Archive for Februar, 2008

26.02.2008 von lottmann
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Thomas André & Daniel Calderón Schmidt

von lottmann

…die beiden Jungs waren tatsächlich fix: heute bereits erschien ihr großes Lottmannportrait in der Zeitung! Sie hatten es zwar angekündigt, aber ich hatte es nicht geglaubt. Den ganzen Stoff, das ganze Phänomen – quasi über Nacht runtergeschrieben! Dass der Computer da nicht abstürzte, ein Wunder. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie zu zweit waren; so konnte der eine immer schlafen, während der andere weiterschrieb. Vielleicht besaßen sie sogar ZWEI Computer. Sodaß auch ein Elektronikgerät immer ausgeschaltet werden konnte, stundenweise. Sehr clever, die jungen Leute heutzutage! Eher zufällig war ich auf den Artikel gestoßen: Judith und ich waren Unter den Linden unterwegs, hatten einen Kranz in der Neuen Wache abgelegt, das Zeughaus besucht, dann das sogenannte ‘Pei’-Gebäude, und dort lag WELT KOMPAKT aus.
Ich las die Story mit ihr, Judith, zusammen, was ein Fehler war, denn obwohl sie in der Geschichte sehr gut wegkam, entdeckte die junge Frau eine kleine,… weiter lesen

23.02.2008 von lottmann
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Frühling in the city

von lottmann

Wir erreichten das Lokal noch vor den beiden Reportern, wenn auch nur um wenige Sekunden; schon kamen sie mit einem Fahrrad (!) angebraust. Der eine lenkte und trat in die Pedalen, der andere saß auf der Lenkstange. Das ging natürlich nur, weil der verhältnismäßig klein war. Aber auch der andere war kein Riese. Zwei kleine Menschen von einer kleinen, sympathischen Zeitung, dachte ich. Wir trafen alle direkt vor dem Wartburg zusammen, der noch vom Vorabend neben dem Eingang der Maxim Biller Bar stand. Wir waren zu betrunken gewesen, um die 300 Meter bis zur Wolliner Straße mit dem Auto zu fahren. Das war ganz gut so, denn so kamen wir zu diesem ersten Frühlingsspaziergang.
Es sollte nun also mein erstes Interview mit dieser Art Kinderzeitung stattfinden (die in Wirklichkeit durchaus von Erwachsenen gelesen wurde), und ich freute mich darauf.
„Ich bin schon ganz aufgeregt!“, schoß es aus mir… weiter lesen

21.02.2008 von lottmann
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Armer Fidel Castro

von lottmann

Erst dachte ich, die Traurigkeit über Fidel Castros Rausschmiß würde schon wieder verfliegen bei mir. Aber sie wird nur jeden Tag größer. Die haben dem armen Mann den Stecker rausgezogen. Der hatte nämlich das Internet entdeckt, auf der Krankenstation, genauer gesagt: das Bloggen. Immer öfter setzte er lustige politische und persönliche Gedankenspiele ins Netz, nämlich auf der online-Seite der Parteizeitung ‘Granma’. Ich habe das immer gern gelesen. Ich glaube, der commandante en jefe las auch taz.online, und er tat es gern. Inzwischen ist er ja auch gar nicht mehr so krank. Er hüpft rum und hat Spaß am Leben. Mit Brasiliens Präsident Lula hat er letzten Monat nur Faxen gemacht. Und nun wollten sie ihn weghaben, die anderen Machthaber. Das wurde ihnen zu albern, das Bloggen, das Spielen mit dem Computer. Das soll ja auch schon in unseren Kreisen vorgekommen sein (letztes Beispiel: Jens Jessen). Man macht sich schnell lächerlich… weiter lesen

16.02.2008 von lottmann
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…und weiter…

von lottmann

Nach dem Film wechselten wir in die Maxim Biller Bar am Zionskirchplatz Ecke Kastanienallee (“BAR 103″), da wir nicht den GANZEN Tag inmitten der ‘berlinale crowd’ verbringen wollten, wie sich Peter in seiner gebrochen anglophilen Art ausdrückte. Er ist ja von den USA schwer beeindruckt gewesen als junger Mensch, was ihn von allen anderen Alt-68ern unterschied. Er liebte Amerika, weil er Deutschland haßte, genau gesagt: das Deutschland der 50er Jahre. Ich habe nie verstanden wieso. Auch jetzt fing er wieder davon an, obwohl inzwischen Judith Bröhl mit am Tisch saß, sogar ihm gegenüber, und nur Bahnhof verstand. Warum haßte dieser gutaussehende, stattliche, keineswegs alt wirkende Herr die 50er Jahre? Wann waren die überhaupt gewesen, vor hundert Jahren? War das die Zeit von Hitler? Selbst Judiths Großeltern hatten diese Zeit nicht mehr erlebt.
“Ihr könnt euch gar nicht vorstellen”, sagte Peter Schneider und lächelte in sich hinein, “wie muffig die… weiter lesen

15.02.2008 von lottmann
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Berlinale 5

von lottmann

Aus Versehen geriet ich in einen japanischen Kinderfilm (‘Kung Fu Kun’), aber ausgerechnet der brachte mir die schönsten Erkenntnisse. Die Kinder strahlten alle (im Film, nicht im Zuschauerraum), die Lehrerin auch, der Schuldirektor, der Polizist. Überall Freundlichkeit, gute Erziehung, Lerneifer. Und die Ästhetik! Alle 53 Kinder tragen in allen 250 Einstellungen jedesmal andere Sachen, jedes einzelne Kind, und immer stimmt alles, in Farbe, Form, Schnitt, Styling: intelligent sieht das aus, schlicht, geschmackvoll, kurz: da ist eine Kultur am Werk, die der unseren überlegen ist! Und wenn man dann wie ich als nächstes in einen Film aus Uganda geht, und vorher aus einem aus Pakistan kam, kann man nur den Kopf schütteln und ausrufen: “Mein Gott, warum starren wir immer auf diese widerwärtigen Steinzeitkulturen, anstatt auf solche, von denen wir noch etwas lernen können!”
Dann wieder Peter Schneider. Er sagt zu mir, man werfe ihm (d.h. den Alt-68ern) vor, ähnliche… weiter lesen

13.02.2008 von lottmann
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Gloria aus Südafrika (Berlinale 4)

von lottmann

Der Bruder war nun immer mit von der Partie, ebenso die Melba, aber auch viele andere, etwa Gloria aus Südafrika, Judith, Armin Boehm, Peter Schneider und so weiter. Eben Berlinale. Wir sahen mitten am Tag `Susana, Tochter des Satans´ von Luis Bunuel, Mexiko 1950. Irre, dieses Mädchen, das hatte echt den Teufel im Leib! Sowas gab es ja früher. Alle waren hinter dieser Susana her. Sie sitzt zu Beginn des Films in einer Besserungsanstalt für gefallene Mädchen, aber Gott tut ein Wunder an ihr und läßt sie freikommen. Mitten in einer schlimmen Gewitternacht gelingt es ihr, auszubrechen. Bewußtlos und restlos durchnäßt und verschlammt bricht sie vor den Türen einer reichen Hacienda zusammen. Sie sieht unglaublich gut aus, was dem Patron, der sie findet, sofort auffällt. Ihre wirklich beispiellose körperliche Beschaffenheit bzw. Schönheit verdreht den Männern den Kopf. Der Sohn des Patron verliebt sich in sie. Der Vorarbeiter aber auch. Der… weiter lesen

12.02.2008 von lottmann
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Heike-Melba Fendel

von lottmann

‘Jerusalema’ war dann der nächste Film der Gegenwart, Südafrika 2008, ich sah ihn im Berlinale Palast mit meinem Bruder und mit Heike-Melba Fendel sowie 1.200 ausgesuchten Filmkritikern und Kulturjournalisten aus aller Welt. Mächtig Beifall, feierliche Stimmung, richtig erhebend, irgendwie das neue Obama-Feeling. Die Schwarzen, die 1994 die Freilassung Nelson Mandelas erleben. Die euphorisch in die glitzernden Innenstädte laufen und denken, nun gäbe es endlich alles „for free“, umsonst. Zehn Jahre später sind genau diese Innenstädte völlig zerstört. Die Hochhäuser von kriminellen Gangs „in Besitz genommen“, also den rechtmäßigen Eigentümern einfach weggenommen, besser gesagt: geklaut. Wasser, Strom, Gas, Toilettenspülung gibt es nicht mehr, die Mieter zahlen die Miete an die schwer bewaffneten Gangster, werfen den Müll und die Exkremente aus dem Fenster. Explodierende Kriminalität, Drogen, Prostitution und so weiter, schrecklich. Die ganze Stadt sieht aus wie ein Rapper-Video. Frauen kommen nur als arschschwingende halbnackte Nutten vor, Männer schleppen immer tonnenweise schwere… weiter lesen

11.02.2008 von lottmann
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Berlinale 2

von lottmann

Richtig geniessen kann man die Berlinale nur allein. Deshalb habe ich Judith Bröhl heute ihren “girl’s day” gelassen und bin, bewaffnet nur mit reichlich Geld, einer Thermoskanne mit Pfefferminztee, dem neuen SPIEGEL (‘Obama – der Messias-Faktor’), zwei Orangen und einer Tafel Ritter Sport Weisse Voll Nuss, was alles in Lars Olav Beiers Berlinaletasche Platz fand, alleine losgezogen. Vier Filme an einem Tag, das macht sowieso keine Frau mit. Und so begann ich mit Bunuels ‘Abismo de Pasión’ (Mexiko 1953/54) um 15 Uhr, machte weiter mit ‘Una Mujer sin Amor’ (Mexika 1951/52) im Cinemaxx 8, wechselte um 20 Uhr ins Arsenal 1 im Filmhaus am Potsdamer Platz zu ‘Son of a Lion’, Pakistan 2008. Hoppla, wird mancher jetzt denken, warum plötzlich so neuzeitlich? Weil ich es so mag, wenn der Regisseur – in diesem Fall Benjamin Gilmour – nachträglich seinen Film erklärt, vor hunderten von Leuten. Der Mann sagte also, im… weiter lesen

10.02.2008 von lottmann
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Berlinale

von lottmann

Mit Lars Olav Beiers Berlinaletasche komme ich auch dieses Jahr kostenlos in alle Veranstaltungen. Natürlich sehe ich alle 20 Bunuelfilme aus der Mexiko-Zeit. Die Leute kennen mich nun schon, wissen, daß ich Lars Olav Beier vom SPIEGEL bin, lassen mich ängstlich durch. Interessant sind auch die Filme aus Thailand, Japan, Singapur und Persien. Qualle riet mir, ich solle ‘Das Leben des Andrew Wilson’ oder so ähnlich sehen. Er selbst kam extra wegen der Rolling Stones nach Berlin, und fuhr dann gleich wieder (nach ein paar Joints im Hotelzimmer mit Keith? Jung geblieben ist er ja, der Qualle). Dann kam ich gestern mit einem ins Gespräch, der angeblich manchmal für die ‘SZ’ schreibt und Tobias Kniepe oder so hieß. Er meinte, die Altmeister der Regisseure dürften keine Filme mehr machen, und das sei ungerecht. Dachte er an Hitchcock? Weil der schon tot war? Nein, Billy Wilder habe in den letzten 20… weiter lesen

08.02.2008 von lottmann
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Jetzt doch für Obama

von lottmann

Jetzt bin ich DOCH auf die Seite Barack Obamas umgeschwenkt! Ich gebe ja zu, daß Hillary mich zunächst begeistert hat. So eine strahlende, mitreissende Frau, blond, blaue Augen, rote Lippen, und so vor Tatendrang platzend: das hat mir als Mann natürlich gefallen. Und was kann es Schöneres geben als eine energische, lebensfrohe, attraktive junge Frau (siehe Foto), die im Hintergrund einen älteren, erfahrenen, visionären Ex-Präsidenten stehen hat? Da habe ich natürlich ein bißchen an mich selbst gedacht (wieder siehe Foto), und das war falsch. Hillary ist nicht Judith, und ich bin nicht Bill. Judith interessiert sich nämlich gar nicht für das Gesundheitssystem, die Parteienpolitik und die Finanzierung des Irak-Krieges. Sie interessiert sich eher für Obama. Und das ist gut so.
Wer ist Obama, warum ist er der bessere Kandidat? Nun, er hat ein sehr kluges Buch geschrieben, und Leute, die kluge Bücher schreiben, sollten mir stets näher sein als… weiter lesen