Zürich, 20.1., 8.14 Uhr, Hotel: Ich habe ein schlechtes Gefühl. Der dritte Tag dieses Blogs bricht an, und Hamburg-Heiner hat sich noch immer nicht gemeldet. Und ich mache mir Sorgen. Nicht so sehr um Hamburg-Heiner, der, da sind sich alle, die ihn kennen, einig, auch zwei Atomkriege überleben würde mit nur einer Dose Baked Beans. Nein, es ist Hamburg-Wilhelmsburg, um das ich fürchte. Ist dort Sturmflut? Und wenn ja, warum hört man nichts davon? Ist es so schlimm, dass da schon eine Nachrichtensperre darüber verhängt wurde? Hat man HH, der dort als Honorardeichgraf wirkt, aus Gründen der Staatsräson das Handy weggenommen? Und, fast noch wichtiger: hat er genug Sandsäcke und wenn ja, hat er genug Erstsemester-Studenten, sie zu schleppen?
Ohne Hamburg-Heiner kann ich nicht bloggen. Ich weiß nicht, wie die anderen das können, David Young zum Beispiel, der unter http://www.element-of-crime.de/blog/?p=94 ein Blogbrett fährt, das mir Angst macht. Wäre das… weiter lesen
Bis jetzt kein Anruf von Hamburg-Heiner. Wie soll man so bloggen? Wie machen das die anderen? Was läuft auf David Youngs Tourblog ? Noch nie wurde unter so heiklen Umständen gebloggt. Da müssen im Augenblick erst einmal ein paar Fotos reichen:

Morgens um 4.18 Uhr, Raststätte vor Stuttgart: John Carpenter kann einpacken!

So machen es die alten Hasen: Tourmanager Ralph hat seinen Spielplan unmissverständlich als sein Eigentum gekennzeichnet. Sonst ist der sofort weg, er kennt das schon!

Christian Komorowski lässt sich vom winterlichen Weichbild der Stadt Zürich nicht von der Arbeit ablenken.
Oder doch!
Hier kurz, worum es geht: Wir gehen heute abend auf Tournee. Es beginnt mit einer Übernachtfahrt, denn morgen ist das erste Konzert in Zürich. Früher bekam man zu Beginn einer Tournee einen sogenannten “Tourrider” ausgehändigt. So nannte man das damals. Da standen alle Konzerttermine drin und für jeden Konzerttermin gab es eine eigene Seite mit Hallen-/Hotel-/Veranstalteradresse, Soundcheck-/Essens-/Auftrittszeiten und vielen Anmerkungen bezüglich irgendwelcher Besonderheiten, außerdem Raum für Notizen usw. In der Regel sagte man nur Rider dazu. Dann kam der Moment, an dem die Süßwarenfirma Mars einen Schokoriegel namens “Raider” in “Twix” umbenannte und dazu eine großangelegte Werbekampagne startete, die in dem Slogan kulminierte: “Raider heißt jetzt Twix”. Woraufhin die üblichen Witzbolde nicht umhin konnten, den Begriff “Tourtwix” so oft zu benutzen, bis es nicht nur nicht mehr witzig, sondern schon hochgradig ärgerlich war. Deshalb setzte sich der Begriff Itenerary durch, der Eitenneri ausgesprochen wurde und von dem niemand wusste, was… weiter lesen
Deshalb ist es ja so wichtig, manchmal seinen Namen zu erwähnen: Damit das gleich mal klar ist, wie man heißt. Das beste Vorbild dafür: Motte, damals Sänger der Toten Piloten, im Jahre 1983: Hallo, mein Name ist Motte, ich komm aus Spandau und soll hier singen!
Was aber das Schönste ist und zeigt, auf welch liebevolle Weise die taz ihre Blogger willkommen heißt: dass mein Name falsch geschrieben ist. Gleich als Benutzername. Und so wird das dann auch über jedem Eintrag falsch reingeschrieben.
(Sorry- ein Typo im Eifer des Gefechts, ist korrigiert! Gruesse vom Blogwart)


