Bekommt Tex Rubinowitz den Wolfgang Koeppen Preis?

FRAGEN SIE JOACHIM LOTTMANN
„Bekommt Tex Rubinowitz in diesem Jahr den Wolfgang Koeppen Preis?“ L.K. Bennett, Klagenfurt (in Kärnten).
Antwort: Der deutsch-österreichische Schriftsteller, sing-a-song-writer, Performance-Punk-Künstler und Karikaturist Tex Rubinowitz hat gewiß das Potential, den anerkannten Wolfgang Koeppen Preis der Stadt Greifswald zugesprochen zu bekommen. Leider bin ich jedoch verpflichtet, bis zum 15. Mai darüber Stillschweigen zu bewahren.
„Was halten Sie vom wenig bekannten Werk der Autorin Lydia Mischkulnig? Hätte sie nicht den Wolfgang Koeppen Preis verdient, und wenn nicht, warum?“ Hugo Meisl, Wien 14. Bezirk (Hütteldorf).
Antwort: Hierauf gebe ich dieselbe Antwort wie auf die Frage nach Tex Rubinowitz. Ich bitte um Verständnis. Ich bin nicht mehr der Jüngste, habe die Fünfzig unlängst überschritten und kann nicht mehr jede Frage individuell retournieren.
„Haben Sie in Ihrer Jugend den Lübecker Romancier Thomas Mann gelesen?“ Michaela Kors, Arnsberg bei Zürich.
Antwort: Natürlich habe ich beide Manns gelesen, Thomas und Heinrich. Am meisten hat mich ‚Der Untertan‘ beeinflußt, mit dem ich mich in den Flegeljahren kolossal identifizierte. Aber auch die Buddenbrocks haben mir gefallen. Ich halte dieses Buches wegen sowie einiger Kapitel im ‚Zauberberg‘ auch heute noch Thomas Mann für einen guten Autor.
„Halten Sie die Liebe für das größte Thema der Weltliteratur, und wie steht es damit in Ihrem eigenen Werk?“ Georgina Decker, Kopenhagen (Dänemark).
Antwort: Liebe wird in der Weltliteratur nur selten kongenial dargestellt. Das gelang nur wenigen, denn es ist auch wirklich das schwerste Sujet. Man muß zwischen den Zeilen spüren, was geschehen sein könnte. Mich hat vor allem das völlig verzweifelte Verlangen Nagels nach Dagny in Knut Hamsuns ‚Mysterien‘ mitgenommen, vielleicht noch die Liebe, die Madame Bovary seitens ihres Mannes auszuhalten hatte. Geradezu abschreckend sind zeitgemäße Versuche wie der ‚Liebesroman‘ Hans-Jörg Schertenleibs, wo frühpensionierte Gymnasiallehrer beim gepflegten Rotwein in der Toskana die Liebe entdecken. In meinem eigenen Werk kann nur ‚Happy End‘ als echter Beitrag zu diesem Thema gelten.
„Wird Dr. Wolfgang Kubicki neuer Chef der Freien Demokratischen Partei?“ Thomas Forstner, Deggendorf in Niederbayern.
Antwort: Woher soll ich das wissen? Ich bin kein Hellseher und halte mich lieber an die Fakten: ein junger Mann namens Lindner löst Philip Rösler als Vorsitzenden ab und gibt, ganz im Geiste unseres neuen Bundespräsidenten, und dann womöglich auch mit Kubicki, die neue Linie vor, nämlich eine Wiedergeburt der Idee Freiheit.

Der in Wien lebende deutsch-österreichische Autor Tex Rubinowitz (50). Bekommt er dieses Jahr den Wolfgang Koeppen Preis?

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