Archive for April, 2010

25.04.2010 von lottmann
blogavatar

Zum Abstieg von Hertha BSC

von lottmann

Anläßlich des gestern vollzogenen Abstiegs des Fußballvereins Hertha BSC Berlin sei noch einmal an den geradezu prophetischen Artikel in der taz (Papierausgabe) erinnert, der bereits im Dezember die Ursachen des Niedergangs aufzeigte. Denn: Seitdem hat es in 177 deutschen Tages- und Wochenzeitungen zwar insgesamt 23.369 Artikel zum Thema Hertha gegeben, aber kein einziger klärte in vergleichbarer Weise über die Ursachen der Unternehmenspleite auf. Auch nicht in der taz, wo stattdessen über Pech beim Torabschluß, den üblichen Verletzungen, den noch üblicheren meist erfundenen Hakeleien unter den Spielern und dergleichen lamentiert wurde – über Dinge also, die in jeder Mannschaft vorkommen und nichts erklären. Nun, da der Abstieg besiegelt ist, sollten die beteiligten Sport”journalisten” (das Wort sollte ihnen aberkannt werden!) auch mitabsteigen in die untere Liga. Der Text im Wortlaut:
Arme Hoeneß Brüder
Von Joachim Lottmann
Sportjournalist zu sein in Deutschland ist eine schöne Sache zur Zeit. Erst wochenlang… weiter lesen

02.04.2010 von lottmann
blogavatar

Helmut Kohl zum 80.

von lottmann

Anläßlich seines großen heutigen Ehrentages sei noch einmal an den schönen Kohl-Artikel in der taz Printausgabe vor einigen Wochen erinnert, den viele online tazler damals nicht lesen konnten:

“Vor 20 Jahren wurde Helmut Kohl ‚Vater der Einheit‘ -

VATER WERDEN IST NICHT SCHWER…

In diesen Tagen jährt sich zum 20. Mal der sogenannte Zehn-Punkte-Plan des Pfälzers. Dieser Plan ist bis heute das einzig belastbare Indiz oder Dokument dafür, daß der ‚Kanzler der Einheit‘ zu dieser, der Einheit, auch etwas Eigenes beigesteuert hat. Also daß er nicht nur, wie alle anderen Führungskräfte des Westens, den Ereignissen hinterherstolperte.
In seiner ganzen Art, seiner Provinzialität, seiner gereizten, humorlosen Spießigkeit, war Kohl das westliche Gegenstück zu Honecker. Beide fast zwei Jahrzehnte lang im Amt, wirkten sie auf ihre Mitmenschen wie ausgestopfte Tiere in einer Welt, die längst mit Stil, Coolness und Weltläufigkeit mehr zu tun hatte als mit dem deutschen Heimatfilm. Das Biopic… weiter lesen