Posts Tagged ‘Revolution’

30.08.2011 von Gerhard Dilger
blogavatar

Talkin’ ’bout a revolution

von Gerhard Dilger

Jean Ziegler hat der WOZ ein lesenswertes Interview gegeben.

Sie wurden kürzlich von den Salzburger Festspielen als Eröffnungsredner ausgeladen, wegen Ihrer angeblichen Nähe zu Libyens Herrscher Muammar al-Gaddafi.

Das ist ein Blödsinn, der seit zehn Jahren immer wieder aufgewärmt wird. (…)

YouTube Preview Image

.

Das System, das sich nach der Implosion der Sowjetunion durchgesetzt hat, steckt in einer schweren Krise: Die Staaten sind verschuldet, die Finanzmärkte ausser Rand und Band.

Ach was. Das ist nur eine Krise für die Arbeitenden. Sie bezahlen die Zeche – in Griechenland, in Spanien, in Portugal. Ihnen werden Sozialleistungen gestrichen, neue Steuern auferlegt, während sich in privaten Händen unglaubliche Kapitalreserven häufen. (…)

Ich war lange im Komitee des Weltsozialforums. In Belém waren wir 220.000 Menschen, die 8.000 Organisationen vertraten. Alle kämpfen an verschiedenen Bruchstellen des Kapitalismus. Es gab kein Programm, es gab nicht mal eine Schlusserklärung. Hier entsteht

weiter lesen

14.01.2010 von Gerhard Dilger
blogavatar

Eduardo Galeano über Haiti

von Gerhard Dilger

Die apokalyptischen Bilder aus Haiti verdecken eines: Der westliche Teil der Insel Hispaniola war nicht immer ein “Katastrophenland”.

Der weiße Fluch

von Eduardo Galeano

Am ersten Tag diesen Jahres wurde die Freiheit 200 Jahre alt. Keiner hat es bemerkt, oder beinahe keiner. Einige Tage später bekam Haiti, das Geburtstagskind, ein wenig Platz in den Medien. Nicht aufgrund des Jahrestages der universellen Freiheit, sondern wegen eines Blutbads, das schließlich zum Sturz des Präsidenten Aristide führte.

Haiti war das erste Land, in dem die Sklaverei abgeschafft wurde. Allerdings schreiben die bekanntesten Enzyklopädien und die meisten Lehrtexte England diese historische Ehre zu. Es stimmt, dass das Weltreich, das zuvor Weltmeister im Sklavenhandel war, eines Tages die Meinung änderte; doch die Abschaffung durch die Briten geschah 1807, drei Jahre nach der Haitianischen Revolution, und sie war so wenig überzeugend, dass England 1832 die Sklaverei noch einmal verbieten musste.

Die Negierung Haitis ist nichts… weiter lesen

15.03.2009 von Gerhard Dilger
blogavatar

Grenada 1979: Kleine Insel, große “Revo”

von Gerhard Dilger

Vor 30 Jahren begann auf Grenada ganz unblutig jene Revolution, die viereinhalb Jahre später mit der Ermordung von Premierminister Maurice Bishop, einiger seiner MitstreiterInnen und der anschließenden US-Invasion beendet wurde.

Gruppenfoto mit Premier (via The Lost Bishop Photos)

Es überrascht nicht, dass der 13. März 1979 kaum einem Medium außerhalb der Karibik eine Zeile wert war.

Zwei rühmliche Ausnahmen: In der ila erinnert Gert Eisenbürger an die “Revo”, und die BBC berichtet, dass die Anti-Bishop-Verschwörer bald aus der Haft entlassen werden dürften.

25.11.2008 von Gerhard Dilger
blogavatar

Zehn Jahre Chávez

von Gerhard Dilger

Am 6. Dezember 1998 gewann Hugo Chávez seine erste Präsidentenwahl, bei den Regionalwahlen am Sonntag konnte die bürgerliche Opposition ihr seither bestes Ergebnis erzielen.

Wie sieht die Zwischenbilanz nach fast zehn Jahren “bolivarianischer Revolution” aus?  Äußerst sehenswert dazu ist die Dokumentation The Hugo Chávez Show, die heute abend vom öffentlichen US-Netzwerk PBS ausgestrahlt wird.

25.10.2008 von Gerhard Dilger
blogavatar

Black Power in der Karibik

von Gerhard Dilger

Heute vor 25 Jahren landeten US-Marines in Grenada und beendeten das bemerkenswerte Experiment der viereinhalbjährigen Revolution auf der Karibikinsel.

YouTube Preview Image

.

Dieser Kurzbeitrag des venezolanischen Staatssenders VTV geht allerdings nur am Rande auf die eigentliche Tragödie ein: Möglich wurde die Invasion, weil der populäre Premier Maurice Bishop und seine engsten MitarbeiterInnen Tage zuvor von dogmatischen Hardlinern der Revolutionsregierung gestürzt und hingerichtet worden waren.

Deshalb begrüßten viele Inselbewohner die Marines als Befreier, und so ist auch dieses kuriose Erinnerungsvideo mit dem Titel “Tribute to Maurice Bishop and the US Invasion” zu erklären:

YouTube Preview Image

.

Wer verstehen will, was sich zwischen 1979 und 1983 in Grenada abspielte, sollte unbedingt den hervorragenden Roman Angel der grenadischen Autorin Merle Collins lesen. Über die Invasion sagt eine Figur des Gedichts Pearls: “The worst thing is, I guess… weiter lesen

28.09.2008 von Gerhard Dilger
blogavatar

Revolutionen

von Gerhard Dilger

In unseren Breitengraden ist wieder viel von „Revolution” und „Sozialismus” die Rede.

Hugo Chávez (l.) sieht sich als Erbe des „Befreiers“ Simón Bolívar. Er hat in Venezuela die „bolivarianische Revolution“ ausgerufen und predigt seit dem 2005er-Weltsozialforum von Porto Alegre den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. In Bolivien übertreibt Evo Morales (r.)  von der „Bewegung zum Sozialismus“ nicht, wenn er sein Ziel als „demokratische und kulturelle Revolution“ umschreibt. Und Ecuadors Präsident Rafael Correa (M.) nennt das dortige linke Transformationsprojekt „Bürgerrevolution“.

Doch anders bei als früheren Revolutionen kommt in Venezuela, Bolivien und Ecuador die Macht nicht mehr aus den Gewehrläufen, sondern aus den Urnen. Die durchaus widersprüchlichen Reformprozesse sind eindeutig demokratisch legitimiert.

Beim heutigen Referendum über die neue, fortschrittliche Verfassung in Ecuador geht es zugleich um eine Bestätigung der „Bürgerrevolution“. Die Idee zu einem Verfassungskonvent wurde zuerst in den 90er Jahren von der indigenen… weiter lesen