Ostwestfalen, mon amour!
von Sven RegenerEs ist erfreulich am Beispiel der Horwarths zu sehen, wie recht ich damals, im letzten Jahr, in meinem Standard-Blog damit hatte, den österreichischen Tourismus nach Deutschland zu fördern. Der Flo, der Mike, der Kyrre – seit sie durch Deutschland unterwegs sind, ist ihr Verständnis und ihre Liebe für unser schönes Land geweckt. Ab jetzt ist “alles einfach nur noch schön und gut” (Mike) für sie, “endlich hab ich’s kapiert”, sagte Florian gestern in Bielefeld nach einem ausführlichen Besuch der Bielefelder Innenstadt, und dann sagte er noch: “Hier würde ich gerne mal Urlaub machen”, und ich: “In Bielefeld?” und er: “Aber klar, wo denn sonst?” und ich: “Paderborn ist auch sehr schön und Herford und Gütersloh erst”, und er: “Auch die Menschen. Die Menschen sind schön. Und lieb!” und so ging das immer weiter bis es fast unerträglich wurde, eine Orgie in Einverständnis und Angekommensein und Trauerarbeit auch über die verlorenen Jahrzehnte und Jahrhunderte mit dem ganzen Anti-Piefke-Ding, das “aber sowas von daneben ist”, wie Florian wieder und wieder nicht müde wurde zu betonen, “ein so ein feines Land!” und Kyrre immer “Leiwand, Leiwand!” und wie sie nicht genug bekommen konnten von den Informationen, die ich ihnen zur Beruhigung hinwerfen musste wie Fleischbrocken in einen Hundezwinger, Wirtschaftsstruktur von Ostwestfalen, Miele, Gütersloh, Dr. Oetker, so Sachen, kulturell auch, der wahre Heino, Wiglaf Droste und wer sonst noch so von hier kommt… – das war schon erschütternd zu sehen, wie ausgerechnet Ostwestfalen sie so dermaßen zum Überschnappen brachte, Teutoburger Wald, als die Römer frech geworden, Jugendzentrum Jöllenbeck 1987, Vlotho, Externsteine, Horn-Bad Meinberg, Petra Husemann, das ging alles durcheinander, rauf und runter, sie konnten einfach nicht genug bekommen, sie hätten das nie gedacht, sagten sie, “ich hätte das nie gedacht”, sagte Florian, und Kyrre bestätigte ihn darin nur nickend, “ich auch nicht”, sagte er, “ich schon mal dreimal nicht, nie hätte ich das gedacht, dass die Externsteine das deutsche Stonehenge sind”, sagte er, “nur viel schöner!” fiel ihm Florian ins Wort und Mike tanzte dazu.
Nur der Bongogott, der hier in der Nähe aufgewachsen ist, allerdings auf der niedersächsischen Seite, lächelte fein und schweigsam in sich hinein und man weiß noch immer nicht, wie man dieses Lächeln deuten soll!
Völlig aus dem Häuschen: Ostwestfalen-Connaisseure!
Ostwestfale (links): “Schön und lieb!”


Kommentar schreiben
Guuden,
also Westfalen sind mir immer anders in Erinnerung geblieben, eher wie du – von der Größe. Aber vielleicht wirkt das auch nur so, weil ich selber nicht der kleinste bin. Naja irgendwie fühl ich mich selbst immer arrogant, wenn ich nach unten und die anderen an mir hoch gucken müssen.
N´Abend, mit dem Wunsch das Ihr mal nach Mittelhessen kommt …
Super Geschichte! Der Blogwar ist auch hier angekommen.
Mir wird immer klarer, dass Wolfgang Niedecken seinerzeit in den Achtzigern Avantgarde war mit seinem Tourtagebuch. Das wurde sogar als Buch veröffentlicht, sogar mit Fotos. Nur Videos konnte er noch nicht einpflegen, wie man sagt, aber das macht Ihr ja auch nicht.
Inhaltlich gibt es gewisse Unterschiede. Ich würde sagen, Niedecken war authentischer, wie man heute sagen würde, zumindest aus der Perspektive der Achtziger.
Wie viele Erdbeereise muss der Mensch noch essen, bis Steve Jobs endlich eine nennenswerte Kamera fürs iphone spendieren wird?
Ein Wintermärchen. So sind sie halt, die Westfalen. Die westlichen und die in OWL, im Land der Eule. owl-country.
http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=1148&kapitel=11&cHash=d40dbdc7b4wintmr10#gb_found
Schöne Grüße aus der größten westlichen Stadt in Niedersachsen.
(OWL = OstWestfalen-Lippe)
sollte heißen: “westfälischen Stadt in Nds.”
Ich könnte gerade weinen.
Danke!
“…und ein guter Mann, trotz alledem”.
Lieber Sven, gestrige Blogworte wirken tendenziell traurig, trotz der lustigen Fotos, macht aber nichts, war ja gestern.
Viel gruseliger finde ich die Sache mit der ausverkauften Arena, ich mein, ich freue mich ja für euch. Was aber wenn man als Besucher dann Beklemmung oder Schlimmeres erleidet? Hab mir schonmal ein Konzert von draußen angehört, aber da war es wärmer. Schlimmschlimmschlimm…
bielefeld:
ich hab immer noch den parfumduft der großen, blonden, mit dem roten rolli super gekleideten frau, die im ringlokschuppen unmittelbar vor mir stand, in der nase
Forum Enger haste vergessen! Was ist mit Forum Enger?