30.05.2011 von Gerhard Dilger
Luís Fernando Veríssimo, Bestsellerautor und Topkolumnist aus Porto Alegre, bringt einen bislang kaum beachteten Aspekt über den Fall DSK in die Debatte:
… die Verschwörungstheorien über eine mögliche Falle für den großen Kahn, die immer schon unwahrscheinlich waren, haben den gesammelten Beweisen nicht standgehalten. Es scheint keinen Zweifel mehr daran zu geben (…), dass die chamber maid zu etwas gezwungen wurde, was sie nicht wollte, wie so viele Entwicklungsländer, die vom IWF vergewaltigt wurden und werden.

Aus dieser Perspektive ist es auch ziemlich egal, ob nun das Kriterium “Frau” oder “aus den Schwellenländern” für den nächsten IWF-Chef (oder -Chefin) wichtiger ist: Entscheidend ist doch, für welche Politik der/die Neue steht – oder zumindest, wie Brasiliens Finanzminister Guido Mantega meint, ob er/sie bereit ist, den IWF weiter zu reformieren.
02.11.2009 von Benjamin Kiersch
Letzte Woche stellte der Internationale Währungsfonds in Washington seinen „Regional Economic Outlook“ für Lateinamerika vor. Danach ist die bolivianische Volkswirtschaft besonders krisenfest: Die bolivianische Wirtschaft ist laut IMF im ersten Halbjahr 2009 um 3 Prozent gewachsen: die bei weitem höchste Wachstumsrate in der Region.

Im grünen Bereich: Makroökonomische Indikatoren Boliviens von 2006-2009. Quelle: IWF. Zusammenstellung: La Razón
Der IWF lobte die positiven Entwicklungen im Staatshaushalt Boliviens: so seien die Staatseinnahmen seit 2005 um 18 % jährlich gestiegen, während die Ausgaben nur um 9 % pro Jahr gewachsen sind. Seit 2006 ist die Haushaltsbilanz positiv. Die strategischen Währungsreserven sind gemessen am BIP die höchsten in der Region, und die Inflationsrate ist niedrig.
Marktfrauen in Cochabamba
Die Regierung von Evo Morales sieht sich in ihrem wirtschaftspolitischen Kurs bestätigt. Wirtschafts- und Finanzminister Luis Arce erklärte, das neue ökonomische Modell, zu dem die starke… weiter lesen