Posts Tagged ‘Putsch’

07.01.2010 von Claudius Prößer
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Ein Folterzentrum mit vier Masten

von Claudius Prößer

Ni blanca, ni pura / fue centro de tortura.
Ni blanca, ni pura / fue centro de tortura.
Ni blanca, ni pura / fue centro de tortura.

Mehrere Dutzend mal rufen die Demonstranten diesen Spruch aus Leibeskräften und mit Hilfe eines einzelnen Megafons über das Ha­fen­becken. Dort wird gerade die “Esmeralda” aufs offene Meer hin­aus­ge­zogen, das Segelschulschiff und der ganze Stolz der chi­le­ni­schen Marine. Aber rein und weiß ist der Viermaster eben nur äu­ßer­lich: Im Jahr 1973 diente er den putschenden Admirälen als Fol­ter­zentrum. Vor Anker in der Bucht von Valparaíso, wurden in den Tagen und Wo­chen nach dem 11. September über hundert politische Gefangene an Bord ge­bracht und zum Teil schwer misshandelt.

Einer von ihnen starb am 22. September ’73 an den Folgen der Folter: der katholische Arbeiterpriester Miguel Woodward. Der 1930 geborene Sohn einer Chilenin und eines Engländers war in Chile undweiter lesen

24.12.2009 von Gerhard Dilger
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Newsweek wünscht sich Putsch gegen Chávez

von Gerhard Dilger

Nach dem gelungenen Staatsstreich in Honduras ist 2010 Venezuela an der Reihe -

Evo Morales, Fernando Lugo, Hugo Chávez und Rafael Correa auf dem Weltsozialforum 2009

jedenfalls wenn es nach Newsweek geht. Das US-Magazin übt bereits an der passenden medialen Begleitmusik – in Form einer “Vorhersage”.  Als nächstes wird man Chávez wohl wieder einmal Verfolgungswahn unterstellen…

Merry Xmas!

19.06.2009 von Claudius Prößer
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Bussi tot

von Claudius Prößer

Hortensia Bussi Soto, “La Tencha”, ist tot. Die Witwe des 1973 von den Mi­li­tärs gestürzten Präsidenten Salvador Allende starb ges­tern Nach­mit­tag im Al­ter von 94 Jahren in Santiago.

Die Geschichtslehrerin und Bibliothekarin hatte Allende 1940 geheiratet. Im September 1973, nachdem sich ihr Mann im Moneda-Palast das Le­ben genommen hatte, musste sie ihn auf Befehl der Militärjunta unter Aus­schluss der Öffentlichkeit, streng bewacht und nur im Beisein eines Nef­fen in Valparaíso beerdigen. 17 Jahre später, nach Chiles Rückkehr zur Demokratie und Bussis Rückkehr aus dem mexikanischen Exil, be­erdigte sie ihn erneut, diesmal auf dem Zentralfriedhof von Santiago, mit staatlichen Eh­ren und unter der Anteilnahme vieler Zehntausender. Dort wird nun auch sie am Samstag beigesetzt werden.

In diesem Beitrag von CNN Chile äußert sich Jacques Chonchol, Landwirtschaftsminister unter Allende, über die einstige Primera Dama.

03.10.2008 von Claudius Prößer
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Ärger um Insel 10

von Claudius Prößer

Die Isla Dawson ist ein kalter, unwirtlicher Ort, hundert Kilometer südlich von Chiles südlichster Stadt Punta Arenas im Feuerland-Archipel gelegen. Unrühmliche Bekanntheit hat die große, aber praktisch unbewohnte Insel nach dem Putsch erlangt, als die Militärs hier ein Jahr lang politische Gefangene internierten und Zwangsarbeit verrichten ließen. Viele bedeutende Politiker der Unidad Popular waren darunter: José und Jaime Toha, Clodomiro Almeyda, Sergio Vuskovic.

Auch Sergio Bitar. Der damals noch ziemlich junge Mann, der für die christ­de­mo­kra­ti­sche Linksabspaltung Izquierda Cristiana in Allendes Kabinett gesessen hatte, schrieb später ein viel gelesenes Buch über seine Zeit auf Dawson: Isla 10. Bald werden seine Erinnerungen auf der großen Leinwand zu sehen sein: Der Regisseur Miguel Littín verfilmt gerade Isla 10 – mit junger Starbesetzung und an Originalschauplätzen.

Miguel Littín (Quelle: flickr)

Jetzt gab es freilich Ärger: Als Littín mit seiner internationalen Crew (esweiter lesen