30.04.2008 von
Ich fahre ja neuerdings nur noch mit meinem fast-BVG-neongelben Colnago-Renner (war ein Lesertipp, danke!) zur Arbeit, und erlebe daher gar nicht mehr so viele M29-Geschichten – spätestens im Winter wird das wieder anders, an ein Rennrad kommen natürlich keine Schutzbleche … Aber heute, heute morgen habe ich vor dem Weg zur Arbeit noch einen Espresso in Deutschlands schönster Bio-Eisdiele von Sofie (für diesen Link bekomme ich von ihr bestimmt demnächst einen Espresso ausgegeben …) getrunken, kurz vor dem M29-Halt „Glogauer Straße“. Und aus der aufgeregten Frage einer noch aufgeregteren Frau im Laden, ob heute keine Busse führen, schloss ich: Es ist wieder so weit. Und stimmt, auf fahrinfo-berlin.de verkündet es die BVG:
Seit Mittwoch, den 30.04.2008, 0 Uhr fahren keine Busse. U-Bahn und Straßenbahn fahren planmäßig, ebenso nicht betroffen sind die S-Bahn Berlin und die Regionalbahn. – Der TXL verkehrt nach Notfahrplan zwischen Flughafen Tegel und Hauptbahnhof
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21.04.2008 von Elisabeth Wirth
Wer mit dem M29 fährt, kommt irgendwann unweigerlich am Axel-Springer-Haus vorbei. Daran prangt ein Riesenbanner mit der Aufschrift „Bild liebt Berlin”.
Die richtige Antwort müsste eigentlich „Berlin hasst Bild” heißen, dachte ich, als ich mit dem Bus daran vorbei fuhr. Tut sie aber leider nicht. Es ist erstaunlich wie die „Bild“ es schafft, Tag für Tag Millionen von Lesern zum Kauf am Kiosk zu animieren. Seit Jahrzehnten streiten sich die Geister an dieser Art von Journalismus und doch gilt die „Bild“ als Barometer dessen, was den Deutschen bewegt.
Die „Bild“ betreibt absichtlich Journalismus so, dass ein Drittklässler alles versteht. Der Preis dafür ist aber, dass Informationen gefälscht und vereinfacht werden oder manchmal Schlagzeilen aus dem Arsch gezogen sind. „Bild” ist Populismus und ebenso populistisch ist der Spruch, die „Bild” würde Berlin lieben. Das nehme ich der „Bild” nicht ab, soviel buddhistische Nächstenliebe traue ich der „Bild” nicht zu.
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14.04.2008 von Elisabeth Wirth
Mal wieder eine Nachricht, die zu spät kommt: Am letzten Wochenende fand die 10. Lange Buchnacht in der Oranienstraße statt. Natürlich ein Thema für das M29-Blog.
Dumm nur, wenn die Autoren erst im Nachhinein auf die Idee kommen davon zu berichten. Asche auf mein Haupt. Nächstes Jahr gibt es eine Vorankündigung …
Ich selbst war nur im Möbel Olfe am Kottbusser Tor, zur langen Nacht des Rauchens. Dort war es gerappelt voll. Françoise Cactus, Sarah Schmidt, Andreas Sinakowski und Elisabeth Wirth (das bin ich) haben zum Thema geschrieben und gelesen. Zwischen den Texten gab es all die schönen Lieder über das Rauchen von „Smoke, smoke, smoke that cigarette” bis hin zu „Tabak und Brandywein müssen im Seesack sein”.
Es hat mich sehr gefreut, dabei gewesen zu sein.
Also, fürs nächste Jahr schon mal vormerken oder das M29-Blog fleißig weiterlesen.
14.04.2008 von Elisabeth Wirth
Der Bus rattert über die Straßen von Kreuzberg. Manchmal passiert es ja, dass Kinder ein ausgeprägtes Redevermögen besitzen. Mich freut das meistens sehr, denn reden kann ich auch gut. So geschah es, dass ein kleiner Junge vor geraumer Zeit mit mir anfing zu reden. In der Hand hatte er eines dieser Schirmchen, die man auf Eisbechern oder Cocktails finden kann und erzählte begeistert drauf los. Ich selbst bin ja nicht nur großer Fan von Kommunikation, sondern auch von kleinen Papierschirmchen. Seiner war rot. Wow, dachte ich und sagte ihm auch, wie mir sein Schirmchen imponiert. Kurz darauf musste ich aussteigen – und was machte der Knirps?
Er drückte mir das Schirmchen in die Hand und meinte: „Den schenk ich dir.” Das fand ich sehr schön. Der kleine Mann wusste, was Frauen nach einem anstrengenden Tag brauchen. Manchmal reicht ein kleiner roter Schirm und der Tag ist gerettet.
Das rote Schirmchen… weiter lesen
03.04.2008 von
Aus dem Vielleicht-noch-mal-Streik wurde ja dann überraschend doch nichts, dafür habe ich auf Flickr eben jede Menge Bilder vom letzten Streik vor Ostern entdeckt – über den heute übrigens noch die Süddeutsche im Print-Feuilleton berichtete: einfach mal nach „BVG+Streik“ suchen.
02.04.2008 von Elisabeth Wirth
Ein Streit ist entfacht und Bastian Sick hätte wahrscheinlich seine Freude daran. Der M29 oder die M29? Deutsch ist nun mal eine schwere Sprache, die ein gewisses Feingefühl voraussetzt.
So wie Jan von der Weiblichkeit „besessen” ist, fühle ich mich vom Maskulinen angezogen: Meiner Meinung nach ist es der M29, weil der Bus (m.). Diplomatischer Weise muss ich sagen, dass es sicherlich die Buslinie (f.) ist, aber der Bus, also der M29 fährt auf einer Strecke, sozusagen die Linie.
Ganz klar richtet sich im deutschen Sprachgebrauch das „der, die, das“ nach dem Substantiv. Der einzelne Bus ist männlich, wogegen die Buslinie weiblich ist. Ich fahre ja mit dem Bus (m.), also einem Bestimmten, nämlich dem M29, der auf einer Linie (f.) fährt.
Die Zahl 29 impliziert ja nur, mit welchem Bus ich fahre. Ich könnte auch den 140er nehmen und der ist männlich. Denn ich nehme… weiter lesen