Genfood, Hartz IV, Afghanistan, Merkel, Königgrätz, Bachelor-Studiengebühr, Naher Osten, Atommüll!
von Sven RegenerFlug nach Wien: Am Flughafen Tegel kommt es im Vorgriff zum Zusatzkonzert in München (morgen, i.e. 10.2. dann) schon mal zum Hofbräuhaus-Frühstück: Japanischer grüner Tee und Brezel bzw. Brezn. Egal, was man dagegen macht: Irgendwann nimmt einen die Folklore, die einem bei einer solchen Tournee kreuz, quer, hin und her durch Mitteleuropa natürlich an jeder Ecke begegnet, und der man immer und immer wieder blogweis gesehen natürlich auszuweichen bemüht ist, dann doch in die seelische Beinschere. Sei’s drum: Beim Konzert München II (das wird jetzt alles mal durchnummeriert wie bei den Brokdorf-Demonstrationen in den 70ern) werden Coconami Vorgruppe sein, da kann ein bisschen vorfreudige Einstimmung nicht schaden!
Und da klingelt auch das Telefon.
Hamburg-Heiner: Das franst jetzt aber ein bisschen aus mit dem Blog, da sind sich hier alle einig.
Sven: Wer ist alle?
HH: Ich und die freiwillige Deichwehr. Die Erstsemester. Muss ich dir doch nicht erklären.
Sven: Nein, aber den Lesern vielleicht mal. Vielleicht wäre es überhaupt mal an der Zeit, mal irgendwas zu erklären. Auch, warum das alles jetzt so ausfranst, ich meine: Warum soll es dem Blog besser gehen als etwa der Tour. Die franst jetzt ja auch irgendwie aus. Jetzt ist die Rote Gourmet Fraktion weg. Und der Band-Bus. Und wir fliegen nach Wien.
HH: Richtig so mit Flugzeug und allem?
Sven: Ja. Voll so USA-mäßig, heute Denver, morgen Cleveland, so in der Preislage sind wir jetzt unterwegs.
HH: Stark!
Sven: Und dann von Wien nach München mit dem Zug. Und dann von München nach Dresden mit dem Crew-Nightliner!
HH: Und die lassen euch da rein, die Crew? Wie sind die denn draufl?
Sven: Die sind auch geschwächt, die haben die halbe Mannschaft verloren, einige kommen in München wieder, aber die Catering-Leute sind weg.
HH: Hart. Das sollte man vielleicht wirklich mal erklären, warum da auf den letzten Drücker noch alle möglichen ungewohnten Reisemittel ins Spiel kommen, das ist ja gespenstisch.
Sven: Da sagst du was!
HH: Nun aber los!
Sven: Also das ist so: Eigentlich sollte die Tour in Zürich beginnen und in Berlin aufhören. Von Süd nach Nord, von Fern zu Nah, von Rösti zu Bulette, von Fondue zu Bollenfleisch, von…
HH: Jetzt hör mal mit dem Folklorekram auf, das nervt! Das sind doch alles bloß tausendmal zu Tode gerittene Schindmähren der Stereotypie!
Sven: Das ist aber nur wegen dem Essen auch, weil doch die RGF-Leute jetzt weg sind, Ole und Nadine, mein Gott, was haben die da an Essen an den Start gebracht, das war ja…
HH: Sven! Reiß dich zusammen!
Sven: Das ist ein bisschen so Rex-Stout-mäßig, so Nero-Wolfe-artig gelaufen, man kam ja nicht mehr auf die Straße, weil, wie hieß der Koch von Nero Wolfe noch mal?
HH: Fritz, das weiß doch jeder.
Sven: Ja, der war Schweizer, aber jedenfalls Ole und Nadine…
HH: Sven, hör auf damit. Erklär mal lieber, warum die nicht mehr dabei sind!
Sven: Naja, eigentlich sollte das von Zürich bis Berlin gehen und zwischendrin, im Anfangsteil, irgendwie mit Innsbruck und Linz zusammen, sollte auch Wien sein, aber dann hat die Regine Steinmetz gesagt, Wien nicht im Januar, Wien im Januar ist nicht gut, hat sie gesagt, Wien machen wir mal lieber im Februar…
HH: Warum? Weil dann im Prater wieder die Bäume blühen?
Sven: Ich weiß nicht, wahrscheinlich. Jedenfalls Regines Wort Gesetz und dann Wien hintendrangehängt, schon mal irgendwie so weit weg dann nach Berlin gleich mal mit dem Flugzeug, und dann können wir im Gasometer dort unsere eigene PA nicht mitbringen, nur die Monitore und Mischpulte, nicht aber das Holz, schonmal ein LKW weg und die drei Crew-Leute, die das sonst aufbauen, und ein ganzer Offtag für die RGF nur um dann nach Wien und dann für soviel weniger Leute kochen auch Quatsch, die auch weg, heute abend Schnitzel, immerhin. Und dann Bandbus auch weg weil wenn die Band fliegt, was soll das dann noch mit dem Bus für den einen Gig, das lohnt sich nicht, und dann kamen ja überhaupt erst München II und Dresden II dazu, weil die so früh ausverkauft waren, und das bißchen von Wien nach München kann man auch laufen sagt Koopmann, haha, und dann also Zug, weil die Hotelzimmer kannst du nimmer stornieren, sagt die Regine, die müssen eh bezahlt werden, dann kann man sie auch gleich nehmen und da schlafen, statt overnight mit dem Crew-Bus, aber von München nach Dresden dann damit weiter, also mit dem Crew-Bus jetzt, und…
HH: Sven!
Sven: …das geht dann natürlich auch, ich meine, da sind jetzt ja fünf, sechs Leute weniger im Crew-Bus, obwohl das ja eigentlich schon kein Bus mehr ist, sondern eben ein Nightliner, weil…
HH: Sven! Du hast einen Laberflash! Stopp jetzt!
Sven: …ich ja noch genau weiß, wie ich zu dem Elmer zum Beispiel damals…
HH: Schluss! Aus! Aus! Das Spiel ist aus!
Sven: Welches Spiel?
HH: Das will doch kein Mensch lesen, Sven. Das ist doch sinnlos. Hast du dir mal die Kommentare angeguckt?
Sven: Nein, das mach ich doch nie!
HH: Ich weiß, aber hast du mal geguckt, wo du am meisten Kommentare hast?
Sven: Nein, wo?
HH: Bei der Sache mit dem Genfood. Und weißt du, warum das so ist?
Sven: Du wirst es mir sagen!
HH: Weil die taz-Kommentarleute sich nicht für den Rock’n'Roll-Scheiß interessieren. Weil die das alles gar nicht lesen. Die gehen nur nach den Überschriften und dann schreiben die unten irgendwas rein, so sieht das aus. Schreibst du oben Genfood rein, gehen bei denen die Lampen an und dann schreiben die unten was rein, weil sie dazu eine Meinung haben. Ganz viel.
Sven: Die Kommentar-Leute jetzt?
HH: Ja, alle Kommentar-Leute bei allen Blogs, die marodieren da quer durch die Blog-Landschaft und reagieren auf bestimmte Stichworte und schreiben dann was rein und dann Heidewitzka. Scheißegal, was der Blogger schreibt.
Sven: Echt?
HH: Probier’s halt mal aus. Beim Standard-Blog, wo gab’s die meisten Kommentare? Da, wo Königgrätz im Titel stand. Da gehen die da steil, die Kommentierer.
Sven: Wobei die in Österreich nicht kommentieren, sondern posten, das sind da ja keine Kommentare, das heißt da Postings. Die österreichischen Kommentierer sind mehr so Postler.
HH: Das müsste man mal ausprobieren, ob das funktioniert. Einfach mal auf die Reizwort-Tube drücken und gucken, wieviel Kommentare das abwirft.
Sven: Genfood!
HH: Hartz IV!
Sven: Afghanistan.
HH: Merkel.
Sven: Max oder Angela?
HH: Das hängt davon ab, ob Österreich oder Deutschland, denk ich mal.
Sven: Königgrätz.
HH: Bachelor-Studiengebühr!
Sven: Naher Osten. Atommüll!
HH: Das dürfte für 25 bis 30 Postings reichen, denke ich.
Sven: Sowas ist soziologische Feldforschung. Im Internet. Umsonst!
HH: Auf jeden!
Sven: Stark!
HH: Auf jeden!
Sven: Kein Scheiß!
HH: Auf keinen!

Coconami-Frühstück: Brezel und grüner Tee.

Arena Treptow, Berlin, während des Soundchecks vom Gesangsmikrofon gesehen.

Wenn das Max Merkel wüsste: In diesem Raum wurde das untenstehende Plattencoverfoto geschossen!

Stark!
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Hat anscheinend nicht funktioniert mit den Reizworten. Oder es ist die falsche Tageszeit. Da liest halt noch keiner, was sich den Tag über so im Internet angesammelt hat. Vielleicht aber ist das hier auch eine riesige Protestaktion, von der ich nichts mitbekommen habe und jetzt bin ich der Voll-Depp-Heini, weil ich die extra so lange abgesprochene Nicht-Beachtung der mit voller Absicht platzierten Reizworte nicht beachtet habe. Oder so.
Ist Euch schon mal aufgefallen, dass hier keiner zu den anderen Themen respektive Inhalten postet, sondern nur die Reizworte (nicht) kommentiert?
Hoi sven
als ex Kreuzberger der nun sein Geld in der Schweiz verdienen muß und von Heimweh geplagt ist, ist eure Musik etwas sehr Feines. Das neue Album ohnehin. In Österreich gibt es den FM 4 Sender der super ist und euch spielt. Ich war in Freiburg im Juli auf dem Konzert. Bitte macht ein Freiburg II in 2010! Stosse erst heute auf den Blog, die alten Sachen sind nett geschrieben. Erinnert mich auch an dieses Lassie Singer Tourneelied von Hamburg und so .Und wenns jetzt arg lang wird mit der Tour und alles ausfranst, isses doch schön dass du es benennst und wir lesen , dass es anderen auch nicht so gut geht in diesem Winter. Mach was draus Alter , halt Kurs, ahoi nach München!
“Einfach mal auf die Reizwort-Tube drücken und gucken, wieviel Kommentare das abwirft.”
Nee, die Überschriften reizen nicht allein, beim Genfood war es eindeutig das Foto. Sven hätte mal die volle Arena vom Gesangsmikro aus fotografieren sollen, das hätte vielleicht zu 8000 Kommentaren / Postings geführt (“Das da mit dem roten Pulli links hinten bin ich!” und so).
Ich sag nur Rock`n`Roll und freu mich auf´s Konzert in Dresden!
endlich die sehnsüchtig erwartete folge nachm berlinkonzert. schicker bühnenblick in die arena.
guten abend.
ich kann das mit den studiengebühren echt nicht mehr hören…
Endlich habe ich mal den ersten Kommentar. (Reagiert habe ich übrigens auf “Element of Crime” und bei der taz lese ich nur TOM und die Überschriften.)
Also: Warum kann die Tour nicht weitergehen oder im Sommer wieder anfangen oder im Herbst oder so und dann die kleineren Orte wie Weilerswist [vgl. iTunes Köln-Konzert 2006] berücksichtigen?
Schreib ich jetzt auch mal, weil, Sonntag war es super-nett mit Euch. Wo kommen bei den Element-Konzerten eigentlich die zig schunkelnden Pärchen her? Ihr seid eine Schunkel-Pärchen-Band geworden. Hab dafür ja ein gewisses Verständnis, nur sehe ich dann noch weniger als sowieso schon, im Konzert. Viel Spaß in Wien und bis zum nächsten Mal!
Jau, jau und noch mal jau.
Das mit den Reizwörtern hat was. Wir wollen doch alle zeigen, wie wir es intellektuel draufhaben, und die Gelegenheit zu haben, das, was man in der einen oder anderen Tageszeitung liest, erneut an die Öffentlchkeit zu bringen, unter dem eigenen Namen, kurzum den gleichen Zimt zu verzapfen, den andere bereits vor uns verzapft haben, das hat schon was.
Mir haben Ihre Blogs gefallen, Herr Regener. Vielen Dank.
Willem
oh, bei coconami fällt mir ein: in münchen unbedingt noch schnell im hausmunik einkehren zu kaffee trinken und platten kaufen mit den netten ehemaligen hausmuski-betreibern. is nur zehn fußminuten von der tonhalle entfernt… pariser straße22!
@kreuzbergfreundin Unterstütze deine Schunkelpärchen-Kritik voll! Besonders toll: die Variante “Doggiestyle”: ER steht (da ja größer) hinter IHR, hält SIE an der Hüfte und BEIDE wiegen sich in einer Art Zeitlupen-Lambada beseelt hin und her. Dabei ist es auch völlig egal, ob nu gerade “Kaffee und Karin”, “Weißes Papier” oder “Death Kills” gegeben wird. Schunkelschunkelschunkel, von der ersten bis zur letzten Nummer. Argh! Und das ultimative SPFH (Schunkelpärchen from Hell) stand beim Konzert in München gestern direkt vor mir, schaudergraus.
ihr genfood steht nun zum upload bereit.
ich währe mich dageGen
@barbara: danke für ein neues geflügeltes Wort, “SPFH, Schunkelpärchen from Hell”. Paßt gut zu RZB, romantische Zweierbeziehung! Ich schreibe dies übrigens nur, damit Sven denkt, er hätte es dank seiner Reizwörter geschafft, auf 20 Kommentare zu kommen.
Also ich lasse mich auch auf keinen Fll von irgendwelchen Reizwörtern zu Kommentaren verleiten, wo kämen wir denn da hin und überhaupt?