fernando Collor, der Lula 1989 besiegte, Ende 1992 mit Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt wurde, aber mittlerweile ebenfalls wieder Senator ist.</p>
<p>Die komplette Galerie der ausgewählten Medien- und Politcracks lässt sich <a href="http://www1.folha.uol.com.br/folha/brasil/ult96u673412.shtml" target="_blank"><strong>hier</strong></a> bewundern.</p>
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