Posts Tagged ‘UNASUR’

16.08.2011 von Gerhard Dilger
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Keine neoliberalen Rezepte mehr

von Gerhard Dilger

Gegen die Finanzkrise setzt Brasilien auf Schutzmaßnahmen und regionale Integration

Gelassen verfolgt Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff die bisherigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Gegen eine Ansteckung durch die Schuldenkrise in den USA und Europa setzt Brasilien auf Barrieren gegen Spekulationskapital und Dumpingimporte. Mit den Nachbarn in Südamerika will die Regionalmacht noch enger zusammenrücken.

“Wir wissen nicht genau, was auf uns zukommt”, gestand Rousseff dem Wochenmagazin Carta Capital. Wegen der höchst sensiblen Lage will die studierte Ökonomin ihr “Rezept” nicht verraten. Die punktuellen Maßnahmen, die die brasilianische Mitte-Links-Regierung bereits seit Wochen ergreift, würden allerdings fortgesetzt, kündigte sie an.

Sorgen macht der Staatschefin vor allem die Zunahme der Importe, die durch die massive Aufwertung der Landeswährung Real in den vergangenen Jahren begünstigt wurde: Brasilien dürfe nicht mit importierten Produkten überflutet werden, die durch “unfaire, oft sogar perverse Konkurrenz” künstlich verbilligt seien – brasilianische Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.

Die Zahlen… weiter lesen

19.10.2008 von Benjamin Kiersch
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Cochabamba: Mal wieder Nabel Südamerikas

von Benjamin Kiersch

Gestern ging am Flughafen von Cochabamba nix mehr: das Terminal war wegen Reinigungsarbeiten stundenlang gesperrt, wurde frustrierten Passagieren in Santa Cruz und La Paz mitgeteilt.

Der Grund: die Stadt erwartete hohen Besuch. In San Benito bei Cochabamba wurde der Grundstein für das Parlament der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) gelegt. Endlich! Schon vor 2 Jahren wollten die südamerikanischen PräsidenInnen Cochabamba während ihres Gipfels in der Stadt am Fuß der Anden als Sitz des Parlaments der Regionalorganisation erklären – zum Frust der Cochabambiner wurde damals nichts draus. Jetzt kann die Stadt womöglich die Pläne für den geplanten Glasobelisken wieder aus der Mottenkiste holen: dieser soll höher als der Obelisk von Buenos Aires werden und die Integration der Völker Lateinamerikas symbolisieren.

Michelle Bachelet und Evo Morales ch’allan das neue Parlament…

A propos größer, höher, weiter: Das Gelände des südamerikanischen Parlaments, jubelte Evo… weiter lesen

19.09.2008 von Claudius Prößer
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Kollateralschaden in Santiago

von Claudius Prößer

Der kurzfristig einberufene Unasur-Gipfel in Santiago war ein Erfolg für die derzeitige Vorsitzende Michelle Bachelet – und ein echtes Ereignis für ein, trotz allem, kleines Land wie Chile. Fast alle PräsidentInnen des Subkontinents auf einen Schlag in Santiago, das war dem Fernsehen Dauerliveschaltungen zum Flughafen und den Zeitungen etliche Son­der­sei­ten wert. Das Ganze ging völlig reibungslos über die Bühne und straf­te die Bedenkenträger aus der rechten Opposition Lügen.

Einen kleinen Kollateralschaden gab es jetzt aber doch: Chiles Au­ßen­mi­nis­ter Alejandro Foxley, der mit am Tisch saß, hat einen Rüffel von Venezuelas Präsident Hugo Chávez bekommen. Genauer: Chávez’ Au­ßen­mi­nis­ter Nicolás Maduro hat seinem chilenischen Kollegen einen Brief geschrieben und eine förmliche Entschuldigung für Andeutungen gefordert, die dieser im Nachhinein über Chávez gemacht hatte.

Foxley (l.), Chávez (r.), Bildquellen hier

In einem Interview mit Canal 13 hatte Foxley nach dem Gipfel gesagt, er habe zeitweise nicht… weiter lesen

16.09.2008 von Claudius Prößer
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Rückenstärkung für Evo

von Claudius Prößer

Michelle Bachelet war die Freude darüber ins Gesicht geschrieben, dass der Ad-hoc-Gipfel der UNASUR-Staaten mit einem einheitlichen und kla­ren Signal zu Ende ging. Alles andere wäre kein gutes Omen für das neue Bündnis und kein Ruhmesblatt für ihren Vorsitz gewesen.

So jedoch konnte die chilenische Präsidentin gestern Abend nach einer “langen, aber fruchtbaren Sitzung” im Moneda-Palast eine Erklärung ver­le­sen, mit der sich ausnahmslos alle südamerikanischen Regierungen hin­ter ihren Kollegen Evo Morales stellen: Der bolivianische Präsident, dessen Legitimität – so das Dokument – im jüngsten Referendum gestärkt worden sei, dürfe sich der Unterstützung der UNASUR-Staaten sicher sein. Die separatistische Gewalt wird ebenso klar verurteilt wie die Ver­su­che, einen Staatsstreich durch Destabilisierung herbeizuführen. Da­bei ver­wei­sen sie direkt auf die Parallele zum Putsch in Chile vor 35 Jahren.

Damit es nicht bei Verurteilungen und Appellen bleibt, haben die Gip­fel­teil­neh­mer die Einsetzung von drei Ausschüssen beschlossen: einer… weiter lesen

14.09.2008 von Claudius Prößer
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Krisengipfel in Santiago

von Claudius Prößer

Sonderlich bekannt ist diese Flagge nicht, weder in Europa, noch in La­tein­amerika. Es handelt sich um das Banner der Ende Mai in Bra­si­lia feier­lich ins Leben gerufenen Union Südamerikanischer Nationen, UNASUR (bzw. UNASUL). Laut Gründungsurkunde soll sie den Kampf gegen „Ungleichheit, soziale Ausgrenzung, Hunger, Armut und Un­si­cher­heit“ führen und innerhalb von zwei Jahrzehnten eine der EU ver­gleich­bare Integration erreichen, inklusive gemeinsamer Wirtschafts- und Au­ßen­po­li­tik, Währung und Passwesen.

Viel zu sehen ist davon bis jetzt nicht, aber das angesichts der bo­li­vi­ani­schen Krise eilig anberaumte Treffen der UNASUR-Staatschefs am Montag könnte der Organisation ein wenig Legitimität verleihen – oder auch nicht. Stattfinden wird es in Santiago, denn Chiles Präsidentin Mi­chelle Bachelet übt derzeit den rotierenden Vorsitz aus. Bis zur Grün­dung war Chile der einzige südamerikanische Staat gewesen, der kei­nem der beiden regionalen Bündnisse – Andengemeinschaft und Mer­co­sur – angehörte.

Wer genau am Krisengipfel teilnehmen wird,… weiter lesen