03.05.2012 von Elisabeth Wirth
34 Quartiersmanagementgebiete gibt es in Berlin. 11 Quartiersmanagements allein in Neukölln. 11 Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf.
Die QMs sollen Anlaufstellen in den Kiezen sein, sie sollen Bürgerengagement ermöglichen und fördern, sie sollen mit den Anwohnern zusammen Probleme im Kiez erkennen, diskutieren und Lösungen finden, sie sollen Projekte fördern, Akteure im Kiez vernetzen, Bürger und Verwaltungen zusammenbringen und erreichen, dass sich möglichst viele mit ihrem Kiez auseinandersetzen. Weil jeder Kiez anders ist, sollen sich die Verwaltungen am Sozialraum orientieren und den Kiez zusammen mit den Anwohnern verändern.
Es ist eine große Vision mit vielen Baustellen, die da Wirklichkeit werden soll. Seit einigen Jahren sind die Quartiersmanagements am Werk. Wo stehen sie heute? Wie gehen bürgerschaftliches Engagement und QM-Strukturen zusammen? Wer engagiert sich da überhaupt? Welche Probleme gibt zwischen Anwohnern und QMs und wo zeigen sich positive Entwicklungen?
Mit diesen Fragen hat sich Sebastian Homer in seiner Diplomarbeit auseinandergesetzt.… weiter lesen
07.04.2012 von Elisabeth Wirth
Still und fast heimlich hat der M29_Blog Geburtstag gefeiert. Vier Jahre ist er im März alt geworden. Die Grafikerin und Illustratorin Ulrike Jensen hat dem M29_Blog gratuliert und ein gelettertes Geburtstagsemblem geschickt.
Der M29_Blog samt Bloggerin freut sich und blickt gespannt auf das nächste Jahr.

02.04.2012 von Elisabeth Wirth
Noch tut sich Berlin etwas schwer mit seiner neuen Rolle als Tourismusmagnet. Die Filmemacherin Nana Rebhan geht in ihrem neuen Filmprojekt „Welcome, Goodbye!“ dem Tourismus in der Stadt nach.

Seit 10 Jahren lebt die Filmemacherin Nana Rebhan inzwischen in Neukölln. Der Bezirk ist nicht nur ihr Zuhause, er ist auch Schauplatz ihrer Dokumentarfilme. Für ihre erste längere Dokumentation zog Nana Rebhan mit Kamera und Tonmann durch die Neuköllner Hasenheide und zeichnet ein Bild des Parks, das mehr zeigt, als den berüchtigten Drogenumschlagplatz. Sie zeigt ein Naherholungsgebiet, indem Spaziergänger auf Jogger treffen und Hunde auf Kaninchen und Füchse, ein Park der als Kulisse für Fotoshootings dient, genauso wie für Sonnenbadende Nudisten, ein Park in den man picknickt, liest, chillt, feiert und sich mit Freunden trifft.
Im September 2010 hatte Nana Rebhan’s Film „Hasenheide“ Premiere im Moviemento.
Seit einiger Zeit wird Nana Rebhan immer öfter von Rollkofferklackern und… weiter lesen
22.03.2012 von Elisabeth Wirth
Rechtzeitig zum Frühlingsanfang und zur Zeitumstellung jährt sich im Neuköllner Reuterkiez das Frühlingserwachen. Dieses Jahr laden 40 Cafés, Projekträume und Galerien zu Ausstellungen, Lesungen, Theater und Musik ein. Die perfekte Gelegenheit für einen frühlingshaften Spaziergang mit Programm.
Das große Finale ist am 25. März die Kunst-Parade durch den Kiez. Vekleidete Vogelmenschgestalten starten um 13°° Uhr an der Kottbusser Brücke.

Frühlingserwachen:
am letzten Märzwochenende (24.3. & 25.3.) in Neukölln
zum Programm

PS: Die M29_Bloggerin und Autorin Elisabeth Wirth liest am 24.3. um 20°° Uhr in der Musenstube _ Tellstraße 2.
20.03.2012 von Elisabeth Wirth
Man kommt ja kaum noch hinterher. Immer wieder eröffnen im Kiez neue Cafés und Kneipen. Der übliche Look: geweißter Putz oder gleich roher Backstein, meist kommt beides kombiniert daher.
Heraus sticht in dieser Hinsicht „The Playwright“.

An einem dunklen Februarabend lief ich die Pannierstraße entlang und entdeckte ein Ladenlokal, das mir in all den Jahren nie aufgefallen war. Als hätte jemand über Nacht ein britisches oder irisches Café samt Interior – verschnörkelter Schriftzug, halbvertäfelte Wände, kleine Tische, großer Verkaufstresen, Cupcakes unter Glashauben – nach Neukölln teleportiert.
Wie sich herausstellte sind „The Playwright“ und seine beiden Besitzer, Patrick und James, irisch. Nachdem es Anfang der 2000er direkte Flugverbindungen von Dublin nach Berlin gab, reisten die beiden immer wieder hier her und verliebten sich in die Stadt. Magisch nennen sie Berlin, ein Ort, an dem man jeden Tag Neues lernt und sich immer mehr Kulturen mischen. Vor gut fünf… weiter lesen
02.03.2012 von Elisabeth Wirth
Auf der Weserstraße, ein Stück weiter, wo sich keine Kneipen mehr aneinanderreihen, hat die Künstlerin Mimosa Pale ihr Hutladenatelier ‚Himo’. Ein kleiner Laden mit gestreifter Wand, einem 80er Jahre Schrank mit Spiegelfront, einer sich im Bau befindenden Bühne und einem Podest, am anderen Ende des Raumes, auf dem ein altes Sofa steht.
Im Schaufenster, in der Auslage, auf dem Schrank und an den Wänden kann man Mimosa’s Werke bestaunen. Ein Globushut hängt neben einem barockanmutenden Wattehut in dem Vögel nisten, ein Fuchshut reiht sich an einen Shishaturban, neben dem Himo-Logo hängt ein Metallhut, der an ein orientalisches Windlicht in Sternform erinnert.
‚Himo’ ist Mimosa’s Bühne, eine Miniatur Villa Kunterbunt in der alles möglich scheint – Performance, Bildhauerei, Cabaret.
Nach ihrem Kunststudium in Birmingham, Paris und Helsinki kam Mimosa nach Berlin und begann Hüte, im weitesten Sinn, zu machen.
Hüte sind für Mimosa die perfekte Kombination von… weiter lesen
13.02.2012 von Elisabeth Wirth
Der Film läuft seit mehr als fünf Jahren. Die Kulisse ist ein Ladenlokal in der Tellstraße. Der Titel des Langzeitprojektes: ‚Musenstube’.[1] Die Besetzungsliste ist lang, neben den Stammmusen haben einige Temporärmusen ihren Gastauftritt (auch mal gehabt).
Obermuse Annette Köhn arbeitet seit Spätherbst des letzten Jahres mit ihrem Jaja Verlag an den Büchern zum Film. Zehn ‚kleine feine illustrierte Machwerke’, acht Bücher und zwei Kalender, sind im ersten halben Jahr erschienen.
Die Idee einen Verlag zu gründen hatte Annette schon lange. Die erste Skizze zum Logo entstand vor gut drei Jahren. Dann nach ein paar guten Aufträgen, mit trotz alledem einem verschwindend geringen ‚Startkapital’, bei dem wahrscheinlich jeder Unternehmensberater abgeraten hätte, schlug Annette mit ‚Adagio N° 1’ von Maki Shimizu die Verlagslaufbahn ein. Jaja, der Name ist Programm, unerschrocken positiv und doppelt hält besser.
Nachdem in all den Jahren die Musen freie Produkte entwickelt und Vernissage um Vernissage… weiter lesen
01.02.2012 von Elisabeth Wirth
Der Winter mit knackig kalten Temperaturen, so wie einige meiner Freunde ihn sich, in sich für weise haltender Voraussicht auf einen Sommer ohne Massen von Insekten gewünscht haben, ist nun da. Die Frühlingsgefühle müssen noch warten und viele Möglichkeiten leicht bekleidet draußen zu sitzen ohne das Gefühl zu haben, gleich erfrieren zu müssen, gibt es im Moment nicht. Wäre da nicht dieser raupenhafte Ort in der Spree.
80° C über null. Der Ofen knackt. Kollektives Schwitzen. Auf der Spree haben sich die ersten Eisflächen gebildet und bewegen sich langsam aufeinander zu, knirschend treffen sie sich, ehe sie sich wieder voneinander wegbewegen. Die Wintersonne hat noch gut eine Stunde bis sie unter geht, der Sand rieselt noch weitere zehn Minuten. Es wird tief eingeatmet, beim ausatmen rinnt die erste Schweißperle über den Rücken. Es folgen Weitere. Der eben noch liegende Mann, setzt sich auf die untere Bank. Die Tür öffnet… weiter lesen
13.01.2012 von Elisabeth Wirth
Für gewöhnlich habe ich in den letzten Jahren am Ende eines Jahres das fast beendete Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Doch am Ende eines anstrengenden, zeitfressenden, sich Schlag auf Schlag ständig veränderndem Jahr für die Welt da draußen und meine kleine eigene, habe ich mich entschieden, die Rückblicke den anderen zu überlassen. Irgendwer muss ja nach (oder zwischen) den Krisen anfangen nach vorne zu blicken. Auf das große Unbekannte, das Abenteuer, ein neues Jahr, 366 Tage.
Nachdem in der Silvesternacht die Wunschrakete gen Himmel gestartet ist, das erste Glas (Umschreibung für aus dem Plastebecher – wenn schon, dann Stilecht) Moët meines Lebens bei einer Freundin (wichtig – nicht das noch jemand auf die Idee kommt, den Künstlern und Kreativen geht’s zu gut) getrunken war und am ersten Montag des neuen Jahres ein Weisheitszahn raus operiert wurde, starte ich mit neuem Notizbuch, guten Vorsätzen und vielen Flausen, auch für den… weiter lesen
16.12.2011 von Elisabeth Wirth
Am letzten Wochenende fuhr ich abends mit dem Bus zu meinen Eltern. Draußen war es dunkel, der Bus schob sich durch die Straßen , ich stierte raus, sah ein beleuchtetes Fenster, dann noch eins und wieder eins, welches im Sekundentakt die Farben änderte (was für eine Freude für jeden Epileptiker) und wunderte mich. Ich konnte beobachten, wie mein Gehirn die Verwunderung in die Frage „Warum sind die Fenster beleuchtet?“ verpackte und sich kurz darauf die Antwort, in Form folgender Assoziationskette Lebkuchen-seit-September-dann-Herbst-dann-Dezember-jetzt-Adventszeit-fast-Weihnachten-Schmuckbrauch-Ah-ja selbst gab.
Ich bin noch nicht in Weihnachtsstimmung, ich habe keine Zeit für vorweihnachtliche Freuden, für Gedanken zu Geschenken, Weihnachtsmarkt oder dergleichen. Meine Weihnachtsdekoration ist eine einsame Geisha-Weihnachtskugel die an der Orchidee in meiner Küche baumelt. Ich rase durch den Dezember, wie ich durch das gesamte Jahr 2011 gerast bin, indem irgendwie alles zu kurz kam und für nichts richtig Zeit war.
In Zeiten von Werbeslogans wie „Weihnachten wird… weiter lesen