Archive for Juli 31st, 2009

31.07.2009 von lottmann
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SPIEGEL History: Regietheater, heute vor 3 Jahren

von lottmann

Anläßlich der aktuellen Debatte um die Rede Daniel Kehlmanns gegen das Regietheater (siehe morgige taz, Meinungsseite) kann es nicht schaden, den berühmten SPIEGEL-Artikel über selbiges Thema, auf den Kehlmann sich in seiner Rede beruft, noch einmal im Original zu lesen. Ich selbst war dabei erstaunt, daß es sich auch um ein heimliches Portrait, ja eine Liebeserklärung an den geächteten Großkritiker Stadelmaier (FAZ) handelte. Auch er steht heute erneut im Fokus des wiederentfachten Skandals. Lest nun selbst, liebe Blogger- und Theaterfreunde:

“Wer hat Recht: Stadelmaier oder das moderne Regietheater?
Ein Selbstversuch von SPIEGEL-Autor Joachim Lottmann

DÜSSELDORF, SCHAUSPIELHAUS
Draußen lungern diese seltsamen jungen Schüler herum, diese Art mit der Leseschwäche, aus der “die Milch macht’s”-Werbung. Sie kicken mit Bierdosen, spielen sich Handytöne vor, gucken unsicher und kalbsköpfig. Innen dann aber wieder zu hunderten jene Frauen, die ich zuletzt vor 20 Jahren in Hamburg als Helga Schuchardt identifizierte. Bloß gut, daß… weiter lesen

31.07.2009 von lottmann
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Deutsches Bollywood

von lottmann

Da ich in schon sehr kurzer Zeit von Deutschland nach Indien umziehen werde, sehe ich mir abends immer die neuesten, für mich also letzten deutschen Filme an. Ich gehe dann immer in ein Lichtspieltheater um die Ecke, in ein cinema next door, denn nichts anderes werde ich auch in Bombay tun müssen. Dort kann man ja nur Schreiben & ins Kino gehen (sprich: bloggen und Bollywoodfilme gucken). Ich sah nun ‘Mitte Ende August’, eine sehr freie Neuverfilmung von Goethes ‘Wahlverwandtschaften’. Anders als die indischen Filme wurde der deutsche von mächtigen Verbündeten unterstützt, finanziert und gefördert, unter anderem vom Deutschen Filmförerungsfond, von German Films, der Filmförderung Hamburg, ARTE, Senator Film, NDR, Film1, Mediaboard, Bavaria Film, Nordmedia, und vielen anderen wohlmeinenden Gönnern, Steuerflüchtlingen und Subventionshaien inmitten unserer trägen, verfetteten Kulturindustrie. Und genauso war der Film dann auch. Er lief im Großen Saal 1 mit einer Auslastung von drei Prozent. Im Publikum saßen… weiter lesen