Archive for Mai, 2008

17.05.2008 von lottmann
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Potsdam

von lottmann

Eva Klose rief mich an, ganz aufgeregt. Ich müsse unbedingt Rainald Goetz’ Blog KLAGE lesen, da schreibe er über Potsdam und die Bild Zeitung. Da tät ich mich doch auch immer so für interessieren. Und den Döpfner, und die Friede Springer, alle da, alles dabei. Ich las das dann auch durch und war erstaunt, daß die fundamentalen Veränderungen in der Bild Zeitung, die es in den letzten fünf Jahren gegeben hat, gar nicht zur Sprache kamen. Wie war das möglich? Wie konnte ein so feiner, feinnerviger Mensch wie der Autor das nicht sehen? Oder hatte ich bloß die falsche Stelle erwischt, und Rainald hatte alles Sagenswerte über die Verprollung und Vulgarisierung unserer ehemaligen einzigen Volkszeitung längst geschrieben, schon im letzten Jahrtausend, vorausblickend, sensibel? Bestimmt war es so. Wenn aber doch NICHT (ich wage es kaum zu denken), sei es für die Nachzügler wiederholt:
Die Bild Zeitung war vor 20,… weiter lesen

16.05.2008 von lottmann
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Dalai Lama

von lottmann

Aus der (gewiß etwas peinlichen) Tatsache, daß ich meinen Peking 2008 Boykott nach Rücksprache mit Freunden, befreundeten Politikern, Veranstaltern, Sportfunktionären, Sponsoren und anderen beteiligten Wirtschaftsfachleuten abgesagt habe, schliessen jetzt neuerdings alle möglichen Personen und Unpersonen, ich würde mich nun auch weigern (“konsequenterweise”), den Dalai Lama während seines Deutschlandbesuchs zu empfangen. Gestern wurde übrigens auch meinem Berliner Mitbürger Klaus Wowereit die entsprechende Frage (auf seine Person bezogen) gestellt, und er antwortete: “Das Ansinnen eines Treffens mit dem Dalai Lama ist noch nicht an mich herangetragen worden, aber wenn es der Fall wäre, würde ich darüber positiv, äh, es erwägen.” Ich möchte das auch für MICH ganz klar darstellen, ohne Hintertürchen: Ich habe niemals behauptet, ein Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter aktiv ausweichen zu wollen oder zu würden, beziehungsweise es zu verhindern. Ich bin offen und auch kein Freund zugeschlagener Türen. Ja, ich werde den Dalai Lama in meiner repräsentativen… weiter lesen

15.05.2008 von lottmann
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Oliver Kahn

von lottmann

Bevor wir zu Oliver Kahn kommen, erstmal einen herzlichen Glückwunsch an Helmut Kohl. Der beliebte Altkanzler hat geheiratet. Im Internet kann man die Zeremonie noch einmal betrachten, in einer stillen Stunde vielleicht, nachts, wenn die Kinder schon schlafen. Matt glänzen die goldenen Eheringe, die Helmut Kohl für sich und seine Frau ausgesucht hat. Auf einem silbernen Tablett reicht der Monsignore die Ringe an den Altkanzler, der einen seiner Braut an den Finger steckt, sie tut es ihm gleich, und beide küssen sich. Behauptet Kai Diekmann in der Bild Zeitung, und fährt fort: “Die hohen Fenster der kleinen Kapelle standen weit offen, das Licht der Sonne fiel strahlend hell auf den Altar, gehauen aus einem uralten, massiven Eichenstamm…” und so weiter. Sehr schön. Die können noch schreiben, die Jungs.
Doch nun zu Oliver Kahn. Zum x-ten Mal ist eine Oliver-Kahn-Autobiograhphie erschienen, wieder ist sie angeblich von ihm, wieder heißt sie… weiter lesen

13.05.2008 von lottmann
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Indien

von lottmann

Man hätte es sich eigentlich denken können, ja MÜSSEN nach den atemberaubenden Berichten via Internet: Judith Bröhl bleibt natürlich in Indien! Ade, schöne Bildungsreise, jetzt wird es ernst. Und schon machen sich viele aus der Szene, die die Berichte oftmals ebenfalls gelesen haben, Gedanken, ob Indien nicht das bessere Land wäre zum Leben. Deutschland ist ja nun spätestens seit dem abermaligen Linksruck nicht mehr auszuhalten (man denke nur an den vulgären Putsch gegen Aust, Matussek und die weltoffen-patriotische Führunggspitze des SPIEGEL Anfang des Jahres), aber natürlich hatte niemand die angeblichen neuen hot places wie Shanghai, Hongkong, Singapur, oder gar Peking reizvoll finden können. Nicht einmal zum Hinfahren, außer vielleicht Thailand. Aber INDIEN – darauf mußte man erstmal kommen! Das ist natürlich etwas anderes. Nicht bloß blöder Turbokapitalismus plus Diktatur & Kulturlosigkeit. Nein, ein völlig anderer Kosmos, und Geldverdienen kann man trotzdem da. Weil es eben genauso angesagt ist wie das… weiter lesen

12.05.2008 von lottmann
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Karneval der Kulturen

von lottmann

Den Karneval der Kulturen lasse ich mir nicht nehmen, da zeige ich Flagge, da bin ich da! So viele verschiedene Völker, und doch alles Menschen, alle auf verblüffende Weise anziehend. Man möchte fast alle an sich drücken. Wie sie zwar alle verschiedene Trachten tragen, verschiedene Kappen aufsetzen, mit ganz unterschiedlichen Goldkettchen und Gebetsmühlen rasseln, ABER auf dieselbe Weise tanzen, den Hintern schwenken und den Kopf zurückwerfen, Freude zeigen, Neugierde, Stolz… und sich darin so wiedererkennbar ähnlich und nahe sind: das hat mich echt zum Weinen gebracht! Peru, Nicaragua, Kreuzberg, Türkei, Guinea, Tibet, Norwegen, Montenegro, Straubing… 4000 verschiedene Gruppen, 260 Wagen, 1,3 Millionen Teilnehmer aus allen Staaten der Welt (außer Österreich). Das ist das Erbe des alten Berlins, also West-Berlins, das fortlebt, also das Erbe (auch wenn das reale Westberlin zerbröselt), unbeachtet, aber mit nicht zu unterschätzender Wirkung. Mein älterer Bruder ist einer von diesen Leuten, die diese ‘Kultur von unten’… weiter lesen

11.05.2008 von lottmann
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Wenn der server zweimal klingelt

von lottmann

Heute also der versprochene zweite Bericht Judith Bröhls aus Indien, die dort ihre erste offizielle Bildungsreise tätigt. Ich erzählte ja bereits, daß die Vorstellungen des Westens vom ‘Internetparadies Indien’ (siehe auch die ehemalige CSU-Kampagne “Kinder statt Inder!” – Laptop & Lederhose nur für Deutsche) reine Märchen sind. Vielleicht gibt es in den Millionenstädten tatsächlich diese Armee von Usern, aber im indischen Dschungel bei Judith Bröhl und dem ‘holy man’ bestimmt nicht. Daher kommen ihre Nachrichten nur äußerst selten und dazu bruchstückhaft an. Auch muß die Rechtschreibung gestört sein, denn eine F.A.Z.-Abonnentin, die Judith inzwischen ist, würde sich womöglich gewählter ausdrücken. Oder hat der ‘holy man’ sie ins gute alte trash girl zurück gezaubert? Lest einfach selbst:
“hallo zum 2ten mal aus indien, also ich sitze gerade alleine in der hotel lobby des muuthood plaza in trivandrum und werde um halb 4 nachts zum flughafen aufbrechen und dann ca 24… weiter lesen

10.05.2008 von lottmann
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Elfriede Jelinek und Katrin Kruse

von lottmann

Viele Reaktionen auf Jelinek, natürlich. Neuer Feedback-Rekord, klar. Im Grunde müßte ich dazu irgendetwas sagen, auch wenn das nicht meine Art ist. Genauso wie Rainald Goetz fällt mir DIESE Seite des Bloggens schwer, ja ist mir unmöglich. Ich bin ein Schriftsteller der alten Art, so wollen wir es auch lassen. Höchstens eine Impression, mit Betonung auf EINE: Ich sehe Zeugnisse aus der Vergangenheit immer mit dem gleichen Auge, ob Roman oder Archivakte, ob Dokumentarfilm oder Spielfilm, ich mache mir mein Bild, und wenn ich die 50er Jahre Farbfilme aus Österreich sehe, oder die Tonfime aus den (demokratischen) 30er Jahren, oder Fotos, oder Roths ‘Radetzkymarsch’ lese, oder die semidokumentarischen Bergfilme Luis Trenkers sehe: überall, bis in die letzten Nebenrollen oder Randfiguren, sehe ich natürliche, anständige, fröhliche Leute, nicht krankhaft vollgefressen, nicht bösartig-hinterhältig-mordlüstern. Das war, ob 1957, 1937 oder 1707, offenbar ein glückliches Volk, mit der Natur im Einklang lebend, ehrlich, fromm,… weiter lesen

09.05.2008 von lottmann
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Antwort an Elfriede Jelinek

von lottmann

Natürlich mag ich Elfriede Jelinek, ich mag sie sogar sehr. Ich finde nicht nur, daß sie ausgesprochen nett aussieht, so wie jemand, mit dem man ganz bestimmt problemlos viel Spaß hat bei irgendeinem Essen, zu dem sonst nur Kulturbetriebler der langweiligsten Sorte erscheinen, etwa Joachim Unseld. Man sitzt dann neben ihr, weil man rasch gehandelt hat, und die Stunden vergehen wie Sekunden. Denn diese hübsche Frau ist sympathisch und hat Humor, den man übrigens, wenn man will und wenn man eine Frau ist, sogar in ihren Büchern findet. Kerstin Grether hat mich einmal darauf hingewiesen. Sie lese diese Bücher nur, weil sie so voller Humor seien.
Gut soweit. In diesem Sinne würde ich weiterschreiben, wenn ich Kerstin Grether wäre und das Thema Elfriede Jelinek. Aber das Thema, das sie selbst in ihrem Blog dieser Tage angeschnitten hat, ist Amstetten. Also Österreich. Ich will dazu nicht viel sagen, aber da… weiter lesen

08.05.2008 von lottmann
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Der 8. Mai

von lottmann

Heute jährt sich nicht der Blog (s. gestern), sondern, viel besser, der Tag der Befreiung vom nationalsozialistischen Unrechtsregime im kriegszerstörten Deutschland. Am 8. Mai war damals der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der verbrecherischen deutschen Streitkräfte, die unermeßliches Elend über die Bevölkerung Europas gebracht hatten, beendet worden. Das ist natürlich ein guter Grund, sich an das Geschehene zu erinnern und sich alles noch einmal zu vergegenwärtigen, damit niemals wieder im deutschen Namen solch ein Unglück über die Welt kommen kann. Da muß man immer wachsam sein, was bedeutet, daß man Geschichte nicht als etwas Abgeschlossenes, also Totes begreifen soll, sondern als eine Struktur, die unter ungünstigen Bedingungen womöglich wiederkommen kann. Ich habe deshalb – als Versuch, Krieg und Unrecht zu aktualisieren – eine Filmkritik über ‘Iron Man’ geschrieben. Sie erschien am Sonntag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, aber sicher wird sie den meisten von Euch entgangen sein, daher hier… weiter lesen

07.05.2008 von lottmann
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Ein Jahr Blog

von lottmann

Heute vor genau 365 Tagen gab es an dieser Stelle den ersten Eintrag, und da will ich mich nicht lumpen lassen und ein paar Grüße formulieren: Also ich sitze wie auch letzten Frühlingsbeginn gern vor der ‘Bar 103′ (Foto). Man wird da binnen 25 Minuten richtig braun. Die gute Judth Bröhl befindet sich seit zehn Tagen auf einer Bildungsreise in Indien. Ja, wirklich. Ganz klassisch, wie im 19. Jahrhundert. Sie hat auch den berühmten Roman ‘Die Reise nach Indien’ vorher gelesen. Es gibt auch einen ersten Reisebericht, den ich gern anfüge, wenn es gewünscht wird.
Ja, und Thomas Lindemann hat sein zweites Baby bekommen. Ich glaube, das ist bereits bekannt: daß es Lope heißt, nach der spanischen Mutter… Ach, alle wollen lieber SOTORT den Reisebericht der bildungsreisenden Superfrau lesen? Bitte sehr, bitte gern. In Indien gibt es übrigens, entgegen dem Klischee, praktisch kein Internet (nicht dort, wo Frau Dr.… weiter lesen