Posts Tagged ‘Lugo’

23.04.2013 von Gerhard Dilger
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Paraguay hat gewählt: Sojaland in Bonzenhand

von Gerhard Dilger

Von Robert Grosse

„Zurück auf Los“, so kommentiert Juan Báez von der Sozialpastoral aus Coronel Oviedo das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahlen in Paraguay am Sonntag. Die sozialen Organisationen, die in den letzten Jahren viel Hoffnung auf eine Demokratisierung Paraguays und die Lösung der dringendsten sozialen Probleme durch die Präsidentschaft des ehemaligen Bischof Fernando Lugo gesetzt hatten, müssen erneut tief durchatmen.

„Nun ist der parlamentarische Staatsstreich vom Juni letzten Jahres perfekt“, meint Alberto Alderete vom „Runden Tisch Nachhaltige Entwicklung“. Das Netzwerk von Kleinbauern- und Indigenenorganisationen arbeitet seit vielen Jahren mit Misereor zusammen. Aus Alderetes Sicht ist dem Wahlergebnis, außer der Tatsache, dass es sich um einen friedlichen Wahltag mit einer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung von 68,57%  handelte, nichts Positives abzugewinnen.

Die Colorado-Partei, die das Land bis 2008 über 61 Jahre lang regierte, erreichte mit ihrem Kandidaten Horacio Cartes einen deutlichen Wahlsieg mit 45,8 Prozent der Stimmen. Die Liberale­ Partei mit Ex-Minister… weiter lesen

16.10.2012 von Gerhard Dilger
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Raising Resistance: Gerónimo Arévalos auf Deutschlandtournee

von Gerhard Dilger

Gerónimo Arévalos, Kleinbauer aus Paraguay und Protagonist des hervorragenden Dokumentarfilms Raising Resistance, kommt heute abend im Rahmen seiner Deutschlandrundreise nach Berlin.

Im Mehringhof wird er schildern, was sich für ihn und seine Kampfgefährten nach dem Parlamentsputsch vom Juni verändert hat – der große Gewinner der blitzartig inszenierten Ablösung von Fernando Lugo war und ist ja gerade das Agrobusiness, wie auch die deutschen Abgeordneten Thilo Hoppe (Grüne) und Jürgen Klute (LINKE) vor Ort feststellten.

Zu allem Überfluss hat sich Paraguays Linke im Vorfeld der Wahlen vom April 2013 auch noch zerstritten – der populäre Radiojournalist Mario Ferreiro, auf den vor dem Putsch alles zuzulaufen schien, hat letzte Woche seine Präsidentschaftskandidatur gegen den Willen Lugos und dessen Anhängern erklärt. Neun der 19 Parteien und Gruppierungen des Mitte-Links-Bündnisses Frente Guasú stehen nun… weiter lesen

02.07.2012 von Gerhard Dilger
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Mercosur: Paraguay raus, Venezuela rein

von Gerhard Dilger

Von Jürgen Vogt, Buenos Aires

Es sind zielgerichtete und maßvolle Entscheidungen: Die Mitgliedschaft Paraguays in der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercsour und der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) wird vorübergehend ausgesetzt, doch Wirtschaftssanktionen werden nicht verhängt. Darauf einigten sich die Präsidenten der Mercosur-Mitgliedstaaten, Cristina Fernández de Kirchner aus Argentinien, Dilma Rousseff aus Brasilien und José “Pepe” Mujica aus Uruguay, bei ihrem Gipfeltreffen am Freitag in der argentinischen Stadt Mendoza.

Sieht nicht sehr glücklich aus: “Pepe” Mujica (2. v. r.) beim Arbeitsfrühstück mit Dilma und CFK (Foto: Präsidentschaft Brasilien)

“Wirtschaftssanktionen bezahlen immer die Völker, niemals die Regierungen”, begründete Kirchner das differenzierte Vorgehen. “Unser Ziel ist es, eine bessere Lebensqualität der Menschen in diesem Land zu erreichen”, sagte die Gastgeberin. Paraguay kann auch weiterhin die finanziellen Mittel aus dem Strukturanpassungsfonds Focem abrufen. Aus dem Fonds werden in erster Linie Infrastrukturmaßnahmen wie der Ausbau von… weiter lesen

01.07.2012 von Gerhard Dilger
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Fernando Lugo: “Hier erfährt das Volk nie die volle Wahrheit”

von Gerhard Dilger

Paraguays abgesetzer Präsident Lugo ruft zum friedlichen Widerstand auf und bittet die Staatengemeinschaft um Aufklärung

 

VON MISEREOR

Asunción. So viel Rummel wie die letzten Tage hat Fernando Lugo seit seinem Wahlkampf vor vier Jahren nicht mehr erlebt. Fernsehkameras und Reporter aus aller Welt umlagern das kleine Häuschen im Zentrum der Hauptstadt Asunción, das Hauptquartier des abgesetzten Präsidenten Paraguays ist.

Die Anspannung der letzten Tage ist dem ehemaligen Bischof anzusehen. Die Augen sind müde, das Gesicht abgeschlafft, der graue Bart ist schütter nachgewachsen seit der Chemotherapie, die er wegen seiner Krebserkrankung über sich ergehen lassen musste. Doch der 61-Jährige gibt sich im Interview kämpferisch und entschlossen. Seine andere Art, Politik zu machen, habe zu seiner Absetzung geführt, sagt Lugo, und appelliert an die Solidarität der internationalen Gemeinschaft, um die Demokratie in dem südamerikanischen Land wiederherzustellen.

Wer steckt hinter Ihrer Absetzung und was sind die Gründe

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28.06.2012 von Gerhard Dilger
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Paraguay: Der Sojaboom und der Putsch

von Gerhard Dilger

Weil in den Industrieländern immer mehr Fleisch konsumiert wird, müssen Kleinbauern in Paraguay noch härter um ihr Land kämpfen. Die Pflanzen des Futtermittels Soja bedecken bereits drei Viertel der landwirtschaftlichen Fläche, Tendenz steigend.

Auf den ersten Blick wirkt alles friedlich. Beiderseits einer gut geteerten Schnellstraße erstrecken sich Dutzende Bretterbuden, einige sind mit einer rot-weiß-blauen Nationalfahne geschmückt. Dahinter ein Schulgebäude mit drei engen Klassenzimmern und ein Fußballfeld. Doch wie vielerorts in Paraguays östlicher Provinz Itapúa hausen in den rudimentären Hütten Landlose. Etliche der 130 Familien an diesem Straßenabschnitt leben seit 13 Jahren hier. Direkt an die Hütten grenzt das 2.500 Hektar große Anwesen eines “Brasiguayos”, eines schon lange in Paraguay ansässigen brasilianischen Sojafarmers.

Wegen der boomenden Weltmarktpreise für Soja tobt der Landkonflikt zwischen den Großgrundbesitzern und den Kleinbauern erbitterter denn je. In der vergangene Woche wurde das größte Problem des südamerikanischen Landes zum Fallstrick für den linken Präsidenten Fernando Lugo. Weil… weiter lesen

02.11.2008 von Gerhard Dilger
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Eine muss es sagen

von Gerhard Dilger

Ich sitze in meinem Hotelzimmer in San Salvador, und dank DW-TV erlebe ich taz-Kollegin Adrienne Woltersdorf fast live im heutigen Presseclub. Unsere Frau in Washington zeigt sich als größter Obama-Fan in der Korrespondentenrunde, denn Obama wäre “ein Präsident, der nicht nur dem Kapital dienen wird“.

Das hoffen auch die meisten TeilnehmerInnen des diesjährigen Iberoamerikagipfels, der vorgestern zu Ende gegangen ist. Brasiliens Präsident Lula, der noch während des Gipfels nach Kuba weiterflog, drückt Obama die Daumen: “Ebenso wie Brasilien einen Metallarbeiter gewählt hat, Bolivien einen Indígena, Venezuela Chávez und Paraguay einen Bischof, so außergewöhnlich wäre es, wenn in der größten Volkswirtschaft der Welt ein Schwarzer zum Präsidenten gewählt würde”.

Der greise Revolutionsführer Fidel Castro zeigte sich in seiner Kolumne “Überlegungen des Compañero Fidel” über dieses Statement höchst angetan. Auch Cristina Fernández de Kirchner aus Argentinien und Rafael Correa aus Ecuador haben sich… weiter lesen

11.10.2008 von Gerhard Dilger
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Die knöcherne Harfe

von Gerhard Dilger

Aus Paraguay hat uns Hermann Schmitz folgenden Text geschickt:

Es gibt Erzählungen des Grauens, in denen der wahre Schrecken sich gnädig hinter einer Art Ersatzgeschichte verbirgt, die den Zuhörer die eigene Fantasie gebrauchen und ihn selber bestimmen lässt, wieviel er aushalten will. Eine solche Geschichte erzählte mir vor Jahren B., einer der Langzeithäftlinge der Stroessner-Diktatur, den ich bei der Übergabe des Endberichtes der „Comisión de Verdad y Justicia“ im August wieder treffe.

B. war in der falschen Partei, ein „subversives Element“ – Staatsfeind also in einem Gewaltregime, das unbequeme Kritiker unter Kommunismus- verdacht stellte und gnadenlos jagte, zur Freude des „großen Bruders“ im Norden. Der Häftling verbrachte lange Zeit in einer Art Erdverlies, der Hitze, der Kälte und Feuchtigkeit schutzlos ausgesetzt.

Als einer der „persönlichen Gefangenen“ Stroessners war er es zu Beginn seiner Haft nicht einmal wert, in einem auch noch so schäbigen Raum zu vegetieren. Erst als der Hass… weiter lesen

25.08.2008 von Gerhard Dilger
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¡Viva el Paraguay!

von Gerhard Dilger

Seit 10 Tagen ist er nun schon Paraguays Präsident, der kürzlich durch den bayerischen Papst von seinem Bischofsamt freigestellte Fernando Lugo.

Lugo und Chávez singen

Mit Margarita Mbywangi ernannte der Befreiungstheologe erstmals eine Indígena zur Vorsitzenden des nationalen Indigenen-Instituts, dann schickte er fast die gesamte Armee- und Polizeiführung in den Ruhestand.

„Ich habe keine Angst vor Chávez, ich habe keine Angst vor Evo“, verkündete Lugo am Tag der Amtseinführung – und schmetterte abends mit seinem venezolanischen Kollegen demonstrativ den Mercedes-Sosa-Song „Todo cambia“.

Einen guten Eindruck von der Aufbruchstimmung in Paraguay vermittelt das Tagebuch von Hermann und Ute Schmitz, den rührigen Begründern der Pro Paraguay Initiative im niederrheinischen Kempen.


P. S. Die Amtseinführung war auch ein lateinamerikanisches Fest. Hier Fernando Lugo mit den großen alten Linken Leonardo Boff (Brasilien), Eduardo Galeano (Uruguay) und Ernesto Cardenal (Nicaragua):

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