Posts Tagged ‘Finanzkrise’

19.02.2012 von Gerhard Dilger
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Dyls Doppelpack (12): Mehr als ein Karnevalshit

von Gerhard Dilger

Zu Michel Teló und seinem besonders bei Fußballern beliebten Ohrwurm Ai, seu eu te pego (etwa: Oh, wenn ich dich kriege) schreibt meine alte Freundin Maggie T. mit untrüglichem Instinkt:

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… war neugierig, was er bedeutet, aber wie du siehst, manchmal ist es gut, keine Fremdsprachen zu können.

Peppiger ist die portugiesische Politversion Ai, não nos calam (Nein, sie bringen uns nicht zum Schweigen):

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16.10.2011 von Gerhard Dilger
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Der 15.10. in Chile – und in Porto Alegre

von Gerhard Dilger

Auf den Demonstrationen in Lateinamerika war neben den indignad@s , den “Empörten” aus Spanien, der chilenische Frühling der wichtigste Bezugspunkt.

Fotos: Der 15.10.11 in Porto Alegre

Chile ist auf dem Subkontinent derzeit die Hochburg systemkritischer Proteste.

Gestern gingen wieder Zehntausende auf die Straße. In Santiago zogen über 30.000 vom Hauptgebäude der staatlichen Universität von Chile, das seit vier Monaten besetzt ist, in einem bunten Festzug über die Prachtallee Alameda zum O’Higgins-Park.

“Echte Demokratie jetzt!”

Neben SchülerInnen und Studierenden waren viele Familien und auch RentnerInnen unterwegs. “Wir sind Opfer eines gewalttätigen und unmenschlichen Wirtsschaftssystems”, sagte die Lehrerin Edelmira Pacheco.

“Wir wollen 10 Prozent des BIP für öffentliche Bildung”

Thematische Schwerpunkte setzten die Demonstranten an mehreren “Stationen”: Dort inszenierten sie ihre Forderungen… weiter lesen

30.08.2011 von Gerhard Dilger
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Talkin’ ’bout a revolution

von Gerhard Dilger

Jean Ziegler hat der WOZ ein lesenswertes Interview gegeben.

Sie wurden kürzlich von den Salzburger Festspielen als Eröffnungsredner ausgeladen, wegen Ihrer angeblichen Nähe zu Libyens Herrscher Muammar al-Gaddafi.

Das ist ein Blödsinn, der seit zehn Jahren immer wieder aufgewärmt wird. (…)

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Das System, das sich nach der Implosion der Sowjetunion durchgesetzt hat, steckt in einer schweren Krise: Die Staaten sind verschuldet, die Finanzmärkte ausser Rand und Band.

Ach was. Das ist nur eine Krise für die Arbeitenden. Sie bezahlen die Zeche – in Griechenland, in Spanien, in Portugal. Ihnen werden Sozialleistungen gestrichen, neue Steuern auferlegt, während sich in privaten Händen unglaubliche Kapitalreserven häufen. (…)

Ich war lange im Komitee des Weltsozialforums. In Belém waren wir 220.000 Menschen, die 8.000 Organisationen vertraten. Alle kämpfen an verschiedenen Bruchstellen des Kapitalismus. Es gab kein Programm, es gab nicht mal eine Schlusserklärung. Hier entsteht

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16.08.2011 von Gerhard Dilger
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Keine neoliberalen Rezepte mehr

von Gerhard Dilger

Gegen die Finanzkrise setzt Brasilien auf Schutzmaßnahmen und regionale Integration

Gelassen verfolgt Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff die bisherigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Gegen eine Ansteckung durch die Schuldenkrise in den USA und Europa setzt Brasilien auf Barrieren gegen Spekulationskapital und Dumpingimporte. Mit den Nachbarn in Südamerika will die Regionalmacht noch enger zusammenrücken.

“Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt”, gestand Rousseff dem Wochenmagazin Carta Capital. Wegen der höchst sensiblen Lage will die studierte Ökonomin ihr “Rezept” nicht verraten. Die punktuellen Maßnahmen, die die brasilianische Mitte-Links-Regierung bereits seit Wochen ergreift, würden allerdings fortgesetzt, kündigte sie an.

Sorgen macht der Staatschefin vor allem die Zunahme der Importe, die durch die massive Aufwertung der Landeswährung Real in den vergangenen Jahren begünstigt wurde: Brasilien dürfe nicht mit importierten Produkten überflutet werden, die durch “unfaire, oft sogar perverse Konkurrenz” künstlich verbilligt seien – brasilianische Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.

Die Zahlen… weiter lesen

31.03.2009 von Gerhard Dilger
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Behind Blue Eyes

von Gerhard Dilger

Was haben Lula und The Who gemeinsam?

Letzte Woche sagte der brasilianische Präsident beim Staatsbesuch von Britanniens Premier Gordon Brown:

Diese Krise wurde durch das irrationale Verhalten von Weißen mit blauen Augen verursacht und befördert. Vor der Krise schien es, als wüssten sie alles über Wirtschaft; jetzt haben sie gezeigt, dass sie gar nichts davon verstehen.

Mit kaum einer Äußerung hat Lula bisher soviel Aufsehen erregt wie mit dieser demagogisch angehauchten Tirade gegen die Banker des Nordens.

Wie sehr er ins Schwarze getroffen hat, zeigen manche Reaktionen in den Medien. In der rechtsliberalen Folha de São Paulo warf ihm Kolumnistin Eliane Cantanhêde vor, er gebärde sich “rassistisch” wie Hugo Chávez oder Evo Morales. Das Boulevardblatt New York Post beschimpfte ihn als Brazil nut.

Scharf- und hintersinnig hingegen argumentierte Maureen Dowd in der New York Times. In ihrer lesenswerten Kolumne wies sie darauf hin,… weiter lesen

13.11.2008 von Claudius Prößer
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Ende eines Superzyklus

von Claudius Prößer

Kupferhochofen in Chiles größter staatlicher Mine Chuquicamata (Foto: lakerae/flickr)

In der Innenstadt von Santiago versanken die Bürgersteige gestern Abend in Papierschnipseln – die Reste der Proteste, mit denen die Anef, die Vereinigung der chilenischen Staatsangestellten, eine 14,5-prozentige Lohnerhöhung gefordert hatte. Die Demonstrationen fanden vor dem Hin­ter­grund eines zweitägigen Streiks statt, der von der Müllabfuhr bis zum Standesamt praktisch alle kommunalen und staatlichen Dienst­leis­tun­gen lahmlegte. In den kommenden Tagen wird wieder mit Finanzminister Andrés Velasco verhandelt.

Der hat allerdings seit neuestem eine gute Ausrede, um den Zuschlag abzulehnen, der die Einkommen im Vergleich zu November 2007 um real 4,6 Prozent anheben würde: Der Kupferpreis ist, auch dank der welt­weiten Finanzkrise, wieder im Keller.

Dabei hatten die Chilenen noch im Sommer mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, dass selbst die olympischen Goldmedaillen von Beijing größtenteils aus chilenischem Kupfer bestanden. Der chinesische Boom (nein,… weiter lesen

16.10.2008 von Benjamin Kiersch
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Zum Welternährungstag

von Benjamin Kiersch

“Es ist nicht unmöglich, den Hunger auf der Welt zu beenden… Es hängt allein von dem politischen Willen der Regierungen ab. Das beweist der Rettungsplan für die Banken, der in Washington in Rekordzeit verabschiedet wurde: er kostet das Zwanzigfache.”

José Graziano da Silva, Stellvertretender Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO) für Lateinamerika und die Karibik, ehemaliger Berater von Luiz Inácio Lula da Silva und Koordinator des Programms “Fome Zero“.

13.10.2008 von Gerhard Dilger
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Argentinier fordern Entschuldigung von Köhler

von Gerhard Dilger

Angesichts der globalen Finanzkrise hat Bundespräsident Horst Köhler (CDU) von den verantwortlichen Bankmanagern eine Entschuldigung für ihre Fehler gefordert. “Mehr Selbstkritik wäre gut”, sagte er laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP.

Millionen ArgentinierInnen, die unter tatkräftiger Mithilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Elend gestürzt wurden,

fordern von Bundespräsident Horst Köhler (CDU) eine Entschuldigung und stellen fest: “Mehr Selbstkritik wäre gut.”

Köhler war von 2000 bis 2004 Geschäftsführender Direktor des IWF. In den Neunzigerjahren galt Argentinien als “Musterschüler des IWF“, so der globalisierungskritische Think Tank WEED: “Das Land öffnete und liberalisierte auf Anraten des Fonds seine Finanzmärkte, privatisierte innerhalb weniger Jahre 90 Prozent seiner Staatsunternehmen und wurde so zum Modell für neoliberale Entwicklungspolitik, nach deren Kalkül Entwicklung sich durch Verschuldung finanzieren lässt.”

2001, Monate vor dem Argentinien-Crash, trat der langjährige IWF-Chefvolkswirt Michael Mussa aus Verärgerung über die Freigabe eines weiteren Kredits an… weiter lesen

09.10.2008 von Claudius Prößer
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Das können wir auch

von Claudius Prößer

Hier noch eine Variation über das Thema “Uncle Sam und Finanzkrise”, von The Clinic aus Chile: “Kapitalisten aller Länder, vereinigt euch”. Nicht sonderlich originell, aber immerhin.

09.10.2008 von Gerhard Dilger
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Neue Jobs dank Finanzkrise

von Gerhard Dilger

Die Finanzkrise könnte zu ganz neuen Konstellationen in der Weltwirtschaft führen.

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Mehr dazu hier.

P. S. Der ver.di-Bundesvorstand hat ein hübsches Dokument zum Absturz der Finanzmärkte herausgegeben.

Das Kapitel Mitverantwortung deutscher Finanzmarktpolitik verdient es, in voller Länge zitiert zu werden:

Auch wenn Finanzminister Steinbrück sich nun als Opfer der Finanzkrise hinstellt, haben er und sein Vorgänger kräftig an der Deregulierung der Finanzmärkte mitgearbeitet. Die wichtigsten Maßnahmen waren:

2001: Die rot-grüne Bundesregierung gibt die lebensstandardsicherende gesetzliche Rente auf und fordert mehr private Absicherung. Die Finanzbranche jubelt. Für Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften bringt die Privatisierung der Rente gigantische Mittelzuflüsse.

2002: Die Bundesregierung beschließt das vierte Finanzmarktförderungsgesetz und setzt damit die Tradition zur Deregulierung der schwarzgelben Koalition fort: Sie lockert die Anforderungen für den börslichen Handel, erweitert die Anlagemöglichkeiten von Fonds und… weiter lesen