Archive for Februar, 2008

06.02.2008 von lottmann
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Obama vs. Foer

von lottmann

Puh – das ist ja gerade nochmal gutgegangen. Obama bleibt außen vor, die große Bewegung ist gestoppt. Hillary Rodham Clinton und ihr sympathischer Mann Bill haben New York und Kalifornien gehalten, und damit unser aller Arsch gerettet. Jonathan Safran Foer schickte mir eben eine Jubel-Mail deswegen und hängte ein Foto an, das uns in Berlin in der American Academy zeigt, wo Jonathan ein halbes Jahr im Philip-Albers-Trakt wohnte. Er bat mich am Abschiedsabend um ein Foto von uns beiden, und ich sagte scherzhaft, das könne er machen, wenn er es nicht in den Medien verwende. Er stimmte zu, veröffentlichte es dann aber doch in seiner Universitätszeitung – mit einem Balken vor meinen Augen. (Sollte ich ihn deswegen verklagen, wie das in den USA üblich ist, auf 100 Millionen Dollar à la Tom Cruise? Weil man mich nämlich DOCH erkennt? Nein, ich werde es nicht tun.)
Jedenfalls meinte Jonathan, mit… weiter lesen

04.02.2008 von lottmann
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Carla Bruni

von lottmann

Manchmal kommt es zwischen Judith und mir zu inhaltlichen Mißverständnissen. In letzter Zeit natürlich weniger, da wir uns immer besser verstehen. Aber als ich ihr die SPIEGEL-Titelgeschichte ‘Die Erotik der Macht’ über Carla Bruni und Sarkozy zu lesen gab, war es mal wieder soweit. Judith liest eigentlich alles gern, was ich ihr vorschlage, sogar Sachbücher (‘Wir nennen es Arbeit’ von Holm Friebe und Sascha Lobo) oder Romane (‘Die Reise’ von Sybille Berg) und Zeitungsartikel (‘Die neue SL-Klasse’ von Christian Wüst), ja sogar Lyrikbändchen (‘Meine schönsten Frühlingsgedichte’ von Rainald Goetz). Aber bei dieser Bruni-Geschichte, immerhin schon mehrere Wochen alt, mochte sie nicht folgen. Erst ließ sie sie in der Geheimwohnung liegen. Dann degradierte sie sie zur Klolektüre. Das ist an sich nichts Schlechtes. Die letzten vier Vertreter der Klolektüre waren berühmte Werke namhafter Autoren gewesen, unter anderem ‘Ästhetik der Vermittlung’ von Bazon Brock. Jetzt endlich, heute morgen bei der Fahrt zum… weiter lesen

03.02.2008 von lottmann
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Stammtisch

von lottmann

Es war Sonntag, der 3. Februar 2008, und man saß natürlich in der „BAR 103“ in der Kastanienallee beim politischen Frühschoppen, sozusagen am Stammtisch. Ich weiß, das Wort ist verpönt, aber wie soll man es sonst nennen, wenn am Sonntag Mittag nach dem nicht vorhandenen Kirchgang in der Zionskirche deutsche Männer in der Maxim Biller Bar sitzen und bei einer kühlen Maß Bier über Barack Obama reden? Armin Boehm, der nicht aus Leipzig kommende romantische Maler mit dem großen kommerziellen Erfolg, war für McCain, den er sehr sympathisch fand. Ich sagte, Obama sei ein Rapper, und ich könne Rapper nicht leiden. Judith war ebenfalls für McCain, weil der als einziger Kandidat nicht religiös war. Sie verabscheute alles Religiöse, aber im Grunde verabscheute sie auch alles andere, was außerhalb der stupenden Alltagslogik von Aldi, Schlecker, gefülltem Kühlschrank, bezahlter Telefonrechnung und ´gutem Sex´lag, als da wären Literatur, Oper, Ballett, Kunst, Geschichte, Tradition,… weiter lesen