Posts Tagged ‘US-Interventionen’

02.07.2009 von Gerhard Dilger
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Obama contra Morales

von Gerhard Dilger

In der Lateinamerikapolitik zieht Washington die Daumenschrauben an. Evo Morales reagierte empört: Auf dem Amerika-Gipfeltreffen im April habe Barack Obama die Lateinamerikaner angelogen, als er Beziehungen auf Augenhöhe versprach, sagte der bolivianische Präsident gestern.

Evo Morales (r.) und Außenminister David Choquehuanca

Der US-Präsident hatte den Beschluss seines Vorgängers George W. Bush aufrechterhalten, Bolivien wegen Differenzen in der Drogenpolitik Handelserleichterungen zu entziehen, vor allem für den Export von Textilien.

“In allem Respekt sage ich zu Präsident Obama: Auch wenn sich in den USA das Aussehen der Regierenden geändert hat, so ist doch die Politik des Empire gleich geblieben”, erklärte Evo Morales. Die USA agierten als “Patron und Polizist”, der die interne Politik Boliviens in Frage stelle.

Durch den Wegfall der Handelserleichterungen entgingen Bolivien 25 Millionen Dollar im Jahr, sagte Morales, die “Würde der Bolivianer” sei jedoch mehr wert als 25 Millionen.

Die Einbußen könnten sich sogar auf 63… weiter lesen

25.10.2008 von Gerhard Dilger
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Black Power in der Karibik

von Gerhard Dilger

Heute vor 25 Jahren landeten US-Marines in Grenada und beendeten das bemerkenswerte Experiment der viereinhalbjährigen Revolution auf der Karibikinsel.

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Dieser Kurzbeitrag des venezolanischen Staatssenders VTV geht allerdings nur am Rande auf die eigentliche Tragödie ein: Möglich wurde die Invasion, weil der populäre Premier Maurice Bishop und seine engsten MitarbeiterInnen Tage zuvor von dogmatischen Hardlinern der Revolutionsregierung gestürzt und hingerichtet worden waren.

Deshalb begrüßten viele Inselbewohner die Marines als Befreier, und so ist auch dieses kuriose Erinnerungsvideo mit dem Titel “Tribute to Maurice Bishop and the US Invasion” zu erklären:

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Wer verstehen will, was sich zwischen 1979 und 1983 in Grenada abspielte, sollte unbedingt den hervorragenden Roman Angel der grenadischen Autorin Merle Collins lesen. Über die Invasion sagt eine Figur des Gedichts Pearls: “The worst thing is, I guess… weiter lesen

21.09.2008 von Gerhard Dilger
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Uribe und Bush – Melancholisches Ende einer Männerfreundschaft

von Gerhard Dilger

Am Samstag hat sich der kolumbianische Präsident Álvaro Uribe in Washington von der „lahmen Ente“ George W. Bush verabschiedet.

Vladdo

Seit Uribes erstem Wahlsieg 2002 sind die Staatschefs enge Verbündete. Jetzt bedauerten sie wortreich, dass das bereits 2006 ausgehandelte Freihandelsabkommen (TLC) wegen des Widerstands des US-Kongresses auf Eis liegt.

Barack Obama, der als Senator daran nicht ganz unbeteiligt war, nannte jetzt wieder einen wichtigen Grund dafür: „Wir müssen sicherstellen, dass die Arbeiterrechte geschützt werden… Man hat Gewerkschafter ermordet oder verschwindenlassen… Ich fühle mich nicht gut dabei, einen Vertrag voranzubringen, bis nicht einigermaßen klar ist, dass die Arbeiter in Kolumbien sicher sind.” Allein 2008 wurden bisher mindestens 38 kolumbianische GewerkschafterInnen ermordet.

In der 26-minütigen Pressekonferenz vor dem Weißen Haus erklärte Bush, warum er das Freihandelsabkommen mit Kolumbien befürwortet:

1. Weil sonst „die Investitionen nervös werden.“

2. „Es ist eine Freundschaftserklärung, eine Erklärung gemeinsamer… weiter lesen

18.09.2008 von Gerhard Dilger
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Lula verurteilt Einmischung der USA in Bolivien

von Gerhard Dilger

Warum wird es in den USA nie einen Putsch geben? Weil es dort keine US-Botschaft gibt.

In Lateinamerika ist dieses Bonmot besonders beliebt. Nirgendwo haben die USA seit dem 19. Jahrhundert öfter interveniert als in ihrem Hinterhof – direkt oder indirekt.

Das war auch bei der jüngsten Krise in Bolivien der Fall: Ende August traf US-Botschafter Philip Goldberg in Santa Cruz den dortigen Gouverneur Rubén Costas. Tage später begannen die Unruhen, die das Land an den Rand eines Bürgerkriegs brachten. Letzte Woche zog Präsident Evo Morales die Notbremse und erklärte den Balkanexperten Goldberg zur Persona non grata.

Nun hat Brasiliens Präsident Lula diesen Schritt öffentlich als „korrekt” bezeichnet. „Die Aufgabe eines Botschafters ist es nicht, innerhalb des Landes Politik zu machen,“ sagte Lula. Es sei allgemein bekannt, dass sich die US-Botschaften in mehreren Phasen der lateinamerikanischen Geschichte eingemischt hätten. Wortlaut des… weiter lesen