Das deutsche Las Vegas – Versuch über die Kultfabrik

von Sven Regener

Die sog. Kultfabrik ist gar keine Fabrik, sondern ein Gelände, sie ist Europas größtes Party-Areal, ein Vergnügungszentrum, bestehend aus unzähligen Clubs, Discos, Kneipen, Imbissen, Restaurants usw. Sie ist Nachfolgerin des sog. Kunstpark Ost. Hier steht die auch Tonhalle, in der wir neulich schon und heute abend wieder spielen.
Die Kultfabrik, die von vielen immer noch Kunstpark Ost genannt wird, weil sie ja die Nachfolgerin ist, so wie ja auch ältere Menschen oft noch “Brenninkmeyer” sagen, wenn sie C&A meinen, und auch damit nicht unrecht haben, die Kultfabrik hat bei vielen Leuten keinen guten Ruf, weil sie trashig und billig daherkommt, aber das tun Coney Island und Las Vegas auch; manche Leute finden es doof, dass hier die ganzen Menschen aus dem Umland herkommen und am Wochenende einen draufmachen, dass es scheppert. Aber das gilt für Coney Island, Brighton und Las Vegas auch. Saufen bis zum Kontrollverlust? Bei Nicholas Cage in Leaving Las Vegas sogar bis zum Tode! Gewalt, Drogen, org. Kriminalität? In Atlantic City keine Unbekannten!
Was ist schiefgelaufen? Was haben Cesar’s Palace und Coney Island Rollercoaster, was Titty Twister und Schlagergarten nicht haben? Wo sind die Künstler, die Filme wie “Leaving Kultfabrik” oder “Nöths 11″ drehen? Wo sind die Lieder und Romane, die davon handeln, welch melancholisch-barocke Kraft diesem Ort innewohnt, der auf so rührende Weise das verzweifelte Streben des Menschen nach ein bisschen Glück, Unterhaltung und Rausch symbolisiert wie kein zweiter in Deutschland?
Diese kleine Fotostrecke soll ein Anfang sein, nicht mehr, nicht weniger. Ein Anstoß für eine konzertierte Aktion deutscher Künstler, dem größten Party-Areal Europas etwas mehr Respekt und Beachtung zu verschaffen. Die Filme, Romane und Lieder werden folgen, und dann ist alles gut!

Metropolis Music Hall

Kantine

Titty Twister

Americano’s Bar Club

Tonhalle

Mr. Curry Wurst

Rafael Der Club

Roses Clubbar

Zwei Boxgeräte in der Nähe des Eingangs

Koi

La Tropicana

Q

New York Table Dance Bar

SchlagerGarten

Kalinka

willenlos

Bamboo Beach


5 Kommentare zu "Das deutsche Las Vegas – Versuch über die Kultfabrik"

  1. Pingback: Element of Crime | Tarphos

  2. So nicht, Freunde! Den gemeinen Kommentierer als Versuchstier mißbrauchen, habt ihr euch gedacht. Und der tappt dann so einfach in die Falle, habt ihr euch gedacht. Aber nicht mit mir. Da wäre mir schon was eingefallen zu Max Merkel und dem Tourgelaber aber unter diesen Umständen hält man sich dann doch lieber zurück. Als Müncner fühlt man sich an dieser Stelle eh viel wohler. Auch wenn man die Kulturfabrik nicht besonders schätzt. Wird Zeit, dass die Tour endlich zuende geht, bevor das hier außer Kontrolle gerät…

  3. Ganz ehrlich, bei trüben Tageslicht betrachtet sieht die Kultfabrik wirklich noch viel trister aus als sonst… Da ist es doch kein Wunder, daß man hier meist nur sehr betrunken landet. Aber zu Eurem Konzert war ich wohl das erste Mal nüchtern an diesem Ort. Unglaublich was doch tolle Musik so alles bewirken kann!
    PS: Hoffe ihr habt diesmal den Kaisergarten zum Essen besucht. Falls nicht, solltet ihr das unbedingt für Euren nächsten München-Besuch einplanen!

  4. mei ich hab mich ja dann umgeschaut, vor und nach dem konzert auf dem kultfabrik-gelände, weil ich geograph bin und mir coney island auch gefallen hat und weil ich immer im kopf hatte, mir das gelände einmal genauer anzuschauen – aber was war? nix. in drei kneipen war ich drin, insgesamt hab ich dort 3 menschen gesehn, alle hinterm tresen. für fotoserien aber prima!

  5. München II war prima, doch doch, auch wenn ich den Verdacht hatte, dass die größer gewachsenen Menschen auch die größere Langmut beim Kartenkaufen an den Tag legen.

    Sprich: die Tonhalle war voller langer Lulatsche und ich hab nur ab und an einen Schopf vom Regener oder eine Saite hier und da gesehen habe. Da ich meine Langmut eher nicht meiner Körpergröße, sondern meiner grundsätzlichen Lässigkeit (wird schon morgen auch noch Tickets geben) diesmal also meistenteils akustische Erlebnisse gepaart mit Hinterköpfen von unten.

    Macht nix, ist ja ein Konzert, da geht es um die Mucke, ist doch wahr! Im übrigen hatte ich ja großes Glück und war schon im September im Atomic dabei und da war mal wirklich viel zu sehen und auf die Ohren gab es auch alles ganz wunderbar. Danke für beide Konzerte und bis zum nächsten Mal!

    PS: bei der letzten Tour kamen wir kurz nach offiziellem Konzertbeginn und platzten schon mitten in ein Trompetensolo… woraufhin ich die altersmüden Herren attackiert habe, die ja offensichtlich früh ins Bettchen müssen. Diesmal aber, meine Herren, standen wir uns die eh zu kurzen Beine aber mal richtig in den Bauch und kamen nicht vor Mitternacht ins Bettchen. Trau keinem über 45!

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