26.11.2011 von Elisabeth Wirth

An diesem Wochenende wird in der Werkstatt der Kulturen die do it yourself Zine Kultur gefeiert. An vierzig Ständen können Zines, Comics, Publikationen im Selbstverlag bestaunt, getauscht oder erworben werden. Am Zine-Basteltisch können die Besucher ihr eigenes Zine entstehen lassen, wer will blättert sich durch die Zines einer Privatsammlung oder besucht einen der vielen Workshops von Layout und Design, Comics zeichnen, Buchbinden bis zur Zine-Geschichte. Neben der Selbst-Mach-Kunst kann gegessen und getrunken werden und am Samstagabend heißt es ‘Shut up and Speak’ – Spoken Word Performance.
Und was wäre das erste Zine Fest in Berlin, ohne dass man am Zine Fest Zine mitarbeiten kann?
Der Eintritt ist frei, gespendet werden kann trotzdem.
26. und 27. November 2011 _ Werkstatt der Kulturen _ Wissmannstraße 23 in Neukölln
04.11.2011 von Elisabeth Wirth

Am 05. November ist es wieder soweit – Nord-Neukölln feiert sich und seine Kunst- und Kulturszene. An 105 Orten zeigen Künstler/innen ihre Arbeiten – Zeichnung, Malerei, Fotografie, Installation, Performance -, Ateliers öffnen ihre Türen, es kann Kunst und Gegenständliches gekauft oder auch selbst hergestellt werden, es gibt Sprache zu entdecken, man kann Lesenden lauschen, bei Konzerten Kopf und Knie wippen oder auf Parties das Tanzbein schwingen.
Wer keine Lust hat, sich allein durch das Nacht und Nebel Programm zu navigieren, kann an einer der vier geführten Touren durch den Reuterkiez, den Kiez am Flugfeld, den Körnerkiez teilnehmen oder Neukölln mit dem Fahrrad entdecken.
Viel Wert wurde in diesem Jahr auf Barrierefreiheit gelegt, sodass alle barrierefreien Orte speziell gekennzeichnet sind.
Nacht und Nebel – Programm
06.10.2011 von Elisabeth Wirth
Das Klötze und Schinken befindet sich in der Bürkner Straße, zwischen Landwehrkanalidylle und dem illustren Kottbusser Damm-Treiben. In den Räumen, die Café und Galerie zugleich beherbergen, arbeitet und wirkt das Künstlerpaar Christof Husemann und Christina Both.
2005 ließen sich die beiden, ein Stück weiter in der Bürkner Straße nieder und eröffneten eine der ersten Galerien in Nordneukölln. Seit sie, ein Jahr später, ihre neue Residenz bezogen haben, hat das Klötze und Schinken schon einige künstlerische Metamorphosen erlebt. Von Arbeitsraum und Unikatladen, zu Atelier, Galerie und Café mit adrettem Kleinkram zum Kaufen. Christof Husemann und Christina Both machen schon lange Kunst, seit 2006 arbeiten sie als Prof. Inhalt und Dr. Sinn zusammen. „Die Idee war damals, Dinge herzustellen, bei denen sich Inhalt und Sinn verbinden. Wir fingen an mit Verpackungsdesign von Streichholzschachteln, Lampen und Kondomdosen.“ Inzwischen ist Inhalt und Sinn zu einer Marke geworden. In den Schwarzlichtbildern, die beide in Teilen… weiter lesen
01.09.2011 von Elisabeth Wirth
Seit etwas mehr als einem Jahr und immer massiver werdend geistern Mieterhöhungsgeschichten durch den Kiez. Nach Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichhain hat es nicht nur Kreuzberg, sondern auch Neukölln erwischt. Wer sich mal interessenhalber durch Wohnungsannoncen im Reuterkiez klickt, klopft drei Mal auf Holz und hofft, dass ihn/ sie nicht auch demnächst eine Mieterhöhung oder ein Umzug droht. Die, die gezwungenermaßen eine neue Wohnung suchen, weil die eigene verkauft wurde, die Miete angestiegen ist oder Nachwuchs sich anbahnt, raufen sich verzweifelt die Köpfe. Die wirklichen billigen Mieten in Neukölln waren einmal, 90qm Wohnungen für irgendwas um 350 € ist so was von 2005. Die Berliner Mieten sind in den letzten Jahren enorm angestiegen, prozentual zum Einkommen zahlen Berliner zum Teil mehr als in Hamburger oder Münchner.
Dass das Problem nicht nur einige wenige betrifft, sieht man nicht nur an den mehr werdenden Plakaten die an Hauswänden hängen oder Mietenstopp-Parolen, die… weiter lesen
08.08.2011 von Elisabeth Wirth
Die Stadtparasiten haben den öffentlichen Raum verlassen. Gestern sollte eigentlich die Zeltgebilde in einer Performance demontiert werden. Doch Regen, Diebstahl, Vandalismus haben die Bestände in den letzten eineinhalb Wochen so stark schrumpfen lassen, dass die Demontage nicht mehr stattfinden konnte. Still und heimlich sind sie nun verschwunden. Für alle die nicht zum gucken, staunen oder wie es scheint, stehlen und kaputt machen kommen konnten, hier fotografische Beweise des Experiments.






26.07.2011 von Elisabeth Wirth

Temporäre Architektur, Zelte, fliegende Bauten. Was in dem Workshop der Künstlerinnen Sandra Becker, Janna Rehbein und Anja Bodanowitz mit Jugendlichen entstehen soll, klingt spannend. In zehn Tagen wurden Meter um Meter Stoff zu „Stadtparasiten“ genäht. Die Zelte werden sich an Häuser, Bäume, Laternen, Pfeiler klammern. Die Stadt wird zum Wirt, von dem sich das Parasit spannt und neuen Raum im Öffentlichen schafft. Rund um den Weichselplatz werden sie sich erstrecken und können ab dem 27.7. bestaunt, als Unterschlupf vor einem verregneten Sommer oder vielleicht doch noch als Sonnenschutz, Urlaubsdomizil in der Stadt und all den Dingen, die uns da noch einfallen genutzt werden. Wie sich das Experiment entwickeln wird, bestimmen dann die Anwohner.
Im Stadtparasiten_Blog kann die bisherige Entwicklung samt To-Do-Liste und etlichen weiteren Fotos rückverfolgt werden. Die Präsentation mit Performance und Musik von „Cellolitis“ findet am Mittwoch (27.7.) ab 20°° Uhr am Weichselplatz statt.
23.06.2011 von Elisabeth Wirth
Anna, Erzieherin, lebt seit 25 Jahren in Neukölln
„Ich vermisse das alte Neukölln, das nur noch minimal da ist. Früher, wenn ich auf dem Markt war, fühlte ich mich wie in der Türkei. Heute komme ich mir vor, wie im Prenzlauer Berg. Das alte Neukölln war einfach, grün, nicht voll und vor allem nicht hip. Wir waren einfach da und wir waren glücklich. Am Anfang fand ich es gut, dass was in Neukölln passiert ist. Denn früher war der Weg von der U-Bahn zu meiner Wohnung echt langweilig. Es gab ja keine Läden. Ich finde die Veränderungen inzwischen schon sehr extrem. Leute, die noch vor fünf Jahren gesagt haben „Bäh Neukölln“ ziehen jetzt her, wir haben eine Monokultur von Cafés und Kneipen und Designerläden. Ich glaube ja, dass es gewollt ist, dass sich in den Innenstädten bald nur noch reiche Leute die Mieten leisten können. Da wird zum Beispiel ein… weiter lesen
25.05.2011 von Elisabeth Wirth
So ähnlich wie in einer Nacht in einem Berliner Club, an dessen Anfang man eher am Rand steht, an seinem Bier nippt, guckt und maximal mit dem Knie und Kopf ein bisschen wippt, bis man auftaut und abrockt, entwickelte sich „Give me your Love“ aus dem Projekt „Die Hofmeister“. Das Maxim Gorki Theater machte im Mai Neukölln zur Bühne und den Kiez zum Geschichtenfundus. Am Anfang waren die Kiezbewohner etwas fremdelnd, beobachtend, begegnetem dem Ganzen wohlwollend, mit steigender Neugierde. All abendlich wurden auf der Pannierstraße Neuköllner Liebesgeschichten inszeniert. Dabei war es am Anfang gar nicht so leicht, Liebesgeschichten zu finden oder vielmehr erzählt zu bekommen. Nach gut drei Wochen, kommen jedoch immer mehr Menschen, die ihre Geschichten vom Verlieben, von Rosenkriegen, lustvollen und traurigen Beziehungen erzählen wollen.
Seit dem 3. Mai wurde eine ganze Menge Geschichtenmaterial in Neukölln gesammelt. Schüler der Rütlischule und Anwohner bekamen Einwegkameras und dokumentierten… weiter lesen
10.05.2011 von Elisabeth Wirth
Wir sind bekannt als Problemkiez, als sozialer Brennpunkt in dem Bildungsdefizite auf Gewalt treffen und wir sind, vielleicht etwas weniger, als Kiez im Umbruch bekannt, an Hand dessen, sich wunderbar über Gentrifizierungstendenzen streiten lässt.
Das aber auch hier verliebte Herzen pochen, Liebespaare den Beziehungstango tanzen und Herzschmerztränen geweint werden, dass die Liebe mal leise, mit schüchternen Blicken daher kommt, zum Opfer von Sprachlosigkeit wird oder dass eine große romantische Geste die Liebe neuentfacht, dass spielt eigentlich keine große Rolle.
Würde nicht das Maxim Gorki Theater den Neuköllner Liebesgeschichten im Mai eine Bühne bieten.
Die Autorin Anne Jelena Schulte sammelt in der Schreibpraxis Pannierstraße 55 Geschichten neuer und alter, verflossener und nie gelebter Lieben. Diese werden zum Drama und von Schauspielern des Maxim Gorki Theaters jeden Abend um 19°° Uhr auf der Pannierstraße aufgeführt. Jeden Tag eine neue Geschichte, jeden Abend ein neues Drama, bis Ende Mai, die komplette Kreuzung, da… weiter lesen
23.04.2011 von Elisabeth Wirth
Jetzt, wo die Outdoorsaison wieder eröffnet ist, rollen sie in Rudeln durch den Kiez und man fragt sich, wo die ganzen Jungeltern samt Kindern herkommen. Nach dem Winter scheint der Spielplatz am Weichselplatz so stark frequentiert zu werden, wie noch nie. Auf dem Stück der Weichselstraße, zwischen Pflügerstraße und Maybachufer gibt es fast gar kein Vorbeikommen mehr. Wie beim Staffellauf geben sich auf diesem Abschnitt Kinderladen, der Eisladen Eismarie, das Rudi Marie und der Skateplatz den Stab in die Hand. Der Bürgersteig ist in Hand von abgestellten Kinderwagen, Horden von eisschleckenden Kleinkindern und den dazugehörigen Eltern, samt kinderhabender Freunde. Es kreischt und schreit. Bei der Nachbarin aus dem Vorderhaus, ist nicht mehr nachzuvollziehen, ob sie gerade eben ein neues Kind bekommen hat oder wieder schwanger ist. Nachts müssen erst einmal Bobbycars und Kinderfahrräder aus dem Weg des Hinterhofs gekickt werden, damit man überhaupt durch kann. Kinder kriegen und Kinder haben… weiter lesen