An der Kasse von Edeka. Die Kundin hinter mir und die Kassiererin kennen sich. Typischer, nachweihnachtlicher Smalltalk, die Tage zwischen den Jahren, bevorstehendes Silvester. Da sagt die Kundin „Ne, dit feiern wa nicht. Dit neue Jahr wird ja jenauso beschissen wie dit Letzte. So lange sich die Regierung nich ändert, ändert sich bei mir och nischt.“ Oh, oh, dachte ich bei mir und verließ ganz schnell den kleinen Supermarkt in der Pannierstraße.
Mit diesem Jahr endet auch ein Jahrzehnt, dem sich die großen Politmagazine schon vor Wochen unter dem Titel „Das verlorene Jahrzehnt“ angenommen haben. Es war das Jahrzehnt, in dem ich „erwachsen“ wurde. Ich war erschüttert vom 11. September und als ich am Tag danach im Auto mit meinen Eltern saß, die mich an diesem Tag zur Schule brachten, dachte ich, dass alles viel leiser, fast gespenstisch wirkt. Der Verkehr in Richtung Innenstadt, die Menschen in… weiter lesen
