Seit den Kommunalwahlen am Sonntag ist Puerto Montt ein ziemlich einsamer Leuchtturm der auf Staatsebene regierenden Concertación: Nur zwei Hauptstädte der 14 Regionen Chiles (die región metropolitana nicht mitgerechnet) werden noch von Bürgermeistern des Mitte-Links-Bündnisses geführt. Dass die Bürger unserer Stadt den sozialistischen Amtsinhaber mit dem klingenden Namen Rabindranath Quinteros klar wiederwählten, dürfte einfach an dessen jovialer Persönlichkeit liegen – und daran, dass die Stadt trotz aller Lachs-Krisen immer noch floriert. Da liegt eben kein Wechsel in der Luft.
Im Rest des Landes sah das offenbar anders aus: Das rechte Bündnis Alianza por Chile erreichte bei der Wahl der Bürgermeister gut 40 Prozent der Stimmen und toppte damit die Concertación, die zwei Prozentpunkte darunter blieb. Für die Rechten ein Traumergebnis, das aus ihrer Sicht den Sieg bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr vorwegnimmt. Tatsächlich ist es der erste Wahlsieg überhaupt,… weiter lesen
Exguerillero Gabeira ist der Paradiesvogelder brasilianischen Politik. Dennoch dürfte es nicht leicht für ihn werden, die Stichwahl am 26. Oktober zu gewinnen. Denn neben seiner kleinen grünen Partei unterstützen ihn sonst nur noch rechtsliberale Parteien, die in Opposition zu Präsident Lula stehen.
Ergebnisse aus den Hauptstädten aller Bundesstaaten hier.
Wahlkampf macht Spaß – jedenfalls auf dem Biomarkt von Porto Alegre. Impressionen vom Endspurt für die heutigen Kommunalwahlen in Brasilien.
Ana von der Sozialismus-und-Freiheit-Partei (PSOL) möchte, dass Luciana Genro Bürgermeisterin wird. Die Bundesabgeordnete gehörte vor Jahren zu den prominentesten Abweichlern von Lulas Arbeiterpartei (PT). Um das Image als Bürgerschreck loszuwerden, ließ sie sich zu Beginn des Wahlkampf ihre wilden Locken glätten. Sie wettert gegen Korrupte und ist ganz sicher, dass sie auch die Stimme ihres Vaters Tarso Genro bekommt. Der ehemalige PT-Bürgermeister gehört jetzt als Justizminister zu Lulas wichtigsten Mitstreitern.
Ein paar Meter weiter umwirbt Umweltdezernent Beto Moesch von der alles andere als Progressiven Partei (PP) das skeptische rot-grüne Publikum. Bei dem nämlich hat die PT-Kandidatin Maria do Rosário die meisten Sympathien. Die ehemalige Kommunistin, die ebenfalls im Kongress von Brasília sitzt, gehört zum Lula-Flügel und besiegte in den Vorwahlen den Parteilinken Miguel Rossetto.
Nirgendwo kann man das Phänomen der sich selbst erfüllenden Prophezeiung derzeit besser nachvollziehen als bei Youtube-Hypes: Irgendwer lädt ein lustiges Filmchen ins Netz und jemand anderes schreibt eine Online-Meldung, dass alle ganz verrückt nach diesem Filmchen sind. Wer das liest, will natürlich wissen, was die anderen daran finden, und prompt explodiert die Klickrate. So geschieht es gerade in Chile mit diesem Clip:
Das Queen-Cover ist Teil der Kampagne, die Ricardo Jeldes, derzeit Leiter des Grünflächenamts von Quilpué und Kandidat der rechten Partei Renovación Nacional (RN), bei den Kommunalwahlen am 26. Oktober in den Bürgermeistersessel und den amtierenden Sozialisten hinauskatapultieren soll. Der neue Text ist leicht zu merken, im Refrain heißt es:
Ricardo Jeldes wird / der neue Bürgermeister von Quilpué. / Ricardo Jeldes, / Ricardo Jeldes, / dies ist die Zeit / von Ricardo Jeldes / in Quilpué.