Archive for Juni, 2007

30.06.2007 von lottmann
blogavatar

Auf der Borderline nachts um halb eins

von lottmann

Sehr geehrter Herr Blogwart Broeckers,
in Sachen Ihrer Suchmeldung kann ich womöglich einen wichtigen Hinweis beisteuern. Ich möchte Sie sehr herzlich bitten, diesen Brief im „BLOG“ zu veröffentlichen. Wahrscheinlich habe ich und mit mir drei weitere Beteilgte den Gesuchten in der Nacht von Montag auf Dienstag vergangener Woche gesehen. Da ich Herrn Lottmann nicht persönlich kenne, kann ich mich auch irren. Einer der Beteiligten, Herr Gerd Schaefer, Schauspieler aus Berlin-West (er spielt u.a. den Hausmeister in einer beliebten Fernsehserie für Kinder), der den Gesuchten aus gemeinsamen Schultagen persönlich kennt – ich hoffe, dass ich das hier richtig wiedergebe – war sich hingegen sicher, Lottmann gesehen zu haben. Wir waren mit einer Reisegruppe der NUR („Neckermann Urlaubs Reisen“, d.Red.) gegen 18.30 mit zwei Charterschiffen der Nautilus-III-Klasse (entspr. den Booten der früheren Alsterdampfschiffahrt) in der Schweinebucht angelandet. Ein anderer, größerer Teil der Touristen war mit dem – wesentlich teureren – Flugzeug… weiter lesen

29.06.2007 von lottmann
blogavatar

Gott greift ein

von lottmann

REFLEXIONEN DES COMANDANTE EN JEFE

Der liebe Gott hat mich vor Bush beschützt

Vor ein paar Minuten brachten EFE und REUTERS eine ungewöhnliche Meldung. Ich halte mich an die spanische Version: “Eines Tages wird der liebe Gott Fidel Castro holen.”

Und er äußerte dies nicht in einer frommen Kirche. So wie in West Point, wo er den berühmten Satz von sich gab, was Dutzende dunkler Flecken der Welt zu erwarten hätten, sprach unser Mann in der Akademie der Kriegsmarine in Newport. Er beantwortete eine ganz klar vorbereitete Frage über die Situation in Lateinamerika, die ein kolumbianischer Absolvent der Akademie gestellt hatte. Was für ein Zufall!

Unverzüglich fügte er hinzu, so als sei er erpicht, etwas über Kuba zu äußern und gleichzeitig unzufrieden mit dem lieben Gott: “In unserer Nachbarschaft gibt es nur ein antidemokratisches Land, und das ist Kuba. Ich bin der festen Meinung, dass die Kubaner in einer freien… weiter lesen

28.06.2007 von lottmann
blogavatar

Lebenszeichen

von lottmann

REFLEXIONEN DES COMANDANTE EN JEFE

Einige weitere Argumente zum Manifest vom 17. Juni 2007

Warum ich gesagt habe, dass Bush meine Ermordung bewilligt oder angeordnet hat? Inzwischen hat selbst die deutsche Zeitung DER SPIEGEL darüber berichtet, nämlich auf deren online Seite am heutigen Tag. Ich werde dies hier sofort ergänzen und begründen:
Dieses Thema zur Anklage seines Mordplanes bezüglich meiner Person wurde schon vor dem Zeitpunkt aufgeworfen, als er den anderen Kandidaten durch Wahlbetrug um den Sieg brachte.
Vor schon recht langer Zeit, d.h. am 5. August 2000, habe ich es in der Stadt Pinar del Río, vor zahlreichem, dort anlässlich der traditionellen Feierlichkeiten zum 26. Juli versammeltem Publikum kämpferischer Mitbürger angeprangert, in einer Provinz, welche zusammen mit Villa Clara und Havanna-Stadt aufgrund ihrer Verdienste Austragungsort dieser Veranstaltung war.
Es ist wirklich ein Rätsel, die Verantwortlichen der mehreren hundert Attentate gegen mein Leben aufzuzeigen. Es wurde jede… weiter lesen

27.06.2007 von lottmann
blogavatar

Lottmann, bitte melden!

von lottmann

Jede menschliche Organisation braucht ein unverzichtbares Minimum an Ordnung, selbst eine Organisation wie die taz, die freiheitlichen, teilweise anarchistischen Ideen zumindest in ihrer Gründungsphase nicht fremd gegenüberstand. Bei der online-Abteilung der taz ist der Blogwart für die Aufrechterhaltung der Ordnung zuständig und verantwortlich. Dieser Blogwart macht seinen Job fehlerlos.
Auch wenn ich nicht im Sinne des Pressegesetzes für den redaktionellen Teil der Zeitung “die tageszeitung.taz” verantwortlich bin, habe ich doch das Recht in Anspruch genommen, in eigener Sache zu sprechen und zu diesem Punkt zu Protokoll zu geben:
Ich bedauere zwar, dass der Blogwart gewisse Restriktionen gegen einen Kuba-freundlichen Autor verhängt hat, sehe mich aber außerstande, diese Entscheidung zu kritisieren oder gar zu revidieren. Es handelt sich um prokommunistische Fanbriefe (“Kommentare”), die der Autor erhielt und die vom Blogwart offenbar blockiert wurden. Im Namen des Autors, der zur Zeit nicht erreichbar ist, aber auch seiner Freunde und Anverwandten,… weiter lesen

27.06.2007 von lottmann
blogavatar

Der Blogwart spricht

von lottmann

So, nu hat er sich mit seiner arischen Schönheit in den Dschungel zurückgezogen, oder was. Und da kommen jetzt nur noch so Kurzwellensendungen mit Reden von Fidel Castro an und so. Nee, so geit dat nich. Mir hatter imma gesacht, ich soll man die Fanpost auch noch abdrucken hier. Soweit kommts noch. Hier liegen hunderte von Fanbriefen rum, also so Kommentare. Da ist der ganz fünsch geworden als er hier war, also dass ich die wegwerfen hab wollen tun. Du liebe Güte! Was glaubt der eigentlich, wer er ist? Schickt mir hier Fidel Castro Reden, und ich soll auch noch… nee! Ich sach allen, also jetzt ma zum Mitschreiben: GEHT DOCH RÜBER, WENNS EUCH HIER NICH PASST!
Und jetzt is finito, kapiert?
Der Blogwart

27.06.2007 von lottmann
blogavatar

Fidel Castro spricht

von lottmann

Überlegung und Manifest für das kubanische Volk

SIE WERDEN KUBA NIEMALS BEKOMMEN

Ich hoffe, keiner wird mich beschuldigen, grundlos gegen Bush vorzugehen. Zweifelsohne werdet Ihr meine Gründe für eine harte Kritik an seiner Politik verstehen.
Robert Woodward ist ein US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller, der berühmt wurde durch seine Artikel in The Washington Post, von ihm und Carl Bernstein unterzeichnet, die letztendlich zu Recherchen und dem Rücktritt Nixons führten. Er ist Autor und Koautor von zehn Bestsellern. Mit seiner gefürchteten Feder weiß er es einzurichten, dem Interviewpartner Konfessionen zu entreißen. In seinem Buch State of Denial schreibt er, dass am 18. Juni 2003, drei Monate nach Beginn des Irak-Krieges, Bush, als er nach einer wichtigen Besprechung aus seinem Büro im Weißen Haus trat, Jay Garner leicht auf die Schulter klopfte und ihn fragte:
„Hör´ mal, Jay, willst du den Iran übernehmen?“
„Mein Herr, die Jungs und ich, wir… weiter lesen

26.06.2007 von lottmann
blogavatar

15. Kapitel: In der Schweinebucht

von lottmann

Ricardo besuchte Politicky in dessen Zimmer. Letzterer lag im Unterhemd bäuchlings auf dem durchgehangenen Metallbett und schwitzte und stöhnte. Leere Flaschen lagen auf dem Boden. Die Koffer hatte er nicht gepackt. Auch sonst hatte er offenbar nichts getan. Seine Haut war viel zu weiß für diesen Breitengrad, sah gar nicht gut aus, sah schon erschreckend ungesund aus. Endlich drehte er sich um und lallte:
„Und? Alles paletti oder was? Liebt sie Dich?“
„Tja, drücken wir es so aus: Sie erinnert sich nicht mehr daran, wie wir mit dem Lizzy im Wartburg zur Ostsee gefahren sind.“
Politicky blieb liegen. Er mußte nachdenken. Dann sagte er:
„Ist das denn wichtig? Wer ist Lizzy?“
„Sie erinnert sich auch nicht mehr daran, wie wir mit Kippenberger in dem Haus von Dr. Peters in der Eifel waren.“
„Darüber habt Ihr gesprochen? Deswegen hat es so verdammt lange gedauert!“
weiter lesen

25.06.2007 von lottmann
blogavatar

14. Kapitel: Barbi kommt

von lottmann

Von dem international anerkannten deutschen Regisseur Wim Wenders gab es einen Film mit dem Titel „Paris, Texas“. Er galt unter Spezialisten als sein einziger „wirklich guter“, die anderen waren insgeheim etwas überschätzt. Dort lief ein Mann, dem seine Frau weggelaufen war, nämlich Nastassja Kinski, endlos durch die Wüste. Er nahm kein Auto, auch kein Taxi, sondern lief schwitzend, bis ihm die Kehle verdorrt war wie dem alten Tuborg Bier Opa, durch diese Wüste von Nevada, stoisch, verzweifelt, verblödet, und zwar auf dem Weg zu Nastassja Kinski, die mitten in dieser Wüste in einer Peep Show als Peepshow-Mädchen arbeitete. Er geht also in diese Peepshow, steckt eine Münze in den Automat und gafft seine nackte Frau an.
Soweit, so gut. Aber anstatt nun die Trennwand einzutreten, seine Frau zu packen, sie ordentlich zu verprügeln und wieder mit nach Hause zu nehmen zu Mann und Kindern, so wie das jeder anständige… weiter lesen

24.06.2007 von lottmann
blogavatar

…und weiter…

von lottmann

Ricardo und Matthias hatten zwar keine anderen Gesprächspartner als sich selbst, aber sie waren deswegen nicht allein. Oder auf eine andere, modernere Weise allein. Nicht so allein, wie es noch Robinson Crusoe und Freitag gewesen waren, die anderen beiden Nichtkubaner, die es auf eine Insel verschlagen hatte. Denn Ricardo und damit auch Politicky wurden schließlich beobachtet. Nämlich von Millionen von Bloglesern, die die taz online lasen. Zumindest die ehemaligen Freunde, Bekannte, Familienangehörige der beiden Abenteurer verfolgten deren Erlebnisse täglich. Morgens, gleich nach dem Klick auf den Goetz-Blog, klickten sie „Borderline“ an, und so kam es, dass wohl ein gewisses Interesse an dem Land Kuba aufkam. Jedenfalls erhielten sie immer häufiger Mails von alten Bekannten, was ihnen freilich bis jetzt entgangen war, da sie ihre Mails fast nie mehr ansahen. Es war schwer in Kuba, einen Internetanschluß zu finden. Kubaner besaßen so etwas grundsätzlich nicht. Man konnte nur in das größte… weiter lesen

23.06.2007 von lottmann
blogavatar

13. Kapitel: Cuba forever

von lottmann

Ricardo Rúiz fühlte sich von Tag zu Tag wohler. Sein Freund unterhielt ihn, und Guilia hatte er nun ganz für sich, ohne dem Zuhälter weiter begegnen zu müssen. Dem Mädchen verdankte er die für ihn völlig überraschende Erfahrung, mit einem Menschen auch ohne viele Worte glücklich sein zu können. Er hatte auch keine Angst, dass die Sache auffliegen könnte. Im worst case scenario hätte er sich darauf hinausgeredet, Opfer der kubanischen Verhältnisse geworden zu sein. Man habe ihm den Sex aufgenötigt, ja, es sei schwere Nötigung gewesen im wahrsten Sinne des Wortes und ganz furchtbar. Das hätte er dann gesagt und viel Mitleid geerntet. SIE hätte ihn verstanden.

Im best case scenario mußte er überhaupt nichts mehr erklären. Wenn er sich weiter so wohl fühlte, konnte er die Dinge einfach treiben lassen. Warum zurückkehren nach Havanna? Dort hatten sie nur halb soviele Denkmäler wie hier. Oder nach Europa? Wollte er… weiter lesen