Posts Tagged ‘Drogenhandel’

13.11.2010 von Gerhard Dilger
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Leserbrief

von Gerhard Dilger

betr.: “Rechtsruck in deutscher Südamerikapolitik”, taz vom 6.11.10

Diese neue Entwicklungszusammenarbeit unter Minister Niebel ist einfach nur kriminell zu nennen. Ich habe selbst für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kolumbien landesweit die Umweltprojekte geleitet und weiß, wovon Ihr Korrespondent Gerhard Dilger im Fall der Macarena spricht und dass seine kritische Einschätzung absolut richtig ist. Man sollte Niebel selbst dorthin marschieren lassen, damit er endlich begreift, dass sich durch den Wechsel von Präsident Uribe zu Präsident Santos an dem Kernproblem Drogenhandel (Kokain, Heroin) nichts geändert hat.

Bei den Kämpfen zwischen Regierung plus Militärs plus Paramilitärs plus US-Truppen im Lande gegen die Guerillaorganisationen, die Reste der Drogenmafia und die normalen Delinquenten geht es vor allem um den Einfluss auf diesen Drogenhandel und nebenbei um die Kontrolle des illegalen Waffenimports. Für jeden deutschen Berater in der Macarena und ähnlichen Gebieten Kolumbiens ergibt sich daraus akute Lebensgefahr. Aber das bekommt… weiter lesen

22.02.2010 von Benjamin Kiersch
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The real thing

von Benjamin Kiersch

Jetzt ist es endlich soweit: Im April soll ein neues Erfrischungsgetränk den bolivianischen Markt erobern – süß, braun und anregend. Allerdings mit einer besonderen Zutat, die es von der Masse der “Coca”getränke unterscheidet: dem echten Extrakt der Kokapflanze. Der Arbeitstitel des neuen Getränks ist “Coca Colla” – ein schönes Wortspiel: als Collas werden die Bewohner des bolivianischen Hochlands bezeichnet.

Das Projekt ist eine Privatinitiative, die vom bolivianischen Wirtschaftsministerium unterstützt wird. Evo Morales, der neben dem Präsidentenamt auch den sechs Verbänden der Kokaproduzenten vorsteht, sieht die Förderung von industriell hergestellten Produkten aus Koka als Priorität für seine Regierung, um die Flächen für den legalen Kokaanbau auszuweiten. Bislang werden 12000 Hektar Koka legal angebaut – es bestehen Pläne, die legale Fläche auf 16000 Hektar zu erweitern.

Koka-Produkte auf einem Markt in La Paz

In Bolivien gibt’s neben den allgegenwärtigen Kokablättern bereits ein breites Angebot… weiter lesen

18.09.2008 von Gerhard Dilger
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Lula verurteilt Einmischung der USA in Bolivien

von Gerhard Dilger

Warum wird es in den USA nie einen Putsch geben? Weil es dort keine US-Botschaft gibt.

In Lateinamerika ist dieses Bonmot besonders beliebt. Nirgendwo haben die USA seit dem 19. Jahrhundert öfter interveniert als in ihrem Hinterhof – direkt oder indirekt.

Das war auch bei der jüngsten Krise in Bolivien der Fall: Ende August traf US-Botschafter Philip Goldberg in Santa Cruz den dortigen Gouverneur Rubén Costas. Tage später begannen die Unruhen, die das Land an den Rand eines Bürgerkriegs brachten. Letzte Woche zog Präsident Evo Morales die Notbremse und erklärte den Balkanexperten Goldberg zur Persona non grata.

Nun hat Brasiliens Präsident Lula diesen Schritt öffentlich als „korrekt” bezeichnet. „Die Aufgabe eines Botschafters ist es nicht, innerhalb des Landes Politik zu machen,“ sagte Lula. Es sei allgemein bekannt, dass sich die US-Botschaften in mehreren Phasen der lateinamerikanischen Geschichte eingemischt hätten. Wortlaut des… weiter lesen