Draußen haben sie Lautsprecher auf den VW-Bus geschnallt und spielen Kampflaute von Tigern und anderen Wildkatzen ab. Das soll die „Wilden“ (so der Aberglaube) davon abhalten, sich dem Zelt zu nähern. Ein blonder Bure wäscht sich sein erhitztes Gesicht mit Schampus ab. Aber ich habe mir fest vorgenommen, die letzte Eintragung zu komplettieren und erstmal zu erzählen, wie Holm Friebes große Abschiedsparty zuende ging.
Es ist aber schwer, das aus dem Gedächtnis noch hinzukriegen. Wo war ich stehengeblieben… ach ja, bei dem netten Gespräch mit Harriet Wolff, Wolfgang Herrndorf und mir. Eigentlich sah Herrndorf sehr nett aus, auch aus der Nähe, und ich begann, mich richtig zu freuen, daß er neben mir stand. Auch er machte mir zum erstenmal ein Kompliment, indem er nämlich sagte, ich würde gut aussehen, so anders, irgendwie „erwachsen“. Dann sagte er:
„Ich weiß, Du wirst darüber nicht reden wollen, aber trotzdem, ich will… weiter lesen
Archive for August, 2007
Ich hatte eine Farm in Afrika. Morgens sangen die Feldarbeiter ihr trauriges Lied. Aber bevor es soweit war, wollte ich mir Holm Friebes Geburtstagsparty nicht durch die Lappen gehen lassen. Mein Flug, ursprünglich auf den 5. August angesetzt, verschob ich um einige Tage. Nur: Hielt die große Party, was sich alle von ihr versprachen? Immerhin war Sommerloch und niemand in der Stadt, außer Brad Pitt, Angelina Jolie, Tom Kruise, der Bürgermeister und eben Holm Friebe selbst.
Gleich zu Beginn die Überraschung: Der mastermind wollte im kleinsten Kreis feiern! Keine action mehr nach all dem Trubel der letzten beiden scoop-Jahre. Endlich zurücklehnen, die Presse aussperren, den Kindern (in Produktion) ein guter Vater sein, der Frau (Catrin) ein guter Mann. Dazu ein paar Freunde aus der Frühzeit der Bewegung. Nur erprobte Kampfgenossen. Ich sah als erstes Wolfgang Herrndorf, gut zu erkennen natürlich an der glühenden Glatze, frisch rasiert und poliert, in… weiter lesen
Immer zäher wird das Ringen um die Große Afrikareise. Die meisten Freunde denken, ich sei längst da. Verschollen im Busch. Sie rufen nicht mehr an, hoffen auf eine Wiederkehr in Gesundheit und alter Frische im Herbst. Andere rufen nicht mehr an, weil Sommerloch ist. Das Sommerloch ist am 1. August am tiefsten, hat die Bild Zeitung wissenschaftlich errechnet. Also ungefähr jetzt. Da ist der Hund sowas von begraben, das gibt es gar nicht. Aber in Wirklichkeit, sozusagen hinter den Kulissen, laufen weiter die beinharten, knüppeldicken Kostenschlachten mit Sponsoren, dem Reisebüro, dem Verlag, der Zeitung, dem Gastgeber, der Freundin – zum Thema Afrika. Die neueste Schikane: Wenn ich nach 24 Stunden Gesamtflugzeit (über die Vereinigten Arabischen Emirate) endlich in Kapstadt ankomme, muß ich noch 140 Kilometer Fußweg bis zum kolonialen Anwesen meiner deutschen Freunde zurücklegen. Keine Ahnung, wie DAS auch noch zu schaffen sein soll. Mittendrin streiken garantiert die Träger, die… weiter lesen
Endlich verstehe ich, wie ich einst die Themen Afrika und Klima verwechseln konnte. Ein Freund von mir, Dr. Cornelius Reiber, ordentlicher Professor in Harvard, den ich gestern zufällig im offenen Wartburg traf (also ich im offenen Wartburg, er zu Fuß, wir beide im malerischen, spätsommerlichen Bötzow-Viertel), reagierte nämlich genauso wie ich. Ich hatte Dr. Reiber immer gern gemocht, ein großer Kopf, brillianter Denker und hoher Funktionär der Z.I.A., und so bremste ich gern für ihn (anstatt für Tiere, wie ein Aufkleber an der Heckscheibe verhieß). Nachdem er sich von dem Schreck erholt hatte, half ich ihm hoch, und wir kamen sofort ins Gespräch. Schnell waren wir auch beim Thema Klima, und er sagte übergangslos, Afrika sei eben ein ganz und gar kaputter Kontinent. Wie kam er auf Afrika, da wir doch beim Klima waren? Es war einfach die natürliche Assoziation! Es handelt sich wohl um das sich gerade zusammenbrauende herrschende… weiter lesen