07.05.2012 von lottmann
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Bekommt Tex Rubinowitz den Wolfgang Koeppen Preis?

von lottmann

FRAGEN SIE JOACHIM LOTTMANN
„Bekommt Tex Rubinowitz in diesem Jahr den Wolfgang Koeppen Preis?“ L.K. Bennett, Klagenfurt (in Kärnten).
Antwort: Der deutsch-österreichische Schriftsteller, sing-a-song-writer, Performance-Punk-Künstler und Karikaturist Tex Rubinowitz hat gewiß das Potential, den anerkannten Wolfgang Koeppen Preis der Stadt Greifswald zugesprochen zu bekommen. Leider bin ich jedoch verpflichtet, bis zum 15. Mai darüber Stillschweigen zu bewahren.
„Was halten Sie vom wenig bekannten Werk der Autorin Lydia Mischkulnig? Hätte sie nicht den Wolfgang Koeppen Preis verdient, und wenn nicht, warum?“ Hugo Meisl, Wien 14. Bezirk (Hütteldorf).
Antwort: Hierauf gebe ich dieselbe Antwort wie auf die Frage nach Tex Rubinowitz. Ich bitte um Verständnis. Ich bin nicht mehr der Jüngste, habe die Fünfzig unlängst überschritten und kann nicht mehr jede Frage individuell retournieren.
„Haben Sie in Ihrer Jugend den Lübecker Romancier Thomas Mann gelesen?“ Michaela Kors, Arnsberg bei Zürich.
Antwort: Natürlich habe ich beide Manns… weiter lesen

25.04.2012 von lottmann
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Joachim Lottmann vs. Wolfgang Koeppen

von lottmann

Hier noch einmal die ursprüngliche, noch unredigierte, handschriftliche Fassung des gestern ins Netz gestellten FAZ-Textes. Inzwischen hat sich natürlich viel getan, und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich preisgebe, daß Anna Katharina Hahn fast uneinholbar in Führung liegt, gefolgt von Tex Rubinowitz, der allerdings bereits als Favorit für den diesjährigen Ingeborg Bachmann Preis bei den Literaturtagen in Klagenfurt gilt (Kandidat von Hubert Winkels):

“Im Juni 2010 wurde der Schriftsteller Joachim Lottmann auf Vorschlag von Sibylle Berg mit dem angesehenen Wolfgang Koeppen Literaturpreis der Stadt Greifswald ausgezeichnet. Das Besondere dieses Preises ist, daß der Preisträger nach zwei Jahren seinen Nachfolger selbst bestimmt.

Die Suche nach dem Koeppen Preis

Von Joachim Lottmann

Am liebsten hätte ich Christian Kracht als neuen Preisträger gesehen. Es wäre eine Herzensentscheidung gewesen. Ich las vorab seinen neuen Roman ‚Imperium‘ – sein Verleger Helge Malchow hatte ihn überglücklich aus Kenia mitgebracht, wo der Autor wohnte – und… weiter lesen

24.04.2012 von lottmann
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Wolfgang Koeppen Preis 2012

von lottmann

Marcel Reich-Ranicki hat einmal über das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gesagt, es sei fehlerhaft, ärgerlich, schlecht, sehr schlecht, aber doch das beste Feuilleton des deutschsprachigen Raumes. Das muß man wissen, wenn man auf seiner eigenen Seite den Bericht über die verzweifelte Suche nach dem Koeppen-Preisträger von 2012 liest, verfaßt vom noch amtierenden jetzigen Preisträger, der ja bekanntlich Joachim Lottmann heißt:

f1204211.z04

Ein guter Text, ein SEHR guter Text, würde ich mit MRR sagen…

03.02.2012 von lottmann
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ABDANCEN MIT JOACHIM LOTTMANN. Der Film.

von lottmann

Bei der schönen Veranstaltung mit Christopher Just kürzlich im ‘KIOSK’ ist ein Dokumentarfilm entstanden, der von den Machern unter dem treffenden Titel ‘ABDANCEN MIT JOACHIM LOTTMANN’ ins World Wide Web gestellt wurde. Man hört mich dort z.B. ausgiebig über eine biographisch wichtige Begegnung mit Kim Wilde im Jahre 1981 plaudern, und dabei spielt Christopher Just ihren damaligen Nr. 1 Hit ‘Kids …in America’. Das ist sehr amüsant anzusehen, zumal auch Außenstehenden durch das Filmdokument vermittelt werden kann, was dieser legendäre Ausdruck bedeutet, also “abdancen”, noch dazu “mit Joachim Lottmann”: das ist ganz offensichtlich dann gegeben, wenn das ganze Haus sich im Rhythmus bewegt, die Beine, die Arme, die Kleidung, die Zigaretten, das Vodkaglas, die Mauern, die Kleiderständer, die Rauchwolken… alles vibriert, alles pulsiert, alles durchblutet sich gegenseitig oder sich selbst, ob mit oder ohne Musik, all night long… Aber seht selbst:

Dokumentarfilm, Deutschland 2012. Der legendäre Abend vom 19.… weiter lesen

28.01.2012 von lottmann
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Unterwäsche

von lottmann

Heute nahm ich mir die Geschäfte für Dessous vor, nachdem ich für die einzige echte Tageszeitung mit Niveau hier in Wien über die allgemeine und zunehmende Pornographisierung des Landes zu schreiben hatte (die Ausgabe erscheint morgen, aber schon jetzt am späten Abend sieht man die Nachtbummler Wiens diesen Artikel gierig verschlingen). Also, die Lingerie. So heißt die Branche neuerdings. Victoria’s Secret hat den neuen terminus technicus durchgesetzt. Ich gehe den Graben entlang, diese Straße in der Innenstadt, und sehe überall dieses ebenfalls neue und häßliche Wort SALE. Spricht man wohl ‘sejl’ aus. Selbst die normalen Läden mit diesem SALE Schild arbeiten mit Nacktpuppen. Früher wäre das schlicht unerhört gewesen. HUMANIC, Triumph, BIPA, Palmers, überall Nacktmodelle, auch auf Fotos. Die tragen zum Teil Strumpfbänder wie vor hundert Jahren im Bordell. Rüschen, kleine Diamanten auf der Unterhose, im Schritt, auf den Körbchen genau in der Mitte. Die Schaufensterpüppchen knochig, kindhaft, trotzdem busenbetont.… weiter lesen

26.01.2012 von lottmann
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Pornographisierung von Staat und Gesellschaft, neue Rezensionen

von lottmann

Seit Jahresbeginn gibt es eine zweite Welle von Besprechungen für die im Spätherbst erschienenen Romane. Welt am Sonntag Blattmacher Matthias Wulff, nicht verwandt mit dem unseligen Bundespräsidenten, hat in seiner neuen Eigenschaft als Feuilletonchef des Berliner Spriner-Flaggschiffs ‘Berliner Morgenpost’ nachfolgende Rezension unter der kryptischen Headline ‘Ein Buch für die kalte Jahreszeit oder auch zwei’ verfaßt. Hat mir natürlich sehr gefallen. Tatsächlich beschäftige ich mich zur Zeit NOCH EINMAL mit dem Thema des Buches, also die zunehmende Pornographisierung von Staat & Gesellschaft. Dazu gleich mehr, vorher aber der Matthias-Wulff-Text:
Für Paranoiker

Aus voyeuristischer Sicht sind Joachim Lottmanns Romane interessant, weil die eine Hälfte der Wahrheit entspricht und die andere verzerrt, überhöht, verfälscht ist. Welche Hälfte wahr ist, weiß wahrscheinlich selbst Lottmann nicht.

Erstaunlich bleibt es, wie ein Mann, der Schwierigkeiten hat dem anderen unverkrampft gegenüberzutreten, einen so treffenden Blick für Schwächen und Macken des Gegenübers hat. Populär wurde er durch… weiter lesen

11.01.2012 von lottmann
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Immer wieder, auf und nieder: Hundert Tage Alkohol

von lottmann

Im ‘Tagesspiegel’ erschien gestern eine aufwendig erstellte Rezension (9.500 Zeichen) des Romans ‘Hundert Tage Alkohol’, auf die man einmal und erstmals grundsätzlich eingehen könnte. Ich sonne mich ja seit Ewigkeiten in dem Bewußtsein, radikal mißverstanden zu werden. Das ist ein Gefühl echter Freiheit. Und es entsteht auf jedem Niveau. Also dann, wenn ich böse angegriffen werde, und auch dann, wenn ich – wieder aus fundamentalen Mißverständnissen heraus – gefeiert werde, wie jetzt bei Gerrit Bartels. Ich fragte mich gestern beim Einschlafen, ob ich eigentlich jemanden seine falsche Sicht ausreden könne, ob das überhaupt möglich sei, ganz abgesehen davon, daß es für mich natürlich geschäftsschädigend wäre. Denn meine Wirkung hat sicherlich mit diesen vielen falschen Bildern zu tun, die meine Texte hervorrufen. Bartels zum Beispiel hat nun schon den dritten Langtext über mich im ‘Tagesspiegel’ geschrieben. Wohlweislich haben wir es beide vermieden, uns jemals zu treffen oder wenigstens zu telefonieren. Seine… weiter lesen

03.01.2012 von lottmann
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Im Rausch der Tiefe

von lottmann

In der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung findet sich auf der Seite eins des Feuilletons ein bemerkenswerter Essay über das euphorische Lebensgefühl in der Stadt Wien. Dort, in der österreichischen Hauptstadt, leben zumindest große Teile des gehobenen Bürgertums samt angeschlossenen Künstlerkreisen in bester Stimmung. Ja, selbst die übrigen Schichten der Bevölkerung scheinen gute Laune zu haben. Das ist erstaunlich, bedenkt man den finsteren Tenor aller Aussagen, die in Deutschland zum Jahreswechsel getan werden. Es ist ja ein einziges Geschimpfe, vom Taxifahrer bis zum angesehenen Leitartikler: alles ist angeblich korrupt, marode, geht den Bach runter, verlogen, aussichtslos, am Ende. Der Politik darf man kein Wort mehr glauben, die Wirtschaft ist ein hybrides, geistesgestörtes Spielkasino, die Religion ein Ort millionenfacher Kinderschändung, Christian Wulff der größte lebende Peinsack seit 1945. Oder so ähnlich. Ich kann nur den Sound wiedergeben, nicht das Detail. Hartz 4, diese Lachnummer, wird immer lächerlicher, angeblich, mit zehn… weiter lesen

01.01.2012 von lottmann
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Henri Nannen Preis 2012

von lottmann

Folgender Artikel in der Wochenzeitung DIE ZEIT wurde vom zuständigen Gremium mit dem Henri Nannen Preis 2012 ausgezeichnet:

Zeit_2011_41_0215
Zeit_2011_41_0216

Dieser posthume Bericht über den österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider erschien am 6. Oktober unter der Überschrift ‘Kleine Freiheit Nr. 11′. Beschrieben werden die letzten Stunden vor seinem Tod, die er in einer Klagenfurter Schwulenbar verbrachte. Christa Zöchling, die Haider gut gekannt hatte, fuhr mit mir deswegen in die Kärntner Landeshauptstadt, und wir mieteten uns in einem Hotel unweit der Bar ein. Die Momente vor unserem Einsatz waren aufregend. Würden uns die Schwulen überhaupt hineinlassen? War uns nicht die feindliche Einstellung zum Nationalsozialismus anzusehen? Durfte Frau Zöchling als Frau in dieses Männerlokal? Spürte man meine langjährige, nur mühsam auskurierte Homophobie noch immer? Würden die Homos versuchen, mich umzudrehen? Würden sie mich gar erkennen, als den deutschen Journalisten, der gern gemeine Geschichten schrieb? Oder Frau Zöchling, die mit ihrem Buch über… weiter lesen

31.12.2011 von lottmann
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Besinnliche Festtage mit Matthias Matussek

von lottmann

Wen, wenn nicht ihn, und wann, wenn nicht jetzt, in der Weihnachts- und Jahresendezeit, sollte man Matthias Matussek treffen, den streitbaren Katholiken und bekanntesten SPIEGEL-Autor aller Zeiten? Ach, was heißt schon streitbar, was Katholik, was SPIEGEL – all diese Worthülsen verblassen, wenn man das innere Leuchten dieses Mannes selbst und hautnah erlebt. Es ist der vierte Advent, als der Papstfreund in Schwechat – so nennen sie den Flughafen in Wien – einschwebt. Die Maschine landet eine Viertelstunde zu früh. Kein Wunder: wo Matussek ist, erhöht sich stets das Tempo.
Mit dem Handy am Ohr läuft er beschwingt zum Ausgang. Am Apparat ist Gänswein. Matussek teilt es lapidar mit, nicht angeberisch, eher entschuldigend. Überhaupt hat man fortan nicht eine Sekunde lang das Gefühl, dieser Mann könne eitel sein. Das überrascht, ist doch sein Image das eines Egomanen. Der erste Kontakt ist sofort herzlich. Man überreicht ihm einen Schoko-Benedikt, und er… weiter lesen