08.11.2009 von Claudius Prößer

Michael Glos hält den “Bolivarismus” von Hugo Chávez für eine Bedrohung – nicht, weil Chávez gerade erklärt hat, dass er
nur drei Minuten zum Duschen braucht, sondern weil er “seine Ideen auch in anderen lateinamerikanischen Ländern finanziert”. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister ist gerade mit einer Delegation der
Hanns-Seidel-Stiftung zu Besuch in Chile. Dem
Mercurio hat er ein kleines Interview gegeben.
El Mercurio: Und wie sehen Sie die wirtschaftliche Entwicklung in der Region?
Michael Glos: Was das betrifft, ist Chile ein vorbildliches Land. Ich weiß, dass die Generäle sich selbst in wirtschaftlichen Dingen für nicht allzu kompetent hielten und deshalb Experten ins Land geholt haben. Das hat dazu geführt, dass die Wirtschaft hier eine sehr positive Entwicklung durchgemacht hat, dass Chile in der Region führend ist. Natürlich entschuldigt das nicht, dass es in diesem Land Menschenrechtsverletzungen gegeben hat. Aber es ist auch eine Tatsache, dass hier die… weiter lesen
12.07.2009 von Claudius Prößer

… und danke für den Fisch: Der Abgesang des “Mercurio” auf Puerto Montt
Eigentlich ist es ein Zufall, dass wir sie nicht kennen, Bernarda García und Alvaro Quintana. Sie wohnen irgendwo bei uns um die Ecke, in unserem Viertel, die Kinder gehen auf die Deutsche Schule. Gingen. Denn wie eine gerade im “Mercurio” erschienene Reportage schildert, sitzen die vier auf gepackten Koffern. Das Kapitel Puerto Montt ist für sie abgeschlossen: “Hier geht einfach nichts mehr.”
Der Ingenieur Quintana verdiente bis vor kurzem 5 Millionen Pesos (6.500 Euro) in einer Firma, die hydraulische Anlagen für die Lachsindustrie installiert und wartet. Die beiden Kinder besuchten die teuerste Schule am Ort, die Familie mietete ein großes Haus mit Garten, ging an den Wochenenden gut essen oder ins Casino von Puerto Varas, alles lief wie geschmiert. Dann geriet der Lachs in die Krise. Heute kann die Familie kaum noch… weiter lesen