Posts Tagged ‘Studentenproteste’

03.09.2011 von Benjamin Kiersch
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Interview mit Camila Vallejo: „Wir brauchen eine Verfassungsänderung“

von Benjamin Kiersch

Am heutigen Samstag werden VertreterInnen der Studenten, Lehrer, Schüler und Eltern mit Präsident Sebastián Piñera, Bildungsminister Felipe Bulnes sowie Parlamentariern im Präsidentenpalast über die Zukunft des chilenischen Bildungssystems diskutieren. Die massiven Proteste der Studenten und Schüler halten Chile seit mehreren Monaten in Atem. Nachdem Erziehungsminister Bulnes noch in der letzte Woche vorgab, die Regierung werde keine direkten Gespräche mit VertreterInnen der Studenten führen, lud Präsident Piñera die Studenten kurz darauf doch zum Dialog in den Moneda-Palast ein.

In Kooperation mit der chilenischen Zeitung El Ciudadano präsentiert Latin@rama exklusiv im Internet Auszüge aus einem Interview mit der Sprecherin der chilenischen Studentenbewegung Camila Vallejo für die Leserinnen und Leser des Blogs. Das Original-Interview ist in der aktuellen Ausgabe des Ciudadano zu lesen, die an allen gut sortierten Kiosken in Chile zu haben ist.

Die Fragen an Frau Vallejo stellte Sergio Jara Ramón. Übersetzung: B.K.

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28.08.2011 von Gerhard Dilger
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StudentInnen reden mit Piñera

von Gerhard Dilger

Porto Alegre (epd). Dialog nach monatelangen Massendemonstrationen für eine Bildungsreform in Chile: Am Dienstag soll es zu ersten Gesprächen zwischen der Studentenbewegung und dem konservativen Präsidenten Sebastián Piñera kommen. In der Provinzhauptstadt Temuco versammelten Studenten nahmen ein Dialogangebot des Staatschefs an, wie die Tageszeitung La Tercera am Sonntag berichtete.

Studentenführerin Camila Vallejo (Foto: dpa) sprach von einer “ersten Annäherung”. Vor einem wirklichen Dialog müsse die Regierung aber die “Repression” gegen Schüler und Studenten beenden, sagte die 23-Jährige. Am Ende eines zweitägigen Generalstreiks war am Freitagmorgen ein 16-jähriger Schüler in Santiago erschossen worden. Zeugen zufolge wurden die tödlichen Schüsse aus einem Polizeiauto abgegeben.

Seit Mai gehen chilenische Schüler, Studenten und Lehrer Woche für Woche für ein gutes und kostenloses Bildungssystem auf die Straße. Mit ihren Forderungen sympathisieren 80 Prozent der Chilenen. Der Rückhalt für den rechtsgerichteten Staatschef lag zuletzt nur noch bei 26 Prozent.

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27.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Eine Frage der Bildung

von Benjamin Kiersch

Latin@rama dokumentiert den Bericht einer Frau, deren siebzehnjähriger Sohn am 23. August 2011 in einem Polizeirevier in Peñalolén, Santiago de Chile, festgehalten und misshandelt wurde. Die Autorin ist dem Autor des Blogs und Übersetzer des Textes bekannt. Er sieht keinen Grund, an der Authentizität des Beschriebenen zu zweifeln.

Anderthalb Seiten Text mit nur zwei Satzzeichen versuchten die Tatsachen zu beschreiben, aufgrund derer ich um 2:15 Uhr morgens [am 24. August 2011] im 43. Polizeirevier von Peñalolén Anzeige erstattete.

Der  Text, den der diensthabende Beamte zu formulieren versuchte, konnte nur schwer meine Frustration und den tiefen Schmerz ausdrücken, den ich angesichts dessen empfand, was mein Sohn und ich in den vergangenen Stunden durchgemacht hatten.

Die Aussagen Dutzender Zeugen, dass die vier siebzehnjährigen Jugendlichen nichts mit der Demonstration in der Nähe zu tun hatten, konnten nicht verhindern, dass die Jugendlichen festgenommen und in ein Polizeifahrzeug gebracht wurden. Es scheint, als… weiter lesen

27.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Sí, finalmente es un tema de educación

von Benjamin Kiersch

Latin@rama documenta el testimonio de una mujer  acerca de los hechos sucedidos en un recinto policial en Peñalolén cuyo hijo de 17 años fue detenido y maltratado por carabineros la noche del 23 agosto 2011. El autor del blog conoce a la relatora y no tiene dudas sobre la autenticidad del testimonio.

Una y media página de texto con sólo dos signos de puntuación, intentaban relatar los hechos por los cuales yo estaba haciendo una denuncia a las 02:15 de la madrugada en la 43 ͣ Subcomisaría de Peñalolén.

El texto que intentó transcribir el funcionario de turno, difícilmente lograba transmitir mi frustración y profundo dolor por los hechos ocurridos con mi hijo y la indignante experiencia vivida durante las horas previas.

La presencia de decenas de testigos que les dijeron a carabineros que el grupo de 4 jóvenes de 17 años que estaban deteniendo no tenían relación alguna con… weiter lesen

26.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Offener Brief an meine chilenischen Freundinnen und Freunde

von Benjamin Kiersch

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ihr habt sicherlich die Bilder des gestrigen Tages im Fernsehen gesehen und die Berichte in den Medien verfolgt. Mich haben einige dieser Bilder und Berichte tief berührt. Ich weiß: Ich bin Gast in Chile, und als solcher zur Zurückhaltung bei politischen Themen verpflichtet. Aber ich bin auch Vater, Musiker, und Deutscher, und in diesem Sinne möchte ich euch heute schreiben.

Als Deutscher, denn: ich hatte zwar das Glück, auf der westlichen Seite des Eisernen Vorhangs geboren zu sein, aber die Familien meiner Eltern stammen aus Ostdeutschland, und ein Teil meiner Familie lebte in Bautzen. Aus der Ferne bekam ich mit, wie sie darunter litten, dass das autoritäre Regime der DDR ihre persönlichen Freiheiten beschnitt. Als Musiker, da ich weiß, dass Künstler in autoritären Systemen ein besonders schweres Leben haben, oder gar ihr Leben verlieren, wenn sie nicht die Meinung des Regimes vertreten. Und als… weiter lesen

26.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Carta abierta a mis amigas y amigos chilenos

von Benjamin Kiersch

Queridas amigas, queridos amigos,

Seguramente vieron las imágenes del día de ayer en la tele, y siguieron las informaciones en los medios. A mí, algunos de estas imágenes e informaciones me han tocado profundamente el alma. Yo sé que soy huésped en Chile, y por lo tanto me corresponde ejercer tacto en asuntos políticos. Pero también soy padre, músico, y alemán, y en este sentido me gustaría compartir mis sentimientos con ustedes.

Como alemán, porque yo tuve la suerte de nacer al lado occidental de la Cortina de Hierro que separaba a mi país. Las familias de mis papás son de Alemania Oriental, y parte de nuestra familia vivió en la RDA, en Bautzen. Desde lejos seguí a ellos sufriendo el hecho que el régimen autoritario les negó sus libertades civiles. Como músico, porque sé que los artistas en sistemas autoritarios tienen una vida dura, y a veces pierdenweiter lesen

07.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Exzessiver Polizeieinsatz in der Deutschen Schule Arica

von Benjamin Kiersch

Die Deutsche Schule in Arica war einer von vielen Schauplätzen exzessiver Polizeigewalt gegen Schüler und Studenten in Chile, an denen am vergangenen Donnerstag über 800 Personen bei Protesten für ein faires Bildungssystem festgenommen wurden. Bei der Räumung der Schule wurden 17 Schüler in Polizeigewahrsam genommen, darunter mehrere Minderjährige. Das Nachrichtenportal soyarica.cl dokumentiert den Polizeieinsatz:

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Die Deutsche Schule in Arica, die mit Mitteln der Bundesregierung unterstützt wird, war bereits vor ein paar Wochen aufgefallen, als eine Schülerin, die zu einer Schülerversammlung im Pausenhof der Schule aufgerufen hatte, von der Schule suspendiert wurde. Die Entscheidung wurde inzwischen von einem chilenischen Gericht aufgehoben, wie Kollege Dilger in der taz berichtete.

Mehrere taz-Leser haben das Verhalten der Schulleitung kommentiert.

In einem offenen Brief an die Leitung der Deutschen Schule Arica schreibt Reinhard Fitzek:

„In Momenten der Krise ist es seit jeher Rolle der… weiter lesen

05.08.2011 von Benjamin Kiersch
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Santiago im Regen

von Benjamin Kiersch

Gestern wurde das Zentrum Santiagos erneut Zeuge einer Grossdemonstration der Regierung, die mit immer verzweifelteren Mitteln versucht, mit Gewalt statt Dialog den Konflikt um die Bildungsreform in Chile zu lösen: Statt Hunderttausend friedlicher Studentinnen noch wie vor ein paar Wochen legten diesmal Tausende Polizisten in Nahkampfuniform den Verkehr in der Innenstadt lahm, spritzen wahllos mit Wasserwerfern umher und brachten Passanten mit Tränengas aus der Fassung.

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Dieses Staatstheater wird der Merheit der Chilenen langsam zu viel: Laut einer gestern veröffentlichen Umfrage des respektablen Centro de Estudios Públicos sind inzwischen 53 Prozent der Bevölkerung mit  Präsident Piñera unzufrieden. Nur noch 26 % unterstützen die Regierung. Damit ist Piñera der unbeliebteste Präsident seit der Rückkehr Chile zur Demokratie im Jahr 1991.

Bald dazu mehr hier und auf taz.de.