Archive for April, 2011

30.04.2011 von lottmann
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MODERNE NERVEN

von lottmann

Wer liest was? Was steht da eigentlich drin, in Ela Angerers Trilogie? Nun, da wäre an erster stelle die auch physisch attraktive langbeinige Blondine Caroline Wolf zu nennen, die eine unprätentiöse, wahrhaftige und sogar noch komische Geschichte geschrieben hat, die sie selbst vorträgt. Es ist nämlich eine Wohltat, so eine Sache zu lesen, die genau das ist, was sie sein will, echt und anstrengungslos. Da schreibt mal eine, die den Bachmannpreis NICHT gewinnen will. Mit Caroline kann man anschließend auch Hektoliter Bier trinken und mit ihr flirten. Sie verträgt auf jeden Fall mehr als alle Kandidaten, die sich ihr nähern.
Dann David Schalko (schon beschrieben, Stichwort Jörg Haiders Buberl-Stories), Ingo Pertramer, Xaver Schachinger, Birgit Minichmayr, Philipp Hochmayr, Joachim Lottmann (dazu der nachfolgende pdf Link), Doris Knecht, Ela Angerer selbst, natürlich der Glavinic (“Das bin doch ich!” verkaufte sich 85.000 mal), Tex Rubinowitz (“Das traurige Ende der Kohlmeisen” erscheint demnächst… weiter lesen

28.04.2011 von lottmann
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Das Schloß ist leer, die Wiener Stars kommen

von lottmann

Die photographischen Aufnahmen, heute vormittag gemacht, lassen es bereits ahnen: die Stars des österreichischen literarischen Feuilletons sind aushäusig. Sie haben sich bereits auf den Weg nach Berlin gemacht, wo sie in den nächsten Stunden eintreffen, je nach Status mit dem Mietflugzeug (B. Föger), der Eisenbahn (Chr. Just, D. Schalko, J. Lottmann), dem Auto (Th. Draschan) und last but not least mit der Billiglinie air berlin (Betreffende wollen nicht genannt werden). Ela Angerer fliegt mit ‘Australian’. Das ist sicher eine australische Flugzeuggesellschaft, die von Wien aus über den Nordpol in den fünften Kontinent fliegt und dabei die attraktive Frontfrau des Punk Anderson Project über dem Himmel von Berlin aussteigen läßt bzw. kurz nothaltet in Tempelhof. Zuletzt hat das Thomas Middelhoff in Deutschland so gemacht, aber die Österreicher haben ja noch Geld en masse. Daß die das alles machen, quasi nur für Berlin Mitte, ist schon erstaunlich. Immerhin läuft zur gleichen Zeit… weiter lesen

26.04.2011 von lottmann
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Draschan liest Lottmann im Club BABETTE

von lottmann

In drei Tagen ist es soweit: die erste Lesung eines Original Lottmann Textes in diesem Jahr! Der Text ist nagelneu, gerade erst entstanden und diesen Monat erstmals in Ela Angerers Anthologie ‘Brennstoff’ veröffentlicht. Der Ort ist der Club ‘Babette’ in der Karl-Marx-Allee, vielen noch bekannt als der kleine Bruder des ‘Cafe Moskau’, also gleich daneben. Und lesen wird Thomas Draschan (Foto), der mit Klaus Kinski nicht nur die geringe Körpergröße gemeinsam hat. Er ist bereits so oft mit Kinskis Auftritt als ‘Jesus Christus Superstar’ in der Berliner Waldbühne 1970 verglichen worden, daß ihn dieses Kompliment gar nicht mehr freut. Aber es stimmt trotzdem: Draschan ist normalerweise Kinski, und diesmal wird er immerhin noch Lottmann sein. In dem Text geht es darum, wie Joachim Lottmann seinen neuen Roman UNTER ÄRZTEN liest und lektoriert und dabei entdeckt, daß sein inzwischen ärgster Feind in Berlin denselben Therapeuten hat wie er, Lottmann, zehn Jahre… weiter lesen

25.04.2011 von lottmann
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Das war Ostern 2011

von lottmann


Weinseliger Heurigen Abend mit befreundeten Schriftstellern und Kollegen (u.a. Christoph ‘Luis Trenker’ Braendle, Czernin-Lektorin Anna Braendle, die süße Lydia Mischkulnig)…

Millionen Blumen, echte Feldhasen, Das Gute Buch (‘Vienna’ von Eva Menasse) und im Note Book per surf stick die Direktübertragung der Osterpredikt von Benedikt XVI, der zur Zeit in der FORM SEINES LEBENS ist…

Auch für Privates bleibt noch manche schöne Überraschung übrig an diesen Tagen. Ela Angerer (Foto) lädt zum Donau Picknick mit Polly Adler, Thomas Draschan und Lydia Mischkulnig…

Spätabends überraschendes Wiedersehen mit einem alten Freund und Kollegen: Zeitgeist-Erfinder Wolfgang Meier (‘WIENER’, ‘Tempo’ u.a.) mit M. Rauchensteiner / J. Lottmann (Foto), Laydia Mischkulnig und anderen im Kaffeehaus ‘Anzengruber’ nahe dem Naschmarkt…

Schließlich am Ostermontag noch Muße und Restzeit, um weiter am Werk arbeiten zu können in den neuen repräsentativen Räumen der neuen Wohnung im Ersten Bezirk!

21.04.2011 von lottmann
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Schloß Laudon

von lottmann

Immer seltener komme ich dazu, mich im Schloß blicken zu lassen. Seitdem ich die repräsentative Stadtwohnung im Ersten Bezirk bezogen habe, treffe ich mich mit Freunden und neuen Kollegen, darunter auch zunehmend Kulturschaffende, Kulturfunktionäre, Politiker und Mitglieder des Klerus, in der Nähe der Wohnung, am liebsten im Kippenberger-Lokal Cafe Engländer. Aber jetzt, an Ostern, komme ich wieder ins Schloß und kümmere mich um das Personal, oder wie es hier noch heißt, ‚das Gesinde‘. Es sind sehr zutrauliche Leute, einfach, gut und sogar kirchentreu. In der schloßeigenen Kapelle wird noch richtig gebetet, fast möchte man das Wort inbrünstig dafür verwenden. Der Herr möge alles richten, Krankheiten abwenden, die Stelle erhalten und das Gehalt erhöhen. Der Herr kann also auch der Schloßherr sein, denke ich mir, und wandele seltsam euphorisch unter den prachtvoll blühenden alten Obstbäumen.





17.04.2011 von lottmann
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Der ‘ROMY’ Award (gestern in der Wiener Hofburg)

von lottmann

Der Text ist fertig, über den ‚ROMY‘ Award, die große großherzige Veranstaltung der gern- und meistgelesenen österreichischen Qualitätszeitung DER KURIER. Da blieb kein Auge trocken, bei dieser rauschenden Ballnacht… Trotzdem kann er, der Text, hier nicht abgedruckt werden, da er einer größeren literarischen Arbeit über die Stadt Wien und ihrer Bevölkerung vorbehalten ist. Sodaß ich nur sagen möchte, daß ich mit dem dann prämierten ROMY Preisträger und Theater-Hoffnungsträger Philipp Hochmair (Foto, bei der Preisverleihung in der Hofburg) Bruderschaft trinken durfte, nämlich während der After-Party im Cafe Bendl („sag Lottmann zu mir“), und ich mit Magister Meinhard Rauchensteiner dann aber bei der After-After-Party im Club ‚KIOSK‘ (Schwarzweiß-Foto) per Sie blieb. Einen ROMY gewonnen hatte übrigens auch David Schalko, dessen Roman ‚Weisse Nacht‘ für mich der beste seit Maxim Billers ‚Esra‘ ist. Ich lese diese Geschichte Tag für Tag mit wachsender Begeisterung. Für mich ist das die wahre und aktuelle Qualität… weiter lesen

14.04.2011 von lottmann
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Robert Palfrader!

von lottmann

Mein Vater war Berufspolitiker und unendlich idealistisch. Er kämpfte für die Demokratie. Er arbeitete länger als jeder Chefarzt. Doch anders als die Chefärzte, die bewundert werden, viel Geld, eine Villa am Starnberger See und junge Stationsschwestern ins Bett bekommen, wurde mein armer Vater nur beschimpft und denunziert. Jeder konnte sehen, daß wir bettelarm waren. Dennoch hörten meine Geschwister und ich in der Schule nur die üblichen Schmähungen, wie sie auch gerade der Kanzler Kohl Sohn schilderte. „Euch stecken sie es doch hinten und vorne rein!“ Immer wieder wurden wir verprügelt, von Kindern aus demokratiefeindlichen Familien. Es war damals aber noch zu ertragen. Es gab auch Kinder, die gern mit uns diskutierten.
Heute wäre das anders. Der Medienfaschismus hat es geschafft, daß ausnahmslos alle Menschen inzwischen eine schlechte Meinung von gewählten Volksvertretern haben. So wie nun alle Menschen an den Voodoo Quatsch mit der ‚Strahlengefahr‘ glauben. Kinderpornographie, Tierquälerei, Scheißpolitiker, Strahlengefahr,… weiter lesen

12.04.2011 von lottmann
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Der Glaube an den großen Klabautermann

von lottmann

Sind die Deutschen zu empfindlich, wenn es um Atomkraft geht? Ich glaube: ja. Ich will erklären, warum. Schon vor 25 Jahren, kurz nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl, habe ich bei Besuchen in verschiedenen deutschen Ministerien in Bonn versucht, eines deutlich zu machen: Der radioaktive Fallout einer Nuklearkatastrophe birgt zweifellos gesundheitliche Gefahren, aber unter dem Strich fordert die Verwendung fossiler Energiequellen wie Öl oder Gas weit mehr Todesopfer. Das Verständnis der Deutschen für meine Argumente war damals gering. Nun hat der Reaktorunfall in Fukushima die Öffentlichkeit erneut in Aufruhr versetzt. Und wieder werden sich die Deutschen wohl schwer damit tun, die Risiken vernünftig abzuwägen.
Wie gefährlich ist Fukushima wirklich? Vergangene Woche konnte ich mir ein Bild von der Situation vor Ort machen. Ich war im sogenannten J-Village, wo sich derzeit die Experten versammeln, um die Probleme der havarierten Reaktoren in den Griff zu bekommen. Das J-Village liegt im evakuierten Gebiet.… weiter lesen

07.04.2011 von lottmann
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Die liebe Familie

von lottmann

Schon die Körperhaltung verrät, daß es sich hier um drei Personen handelt, die im wahrsten Sinn des Wortes einander zugeneigt sind. Es verwundert nicht, daß ein bekannter Wiener Künstler aus dieser Dreiergruppe eine Figurenskulpur gestalten möchte. Zuviel der Ehre, kann man da nur sagen. Aber eine “liebe Familie” (I. Pertramer) sehen wir hier schon, nämlich: Ela Angerer, Joachim Lottmann, Benedikt Föger (v.l.n.r.).

05.04.2011 von lottmann
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Party, Polly, Wien… und Karl K.

von lottmann

Berlin am Ende, Wien im Aufwind. Gestern die Polly Adler Dinner Party. Wer ist Polly Adler? Heißt eigentlich Angelika Hager und gilt als lebende Gute-Laune-Garantie nicht nur für jede Party, sondern jede Lebenslage überhaupt. Wiener Lebemänner und –frauen ziehen sich zu ihr zurück für ein paar Stunden und sitzen manchmal sogar auf ihrem Schoß, wenn Ungemach heraufzieht in Form einer Melancholie, dem Verlust eines ans Herz gewachsenen Sexualpartners, einem Mißerfolg. Unter der Maske eines zwerchfellzerreißenden, vielleicht beispiellosen Zynismus arbeitet eine Menschmaschine von höchster Loyalität und Mitgefühl. Niemand spürt so sicher die Gefühle, auch die feinsten, der Anwesenden, und zwar aller Anwesenden. Selbst den gerade aus Tokio angereisten, völlig verstrahlten Jürgen Draschan, Bruder des bekannten Fotokünstlers, wußte sie angemessen zu behandeln, ohne ihn zu kränken. Ein Naturtalent ohne Frage.
Polly Adler hat in den letzten vier Jahren drei Bücher geschrieben, das letzte heißt treffend ‚Nur Idioten sind unglücklich‘. Dagegen nimmt… weiter lesen