Archive for the ‘Normalfahrpreis’ Category

23.06.2011 von Elisabeth Wirth
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In was für einem Kiez wollen wir leben? part 3

von Elisabeth Wirth

Anna, Erzieherin, lebt seit 25 Jahren in Neukölln

„Ich vermisse das alte Neukölln, das nur noch minimal da ist. Früher, wenn ich auf dem Markt war, fühlte ich mich wie in der Türkei. Heute komme ich mir vor, wie im Prenzlauer Berg. Das alte Neukölln war einfach, grün, nicht voll und vor allem nicht hip. Wir waren einfach da und wir waren glücklich. Am Anfang fand ich es gut, dass was in Neukölln passiert ist. Denn früher war der Weg von der U-Bahn zu meiner Wohnung echt langweilig. Es gab ja keine Läden. Ich finde die Veränderungen inzwischen schon sehr extrem. Leute, die noch vor fünf Jahren gesagt haben „Bäh Neukölln“ ziehen jetzt her, wir haben eine Monokultur von Cafés und Kneipen und Designerläden. Ich glaube ja, dass es gewollt ist, dass sich in den Innenstädten bald nur noch reiche Leute die Mieten leisten können. Da wird zum Beispiel ein… weiter lesen

25.05.2011 von Elisabeth Wirth
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Macht Theater _ Neuköllner Geschichten

von Elisabeth Wirth

So ähnlich wie in einer Nacht in einem Berliner Club, an dessen Anfang man eher am Rand steht, an seinem Bier nippt, guckt und maximal mit dem Knie und Kopf ein bisschen wippt, bis man auftaut und abrockt, entwickelte sich „Give me your Love“ aus dem Projekt „Die Hofmeister“. Das Maxim Gorki Theater machte im Mai Neukölln zur Bühne und den Kiez zum Geschichtenfundus. Am Anfang waren die Kiezbewohner etwas fremdelnd, beobachtend, begegnetem dem Ganzen wohlwollend, mit steigender Neugierde. All abendlich wurden auf der Pannierstraße Neuköllner Liebesgeschichten inszeniert. Dabei war es am Anfang gar nicht so leicht, Liebesgeschichten zu finden oder vielmehr erzählt zu bekommen. Nach gut drei Wochen, kommen jedoch immer mehr Menschen, die ihre Geschichten vom Verlieben, von Rosenkriegen, lustvollen und traurigen Beziehungen erzählen wollen.

Seit dem 3. Mai wurde eine ganze Menge Geschichtenmaterial in Neukölln gesammelt. Schüler der Rütlischule und Anwohner bekamen Einwegkameras und dokumentierten… weiter lesen

10.05.2011 von Elisabeth Wirth
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Neuköllner Liebesgeschichten

von Elisabeth Wirth

Wir sind bekannt als Problemkiez, als sozialer Brennpunkt in dem Bildungsdefizite auf Gewalt treffen und wir sind, vielleicht etwas weniger, als Kiez im Umbruch bekannt, an Hand dessen, sich wunderbar über Gentrifizierungstendenzen streiten lässt.

Das aber auch hier verliebte Herzen pochen, Liebespaare den Beziehungstango tanzen und Herzschmerztränen geweint werden, dass die Liebe mal leise, mit schüchternen Blicken daher kommt, zum Opfer von Sprachlosigkeit wird oder dass eine große romantische Geste die Liebe neuentfacht, dass spielt eigentlich keine große Rolle.

Würde nicht das Maxim Gorki Theater den Neuköllner Liebesgeschichten im Mai eine Bühne bieten.

Die Autorin Anne Jelena Schulte sammelt in der Schreibpraxis Pannierstraße 55 Geschichten neuer und alter, verflossener und nie gelebter Lieben. Diese werden zum Drama und von Schauspielern des Maxim Gorki Theaters jeden Abend um 19°° Uhr auf der Pannierstraße aufgeführt. Jeden Tag eine neue Geschichte, jeden Abend ein neues Drama, bis Ende Mai, die komplette Kreuzung, da… weiter lesen

23.04.2011 von Elisabeth Wirth
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Von Kindern und Eltern

von Elisabeth Wirth

Jetzt, wo die Outdoorsaison wieder eröffnet ist, rollen sie in Rudeln durch den Kiez und man fragt sich, wo die ganzen Jungeltern samt Kindern herkommen. Nach dem Winter scheint der Spielplatz am Weichselplatz so stark frequentiert zu werden, wie noch nie. Auf dem Stück der Weichselstraße, zwischen Pflügerstraße und Maybachufer gibt es fast gar kein Vorbeikommen mehr. Wie beim Staffellauf geben sich auf diesem Abschnitt Kinderladen, der Eisladen Eismarie, das Rudi Marie und der Skateplatz den Stab in die Hand. Der Bürgersteig ist in Hand von abgestellten Kinderwagen, Horden von eisschleckenden Kleinkindern und den dazugehörigen Eltern, samt kinderhabender Freunde. Es kreischt und schreit. Bei der Nachbarin aus dem Vorderhaus, ist nicht mehr nachzuvollziehen, ob sie gerade eben ein neues Kind bekommen hat oder wieder schwanger ist. Nachts müssen erst einmal Bobbycars und Kinderfahrräder aus dem Weg des Hinterhofs gekickt werden, damit man überhaupt durch kann. Kinder kriegen und Kinder haben… weiter lesen

25.03.2011 von Elisabeth Wirth
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Frühlingserwachen_2011

von Elisabeth Wirth

Endlich, endlich, endlich ist der Berliner Winter, über den gestöhnt und geschimpft wird, der besungen wurde und die Stadt in seiner grau grauen Hand fest im Griff hat, vorbei. Montag war Frühlingsanfang. Die Sonne scheint schon etwas länger wieder morgens in mein Schlafzimmer. Seitdem springe ich gut gelaunt, wie ein junges Kitz über die Weide, aus meinem Bett, genieße Grünen Tee in meiner sonnendurchfluteten Küche und frühstücke Sonnenbrille bebrillt vor der Crossi.

Eine Bekannte hatte nun ihren ersten Winter in Berlin verbracht und erzählte, dass sie so etwas noch nie erlebt hat. Ich, die in Berlin geboren ist und noch keinen Winter woanders verbracht hat, kenne es ja nicht anders. Irgendwann, wenn ich groß und reich bin oder einen reichen, französischen Geliebten habe, dann werde dem Winter zumindest in Teilen entfliehen. Irgendwohin, wo die Sonne scheint und das Meer blau ist.

Bis es soweit ist, feiern wir den Frühling. In… weiter lesen

10.03.2011 von Elisabeth Wirth
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Was tun wenn´s brennt

von Elisabeth Wirth

Es ist eine der Horrorvorstellungen, dass das Haus in dem man lebt oder die eigene Wohnung brennt. Aus dieser Angst heraus wird dreimal der Herd gecheckt bevor man geht, auch wenn man ihn morgens gar nicht angemacht hat, da werden die Stecker bestimmter Elektrogeräte gezogen und sichergegangen, dass kein Zigarettenstummel mehr glüht. Irgendwann, beim vierten Mal ist-der-Herd-auch-wirklich-aus gucken, kommt einem in den Sinn, dass es nicht unbedingt die eigene Wohnung im Haus sein muss, die brennen könnte. Dass der Nachbar die brennende Kerze vergessen oder beim Rauchen einschlafen könnte. Trotz alledem kontrolliert man fleißig weiter den Herd bevor man geht und hofft, dass man niemals in die Situation eines in Flammen stehenden Hauses kommt.

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch wurde bei mir im Haus ein Feuer gelegt. Die Holzfahrräder der Kinder, die im Hausflur unten neben den Briefkästen standen, waren mit Brandbeschleuniger angezündet worden.

Es war kurz nach… weiter lesen

31.01.2011 von Elisabeth Wirth
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The hit me Panda

von Elisabeth Wirth

Die Welt ist schlecht. Nicht nur wegen all dem Mord und Todschlag, dem Lug und Trug, der Kriege, Machtsucht und Geldgier. Es sind die kleinen Dinge, die im Gegensatz zu eben Erwähntem wirklich klein wirken, die Dinge, die nicht sein müssten. Es sind die Mahnungen, welche irrtümlicher Weise in den Briefkasten flattern, obwohl man vor Monaten wegen besagter Mahnungssumme in Einspruch gegangen ist. Es sind die uneinsichtigen BVG-Kontrolleure, die die Polizei holen wollen, obwohl man einen Fahrschein hat, der gültig ist, weil sie sich in trügerischer Sicherheit wähnen, ein Vergehen gefunden zu haben. Es ist das Finanzamt, wenn es die Steuererklärung verschlampt hat. Es sind die Situationen, in denen man hilflos vor jemandem steht, der seine vermeintliche Machtposition ausnutzt, weil er denkt, endlich in seinem Leben auch mal die Macht über jemanden oder eine Situation inne zu haben. Oder wenn man mitten in der Nacht, auf dem Deck des Parkhauses… weiter lesen

21.01.2011 von Elisabeth Wirth
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In was für einem Kiez wollen wir leben? part. 2

von Elisabeth Wirth

„Ihr kriegt uns hier nicht raus! 
Das ist unser Haus“ sangen Ton, Steine, Scherben schon in den 80er Jahren. Nun sind die Zeiten der Hausbesetzungen zwar vorbei, aber steigende Mieten oder der Verkauf der Wohnung in der man lebt, sind die Schreckgeschichten der Gentrifizierung. Der Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichhain sind schon lange vom großen Ausverkauf glatt geschliffen. Ist Neukölln als nächstes dran oder ist unser Kiez schon längst mittendrin?

Agnieszka wird demnächst aus ihrer Mietwohnung, in der sie seit fast 5 Jahren lebt, ausziehen müssen. Ihre Wohnung ging im letzten Jahr zur vorübergehenden Verwaltung an ein Insolvenzfirma und wurde Anfang Januar 2011 zwangsversteigert. Dabei erziehlte die Ein-Zimmerwohnung einen Preis, der 10.000 € über dem Schätzwert und 22.000 über dem Einstiegspreis lag. Die junge Frau, die die Wohnung gekauft hat, möchte nun in Berlin das neue Heim beziehen.

Agnieszka, freiberuflich und DJane, lebt im März seit 5 Jahren in Neukölln… weiter lesen

15.01.2011 von Elisabeth Wirth
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Vorwärts, nach weiter

von Elisabeth Wirth

Im Badezimmer einer Freundin hängt ein Schild, auf dem steht: „Vorwärts, nach weiter“. Und es geht vorwärts, zumindest weiter, zumindest in ein neues Jahr. Willkommen in 2011. Sind wir schon angekommen?

So surreal kam mir Weihnachten und Silvester noch nie vor, wie in diesem letzten Jahr. Da rauschten und flimmerten zwar Jahresrückblicke, da köchelte der Glühwein, da dufteten die Plätzchen, da kamen die euphorischen Umsatzprognosen des Einzelhandels und die weihnachtlichen Kreditangebote der Banken, da lag sogar Schnee. Und doch keine Besinnlichkeit, keine Weihnachtstimmung, nur das-musst-du-noch-machen-Dogma in meinem Kopf, innerlich wie ein Duracel-Häschen, das auch mit den letzten Reserven noch fleißig hoppelt, bis mich dann zwischen Weihnachten und Silvester eine Erkältung gänzlich ausnockte und mir fast komatöse Entspannung brachte.

Das letzte Jahr, Erdbeben in Haiti, Skandal um die Katholische Kirche, iPad, Kundus-Affäre, Wechsel im Kabinett, Ölpest im Golf von Mexiko, Vulkanausbruch, Euro-Krise, Lena, Gaza-Streifen, Rücktritte, Wikileaks, Fußball-WM, Loveparade, Flut in Pakistan,… weiter lesen

06.12.2010 von Elisabeth Wirth
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Mit der TV noir Rakete in die Höhen des Singer-Songwriter-Universums

von Elisabeth Wirth

Manchmal, da traut man sich aus seinem Kiez heraus und manchmal, da ist man nicht alleine. Manchmal, da folgt man einer Veranstaltung, die sonst ihre Basis in Good Old Neukölln hat und zum Abheben für einen Abend im Friedrichshain startet.

Die Musiktalkshow „TV noir“ gibt es seit 2008. Einmal im Monat werden zwei Bands oder Musiker/innen mit Singer-Songwriter-Repertoire auf die Bühne des Heimathafens eingeladen, spielen ihre Songs, erzählen aus dem Nähkästchen und überlassen auch mal fast ihr Hemd Freistil-Schwimmenden Zuschauern. Das Gastgebergesicht des TV Noir-Teams ist Tex, der charmant durch die Sendung führt, die im Internet in Ausschnitten und auf dem Berliner Sender ALEX zu sehen ist. Nun, nach über zwei Jahren wurde es Zeit, die Besten sechs Band und Solokünstler der letzten Jahre zu prämieren.

Der Saal des Astra, in rotem Schummerlicht mit flirrenden Discokugelsternen getaucht, füllt sich am Sonntagabend kurz vor 20°° Uhr. Schon vor… weiter lesen