Manchmal, ganz selten, wenn ich nachts nicht einschlafen kann, oder einschlafe und dann mitten in der Nacht aufwache, denke ich, während die Gedanken auf Reisen gehen, an die vielen, die von mir gegangen sind – zum Beispiel an Marius Meller. Ich hatte ihn sehr gemocht. Fast kommt es mir vor, er stünde jetzt noch im Türrahmen, würfe seinen immer gleichen unattraktiven Parka – so etwas trug man damals, zur Jahrtausendwende – auf den Stuhl und begönne eine Diskussion mit mir über Ernst Jünger und den Nationalsozialismus. Kinder, über SOLCHE Dinge sprachen wir damals! Aber ich habe ihn nie wieder gesehen.
Wie wohl sein Leben weitergegangen war? Hatte er noch lange für den Tagesspiegel geschrieben? Er war ja der große Mann dort. Heimlicher Chef der Feuilletons. Eigentlich der heimliche Chef ALLER Feuilletons der deutschen Hauptstadt. Damals. Sein Name klang wie Cherubin, wie ein Gedicht, eine Verheißung: Ma-ri-us-mel-l-ler… und man ließ… weiter lesen
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17.09.2008 von lottmann