20.11.2008 von
Heute morgen warb Francisco Santos, seines Zeichens kolumbianischer Vizepräsident, im Strassburger Plenum des Europaparlaments für den längst gescheiterten „Drogenkrieg” seiner Regierung.
Anhand einer hübschen Power-Point-Präsentation über das Regierungsprogramm „Shared reponsibility”, die man sich in einer ähnlichen Version auch im Internet ansehen kann (hier unter „Learn More”), behauptete der Statthalter von Staatschef Álvaro Uribe, dass Kokaanbau und Kokainproduktion die größte Ursache für die Umweltzerstörung in Kolumbien seien.
Anschließend forderte er die EU-ParlamentarierInnen dazu auf, den Repressionskurs seiner Regierung, den er „frontalen Kampf gegen den Drogenhandel” nannte, zu unterstützen.
Leider verschwieg Santos, dass die Zusammenarbeit mit der UN-Drogenbehörde UNODC, die das Programm mitentwickelt hatte, mittlerweile eingeschränkt wurde. Stein des Anstoßes war eine im Juni 2008 veröffentlichte UNODC-Studie, wonach die Kokaanbauflächen in Kolumbien im vorigen Jahr um 27 Prozent zugenommen hatten (im jüngst von Washington abgestraften Bolivien waren es 5 Prozent).
Außerdem sei nicht die Koka der Umweltzerstörer Nummer eins,… weiter lesen
05.11.2008 von Claudius Prößer
Zu Cannabisprodukten haben viele Chilenen ein angenehm entspanntes Verhältnis, was natürlich auch auf den vergleichsweise hohen Konsum zurückzuführen sein könnte. An gutes Gras zu kommen, ist selten ein Problem – in einem Land mit viel Platz und viel Sonne käme jedenfalls niemand auf die Idee, Zimmer-Plantagen unter künstlichem UV-Licht anzulegen. Keine Erleuchtung war dagegen die Entscheidung der Regierung von Anfang des Jahres, Marihuana auf eine Stufe mit Drogen wie Kokain und der zerstörerischen pasta base zu stellen, insbesondere was das Strafmaß für den Handel angeht.
Am meisten Sorgen aber macht der staatlichen Drogenkontrollbehörde Conace der verbreitete Cannabisgebrauch unter Jugendlichen und deren mangelndes Problembewusstsein. Einer im vergangenen Jahr durchgeführten Erhebung zufolge haben fast 16 von 100 Schülern zwischen der 8. und der 12 Klasse mindestens einmal in den letzten zwölf Monaten Marihuana konsumiert – wobei es unter den Achtklässlern fünf und unter den Schulkameraden aus der Zwölften… weiter lesen
17.10.2008 von Florencia Abbate
Am 18. Juli 2008 hob die argentinische Polizei ein Drogenlabor in einem Landhaus in einem Ort mit dem schönen Namen Ingeniero Maschwitz (Provinz Buenos Aires) aus. Neun Mexikaner und ein Argentinier, die dort in aller Ruhe Ecstasy und Methylamphetamin herstellten, wurden festgenommen.

Eigentümer des Hauses ist der neunundvierzigjährige Mexikaner Jesús Martínez Espinoza, der zwei Tage vor der Polizeiaktion das Land verlassen hatte – mit einem falschen Pass und 25 kg Ephedrin im Gepäck, die er unerkannt durch die Sicherheitskontrollen schmuggeln konnte.
Seit Martínez im Mai letzten Jahres zum ersten Mal nach Argentinien einreiste, ist er vierzehn Mal dorthin zurückgekehrt. Angeblich besitzt er sieben gefälschte Pässe und arbeitet für das Sinaloa-Kartell, eines der weltweit größten Drogenkartelle, das in 36 Ländern operiert.
Der Chef des Sinaloa-Kartells ist der Mexikaner Joaquín Guzmán Loera, alias „El Chapo“. Der Mann, so die Legende, wechselt nach jedem Anruf sein… weiter lesen