Archive for the ‘Normalfahrpreis’ Category

25.03.2011 von Elisabeth Wirth
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Frühlingserwachen_2011

von Elisabeth Wirth

Endlich, endlich, endlich ist der Berliner Winter, über den gestöhnt und geschimpft wird, der besungen wurde und die Stadt in seiner grau grauen Hand fest im Griff hat, vorbei. Montag war Frühlingsanfang. Die Sonne scheint schon etwas länger wieder morgens in mein Schlafzimmer. Seitdem springe ich gut gelaunt, wie ein junges Kitz über die Weide, aus meinem Bett, genieße Grünen Tee in meiner sonnendurchfluteten Küche und frühstücke Sonnenbrille bebrillt vor der Crossi.

Eine Bekannte hatte nun ihren ersten Winter in Berlin verbracht und erzählte, dass sie so etwas noch nie erlebt hat. Ich, die in Berlin geboren ist und noch keinen Winter woanders verbracht hat, kenne es ja nicht anders. Irgendwann, wenn ich groß und reich bin oder einen reichen, französischen Geliebten habe, dann werde dem Winter zumindest in Teilen entfliehen. Irgendwohin, wo die Sonne scheint und das Meer blau ist.

Bis es soweit ist, feiern wir den Frühling. In… weiter lesen

10.03.2011 von Elisabeth Wirth
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Was tun wenn´s brennt

von Elisabeth Wirth

Es ist eine der Horrorvorstellungen, dass das Haus in dem man lebt oder die eigene Wohnung brennt. Aus dieser Angst heraus wird dreimal der Herd gecheckt bevor man geht, auch wenn man ihn morgens gar nicht angemacht hat, da werden die Stecker bestimmter Elektrogeräte gezogen und sichergegangen, dass kein Zigarettenstummel mehr glüht. Irgendwann, beim vierten Mal ist-der-Herd-auch-wirklich-aus gucken, kommt einem in den Sinn, dass es nicht unbedingt die eigene Wohnung im Haus sein muss, die brennen könnte. Dass der Nachbar die brennende Kerze vergessen oder beim Rauchen einschlafen könnte. Trotz alledem kontrolliert man fleißig weiter den Herd bevor man geht und hofft, dass man niemals in die Situation eines in Flammen stehenden Hauses kommt.

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch wurde bei mir im Haus ein Feuer gelegt. Die Holzfahrräder der Kinder, die im Hausflur unten neben den Briefkästen standen, waren mit Brandbeschleuniger angezündet worden.

Es war kurz nach… weiter lesen

31.01.2011 von Elisabeth Wirth
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The hit me Panda

von Elisabeth Wirth

Die Welt ist schlecht. Nicht nur wegen all dem Mord und Todschlag, dem Lug und Trug, der Kriege, Machtsucht und Geldgier. Es sind die kleinen Dinge, die im Gegensatz zu eben Erwähntem wirklich klein wirken, die Dinge, die nicht sein müssten. Es sind die Mahnungen, welche irrtümlicher Weise in den Briefkasten flattern, obwohl man vor Monaten wegen besagter Mahnungssumme in Einspruch gegangen ist. Es sind die uneinsichtigen BVG-Kontrolleure, die die Polizei holen wollen, obwohl man einen Fahrschein hat, der gültig ist, weil sie sich in trügerischer Sicherheit wähnen, ein Vergehen gefunden zu haben. Es ist das Finanzamt, wenn es die Steuererklärung verschlampt hat. Es sind die Situationen, in denen man hilflos vor jemandem steht, der seine vermeintliche Machtposition ausnutzt, weil er denkt, endlich in seinem Leben auch mal die Macht über jemanden oder eine Situation inne zu haben. Oder wenn man mitten in der Nacht, auf dem Deck des Parkhauses… weiter lesen

21.01.2011 von Elisabeth Wirth
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In was für einem Kiez wollen wir leben? part. 2

von Elisabeth Wirth

„Ihr kriegt uns hier nicht raus! 
Das ist unser Haus“ sangen Ton, Steine, Scherben schon in den 80er Jahren. Nun sind die Zeiten der Hausbesetzungen zwar vorbei, aber steigende Mieten oder der Verkauf der Wohnung in der man lebt, sind die Schreckgeschichten der Gentrifizierung. Der Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichhain sind schon lange vom großen Ausverkauf glatt geschliffen. Ist Neukölln als nächstes dran oder ist unser Kiez schon längst mittendrin?

Agnieszka wird demnächst aus ihrer Mietwohnung, in der sie seit fast 5 Jahren lebt, ausziehen müssen. Ihre Wohnung ging im letzten Jahr zur vorübergehenden Verwaltung an ein Insolvenzfirma und wurde Anfang Januar 2011 zwangsversteigert. Dabei erziehlte die Ein-Zimmerwohnung einen Preis, der 10.000 € über dem Schätzwert und 22.000 über dem Einstiegspreis lag. Die junge Frau, die die Wohnung gekauft hat, möchte nun in Berlin das neue Heim beziehen.

Agnieszka, freiberuflich und DJane, lebt im März seit 5 Jahren in Neukölln… weiter lesen

15.01.2011 von Elisabeth Wirth
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Vorwärts, nach weiter

von Elisabeth Wirth

Im Badezimmer einer Freundin hängt ein Schild, auf dem steht: „Vorwärts, nach weiter“. Und es geht vorwärts, zumindest weiter, zumindest in ein neues Jahr. Willkommen in 2011. Sind wir schon angekommen?

So surreal kam mir Weihnachten und Silvester noch nie vor, wie in diesem letzten Jahr. Da rauschten und flimmerten zwar Jahresrückblicke, da köchelte der Glühwein, da dufteten die Plätzchen, da kamen die euphorischen Umsatzprognosen des Einzelhandels und die weihnachtlichen Kreditangebote der Banken, da lag sogar Schnee. Und doch keine Besinnlichkeit, keine Weihnachtstimmung, nur das-musst-du-noch-machen-Dogma in meinem Kopf, innerlich wie ein Duracel-Häschen, das auch mit den letzten Reserven noch fleißig hoppelt, bis mich dann zwischen Weihnachten und Silvester eine Erkältung gänzlich ausnockte und mir fast komatöse Entspannung brachte.

Das letzte Jahr, Erdbeben in Haiti, Skandal um die Katholische Kirche, iPad, Kundus-Affäre, Wechsel im Kabinett, Ölpest im Golf von Mexiko, Vulkanausbruch, Euro-Krise, Lena, Gaza-Streifen, Rücktritte, Wikileaks, Fußball-WM, Loveparade, Flut in Pakistan,… weiter lesen

06.12.2010 von Elisabeth Wirth
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Mit der TV noir Rakete in die Höhen des Singer-Songwriter-Universums

von Elisabeth Wirth

Manchmal, da traut man sich aus seinem Kiez heraus und manchmal, da ist man nicht alleine. Manchmal, da folgt man einer Veranstaltung, die sonst ihre Basis in Good Old Neukölln hat und zum Abheben für einen Abend im Friedrichshain startet.

Die Musiktalkshow „TV noir“ gibt es seit 2008. Einmal im Monat werden zwei Bands oder Musiker/innen mit Singer-Songwriter-Repertoire auf die Bühne des Heimathafens eingeladen, spielen ihre Songs, erzählen aus dem Nähkästchen und überlassen auch mal fast ihr Hemd Freistil-Schwimmenden Zuschauern. Das Gastgebergesicht des TV Noir-Teams ist Tex, der charmant durch die Sendung führt, die im Internet in Ausschnitten und auf dem Berliner Sender ALEX zu sehen ist. Nun, nach über zwei Jahren wurde es Zeit, die Besten sechs Band und Solokünstler der letzten Jahre zu prämieren.

Der Saal des Astra, in rotem Schummerlicht mit flirrenden Discokugelsternen getaucht, füllt sich am Sonntagabend kurz vor 20°° Uhr. Schon vor… weiter lesen

30.11.2010 von Elisabeth Wirth
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Schenke Kunst!

von Elisabeth Wirth

Es gibt Themen die sind wie Onehitwunder und es gibt Themen, die kommen und gehen jedes Jahr aufs Neue wieder. Gerade zum Ende jeden Jahres haben manche Themen Beständigkeit und man wird sich nicht gegen sie wehren können. Kälte und Nikolaus und Kinder vergeht die Zeit schnell, war doch gerade eben erst Winter und Weihnachten und Silvester und Jahresrückblick und Pläne für die Zukunft.

Die Kälte ist da, vor zwei Wochen suchte eine frierende Maus in meinem Badezimmer Unterschlupf, die dicken Winterjacken sind längst aus den Tiefen des Kleiderschranks hervorgeholt, die Berliner Welt wurde schon mit etwas Schnee bepudert, letzte Fenster und Türen werden Winterfest gemacht, Thermostrumpfhosen, Mützen und Handschuhe werden Begleiter der nächsten Monate. Der Kalender sagt, der erste Advent ist rum und Plätzchen und Glühwein sind eine gute Möglichkeit, sich in den nächsten 25 Tagen in Weihnachtslaune zu versetzten.

Wer keine Lust hat, sich dem jährlichen Weihnachtskauf-rumrenn-Wahnsinn auszusetzen,… weiter lesen

16.11.2010 von Elisabeth Wirth
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BusTrance

von Elisabeth Wirth

Wie man letztlich einigen Zeitungen entnehmen konnte, steckt neben der S-Bahn, auch die BVG in vielfältigen Nöten. Man hört von Finanziellen und Technischen Problemen, von Ausfällen und Verspätungen und dem Problem mit den leicht, in Flammen aufgehenden Bussen. Da könnte man schon Angst bekommen und sich fragen, ob es überhaupt noch ratsam ist, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Aber noch heißt es zum Glück j nicht: „Mitfahren auf eigene Gefahr“.

Bei mir hat Busfahren neuerdings seine ganz eigene Auswirkung. Busfahren wirkt auf mich zutiefst beruhigend. Aufgefallen ist mir das am letzten Sonntag. Ich hatte mich auf den Weg Richtung Köpenick machen wollen und da der M29 ja nicht ganz Berlin abdeckt, nehme ich, wenn es in den grünsten Bezirk der Stadt geht den 167er Bus. Der Bus kam, diesmal zu früh, ich stand noch beim Bäcker an der Kasse und musste hilflos und mit dem schönen Wort „Fuck“ kombiniert,… weiter lesen

21.10.2010 von Elisabeth Wirth
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Soziale Stadt?

von Elisabeth Wirth

Die Debatten sind erhitzt in Deutschland. Es geht um Integration und Bildung und alle diskutieren fleißig mit. Gehört der Islam nun zu Deutschland oder nicht? Multikulti sei tot! Da wird eine deutsche Leitkultur gefordert, ohne sie zu definieren, da wird alles vermischt, wie bei einem Resteessen am Montag, wenn man etwas kocht, mit dem, was noch im Kühlschrank ist. Allmählich bekommt man den Eindruck, dass die Diskussionen nur zur Profilierung einzelner Politiker dienen, die endlich auch mal wieder was sagen wollten und dass es nicht um das Lösungen finden geht, sondern für viele um das „Jetzt kann man endlich aussprechen, was man denkt“ und um das Ängste und Vorurteile aufpeitschen.

Ad absurdum werden diese Debatten geführt, betrachtet man die überall um sich greifenden Sparmaßnahmen. Akut betroffen ist zur Zeit das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“. Dieses will Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, im Zuge der Sparmaßnahmen so massiv… weiter lesen

17.10.2010 von Elisabeth Wirth
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In was für einem Kiez wollen wir leben?

von Elisabeth Wirth

Neukölln verändert sich und viele Veränderungen sind positiv. Einher geht aber mit all den Kneipen, Galerien, Cafés und Restaurants, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind, die Angst vor der Gentrifizierung. Und es ist ja nicht von der Hand zu weisen, dass im Reuterkiez z.Bsp. die Mieten in den letzten Jahren gestiegen sind. Also Frage ich ab jetzt Anwohner, Kneipen- und Galeriebesitzer aus Neukölln und Leute aus dem Kiez, in was für einem wir leben wollen.

Ronny, kommt ursprünglich aus Norwegen, lebt seit 5 Jahren in Neukölln, Yogalehrer

Ich finde die Veränderungen in Neukölln ziemlich gut. Ich lebe seit 5 Jahren im Reuterkiez und habe eine tolle Wohnung. Trotzdem hat sich immer mal wieder die Frage gestellt, hier bleiben oder umziehen. Im Moment renoviere ich meine Wohnung komplett. Ich bleibe also. Das man in Neukölln nun auch weggehen kann finde ich toll. Für mich ist es hier… weiter lesen