Versuch über den ruhigen Tag (mit Lied)

von Sven Regener

Ein ruhiger Tag. Sehr ruhig. Gestern in Bochum die Bochum-Supersause mit Jahrhunderthalle, über 3000 Leuten und Bernd Kowalzik auf der Aftershowparty, heute alles ruhig. Sehr ruhig. Früher, als man noch neu im Tourgeschäft war, wäre so ein ruhiger Tag nicht möglich gewesen, das hätte man niemals zugelassen, dass so ein Tag auf Tournee so ruhig vor sich hinplätschert, weil man dann Angst gehabt hätte, dass man so dermaßen abschlafft im Verlauf eines solchen ruhigen Tags, dass man abends auf der Bühne den Biss nicht hat. Heute sieht man das gelassener und weiß, dass es diesen direkten Zusammenhang nicht gibt, man kann den ganzen Tag die Sau rauslassen und umeinanderlaufen wie Hühner bei Gewitter, und dennoch oder gerade deshalb am Abend irgendwie tatsächlich oder auch nur eingebildet abgeschlafft in den Seilen der eigenen Songs gerade so auf den Beinen sich noch halten, wie man aber auch andererseits einen mehr als ruhigen, einen schon geradezu phlegmatisch oberverschnarchten Tag durchstehen und am Abend auf der Bühne dennoch das Tier der Tour an sich sein kann. Oder umgekehrt. Denn das ist ja überhaupt der Grundfehler, dass immer dauernd alles miteinander in Beziehung gesetzt und unter Wechselwirkungsverdacht gestellt wird, wo es doch tatsächlich in dieser Welt im allgemeinen und in der Welt des Rock’n'Roll im Besonderen meistens so ist, dass das eine mit dem anderen mal wieder nichts, aber auch gar nichts zu tun hat.

Das Lied von Koinzidenz und Kausalität

Zwischen dem, was man trinkt
Und dem Lied, das man singt
Zwischen dem, was man weiß
Und dem was man meist
Dann zu sagen sich traut
Zwischen dem, was man haut
Und dem, was man liebt
Es im Grunde nur wenig
Zusammenhang gibt


Kühner Versuch, alles in einem Aufwasch zu erledigen: rewirpowerSTADION (Bochum)


Gelungene Symbiose: Bernd Kowalzik und Ruhrgebiet!


8 Kommentare zu "Versuch über den ruhigen Tag (mit Lied)"

  1. Hallo Element of Crime, hoffe ich habe die Sache mit dem Kommentar richtig verstanden. Ich war gestern mit meinem Mann in Eurem Konzert. Es war romatisch, nachdenklich, rockig, gute Texte und super schöne Klänge. Eure Musik macht was mit einem selbst und es gibt so viel Poesie in den Texten und Harmonien durch Eure Instrumente. Seit ca. 9 Jahren kenne ich Eure Musik und sie macht mich ganz klar ruhig und ausgeglichen, schön bei dem ganzen Stress. Danke und ich wünsche Euch von Herzen ,noch so viel ehrliche Ideen. Viele gute Erlebnisse und tolle Fans für Euch von Herzen, Simone Mundinar- Knuth (Romantik!!!!!)

  2. Er kann’s ja doch noch. Jetzt hab ich ihn wieder lieb.

  3. der ruhige Tag hat jedenfalls nicht geschadet, denn das Konzert im Capitol in Hannover war sehr sehr schön…. kommt bald mal wieder…

  4. spätestens seit dem dockville hab ich ihn nicht mehr lieb :( Grüße von http://www.kasse4.de!

  5. kann mir jemand erklären, warum die straßenbahn des todes an der jahrhunderthalle vorbeigefahren ist? gefühlt rund dreißigtausend leute, von denen ich – auch wieder gefühlt – die hälfte kennen lernen durfte, weil sie mir auf den füßen standen, warteten wie ich auf dieses EINE lied. nur, außer mit hat es keiner laut gesagt. solidarität und kampf für die gute sache, da erinnere ich mich an bessere zeiten. nach großartigem konzert also doch noch frust. habe mir später zu hause das lied noch im radio bremen konzert ansehen müssen – wunderbar, aber eben aus der konserve.

  6. womöglich reichen fürs erste ein paar freundliche worte (dort wo’s davon nicht so viel geregnet hat in der vergangenheit), mal ein kompliment oder eine frage, nette gesten sind auch nicht falsch…aber das weiß man doch schon.

  7. Seid wohl am weg nach wien – oder sogar schon wieder gelandet in good-old-austria?!? Immer noch kalt hier, nicht wahr?

  8. war am 3.2. in Bochum, es war wie immer geil. ich kenne euch seit 1991 und war auf jeder tour dabei und…
    … ich komme wieder!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Lieben Gruß Tanja

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