Wen, wenn nicht ihn, und wann, wenn nicht jetzt, in der Weihnachts- und Jahresendezeit, sollte man Matthias Matussek treffen, den streitbaren Katholiken und bekanntesten SPIEGEL-Autor aller Zeiten? Ach, was heißt schon streitbar, was Katholik, was SPIEGEL – all diese Worthülsen verblassen, wenn man das innere Leuchten dieses Mannes selbst und hautnah erlebt. Es ist der vierte Advent, als der Papstfreund in Schwechat – so nennen sie den Flughafen in Wien – einschwebt. Die Maschine landet eine Viertelstunde zu früh. Kein Wunder: wo Matussek ist, erhöht sich stets das Tempo.
Mit dem Handy am Ohr läuft er beschwingt zum Ausgang. Am Apparat ist Gänswein. Matussek teilt es lapidar mit, nicht angeberisch, eher entschuldigend. Überhaupt hat man fortan nicht eine Sekunde lang das Gefühl, dieser Mann könne eitel sein. Das überrascht, ist doch sein Image das eines Egomanen. Der erste Kontakt ist sofort herzlich. Man überreicht ihm einen Schoko-Benedikt, und er… weiter lesen
Archive for Dezember, 2011
Der journalistische Text, der im abgelaufenen Jahr den meisten Wirbel für mich (oder gegen mich) verursachte, war zweifellos die Reportage über Christina Stürmer in der Wochenzeitung DIE ZEIT. Er wurde selbst in der Kronen Zeitung – das ist sozusagen die BILD Zeitung Österreichs – faksimile nachgedruckt, mit einem erklärenden Text drumrum. Angeblich hatte ich als Deutscher einen österreichischen Star beleidigt. Das stimmte nur zum Teil. Ich fand den Menschen Christina Stürmer völlig in Ordnung und schrieb das auch. Daß ich es mir nicht verkneifen konnte, die falsche Welt der Casting Shows mächtig unter Feuer zu nehmen, stand auf einem anderen Blatt. Eine recht honorige Rolle spielte bei allem der ebenfalls recht sympathische und noch junge Manager der Sängerin, der mir erst sehr half bei der Recherche, dann für den erstaunlich heftigen Skandal sorgte – mein Buch ‘Hundert Tage Alkohol’ war dadurch binnen Tagen ausverkauft – und der dennoch so versöhnlich… weiter lesen
Gerrit Bartels vom ‘Tagesspiegel’ schien es schon vor sechs Monaten zu wissen: “Das Jahr 2011 könnte allem Anschein nach das definitive Joachim-Lottmann-Jahr werden, und dem sympathischen, so lange schon unterschätzten Autor wäre es sogar zu gönnen.” Nun erschienen im Herbst gleich zwei neue Romane, nämlich ‘Hundert Jahre Alkohol’ und ‘Unter Ärzten’, sodaß sich die kluge Prophetie des Berliner Literaturkritikers bewahrheitete.
Soweit die Bücher des Jahres 2011. Mehr dazu in der nächsten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (*). Wer aber waren meine Menschen des Jahres? Da wären neben meiner lieben neugewonnenen Frau Christa in erster Linie die offiziellen, staatlich anerkannten Facebookfreunde zu nennen. Ihnen möchte ich alles Gute wünschen:
Adriano Sack, Albert Sellner, Albrecht Fuchs, Alexander Lass, Alexandra Ali Mühling, Alexandra Ehrlich, Alexandra Reisinger, Alrun Gerda, Amaryllis Sommerer, András Siebold, Andrea Hanna Huenniger, Andrea Maria Dusl, Andries Bonkers, Angelikinski Diem, Anja Fröhlich, Anja Kallendorf, Anja Karg, Anke Sterneborg, Ann-Katrin Dorner, Anna… weiter lesen
Grußbotschaft eines Exilierten anläßlich des Jubiläums-Treffens der Abitursklasse des Hamburger Gymnasiums Eppendorf:
“Meine lieben Klassenkameraden! Liebe Hegelianer! Vor allem lieber Dirk Koedjik, lieber Jörg Wiskemann! Lieber Peter Riechel, Hans-Georg Güler, Michael Hirt… Jochen Köttl… Harry Peters… Jochen Widegreen… und alle, alle anderen! Gern wäre ich heute bei Euch in Hamburg, doch leider habe ich unser deutsches Vaterland im Frühsommer dieses Jahres auf immer verlassen, und es ist wirklich schwer, von hier aus bis in den höchsten Norden des Landes vorzudringen. Ich hätte es dennoch getan und auch fest eingeplant gehabt – bis mich eine Order einer der beiden Zeitungen, bei denen ich unter Vertrag stehe, erreichte, wonach ich diesen Samstag, also heute, den Schriftsteller Matthias Matussek aufzusuchen habe. Ich soll mit ihm einen Weihnachtsmarkt besuchen und darüber schreiben. Falls es Euch interessiert, könnt Ihr nächste Woche in der Wochenzeitung DIE ZEIT penibel nachverfolgen, was ich in den Stunden, in… weiter lesen