Archive for August, 2009

30.08.2009 von lottmann
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Schönes Indien

von lottmann




Durch Anklicken der Aufnahme natürliche Größe. Morgen Fotos vom Taj Mahal!

29.08.2009 von lottmann
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Beeindruckende Schönheit

von lottmann

Die Reaktionen auf die derzeitigen Indienberichte in diesem Blog sind so niederschmetternd, daß ich, was die E-Mails anbetrifft, den Blogwart Mathias Bröckers bitten mußte, ihre Veröffentlichung zu unterdrücken, was jedoch nur für kurze Zeit möglich ist. „Am Ende kommt doch alles ans Licht“, meinte er in gewohnter Grimmigkeit. Aber bis es soweit ist, will ich gern gegensteuern. Durchweg wird mir vorgeworfen, die zunehmende Bedeutung der neuen Schwellenländer nicht zu erkennen und gebührend zu würdigen, sondern stattdessen die Vorteile des alten Europa hochzuhalten, was auf einen Kulturchauvinismus oder so ähnlich hinauslaufe.
Nun, zunächst eine kurze Erklärung in eigener Sache. Seit ich auf der Welt bin beziehungsweise denken kann, wurde mit der Angst vor den menschenreichen Staaten Asiens Politik gemacht. Schon mein Großvater bleute mir die mahnenden Worte ein: „Am Ende werden sie uns alle auffressen.“ Und Konrad Adenauer sekundierte ihm im Bundestag: „Meine Herren, isch sage nur: China, China, China!“… weiter lesen

28.08.2009 von lottmann
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Das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Bangalore, Indien

von lottmann

Deutschland ist gut vertreten in Indien. Als einziges Land der Welt unterhält es in der aufstrebenden Internet-Metropole Bangalore ein Generalkonsulat, nicht zuletzt Dank dem Engagement und der zupackenden Art unseres ehemaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit und zahlreicher Medienvertreter weihte er das Gebäude Ende letzten Jahres ein und übergab es seiner schönen Bestimmung. Seitdem spielt unser Land wieder mit im Konzert der Großen um die Zukunft.
Friedrich Rahn, stellvertretender Leiter des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland in Bangalore, ist ein Mann voller Tatkraft und Schnelligkeit, aber auch von erstaunlichem Realitätssinn. Er ist sofort bereit, uns zu treffen, und schon wenige Stunden nach dem ersten Mail-Kontakt braust seine schwere Dienstlimousine heran, ein sündhaft teurer BMW-Jeep mit wehender Deutschland-Fahne auf dem Kotflügel. Der Fahrer springt vom Sitz, rennt ums Auto, reißt den Wagenschlag auf. Der hohe Diplomat läuft uns entgegen, sympathisch von der ersten Sekunde an. Das Jackett hat… weiter lesen

27.08.2009 von lottmann
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Anschwellendes Schwellenland II

von lottmann

Nach vier Wochen habe ich mich gut in das Leben der hiesigen Bevölkerung eingefunden. Am besten gefallen mir die himmelhohen antiken Säulen, die überall herumstehen und auf denen eines Tages die Hochbahn rollen soll. Ja, Bangalore baut sich gerade eine Hoch- und Tiefbahn gleichzeitig, genannt ‚METRO‘. Vielleicht wird sie ja schnell fertig, dann kann man die Zeiten zwischen den Vierteln ungeheuer verkürzen: statt 45 Minuten nur noch zwei, statt 120 Minuten fünf. Für die 10-Millionen-Stadt wäre es eine Revolution. Leider haben wir kein Bild von den schönen Säulen gemacht. Es sind die einzigen ‚echten‘ Bauwerke, die die Leute hier haben, im Sinne von auch ästhetisch gestalteter Architektur. Schon jetzt werden sie manchmal mit Blumen umkränzt und angebetet, also de facto als Tempel getestet. Muß einen nicht wundern, bei mehreren hundert Göttern und entsprechend vielen Betstätten.
Daß es keine Bauwerke gäbe, stimmt nicht; es gibt ja die alten, die von… weiter lesen

26.08.2009 von lottmann
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Anschwellendes Schwellenland I

von lottmann

Das Sonnensegel der Kodak-Kamera funktioniert wieder, und erste Fotos können seit gestern zur Erde zurückgefunkt werden. Soweit man es erkennen kann, also soweit die Auflösung es hergibt, handelt es sich bei nachstehenden Aufnahmen um folgende Sachverhalte, Bild eins: Der Autor und sein indisches Auto auf einer der Hauptstraßen Bangalores. Es gibt auch auf dem indischen Subkontinent viele Autos, wie bei uns, vor allem zuverlässige Nachbauten der Hanomag-Fahrzeuge aus den 60er Jahren. Bild zwei: Der Gouverneur des Teilstaates Karnataka auf dem Weg zum Büro. Der fabrikneue ‚Ambassador‘ gibt alles, was er kann, denn der Politiker hat an diesem Morgen verschlafen. Bild drei: Soldaten der indischen Streitkräfte fahren umweltfreundlich mit dem Zweirad zur Front, und Bild vier: Ein Schulbus bringt sechzig indische Elitegirls in die ‘Good shephard high school for girls in Bangalore’ zum Computerunterricht.



25.08.2009 von lottmann
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Lost and found in Indien

von lottmann

03.08.2009 von lottmann
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nachgereicht

von lottmann

Aufgrund der heftigen Nachfrage (“Was hat er eigentlich gesagt?”) hier noch einmal Daniel Kehlmanns umstrittene Rede gegen das Regietheater im Originalwortlaut:

„Das bürgerliche Leben“, sagte Max Reinhardt in einer Rede an der Columbia Uni-versity, „ist eng begrenzt und arm an Gefühlsinhalten. Es hat aus seiner Armut lauter Tugenden gemacht, zwischen denen es sich schlecht und recht durchzwängt.“
Im Ungenügen also an dem einen Dasein, das uns gegeben ist, an der Mangelhaftigkeit unserer Gefühle, der Begrenztheit der Wege, die uns offen stehen, sah der Mitgründer dieser Festspiele die Wurzel unserer Faszination für das Theater.
„Wir alle tragen die Möglichkeit zu allen Leidenschaften, zu allen Schicksalen, zu allen Lebensformen in uns.“ Wo aber das Theater die Berührung mit der existentiellen Wahrhaftigkeit verliere, bleibe leeres Spiel und, schlimmer noch, blanke Langeweile. „Das Theater kann, von allen guten Geistern verlassen, das traurigste Gewerbe, die armseligste Prostitution sein.“
Ich hörte diese Rede… weiter lesen

02.08.2009 von lottmann
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Rainald Goetz

von lottmann

Ich bitte meine Leser um Verständnis. Zum einen, daß ich noch nicht über Indien berichte. Ich schreibe darüber ein Buch und muß mich in der Anfangsphase darauf konzentrieren. Zum anderen, daß ich trotzdem blogge. Es ist leider außerplanmäßig nötig geworden, weil die Regietheaterdebatte am Wochenende so sehr hochkochte, daß mir sogar Rainald Goetz einen offenen Brief geschickt hat, auf den ich nun – Indien hin oder her – eingehen muß (im Taj Mahal Hotel Mumbay nicht schwer).
Warum MUSS? Habe ich zu dem Thema nicht schon viel zuviel gesagt? Nun, nicht zu Kehlmann selbst und seiner Rede. Das Gemeinsame zu ihm ist die persönliche, familiäre Einbindung in das Thema (heute würde man sagen ‚Betroffenheit‘). Er spricht von seinem Vater, der ein werktreuer Theaterregisseur gewesen ist. Durch ihn hat der junge Daniel Kehlmann noch einmal das erlebt, was seine Generation praktisch nicht mehr kennt, was es aber vorher Jahrhunderte lang… weiter lesen

01.08.2009 von lottmann
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Film im Flugzeug

von lottmann

Ich sitze gerade im Flugzeug und sehe den schönen neuen Vierfarbfilm ‚Lucky by chance‘ (Indien 2009). Mein Englisch ist nicht besonders, aber zum Glück sind die indischen Filme inhaltlich sehr klar. Eigentlich ist alles schon im Titel gesagt. Ein junger Mann ist sehr arm, aber sympathisch, und er möchte gern Kino-Superstar werden. Seine Freundin sieht ein bißchen dicklich und miesepetrig aus, möchte aber auch Filmstar werden. Auch sie ist arm. Leider schafft sie es nur zu EINEM Kassenschlager. Danach macht sie den Fehler, sich für TV-Serien verramschen zu lassen. Ihre Freunde schaffen nicht einmal das. Sie müssen es mit immer neuen Castings versuchen, oft vergebens. Kleine Nebenrollen fallen nur ab, leider. Wahrscheinlich, weil sie die Sache falsch angehen. Alle 1,154 Milliarden Inder wollen Filmsuperstar werden, aber viele gehen mit der falschen Philosophie heran und kriegen es nicht gebacken, vorerst. In diesem Film aber wird gezeigt, wie es geht: „Du mußt… weiter lesen