Hollman Morris (42) ist über die Fernsehsendung „Contravía“ mit gut recherchierten Reportagen über das andere Kolumbien bekannt geworden. So bekannt, dass er derzeit mit einem Stipendium der Harvard University in Washington arbeitet. In Kolumbien ist es zu gefährlich für ihn. Ende September erhielt er den Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg für seine Arbeit.
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Interview mit Luis Guillermo Pérez, Anwalt von Opfern des kolumbianischen Geheimdienstes DAS
Anwälte, Gerichte und Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien fördern seit Jahren Aspekte eines Skandals ohnegleichen zutage. Die Rede ist vom DAS, dem kolumbianischen Geheimdienst. Die Regierung Álvaro Uribe versuchte, das Thema auszusitzen, auch noch nachdem im März 2010 eine Durchsuchung des DAS die Empörung hochschwappen ließ. Auch die neue Regierung tut alles, um die wahren Ausmaße der höchst kriminellen Machenschaften des DAS zu vertuschen.
Europäische Regierungen und Institutionen winken auf Anfragen nach gezielten Verleumdungen, Auftragsmorden, Wahlfälschungen und Drogenhandel ab. Es sieht ganz danach aus, als würden auch sie am liebsten selbst die bislang bekannte Spitze des Eisbergs wieder unter Wasser drücken. Gerade sie aber müssten Stellung beziehen, um die mutigen, aber höchst gefährdeten Anwälte und Ankläger gegen den Geheimdienst Kolumbiens in Bogotá am Interamerikanischen Menschenrechtsgerichtshof in Costa Rica und am Internatonalen Strafgerichtshof in Den Haag zu schützen. Luis Guillermo Pérez vom… weiter lesen
betr.: “Rechtsruck in deutscher Südamerikapolitik”, taz vom 6.11.10
Diese neue Entwicklungszusammenarbeit unter Minister Niebel ist einfach nur kriminell zu nennen. Ich habe selbst für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kolumbien landesweit die Umweltprojekte geleitet und weiß, wovon Ihr Korrespondent Gerhard Dilger im Fall der Macarena spricht und dass seine kritische Einschätzung absolut richtig ist. Man sollte Niebel selbst dorthin marschieren lassen, damit er endlich begreift, dass sich durch den Wechsel von Präsident Uribe zu Präsident Santos an dem Kernproblem Drogenhandel (Kokain, Heroin) nichts geändert hat.
Bei den Kämpfen zwischen Regierung plus Militärs plus Paramilitärs plus US-Truppen im Lande gegen die Guerillaorganisationen, die Reste der Drogenmafia und die normalen Delinquenten geht es vor allem um den Einfluss auf diesen Drogenhandel und nebenbei um die Kontrolle des illegalen Waffenimports. Für jeden deutschen Berater in der Macarena und ähnlichen Gebieten Kolumbiens ergibt sich daraus akute Lebensgefahr. Aber das bekommt… weiter lesen
Krieg oder Frieden, Sicherheit, Korruption und Menschenrechte – es steht viel auf dem Spiel bei der Präsidentenwahl in Kolumbien. Nach den Umfragen läuft am Sonntag alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Regierungskandidaten Juan Manuel Santos und dem Grünen Antanas Mockus hinaus. Die endgültige Entscheidung dürfte aber erst in einer Stichwahl am 20. Juni fallen.
Ex-Verteidigungsminister Santos gibt sich als Garant der Kontinuität. Die umstrittene Politik der “demokratischen Sicherheit” des Staatschefs Álvaro Uribe, einer harten Linie gegen die Guerilla und eines weniger dezidierten Kampfs gegen Todesschwadronen, will er fortsetzen. Bogotás Ex-Bürgermeister Mockus hingegen betont die Menschenrechte: Um rasche Erfolge im Kampf gegen die Farc-Rebellen zu erreichen, hätten Regierung, Großgrundbesitzer und Unternehmer immer wieder auf die rechtsextremen Paramilitärs gesetzt. Solche “Abkürzungen” dürfe es künftig nicht mehr geben, sagt Mockus. Er werde sich auf legale Mittel beschränken.
Nachdem das Verfassungsgericht im Februar einer dritten Amtszeit… weiter lesen
In Kolumbien geht der Krieg weiter – und die Vertreibungen. Für 2008 schätzt die Menschenrechtsorganisation CODHES die Zahl der internen Flüchtlinge auf 380.000 – die höchste Zahl von Vertriebenen seit 2002, als Álvaro Uribe seine erste Präsidentenwahl gewann.
Vor der kolumbianischen Botschaft in Berlin wiesen AktivistInnen letzte Woche darauf hin, dass in verschiedenen Teilen Kolumbiens Kleinbauern im Auftrag von Palmölpflanzern vertrieben werden – von rechtsextremen Paramilitärs.
Video: Volker Hoffmann
Vor zehn Jahren wurde Kolumbiens genialster Satiriker Jaime Garzón ermordet. Das Verbrechen, das auf das Konto der rechtsextremen Paramilitärs geht, ist bis heute ungeahndet geblieben.
Geradezu prophetisch muten heute jene Szenen an, in denen sich Garzón mit dem heutigen Präsidenten Álvaro Uribe beschäftigt, der damals Gouverneur des Bundesstaates Antioquia war.
Warum sich Uribe immer noch Hoffnungen machen kann, 2010 erneut wiedergewählt zu werden, erklärte der Schriftsteller Héctor Abad Faciolince vor ein paar Tagen in der FR.
Die EU schlägt Kolumbien und Peru ein hartes Patentregime vor.
„Die EU sieht in ihrem Freihandelsabkommen mit der EU sogar Gefängnisstrafen für Patentverstöße bei Medikamenten vor“ entsetzte sich Portafolio in der zweiten Februarwoche 2009. Die Wirtschaftsbeilage der konservativen kolumbianischen Tageszeitung El Tiempo hatte den Abbruch der Verhandlungen zu einem Assoziationsabkommen zwischen der EU und der Andengemeinschaft (Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru) zugunsten von separaten Verhandlungen mit den willigen, sprich neoliberalen Regierungen der Region zunächst heftig unterstützt. Der neue Kurs der EU geht ihr dann aber doch erheblich zu weit. Doch die Geister, die Kolumbien rief…
Die EU-Kommission hat in Handelsfragen ein Problem: Die EU ist (noch) der größte Wirtschafts- und zweitgrößte Handelsblock der Welt, auf absehbare Zeit wird sich dies jedoch ändern. Denn die Zeichen stehen schlecht für Europas Exportindustrie. Der multilaterale Rahmen, die Welthandelsorganisation WTO, fällt zur Erzwingung weiterer Marktöffnungen mehr und mehr aus. Die sogenannte Doha-Agenda, die letzte… weiter lesen
Heute morgen warb Francisco Santos, seines Zeichens kolumbianischer Vizepräsident, im Strassburger Plenum des Europaparlaments für den längst gescheiterten „Drogenkrieg” seiner Regierung.
Anhand einer hübschen Power-Point-Präsentation über das Regierungsprogramm „Shared reponsibility”, die man sich in einer ähnlichen Version auch im Internet ansehen kann (hier unter „Learn More”), behauptete der Statthalter von Staatschef Álvaro Uribe, dass Kokaanbau und Kokainproduktion die größte Ursache für die Umweltzerstörung in Kolumbien seien.
Anschließend forderte er die EU-ParlamentarierInnen dazu auf, den Repressionskurs seiner Regierung, den er „frontalen Kampf gegen den Drogenhandel” nannte, zu unterstützen.
Leider verschwieg Santos, dass die Zusammenarbeit mit der UN-Drogenbehörde UNODC, die das Programm mitentwickelt hatte, mittlerweile eingeschränkt wurde. Stein des Anstoßes war eine im Juni 2008 veröffentlichte UNODC-Studie, wonach die Kokaanbauflächen in Kolumbien im vorigen Jahr um 27 Prozent zugenommen hatten (im jüngst von Washington abgestraften Bolivien waren es 5 Prozent).
Außerdem sei nicht die Koka der Umweltzerstörer Nummer eins,… weiter lesen
Am Samstag hat sich der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe in Washington von der „lahmen Ente“ George W. Bush verabschiedet.
Seit Uribes erstem Wahlsieg 2002 sind die Staatschefs enge Verbündete. Jetzt bedauerten sie wortreich, dass das bereits 2006 ausgehandelte Freihandelsabkommen (TLC) wegen des Widerstands des US-Kongresses auf Eis liegt.
Barack Obama, der als Senator daran nicht ganz unbeteiligt war, nannte jetzt wieder einen wichtigen Grund dafür: „Wir müssen sicherstellen, dass die Arbeiterrechte geschützt werden… Man hat Gewerkschafter ermordet oder verschwindenlassen… Ich fühle mich nicht gut dabei, einen Vertrag voranzubringen, bis nicht einigermaßen klar ist, dass die Arbeiter in Kolumbien sicher sind.” Allein 2008 wurden bisher mindestens 38 kolumbianische GewerkschafterInnen ermordet.
In der 26-minütigen Pressekonferenz vor dem Weißen Haus erklärte Bush, warum er das Freihandelsabkommen mit Kolumbien befürwortet:
1. Weil sonst „die Investitionen nervös werden.“
2. „Es ist eine Freundschaftserklärung, eine Erklärung gemeinsamer… weiter lesen

