Hoch die Tassen

12 Tage ist das neue Jahr alt. Der M29_Blog blickt auf Silvester zurück und wagt eine Prognose 2013.

 

Das neue Jahr in Neukölln begann nicht nur laut und krachend, sondern gleich mit einem Skandal. So viel Aufregung um eine relativ gewöhnliche Silvesternacht in Neukölln. Wie in einem Bürgerkrieg, den ich zum Glück noch miterleben musste, kam ich mir schon in meiner ersten Silvesternacht in Neukölln 2005 zu 2006 vor. Ganz nah an den Häuserwänden bewegten wir uns zur Bushaltestelle, aus Angst vom nächsten Böller zerfetzt zu werden. Im letzte Jahr fuhr ich gegen halb zwei von einer Party aus der Sonnenallee weg und rief alle paar Minuten „Achtung Mensch“ von meinem Fahrrad. Wie dressierte Affen oder Roboter standen die Leute auf den Bürgersteigen und holten in unvergleichlicher Monotonie einen Böller aus der Tasche, zündeten ihn an, warfen ihn weg und holten den nächsten Böller raus.

Silvester in Neukölln war nicht nur in diesem Jahr krass, Silvester in Neukölln ist immer krass. Was mich nur wundert ist, dass ein solches Video erst jetzt aufgenommen wurde. Und wo feiert eigentlich Buschkowsky? Anscheinend weder auf der Hermannstraße noch auf der Sonnenallee, sonst hätte er sein Buch wahrscheinlich mit einem Jahresendkapitel abgeschlossen.

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In diesem Jahr stand ich um 12°° Uhr mit Freunden erstaunlich entspannt auf der Lohmühlenbrücke, begrüßte das neue Jahr und schoss meine Wünsche gen Himmel. Mit allen Gliedern am Körper schlief ich um 5°° Uhr ein.

 

Nun also 2013. Ich wage eine Prognose. Der Winter wird zu Ende gehen, der Frühling wird kommen, wir werden einen Sommer erleben dessen Sommerloch mit Klagen über das Wetter gefüllt sein wird, dann ist der Herbst da und zack ist Weihnachten. Ziemlich wahrscheinlich wird Gentrifizierung ein Thema bleiben, medial wird Neukölln trotzdem überall sein, wir werden 48 Stunden feiern und Teil eines Volksbegehrens über das Tempelhofer Feld sein können, vermutlich wird die ein oder andere Kneipe durch eine neue oder einen Klamottenladen ersetzt, Stilmäßig bleiben wir dem Jutebeutel treu, auch wenn dieser Konkurrenz vom Turnbeutel bekommt, wir tragen Schnurrbärte und trinken Brause.

 

Für den M29-Blog werden sich die Themen auch in diesem Jahr nicht erschöpfen und ein paar Ideen sind im funkelnagelneuen Notizheft schon niedergeschrieben. Richtungsweisend bleiben Kunst, Kultur und Alltag, besuchen möchte ich aber auch noch nie gesehene Orte.

 

Auf das Abenteuer und hoch die Tassen.

1 Kommentar

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  1. Das Jahr hat einen Facebook-Account über die Schwächen des M29 gezeitigt.
    https://www.facebook.com/M29Bus

    Ist die Botschaft des Accounts fair aus Ihrer Sicht? Gelten die Schwachstellen nur für eine Teilstrecke der Linie?