Ni blanca, ni pura / fue centro de tortura. Ni blanca, ni pura / fue centro de tortura. Ni blanca, ni pura / fue centro de tortura.
Mehrere Dutzend mal rufen die Demonstranten diesen Spruch aus Leibeskräften und mit Hilfe eines einzelnen Megafons über das Hafenbecken. Dort wird gerade die “Esmeralda” aufs offene Meer hinausgezogen, das Segelschulschiff und der ganze Stolz der chilenischen Marine. Aber rein und weiß ist der Viermaster eben nur äußerlich: Im Jahr 1973 diente er den putschenden Admirälen als Folterzentrum. Vor Anker in der Bucht von Valparaíso, wurden in den Tagen und Wochen nach dem 11. September über hundert politische Gefangene an Bord gebracht und zum Teil schwer misshandelt.
Einer von ihnen starb am 22. September ’73 an den Folgen der Folter: der katholische Arbeiterpriester Miguel Woodward. Der 1930 geborene Sohn einer Chilenin und eines Engländers war in Chile und… weiter lesen
jedenfalls wenn es nach Newsweek geht. Das US-Magazin übt bereits an der passenden medialen Begleitmusik – in Form einer “Vorhersage”. Als nächstes wird man Chávez wohl wieder einmal Verfolgungswahn unterstellen…
Hortensia Bussi Soto, “La Tencha”, ist tot. Die Witwe des 1973 von den Militärs gestürzten Präsidenten Salvador Allende starb gestern Nachmittag im Alter von 94 Jahren in Santiago.
Die Geschichtslehrerin und Bibliothekarin hatte Allende 1940 geheiratet. Im September 1973, nachdem sich ihr Mann im Moneda-Palast das Leben genommen hatte, musste sie ihn auf Befehl der Militärjunta unter Ausschluss der Öffentlichkeit, streng bewacht und nur im Beisein eines Neffen in Valparaíso beerdigen. 17 Jahre später, nach Chiles Rückkehr zur Demokratie und Bussis Rückkehr aus dem mexikanischen Exil, beerdigte sie ihn erneut, diesmal auf dem Zentralfriedhof von Santiago, mit staatlichen Ehren und unter der Anteilnahme vieler Zehntausender. Dort wird nun auch sie am Samstag beigesetzt werden.
In diesem Beitrag von CNN Chile äußert sich Jacques Chonchol, Landwirtschaftsminister unter Allende, über die einstige Primera Dama.
Die Isla Dawson ist ein kalter, unwirtlicher Ort, hundert Kilometer südlich von Chiles südlichster Stadt Punta Arenas im Feuerland-Archipel gelegen. Unrühmliche Bekanntheit hat die große, aber praktisch unbewohnte Insel nach dem Putsch erlangt, als die Militärs hier ein Jahr lang politische Gefangene internierten und Zwangsarbeit verrichten ließen. Viele bedeutende Politiker der Unidad Popular waren darunter: José und Jaime Toha, Clodomiro Almeyda, Sergio Vuskovic.
Auch Sergio Bitar. Der damals noch ziemlich junge Mann, der für die christdemokratische Linksabspaltung Izquierda Cristiana in Allendes Kabinett gesessen hatte, schrieb später ein viel gelesenes Buch über seine Zeit auf Dawson: Isla 10. Bald werden seine Erinnerungen auf der großen Leinwand zu sehen sein: Der Regisseur Miguel Littín verfilmt gerade Isla 10 – mit junger Starbesetzung und an Originalschauplätzen.