Archive for April, 2009

25.04.2009 von lottmann
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Die Schweinepest

von lottmann

Wer jetzt denkt, das sei das neue Ding, der irrt. Also das ganz große neue Thema, das die Finanz- und Wirtschaftskrise ablöst. Um dann 2010 von der nächsten Riesenkatastrophe abgelöst zu werden, nämlich dem nahenden Astroiden, der auf den Planeten zurast. Schließlich haben die Himmelskundler immer schon gesagt, daß eines Tages der nächste Einschlag kommen werde. Es habe immer schon solche Einschläge gegeben, manchmal seien dabei die Dinosaurier ausgestorben oder neue Kontinente entstanden, und jetzt sei es eben wieder soweit, da sei sich die Wissenschaft sicher. Überraschen würde es niemanden, nach den ganzen anderen Katastrophen.
Aber – so ist es nicht. Die Schweinepest kommt nicht nach Deutschland. Experten wissen, daß wir, anders als die Mexikaner, aufgrund der häufigen (normalen) Grippewellen gegen ALLE Grippeviren immun sind.

P.S.: beim Cover wurde der erste Entwurg genommen (131 Stimmen dafür gegenüber 19 und 15)

24.04.2009 von lottmann
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‘DER GELDKOMPLEX’ oder: das Wochenende beginnt!

von lottmann

Es ist Freitag – das Wochenende beginnt! Das vertraute WE, wie wir hier sagen. Morgens die Meldung in der Süddeutschen (SZ), daß Opel bei FIAT einsteigt (s.Foto), und Volkswagen (VW) bei Porsche. Ja, kein Scherz: die Übernahmerichtung hat sich da angeblich umgedreht. Aber, what the fuck (WTF), was soll denn das jetzt eigentlich heißen? Ich dachte, die Porsche Motor Holding (PMH) besäße bereits 51% der VW-Aktien? Ich schob die Münchener Zeitung mit den ebenfalls ungeklärten Besitzverhältnissen ans Tischende und wandte mich dem üppigen Frühstück im Nola´s zu (s. Foto). Das Nola´s liegt auf dem höchsten Punkt des Weinbergparks. Hier lektorieren mein Lektor Van Huelsen und ich seit Tagen den Roman DER GELDKOMPLEX.

Abends, nach weiteren 40 lektorierten Seiten (ich lese & lektoriere immer jede vierte Seite, der nette belgische Lektor jeweils die drei Seiten dazwischen), ging ich noch ein bißchen im Park auf und ab. Die… weiter lesen

23.04.2009 von lottmann
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Politik knallhart

von lottmann

Die Leser im deutschsprachigen europäischen Raum kennen mich bekanntlich vor allem als Schriftsteller und Autor, also als Verfasser poetischer Prosa, und nicht als politischen Kopf, gar als Politiker. Dabei war mein Vater Mitbegründer der hamburgischen FDP, zumindest geht so das Gerücht. Unsere Familie war auch vorher schon politisch im Liberalismus engagiert, in der Weimarer Republik, im Kaiserreich. Und sogar während der Nazidiktatur diskutierten meine Ahnen auf Gut Kreisau über eine bessere, liberale Welt. Wenn mir also heutzutage junge Leute politische Fragen stellen, wie zum Beispiel gestern im Weinbergspark (s. Foto), während einer Pause zwischen den Lektoratsarbeiten an meinem neuen Roman DER GELDKOMPLEX, scheue ich mich nicht, dezidiert zu antworten und Roß und Reiter zu nennen. Dazu gehört Mut. Denn die meisten Jugendlichen haben von Politik nur noch sehr verschwommene oder gar keine Vorstellungen. Ein junger Engländer fragte mich etwa, ob Adolf Hitler noch an der Macht sei. Ich gab ihm… weiter lesen

22.04.2009 von lottmann
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Korankinder

von lottmann

Heute vormittag sah ich in dem Filmfestival ´Achtung Berlin´ den Film ´Korankinder´, der mich sehr beeindruckte. Es war der lupenreinste Dokumentarfilm, den ich kenne. Der Regisseur ist mit der Kamera in die Koranschulen von Bangladesh gegangen. Etwas Verboteneres kann man auf diesem Planeten zur Zeit nicht tun. Das ist so, als wäre ein freier Dokumentarfilmer in den 30er Jahren bei den Geheimreden des Führers vor der Generalität bezüglich der strategischen Ziele der Wehrmacht dabeigewesen.
In Bangladesh, das hier unbekannter ist als Liechtenstein, leben über 100 Millionen Muslime. Kaum einer hat zu essen, die Armut ist so unvorstellbar wie die Menschenmassen, die sich wie gigantische schwarze Heuschreckenschwärme (oder andere biblische Plagen) über die Erde wälzen. Die Bilder, die der kleine Dokumentarfilmer mit seiner technisch äußerst dürftigen Wackelkamera gedreht hat, sprechen eine Sprache, die keinen Kommentar mehr braucht. Der einzige Halt dieser völlig ausgelieferten Wesen ist die Koranschule. Hier lernen die… weiter lesen

21.04.2009 von lottmann
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Gedanken und Erinnerungen

von lottmann

Heute ließen wir uns wie jetzt jeden Morgen im Garten die Sonne auf den Pelz brennen. Dabei geriet ich, die Situation mit ´Ferien´ verwechselnd, in den schönen Flow von Gedanken und Erinnerungen, genau wie Proust ja immer. Und zwar dachte ich folgendes:
1. ´Das staubige Tier´ von Tex Rubinowitz war eigentlich ein gutes Buch. Ich sollte es nochmal lesen. In meinem nächsten Leben (wenn ich noch einmal als derselbe auf die Welt käme und in die Redaktion des SPIEGEL einträte) werde ich es im nämlichen Kulturteil besprechen.
2. Über Maxim Billers Essay in der FAZ vorletzte Woche über die Ossifizierung Deutschlands reden die Leute heute noch. Besonders gern ich. Dabei ist es erstaunlich, daß selbst die Klügsten nicht erahnen, was der Sinn des doch nun wirklich brillianten, hochinspirierten Beitrages ist, worum es Maxim geht. Dabei liegt doch allein dadurch, dass er so gut geschrieben ist, der Verdacht nahe,… weiter lesen

20.04.2009 von lottmann
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Der 20. April

von lottmann

Beim Nochmal-Lesen und Lektorieren von DER GELDKOMPLEX fiel mir doch auf, was für eine besondere, so gänzlich andere, sogar unheimliche Zeit die gerade zuende gegangene Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen war. Jetzt geht es zwar wieder aufwärts mit der Wirtschaft und dem Leben, aber den Leuten steckt das Elend und der Schock immer noch in den Knochen, nein, in der Seele. Jeder erzählt von seinen Depressionen. Das scheint überhaupt das neue Ding zu sein. Depressionen sei das neue Partythema, schreibt DER SPIEGEL, und Sarah Kuttners neues Buch mache es gesellschaftsfähig. Depressionen und Bindungsunfähigkeit. Es sei ihr inzwischen einfach nicht mehr möglich, eine Beziehung zu führen, meinte eine Freundin (28) zu mir so freimütig wie abgeklärt bei schönstem Sonnenschein gestern im Weinbergspark. Sie wisse es, ihr letzter Freund wisse es, ihr nächster wisse es. Das Leiden darüber sei endlos und von der letzten Generation vererbt, die ebenfalls daran gescheitert sei. Ich mußte… weiter lesen

19.04.2009 von lottmann
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Wandertag

von lottmann

Heute war wirklich schönes Wetter!

13.04.2009 von lottmann
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unser aller Schrecken

von lottmann

Das war ein Osterfest, mein lieber Schwan! Ostern in der deutschen Hauptstadt. Das ist wie eine Woche mit dem Team „Ärzte ohne Grenzen“ im Herzen Somalias. Ständig muß man Einsätze mitmachen, wird irgendwohin gerufen, soll Not lindern, muß depressiven Freunden helfen und so weiter. Ich war von Freitag Mittag an immer wieder mit meinem kleinen, länglichen Lederkoffer unterwegs. Allen Leuten ging es schlecht. Längst sind die großen kollektiven Freuden- und Feiertage große kollektive Paniktage geworden. Das heißt, die Panik steckt alle an. Also die Angst, die Beklemmung, die Depression. Ganze Nächte verbrachte ich geduldig am Bett irgendeiner guten alten Freundin, aus der die Ängste in immer neuen, uneindämmbaren Schüben hervorbrachen, die beruflichen Ängste, die Verlassensängste, die Angst, häßlich zu sein, nicht mehr geliebt zu werden, auf dem sexuellen Markt nicht mehr konkurrenzfähig zu sein. Am Ende half nicht einmal mehr die Spritze, die ich, sehr sparsam dosiert, für solche Fälle… weiter lesen

12.04.2009 von lottmann
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Ganz der Papst

von lottmann

Heute ist Gründonnerstag. Wer nicht mehr weiß, was das ist: der Tag kurz vor Ostern, als Jesus seinen vielbejubelten Gig in der Altstadt von Jerusalem gab. Wer auch das nicht mehr weiß: das ist drei Tage, bevor Papst Benedikt XVI auf 142 Sprachen seine Grüße an alle Freunde in Rom und sonst auf der Welt („hier und dort“, urbi et orbi) ins Mikrophon spricht. Es wird also Zeit, daß auch wir das tun, denn jeder von uns hat heutzutage Freunde in Übersee (und in Rom), Stichwort Globalisierung.
Ich beginne also auf Portugiesisch und grüße meinen Freund Maximo Petrarca in Buenos Aires. Las gratias buenos, salutaciones et cortessias do los santes, mes amigos, amen! In Rom wartet die gutaussehende Künstlerin Bettina Semmer auf meinen Ostergruß. Ich spreche ihn bewußt auf deutsch, denn Bettina Semmer spricht deutsch so gut wie Spanisch und Französisch: Alles Gute und viel Spaß am heiligen Osterfeste,… weiter lesen

06.04.2009 von lottmann
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Also Obama

von lottmann

Also nun zum angekündigten Thema, der Wende durch Obama. Als ich ihn mit den deutschen Studenten und anderen jungen Leuten am Freitag diskutieren sah, dachte ich auf einmal: vielleicht schafft es der Mann ja DOCH? Ich weiß, Hitlervergleiche rutschen fast immer in den falschen Hals, aber mit ein bißchen Wohlwollen wird man mich wohl nicht mißverstehen, wenn ich an eine Anekdote erinnere, die mein Onkel (väterlicherseits) Herrmann einmal erzählte. Nämlich, wie er als Gymnasiast mit seinem Busenfreund Peter über den damaligen Reichkanzler herzog. Sie beide waren sich einig gewesen, daß der Schreihals aus Braunau einfach das Letzte war. Ein Schmierenkomödiant, ein Aufsteiger, ein Vorstadt-Strizzi mit Zuhälter-Habitus, ein vulgäres Exemplar schlimmsten Pöbels. Ja, so dachten die beiden damals, junge elitäre Elbvorort-Schnösel die sie waren. Doch eines Tages hatte der Busenfreund Peter durch einen Zufall den sogenannten ‘Führer’ von Angesicht zu Angesicht gesehen. Den Rest der Geschichte muß ich nicht erzählen. Oder… weiter lesen