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	<title>Du bist Politik!</title>
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	<description> „Wenn du mich nicht begehrst, dann verlasse ich dich!  - Deine Demokratie“ Also hab mich lieb und begehre mich! Vor allem, wenn du mehr Demokratie haben willst.</description>
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		<title>Hamburg: CDU schärft Demokratie-Bewusstsein</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Oct 2007 11:01:41 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wieder Volksentscheid-Zeit in Hamburg. Und diesmal geht es darum, dass Volksentscheide in der Hansestadt verbindlich werden. Es soll Ole von Bust und seiner regierenden CDU künftig nicht mehr möglich sein, des Volkes Willen einfach zu ignorieren. Denn das geschah den Hamburgerinnen und Hamburgern zu oft in der Vergangenheit. Deshalb helfen wieder Aktive aus der ganzen Republik ein Volksbegehren für mehr Demokratie in der Hansestadt über die hohen Hürden zu bringen. </p>
<p>Bereits zum vierten Mal können die Bürgrinnen und Bürger Hamburgs am 14. Oktober über die Demokratie in ihrer Stadt abstimmen. 1998 war dort bereits ein Volksbegehren für die Einführung des Bürgerentscheids in den Stadtbezirken im Volksentscheid erfolgreich. Eine Initiative für mehr direkte Demokratie auf Landesebene scheiterte dann jedoch trotz Mehrheit an der fehlenden Mindestzustimmung von 50 Prozent aller Stimmberechtigten  &#8211; denn diese Zustimmung ist bei Änderungen der Landesverfasung nötig.</p>
<p>2004 hatten sich die Hamburger per Volksentscheid ein neues Wahlrecht gegeben. Das Ergebnis dieses Volksentscheids wurde von der regierenden CDU ignoriert. Und auch ein weiterer Volksentscheid gegen den Verkauf der landeseigenen Krankenhäuser wurde von der CDU-Mehrheit in der Bürgerschaft entkräftet &#8211; die Krankenhäuser wurden verkauft. Deshalb startete ein Bündnis für Mehr Demokratie in Hamburg eine Volksinitiative und ein Volksbegehren für verbindliche Volksentscheide. Nachdem 100.000 Hamburgerinnen und Hamburger im Februar dieses Ziel mit ihrer Unterschrift bekräftigten, kommt es nun am 14. Oktober zum Volksentscheid. </p>
<p> Jetzt geht es darum, möglichst viele Hamburger zur Teilnahme am Volksentscheid zu bewegen, denn noch immer liegt die Mindestzustimmungshürde bei 50 Prozent. Mindestens 607.468 müssen mit &#8220;Ja&#8221; stimmen, damit die Volksabstimmung gültig ist. </p>
<p> Deshalb stehen Aktionsurlauber aus ganz Deutschland derzeit in Fußgängerzonen, vor Einkaufszentren, an Bahnhöfen, auf Märkten, an der Alster oder an der Uferpromenade der Elbe. Sie beantworten noch offene Fragen, informieren darüber, wie man am Volksentscheid teilnehmen kann und haben gute Argumente gegen die Nein-Kampagne der CDU, die mit Halbwahrheiten die Bürger zu verunsichern versucht. </p>
<p> Eigentlich muss man der Hamburger CDU für ihr Verhalten dankbar sein. Denn durch ihren Widerstand hat sie in der Hansestadt für eine beständige Diskussion über Demokratiefragen gesorgt und somit das Demokratie-Bewusstsein der Hamburger geschärft. Kaum noch jemandem sind daher die Begrifflichkeiten der direkten Demokratie oder des Wahlrechts fremd. </p>
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		<title>Wat mutt, dat mutt</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Sep 2007 10:38:43 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Hamburg geht es zur Zeit darum Volksentscheide verbindlich machen!<br />
Und das geht ganz einfach. Denn alle Haushalte der Hansestadt bekommen seit heute Breifwahlunterlagen für den Volksentscheid „Hamburg stärkt den Volksentscheid – Mehr Demokratie“ zugeschickt. Wer will, dass künftig in Hamburg Volksentscheide respektiert werden müssen, kreuzt auf dem Stimmzettel einfach JA an und schickt die Breifwahlunterlagen dann an das zuständige Bezirksamt und zwar portofrei!</p>
<p>So sieht der Stimmzettel aus: Stimmen Sie dem Gesetzentwurf des JA NEIN Volksbegehrens „Hamburg stärkt den<br />
Volksentscheid – Mehr Demokratie“ zu? Achtung: Sie können ab sofort brieflich abstimmen. Ihr Briefumschlag mit dem Stimmzettel muss spätestens bis Sonntag,14. Oktober, beim zuständigen Bezirksamt angekommen sein! Am besten schicken Sie ihn vor Donnerstag, 11.Oktober, ab. Sollten Sie vergessen haben, Ihren Stimmzettel rechtzeitig in den Briefkasten zu stecken, können Sie am Sonntag, 14. Oktober 2007, in eines der 201 Abstimmungslokale<br />
gehen. Dort können Sie zwischen 8.00 und 18.00 Uhr abstimmen (Personalausweis, Stimmzettel und Abstimmungsschein mitbringen!)</p>
<p>Ein Tipp: Am Sonntag, 14.Oktober, sind alle Kundenzentren der Bezirksämter von 8.00 bis 18.00 Uhr für den Volksentscheid geöffnet. Sie sind barrierefrei und daher für Menschen mit Behinderungen leicht zugänglich. Außerdem wurden fast überall die örtlichen Grundschulen als Abstimmungslokale eingerichtet. (Die Liste mit sämtlichen Abstimmungslokalen haben Sie ebenfalls erhalten.)<br />
In Bayern gehören Volksabstimmungen seit Jahrzehnten zum politischen Alltag. Volksentscheide sind dort noch nie missachtet worden &#8211; selbst politisch so unbequeme wie die Abschaffung des Senats, einer Art Ehrengremium für altgediente Politiker. Auf einer Veranstaltung in Hamburg rühmte der künftige bayerische Ministerpräsident Günther<br />
Beckstein die positiven Erfahrungen mit der direkten Demokratie: „Sie hat sich als sinnvolle Ergänzung der repräsentativen Demokratie bewährt. Die Bürger können damit politische Entscheidungen punktuell korrigieren“, so Beckstein. „Die Bürger sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Ihre Entscheidungen sind keineswegs schlechter als die der politischen Gremien.“ Wenig Verständnis zeigte er für das Hamburger Phänomen, Volksentscheide zu übergehen: „Die Bürger entscheiden,<br />
und die Politiker machen was anderes – das geht  nicht.“</p>
<p>Entscheidungen des Volkes müssen verbindlich sein. Das ist Bedingung für Demokratie. Das gilt nicht nur für Wahlergebnisse, sondern auch für Volksentscheide. Natürlich müssen auch vom Volk direkt entschiedene Beschlüsse und<br />
Gesetze aufgehoben und verändert werden können, wenn es gravierende Gründe dafür gibt. Doch es verstößt gegen die guten politischen Sitten und zeugt von mangelnder demokratischer Kultur, wenn das Volk eine Sache entschieden hat, aber Regierung und Parlamentsmehrheit diese Entscheidung missachten. Deshalb sollen per Volksentscheid die demokratischen Rechte des Volkes in der Hamburger Verfassung auf Dauer gesichert, eindeutiger beschrieben und gestärkt werden.<br />
Vor allem folgende Punkte sollen neu formuliert werden:</p>
<p>• Volksentscheide über Sachfragen, die nicht als Gesetze formuliert wurden, sollen genauso verbindlich sein wie vom Volk beschlossene Gesetze.<br />
• Wenn Volksentscheide von der Bürgerschaft aufgehoben oder verändert werden sollen, kann das Volk in einem vereinfachten Verfahren darüber entscheiden, ob es damit einverstanden ist.<br />
• Volksentscheide sollen nicht deswegen unzulässig sein, weil sie finanzielle Auswirkungen haben. Andernfalls wäre kaum ein Volksentscheid zulässig.<br />
• Volksentscheide sollen grundsätzlich am Tag einer Wahl stattfinden. Damit wird eine möglichst hohe Beteiligung der Wahlberechtigten angestrebt.</p>
<p>Die notwendige Mindestbeteiligung für rechtswirksame Volksentscheide (das sogenannte Zustimmungsquorum) wird für Verfassungsänderungen von jetzt 50 auf 35 Prozent der Wahlberechtigten gesenkt, bei anderen Entscheidungen von jetzt 20 auf 17.5 Prozent. Damit wird die Volksgesetzgebung anwendungsfreundlicher. Die Hürden bleiben zwar immer noch sehr hoch (international sind keine Hürden üblich), aber sie werden für Verfassungsänderungen erstmals praktikabel und sichern zugleich, dass Verfassungsänderungen die Ausnahme bleiben.<br />
Schon Goethe wusste es&#8230; Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren!<br />
Johann Wolfgang von Goethe in „Maximen und Reflexionen“ Nr. 353</p>
<p>Wollen wir einen Obrigkeitsstaat wie zu Kaisers Zeiten? Eine Demokratie ohne Volk? Ein Volk, das nichts zu sagen hat? Eine Volksgesetzgebung, die nur auf dem Papier steht? Wollen wir das?</p>
<p>Der ehemalige Finanzsenator Wolfgang Peiner bezeichnete auf einer öffentlichen Veranstaltung im November 2006 Volksentscheide als „Meinungsumfrage“. Auch anderen soll diese Verwechslung schon passiert sein. Offenbar haben sie da etwas Grundsätzliches nicht verstanden. Volksabstimmungen sind eben keine beliebigen Spontanbefragungen mit „Sonntagsfrage“ und Ähnlichem. Volksabstimmungen zu einem Sachthema setzen einen langwierigen Willensbildungsprozess voraus, der sich über zwei Jahre und länger hinzieht. Wer das schon mitgemacht hat, der weiß: Anfangs sind sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht sicher, wie sie eigentlich zu der fraglichen Angelegenheit stehen.<br />
Das zeigen die vielen Fragen an den Infoständen. Aber im Lauf der drei gesetzlich vorgeschriebenen Abstimmungsphasen wird immer deutlicher: Die Menschen befassen sich mit dem Thema, die Medien berichten darüber, man diskutiert darüber. Am Ende wissen alle besser Bescheid als vorher. Wer dann am Volksentscheid teilnimmt, hat eine ziemlich  gute Vorstellung davon, was Sache ist. Wer da Volksentscheide als „Meinungsumfrage“ abqualifiziert, hat etwas Wesentliches nicht begriffen.<br />
Volksabstimmungen sind politische Bildung pur, lebendige Demokratie – allerdings nur, wenn die Regierung sie auch ernst nimmt. Tut sie das nicht, entmündigt sie die Bürger.<br />
Das haben die Hamburgerinnen und Hamburger nicht vergessen: Eine überwältigende Mehrheit stimmte per Volksentscheid<br />
gegen den Verkauf der städtischen Krankenhäuser. Verkauft wurde trotzdem. Auch der erfolgreiche Volksentscheid für ein<br />
demokratischeres Wahlrecht gefiel im Rathaus nicht und wurde noch vor der ersten Anwendung bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Beide Male stellte sich das Hamburgische Verfassungsgericht auf die Seite der Regierenden. Warum? Weil in der Hamburger Verfassung nicht klar und eindeutig steht, dass sich Politik an das zu halten hat, was das Volk beschlossen hat.</p>
<p>Als Hamburg 1996 als letztes Bundesland die Volksgesetzgebung in die Verfassung aufnahm, kam niemand auf die Idee, diese Selbstverständlichkeit ausdrücklich festzuhalten. Denn niemand konnte sich damals vorstellen, dass wir einmal einen Senat und eine Parlamentsmehrheit haben würden, die das Mitspracherecht der Bürger missachten. Sie wurden gewählt,<br />
damit sie uns vertreten – nicht damit sie sich über uns hinwegsetzen! Auch anderswo steht nicht ausdrücklich in der Verfassung, dass Volksentscheide verbindlich sind. In jedem anderen demokratisch verfassten Land ist aber Regierung und Parlamenten klar, dass sie zu akzeptieren haben, was das Volk entschieden hat. Dieser Respekt vor dem Volk, das doch<br />
laut Grundgesetz der oberste Souverän ist, scheint bei einigen Hamburger Politikern unterentwickelt. Also bleibt uns nichts anderes übrig:</p>
<p>Wir müssen die Verfassung in diesem Punkt ergänzen! Wir brauchen keine Volksgesetzgebung, die nur auf dem Papier steht! Politiker sind auch bloß Menschen, nicht besser, nicht schlechter und nicht schlauer als andere. Wer soll sie<br />
kontrollieren und korr i g i e ren, wenn nicht das Volk?</p>
<p>Prominente Hamburgr zum Volksentscheid:</p>
<p>&#8220;Dieser Volksentscheid geht uns alle an. Wir mussten in der Vergangenheit erleben, dass sich der Hamburger Senat und die Parlamentsmehrheit über Volksentscheide hinweggesetzt haben. Der Verkauf der städtischen Krankenhäuser<br />
trotz eines eindeutigen Votums der Hamburgerinnen und Hamburger ist uns allen noch in schlechter Erinnerung. Dies können wir in Zukunft verhindern: Beschließen wir, dass Volksentscheide künftig verbindlich sind! Machen Sie mit, stimmen Sie ab!&#8221;<br />
Peter Krämer<br />
Reeder, Vorsitzender und Gründer der Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts<br />
&#8220;Demokratie lebt nicht nur vom Mitmachen. Die Entscheidungen der Wählerinnen und Wähler müssen auch respektiert werden. Deshalb müssen Volksentscheide genau so verbindlich sein wie Wahlen. Wir brauchen endlich echte Volksentscheide. Wat mutt dat mutt!&#8221;<br />
Hannelore Hoger, Schauspielerin<br />
&#8220;Demokratie sollte nicht den Parteien und Politikern überlassen werden. Sie gehört mit in die Hände des Volkes!&#8221;<br />
Prof. Elmar Wiesendahl, Parteienforscher<br />
&#8220;Wir brauchen Volksentscheide, denn das ist wahre Demokratie. Die Medien werden mit ihrer Berichterstattung dazu beitragen, dass das Volk kluge Entscheidungen trifft.&#8221;<br />
Eugen Block, Unternehmer (Block House und Grand Elysee)</p>
<p>&#8220;Die Chance, existenziell wichtige politische Entscheidungen beeinflussen zu können, möchte ich wahrnehmen, besonders vor dem Hintergrund gebrochener Wahlversprechen!&#8221;<br />
Peter Striebeck, Schauspieler<br />
&#8220;Wer das Ergebnis von Volksentscheiden ignoriert, zerstört das Vertrauen in die Demokratie, auch in die parlamentarische.<br />
Ein vom Volk beschlossenes Wahlrecht auszuhebeln, halte ich für besonders verantwortungslos. Dies war für mich der Grund, aus der CDU auszutreten.&#8221;<br />
Dirk Ahlers, Unternehmer (Frosta AG.)<br />
&#8220;Über 75% der Wähler haben sich in einem Volksentscheid 2004 gegen den Verkauf von Hamburgs Krankenhäusern ausgesprochen. Der Senat hat trotzdem verkauft, wie wir heute wissen mit gravierenden Folgen für die Stadt. Das vom Volk beschlossene Wahlrecht wurde von der CDU-Mehrheit vor der ersten Anwendung einfach gekippt. Diese Arroganz der Macht gegenüber dem erklärten Willen des Volkes darf nicht fortgesetzt werden. Was das Volk nach unserer Verfassung<br />
beschließen kann, muss dann auch Geltungskraft haben. Deshalb sage ich Ja zum Volksentscheid.&#8221;<br />
Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg<br />
&#8220;Lasst uns verteidigen, was in diesem Land noch an Demokratie übrig ist!&#8221;<br />
Rolf Becker, Schauspieler<br />
&#8220;Der CDU-Senat hat zweimal Mehrheitsentscheidungen der Bürger abgewürgt. Damit macht er Hamburg zur Schrumpfdemokratie. Wehren wir uns!&#8221;<br />
Prof. Hark Bohm, Filmregisseur und Schauspieler<br />
&#8220;Wenn der CDU-Senat glaubt, die Meinung der Bürger ignorieren, ja missachten zu können, ist es an der Zeit, ihm den Begriff Demokratie deutlich zu demonstrieren.&#8221;<br />
Sky du Mont, Schauspieler<br />
&#8220;Der Volksentscheid ist das Herzstück der Demokratie. Es kann doch weder im allgemeinen noch im demokratischen Sinn sein, dass die von uns gewählten Vertreter dieses Recht verwässern. Lasst Euch das nicht gefallen. Ja für verbindliche Volksentscheide.&#8221;<br />
Smudo, Sänger der Fantastischen Vier<br />
&#8220;Wenn die Regierenden Angst vor dem Volk und dessen Entscheidungen haben, sollten sie sich ein anderes Volk suchen!&#8221;<br />
Hans Scheibner, Kabarettist</p>
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		<item>
		<title>Wahlrecht und Gewählte</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 11:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mehr Demokratie hat am 8. August eine Studie zu den Auswirkungen des Kommunalwahlrechts in den Bundesländern vorgestellt. Betrachtet wurden darin die Auswirkungen des Wahlrechts auf die Zusammensetzung der Räte und die Kriterien der Bürger bzgl. der Auswahl der von ihnen favorisierten Politiker.</p>
<p>Ergebnisse: je nach Wahlrecht haben die Bürger sehr unterschiedlichen Einfluss auf die personelle Zusammensetzung der Räte. Während in NRW die meisten Politiker ihr Mandat einem sicheren Listenplatz verdanken, haben die Bürger bei der letzten Kommunalwahl in Hessen jedem fünften gewählten Politiker mithilfe eines personenbezogenen Wahlrechts zu einem Sitz im Rat verholfen.</p>
<p>Hauptkriterium für die Auswahl eines Politikers sind dessen lokale Verankerung sowie das politische, soziale oder kulturelle Engagement vor Ort.</p>
<p>Die Studie wurde erstellt vom Sozialwissenschaftler Dr. Klaus Hofmann aus Köln und gefördert von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn.</p>
<hr />
<div>
<dl>
<dt>Links:</dt>
<dd>
<p><a target="_blank" href="http://www.mehr-demokratie.de/fileadmin/pdfarchiv/LV_NRW/2007-md-nrw-studie-wahlrecht.pdf">Studie: Wahlrecht und Gewählte (pdf, 67 Seiten)</a></p>
<p><a target="_blank" href="http://www.neues-wahlrecht.de/">Volksinitiative &#8220;Mehr Demokratie beim Wählen&#8221;</a></p>
</dd>
</dl>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>23 Fragen zur EU-Verfassung</title>
		<link>http://blogs.taz.de/mehrdemokratie/2007/06/20/23-fragen-zur-eu-verfassung/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 11:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1.    Wussten Sie, dass unsere Volksvertreter einer Verfassung zugestimmt haben, die bestimmt:</strong></p>
<p><u>Was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Parlament">Brüssel</a> sagt, das müssen wir machen</u>.</p>
<p>So steht es im Text: „Diese Verfassung und das von den Organen der Union in Ausübung der<br />
der Union übertragenen Zuständigkeiten gesetzte Recht haben Vorrang vor dem Recht der Mitgliedstaaten.“</p>
<p>Bis 2004 kamen ca. 2/3 aller Gesetze aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Parlament">Brüssel</a>, mit Strafen versehen, wenn sich ein Land nicht daran hält. Die Vorgaben der EU sollen nach dieser Verfassung sogar noch über den Verfassungen und Grundgesetzen der Mitgliedsländer stehen.</p>
<p>Dieser Artikel stand im Entwurf der Verfassung weit hinten. Um zu zeigen, wie ernst er gemeint ist, steht er jetzt weiter vorne – noch vor den Grundrechten (Art. I-6, S.18).</p>
<p><strong>2.    Hätten Sie geglaubt, dass <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Parlament">Brüssel</a> Teile dieser Verfassung nach eigenem Gutdünken abändern kann?</strong></p>
<p><u>Von 321 Bestimmungen des Teils 3 dürfen 154 geändert werden – ohne eine Regierungskonferenz und ohne, dass das EU-Parlament zustimmen muss.</u></p>
<p>Darunter sind sehr wichtige Bereiche: europäischer Binnenmarkt; Arbeitnehmer; freier Warenverkehr; Kapital- und Zahlungsverkehr; Wettbewerbsregeln; Wirtschafts- und Währungspolitik; Umwelt; Verbraucherschutz; Verkehr; Landwirtschaft; Justiz; Industrie.</p>
<p>Es reicht schon, wenn das EU-Parlament nur „angehört wird; nur der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rat_der_Europ%C3%A4ischen_Union">Europäische Rat</a> muss sich einig sein (Art. IV-445, S. 197)</p>
<p><strong>3.    Darf sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Parlament">Brüssel</a> mit einer Selbstbedienungsklausel alles erlauben?</strong></p>
<p><u>Mit der „Flexibilitätsklausel“ hat sich die EU eine Hintertür eingebaut.</u> Eigentlich war beschlossen, dass die EU nur dann tätig werden darf, wenn sie dazu ausdrücklich befugt wurde – die sog. „begrenzte Einzelermächtigung“.</p>
<p>Aber das wird durch eine unverfänglich klingende „Flexibilitätsklausel“ unterlaufen: Fehlt Brüssel die eigentlich erforderliche Ermächtigung, darf man dennoch „geeignete Maßnahmen“ ergreifen, so man das für richtig hält. Brüssel muss sich nur eine einstimmige Zustimmung eines Ministerrates und die der Mehrheit des Parlaments verschaffen (Art. I-18).</p>
<p><strong>4.    Haben Sie gemeint, dieser Verfassungsentwurf sei demokratisch zustande gekommen?</strong></p>
<p>Es sei „eine Leistung“ des sog. Verfassungskonvents gewesen, diese Verfassung „im Namen der Bürgerinnen und Bürger“ Europas auszuarbeiten, loben sich die Erarbeiter der Verfassung in ihrer Präambel selbst. Damit man nicht merken sollte, dass der Entwurf nur von EU-gläubigen Politikern stammt, dachte man sich eine „Anhörung der Zivilgesellschaft“ aus. Aber sogar dieses Feigenblatt hatte Löcher:</p>
<p><u>Selbst die (sorgsam ausgesuchten) 50 Bürger durften sich jeweils nur ein paar Minuten äußern</u> (Dokumentation: Konvent-Teilnehmer A. Wehr „Europa ohne Demokratie“ ISBN 3-89438-272-4).</p>
<div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" align="left">
<tr>
<td valign="top" align="left">
<div>Der „sehr europabegeisterte“   Jean-Claude Juncker, Premier von Luxemburg:</p>
<p>„Ich habe noch nie eine   derartige Untransparenz, eine völlig undurchsichtige, sich dem demokratischen   Wettbewerb der Ideen entziehende Veranstaltung erlebt. Der Verfassungs-Konvent   ist angekündigt worden als die große Demokratie-Show &#8211; ich habe noch keine dunklere   Dunkelkammer gesehen als diesen Konvent“.</p>
<p>Spiegel   16.06.03</p></div>
</td>
</tr>
</table>
</div>
<p><strong>5.    Würden Sie gerne erfahren, wie viele der Konvent-Mitglieder diese Verfassung abgelehnt haben?</strong></p>
<p><u>Es haben nicht alle Teilnehmer unterzeichnet.</u></p>
<p>Weil die Bürger nicht erfahren sollten, welche Vertreter welcher Länder die Verfassung abgelehnt hatten, wurde die Liste geheim gehalten.</p>
<p>(Näheres: „Europa ohne Demokratie?“ v. Andreas Wehr ISBN 3-89438-272-4)</p>
<p><strong>6.    Wissen Sie in welcher Eile in manchen Ländern diese Verfassung durchgepeitscht wurde?</strong></p>
<p>„Die litauischen Abgeordneten ratifizierten den Text ohne öffentliche Debatte, noch ehe auch nur der Entwurf im Amtsblatt der Union veröffentlicht worden war. Erst nach der Ratifizierung wurde bekannt, dass der litauische Text auf den fünfhundert Seiten 400 Übersetzungsfehler enthielt.</p>
<p>(„Demokratie in der EU“ 3/07, S. 25)</p>
<p><strong>7.    Der EU-Verfassungsvertrag wird durch ein Gesetz, dass der Bundestag erlässt, für die deutschen Bürger als verbindlich erklärt.</strong></p>
<p>Doch wollen Sie einen Vertrag befolgen müssen, von dem selbst ein Bundestagsabgeordneter sagt (Hermann Scheer, SPD, Alternativer Nobelpreis `99):</p>
<p>„<u>Es gibt kaum Korrekturmöglichkeiten internationaler Verträge, falls sich ihre Umsetzung (später) als unverhältnismäßig, unzulänglich, verfehlt oder gar verhängnisvoll herausstellt. Das Parlament eines Staates kann ein fehlerhaftes Gesetz ändern: Internationale Verträge sind demgegenüber fest wie Beton</u>“. („Die Politiker „ v. H. Scheer, 2003, S. 133).</p>
<p><strong>8.    Halten Sie es für akzeptabel, dass unsere Volksvertreter solche Beton-Verträge einfach abnicken?</strong></p>
<p>Der Verfassungsexperte Prof. Schachtschneider stellt dazu fest:</p>
<p>„Die meisten Abgeordneten jedenfalls des Deutschen Bundestags pflegen den Gemeinschaftsverträgen blindlings zustimmen…; denn deren Ablehnung gilt als politisch inkorrekt. Einen messbaren Einfluss haben die Abgeordneten auf die Verträge nicht, vor allem weil … die Regierung sich (bereits) gebunden hat“.</p>
<p>(„Deutschland nach dem Konventsentwurf“ v. Schachtschneider in „Recht u. Politik“ 39, S.202)</p>
<p><strong>9.    Haben Sie Vertrauen zu einer Verfassung, die von einem Parlament durchgewunken wurde, dessen Präsident Lammert ungeniert sogar die Gewaltenteilung in Frage stellt:</strong></p>
<p>„<u>Es ist nicht überzeugend, den Grundsatz der Gewaltenteilung ohne weiteres auf die EU zu übertragen.</u>“</p>
<p>Dabei ist die Aufteilung der Staatsgewalt auf Parlament, Regierung und Rechtsprechung eine der wichtigsten Säulen der Demokratie – genau wie die Meinungsfreiheit oder die Gleichheit vor dem Gesetz.</p>
<p>Wenn nun sogar der Präsident des Bundestags Norbert Lammert findet, dass man in der EU darauf verzichten kann, dann muss man sich schon Gedanken darüber machen, wie viel seinem Parlament die demokratischen Grundregeln noch etwas bedeuteten, als es dieser Verfassung zustimmte.</p>
<p>(Lammert „Europa leben lassen“ Welt am Sonntag 18.03.07).</p>
<p><strong>10.  Soll man durch diese Verfassung ein Zustand verfestigen, von dem Roman Herzog schreibt:</strong></p>
<p>„<u>Es stellt sich die Frage, ob man die Bundesrepublik Deutschland noch uneingeschränkt als eine parlamentarische Demokratie bezeichnen kann</u>“. (Welt am Sonntag 14.01.07).</p>
<p>Prof. Herzog war immerhin 5 Jahre lang Präsident dieser Bundesrepublik.</p>
<p><strong>11.  Und müsste es die Politiker in diesem Land nicht zum Nachdenken bringen, wenn ausgerechnet Roman Herzog fordert:</strong></p>
<p>„<u>Diese Verfassung ist abzulehnen</u>“</p>
<p>(Welt am Sonntag 14.01.07)</p>
<p>Prof. Herzog war immerhin 12 Jahre lang Vize-, dann Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.</p>
<p><strong>12.  Ist es nicht verdächtig, wenn Bundeskanzlerin Merkel verlangt – in ihrem verzweifelten Bemühen, die EU-Verfassung eilig durchzuziehen: Die EU brauche nicht weniger Zuständigkeiten, sondern:</strong></p>
<p>„<u>Die EU braucht mehr Zuständigkeiten als heute. Es gibt den Willen, die Dinge schnell zu bearbeiten</u>“.</p>
<p>(50. Jahrestag Römische Verträge 25.03.2007)</p>
<p>Der Parlamentspräsident Lammert erklärt dazu, die Machtverschiebung nach Brüssel sei ja „das Ergebnis kalkulierten politischen Handelns“. Waren die Bürger an diesem Handel beteiligt?</p>
<p><strong>13.  Soll Brüssel tatsächlich auch noch für den Sport zuständig sein?</strong></p>
<p><u>In der Verfassung ist bestimmt, dass Brüssel auch für Sport und sogar den Tourismus Zuständigkeiten bekommt</u>.</p>
<p>(Art. I-17, S. 23)</p>
<p><strong>14.  Der Gleichheitsgrundsatz im Europäischen Parlament wird grob missachtet?</strong></p>
<p><u>Die Deutschen haben ein Viertel zu wenig Abgeordnete im EU-Parlament.</u></p>
<p>Entsprechend der Bevölkerungszahl müssten die deutschen Interessen von 124 Abgeordneten wahrgenommen werden. Aber die Verfassung gesteht Deutschland viel weniger Vertreter zu: nur 96 gegenüber 654 anderen – es fehlt also rund ein Viertel der politischen Kraft. Und bei künftigen Erweiterungen wird es noch viel schlimmer.</p>
<p>Dabei schreibt das deutsche Grundgesetz vor, dass alle Wahlen „allgemein, unmittelbar, frei, geheim und gleich“ stattzufinden haben. In der EU-Verfassung steht fast dasselbe – nur das Wort „gleich“ hat man klammheimlich weggestrichen.</p>
<p>(Art. I-20, S. 25 und Schlussakte, 34. Protokoll, Art. 1, S. 389)</p>
<p><strong>15.  Wissen Sie, wie viel (Steuerzahler-)Geld es kostet, dass die EU beschlossen hat, dass ihr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Parlament">Parlament</a> abwechselnd in Straßburg und in Brüssel tagt? Und wie viel höchstbezahlte Zeit für das Hin und Her der Abgeordneten verschwendet wird?</strong></p>
<p>Man schätzt:</p>
<p><u>Das dauernde Umziehen der europäischen Abgeordneten belastet die Steuerzahler im Jahr mit etwa 200 Millionen Euro</u>. In der EU-Verfassung wird das so ausdrücklich so festgeschrieben.</p>
<p>(Schlussakte, 6. Protokoll, S. 267)</p>
<p><strong>16.  Akzeptieren Sie, wenn die EU-Verfassung vorsieht:</strong></p>
<p><u>Die EU darf einen Krieg anfangen, ohne das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Parlament">Europäische Parlament</a> zu fragen.</u></p>
<p>Über Militäreinsätze entscheidet allein der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rat_der_Europ%C3%A4ischen_Union">Ministerrat der EU</a>. Das Parlament hat weder eine Entscheidungsbefugnis noch eine Kontrolle über Truppeneinsätze und entsprechende Außenpolitik. Es wird sogar ausdrücklich bestimmt, dass nicht einmal der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Gerichtshof">Europäische Gerichtshof</a> eine Kontrollmöglichkeit hat.</p>
<p>(Art. I-41, S. 37 und Art. III-376. S. 169)</p>
<p><strong>17.  Wollen Sie mit ihren Steuern mehr Panzer und Tornados finanzieren?</strong></p>
<p><u>Die EU-Bürger sind mit dieser Verfassung verpflichtet, mehr Geld für militärische Aufrüstung auszugeben</u>.</p>
<p>Die Verfasser haben das sehr verschämt ausgedrückt: Sie verpflichteten die Mitgliedsstaaten, „ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern“ und das heißt im Klartext: mehr Geld für Rüstung.</p>
<p>(Art. I &#8211; 41 Abs. 3. S.37)</p>
<p><strong>18.  Wollen Sie, dass in Ihrer Verfassung steht:</strong></p>
<p><u>In gewissen Fällen ist die Todesstrafe erlaubt.</u></p>
<p>In der Schlussakte der geplanten EU-Verfassung heißt es wörtlich:</p>
<p>„3.b) Ein Staat kann in seinem Recht die Todesstrafe für Taten vorsehen, die in Kriegszeiten oder bei unmittelbarer Kriegsgefahr begangen werden &#8230;&#8221;</p>
<p>(Schlussakte, Erklärung 12, Art.2, S.434 )</p>
<p><strong>19.  Finden Sie eine Verfassung gut, in der erlaubt wird</strong></p>
<p><u>Man darf in eine revoltierende Menge schießen.</u></p>
<p>Die EU-Verfassung erklärt eine „Tötung“ für zulässig, „wenn sie durch eine Gewaltanwendung verursacht wird, die unbedingt erforderlich ist, um einen Aufruhr oder Aufstand rechtsmäßig niederzuschlagen“.</p>
<p>(Schlussakte, Erklärung 12, Art. 2, S.434)</p>
<p><strong>20.  Möchten Sie eine Verfassung in Deutschland haben, vor welcher der Verfassungsexperte Prof. Schachtschneider warnt:</strong></p>
<p><u>Die EU-Verfassung versetzt der deutschen Mitbestimmung den Todesstoß</u>.</p>
<p>Der Europäische Gerichtshof hat bestimmt, dass ausländische Unternehmen sich auch in Deutschland nach der Rechtsreform ihres Heimatlandes richten dürfen: Dann aber sind sie nicht mehr mitbestimmungspflichtig.</p>
<p>Die EU-Verfassung würde diese Entscheidung festschreiben.</p>
<p>(EuGH v. 30.9.2003 &#8211; RS. 167/01, Art. IV-438 Abs. 4, S.194)</p>
<p><strong>21.  Wollen Sie eine Verfassung einer Machtzentrale, die von ihrem eigenen Vizepräsidenten Günter Verheugen öffentlich angeprangert wird:</strong></p>
<p>„<u>Die Entwicklung hat den Beamten eine solche Machtfülle eingebracht… Es wird zu viel von Beamten entschieden….Wenn ich Schreiben von (EU) Beamten lese, bin ich entsetzt: technisch, arrogant, von oben herab</u>“.</p>
<p>(Interview Süddeutsche Zeitung 05.10.06)</p>
<p><strong>22.  Wollen Sie, dass den EU-Beamten ein Freibrief ausgestellt wird?</strong></p>
<p><u>40.000 EU-Leute wollen immerwährende Immunität.</u></p>
<p>Erinnern Sie sich: 1999 musste die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Kommission">EU-Kommission</a>, also die ganze Spitze, wegen eines Korruptionsfalles zurücktreten. Dennoch räumt man den EU-Beamten Immunität für ihre gesamte Arbeit ein, selbst für die Zeit nach ihrem Ausscheiden.</p>
<p>In keinem der einzelnen Mitgliedsländer käme man auf die Idee, seinen Beamten Immunität zu verleihen – aber in Brüssel will man nicht zur Verantwortung gezogen werden können; dabei wird dort viel einschneidender in das Leben von 500 Millionen Menschen eingegriffen.</p>
<p>Diese Verantwortungslosigkeit wird in der geplanten Verfassung nicht nur für Beamte, sondern auch noch für „sonstige Bedienstete der Union“ für alle Zeiten fortgeschrieben.</p>
<p>(Schlussakte, 7. Protokoll, Art. 11, S.270)</p>
<p><strong>23.  Wussten Sie, dass unsere Volksvertreter einer Verfassung zugestimmt haben, die bestimmt:</strong></p>
<p><u>Die „Achtung des Privat- und Familienlebens“ darf eingeschränkt werden, jedenfalls die der Wohnung oder von Telefon und Briefen „für das wirtschaftliche Wohl des Landes“ oder „zum Schutz der Moral“</u>.<u /></p>
<p>Wer definiert dieses „wirtschaftliche Wohl“? Die EU, deren Wirtschaftspolitik vielleicht angegriffen wird? Oder bei einem Streik, der Arbeitgeber-Verband? Bei Demonstrationen gegen Arbeitsplatz-Vernichtung: die Vereinigung der Hedge-Fonds?</p>
<p>Und der Schutz welcher „Moral“? Oben ohne am Freibad? Abonnement eines Erotik-Senders? 3mal geschieden? Verheiratet, aber Kind mit einer Geliebten?</p>
<p>(Schlussakte, Erklärung 12, Art. 7, S.438)</p>
<p>Die Quellen-Angaben und die Seitenzahlen beziehen sich auf die offiziell von der EU herausgegebene „Vertrag über eine Verfassung von Europa“.</p>
<p>(ISBN 92 &#8211; 824 &#8211; 3098 &#8211; 7)</p>
<p><strong>Vertrag über eine Verfassung für Europa</strong></p>
<p>Originaltext (Ausgabe in deutscher Sprache)</p>
<p>Amtsblatt der Europäischen Union C 310 &#8211; 16. Dezember 2004</p>
<p><a href="http://eur-lex.europa.eu/JOHtml.do?uri=OJ:C:2004:310:SOM:DE:HTML">http://eur-lex.europa.eu/JOHtml.do?uri=OJ:C:2004:310:SOM:DE:HTML</a></p>
<p>Bitte bringen unsere Kritikpunkt in die öffentliche Debatte.</p>
<p>Schreiben Sie einen Leserbrief an Ihre Tageszeitung . Außerdem können Sie auf den Internetseiten der großen Medien mitreden.</p>
<p>Tageszeitung: <a target="_blank" href="http://suedcafe.sueddeutsche.de/">Süddeutsche Zeitung</a></p>
<p>Tageszeitung: <a target="_blank" href="http://debatte.welt.de/weblogs">Die Welt</a></p>
<p>Wochenzeitung: <a target="_blank" href="http://www.zeit.de/blogs/index">Die Zeit</a></p>
<p>Wochenmagazin: <a target="_blank" href="http://forum.spiegel.de/index.php">Der Spiegel</a></p>
<p>Fernsehen: <a target="_blank" href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,3930480,00.html">ZDF</a></p>
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<dt><strong><a target="_top" href="http://mehr-demokratie.de/fileadmin/md/pdf/volksentscheid/europa/md-papers/2007-md-eu-23-punkte.pdf">Hier können Sie unsere Kritik herunterladen:<br />
</a></strong></dt>
<dd><strong><br />
</strong></dd>
</dl>
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<div>Demokratie e.V.<br />
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		<title>Impro-Standgespräch: „Demokratie ist gefährlich“</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Mar 2007 13:30:00 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Weintrinken mit einer netten Verabredung: Wir kommen gerade von der Verleihung des „Goldenen Impro-Sterns“. Diese Veranstaltung ist es Wert, einen 2:0 Heimsieg gegen den BvB zu verpassen. Und selbst wenn Heimsiege gegen Dortmund mittlerweile nur noch den Charme eines erfolgreichen Handtaschenraubes bei einer 95jährigen Omi haben, so ist das doch mit Abstand das netteste, was ein VfL-Fan über einen Event sagen kann. Organisiert wurde das ganze von der Kölner Impro-Combo Clamotta im Rahmen eines Festivals. Am Abend davor habe ich noch mit der Göttin Eva Thiel (eben von Clamotta) auf der Bühne gestanden und moderiert. Es gab einen Wettbewerb für Nachwuchsgruppen, dem wir (also „meine“ Gruppe) uns gestellt haben: mittlerweile ist man ja froh, noch irgendwo zum Nachwuchs zu gehören.</p>
<p>Damit kann ich ein paar Geschichten erzählen und mächtig impronieren. Im Gegensatz zu meiner Gesprächspartnerin sehe ich sogar großzügig darüber hinweg, dass Eva einen billigen Gag gemacht hat, um das Publikum einzuheizen. Ihre Frage war: „Wie heißt die geilste Stadt“ &#8211; in Köln funktioniert das immer. Danach driftet das Gespräch dummerweise auf meine Arbeit. Ich hasse das, ich stehe nun mal auf die Trennung von Beruf- und Arbeitsleben. Aber ich rudere zu wenig dagegen und so fließt das Gespräch unerbittlich in Richtung Info-Stand-Gespräch. Ich fühle mich hilflos. Wie immer, wenn ich auf junge, nette und aufgeklärte Gegenüber treffe, die sich als ausgeprägte Anhänger des Status-quo entpuppen. Nun habe ich zwar trotz Vogelgrippe, Klimakatastrophe und Terrorismus keinerlei Befürchtungen, dass morgen die Welt untergeht. Dennoch könnte das eine oder andere besser laufen. Und wer Entscheidungsfindung mal aus nächster Nähe mitverfolgt hat, ahnt auch, wie das gehen könnte.</p>
<p>Harry Mulisch hat diesem Thema mal ein großartiges Kapitel gewidmet: Die goldene Mauer. Sie trennt Herrscher und Beherrschte. Die Ausgeschlossenen stehen vor der Mauer, finden sie schön und glauben, dass dahinter automatisch weise und gute Entscheidungen fallen. Dabei weiß jeder, der dahinter geblickt hat, dass dort auch nur Menschen in all ihrer Schön- und Fehlerhaftigkeit agieren &#8211; und regieren.</p>
<p>Doch so schöne Gedanken kann ich nie vermitteln. Also wähle ich die „Demokratie ist gefährlich“-Variante. Die Nummer nenne ich immer „Johannes Stüttgen für Arme“ und sie funktioniert &#8211; meistens. Doch heute versagt sie mir kläglich ihren Dienst. Mir wird vorgeworfen, meinen Gegenüber ins Lächerliche zu ziehen. Dabei wollte ich doch nur einen Impuls zum Nachdenken geben. Und so plätschert das Gespräch dann des klassischen Repertoires entlang: „Bildzeitungsleser“, „Nazibegehren“ bis ich schließlich (und Gott verfluche mich dafür) das Thema Europa aufwerfe. Weitere Details erspare ich meinen Lesern lieber&#8230;</p>
<p>Am Schluss bekomme ich zu hören, dass ich oberlehrerhaft und radikal sei. Radikal und oberleherhaft? Ich? Ich bin so wertkonservativ, dass Roland Koch im Vergleich zu mir Kleinstadtneurotiker als ein linksradikaler Hippie-Kommunarde erscheint. Oberlehrerhaft? Mein Faktenwissen ist so dünn wie das Eis auf dem Kemnader Stausee im Juli. Mein Zugang zur Demokratie ist ein emotionaler. Sie ist wie das Wasser: Sie trägt dich, wenn du ihr vertraust und dich ein wenig bewegst. Doch an diesem Abend gehe ich unter. Ich muss das mal überdenken.</p>
<p>Auf dem Weg zum Bahnhof wendet sich das Gespräch. Wir verabschieden uns mit einer Verabredung zur nächsten Show von Evas Truppe und einer flüchtigen Umarmung. Immerhin. Lang lebe Clamotta.</p>
<p>Der Bochumer</p>
<p>Notiz an mich: Verschenk-Vorrat von Harald Greibs hervorragenden biographischen EU-Roman: „Berlin, mit der Bitte um Weisung“ wieder auffüllen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Als Polit-Tourist in Hamburg &#8211; Letzter und 12. Teil Rückfahrt</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 20:51:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze im Zug nach Hause. Wird die Energie der Sammler ausreichen gegen die Tricks der Bürokraten? Es kommt auf jeden an. Am liebsten würde ich aussteigen und zurückfahren.</p>
<p>Ich sehe Menschen vor allem als Zahl in der Besucherstatistik unserer Internetseite. Ab und an schaut der Googlebot vorbei. Er sucht frisches Futter in Form von suchmaschinenfreundlichen Artikeln. Zum Dank bringt er mehr Besucher. Das Internet wird immer wichtiger. Die Eintragungen zur Briefwahl über die Homepage haben die Aktionsurlauber geschlagen. So etwas gab es noch nie. Doch der Zug bringt mich weg von den tollen Menschen in Hamburg. Dort ist die Energie, das Leben. Dort lebt unsere Idee. Auf mich warten Computer, Telefon und viele, viele unbeantwortete Emails.</p>
<p>Der Boden für die nächste Kampagne muss bereitet, die Organisation vergrößert werden (ach übrigens: Sind sie schon Mitglied bei Mehr Demokratie?). Auf mich warten auch mein eigenes Bett und meine eigene Dusche. Das ist ganz angenehm:</p>
<p>Aber eben auch total langweilig.</p>
<p>Der Bochumer</p>
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		<title>Als Polit-Tourist in Hamburg &#8211; Teil 11: Der Mecker-Opa</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2007 08:25:14 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Montag sind wir am Bahnhof Altona. Dort sind wir nicht die einzigen Gutmenschen, dort ist ein Stand von einer Organisation. Offenbar von Profis betreut. Wir sehen das Wort „Children“ und ich sage im Scherz: Die sind bestimmt von „Save the Children“. Und das stimmt auch: so eine Organisation gibt es tatsächlich. Und natürlich machen sie Werbung mit großen Kuller-Kinderaugen. Verdammt noch mal. Fundraising kann so einfach sein. Versuchen sie doch mal, jemanden klar zu machen, wie wichtig eine Spende für die Hamburger Kampagne gerade jetzt ist (Das Spendenkonto finden sie auf <a href="http://www.rettet-den-volksentscheid.de/">www.rettet-den-volksentscheid.de</a>)</p>
<p>Dummerweise hat sich ein Mecker-Opa an meine etwas hilflose Begleiterin gepappt. Das ist ein Phänomen. Egal wo man Straßenarbeit macht, es gibt immer den alten, frustrierten Mann, der froh ist, dass ihm jemand zuhört und der seine politischen Überzeugungen loswerden will. Unterschreiben tun die nie, denn man kann ja sowieso nichts ändern und außerdem bringt das sowieso alles nichts. Danke. Ich bin noch nicht tot. Sie hat die Situation erkannt und versucht ihn loswerden. Ich will helfen, muss aber immer wieder Unterschriften einsacken. Schließlich sind zwei andere Hamburger Bürger bei ihr und unterschreiben. Es hilft, er geht. Die beiden Bürger haben ihn weggemobbt. Sie wollten nämlich nicht, dass er sie weiter von der Arbeit abhält. Gewitzt, diese Nordlichter.</p>
<p>Wir gehen los und ziehen durch die Büros: Unser Service für Arbeitnehmer. Am Abend treffe ich noch auf alte Bekannte, die meine Ablösung sind: Ein schönes Wiedersehen. Am Kicker bin ich mittlerweile verdammt gut, was aber eigenartigerweise nicht weiter beachtet wird.</p>
<p>Der Bochumer</p>
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		<title>Als Polit-Tourist in Hamburg &#8211; Teil 10: Die drei Ostwestfalen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2007 17:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich betrete irgendeine, beliebige Fußballkneipe kurz nach dem Anpfiff. So gut wie niemand guckt das Spiel. Seltsam, wo doch Bochum spielt. Sind die alle beim Karneval? Naja, egal. Am Nachbartisch brummt jemand: „Ich unterschreibe nicht, gerade kein Interesse.“ Einige Sekunden später ist ihm klar, dass ich gar nicht zum Sammeln gekommen ist und der ganze Laden weiß, dass ich gewisse Sympathien für den besten Verein der Welt habe. Bochum ist in Führung gegangen, kaum das ich saß. Gekas hat das Tor gegen Bielfeld gemacht. Ich gehe aufs Klo, setze mich wieder hin und das zweite Tor fällt: 2-0. Eine Weile plätschert das Spiel vor sich hin. Dann denke ich: was zweimal klappt, geht auch ein drittes Mal. Ich gehe mir ein Weizen bestellen und kaum dass ich sitze fällt das dritte Tor. Diesmal für Bielefeld. Verdammt. Ich nehme mir fest vor, bis Spielende nicht mehr aufzustehen. Zum Glück macht der VfL das dritte Tor kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit, so dass wir das ganze recht entspannt zu Ende schauen. Die Bielefeld-Fraktion am Nachbartisch ist mittlerweile auf drei angewachsen. Nach dem Spiel unterhalten wir uns, sie erfahren warum ein Bochumer durch Hamburg läuft und sammelt. Und sie unterschreiben brav, alle sind hier gemeldet. Drei Punkte, drei Tore, drei Unterschriften aus Bielefeld. So was nennt man Aufbau-Gegner.</p>
<p>Abends gelingen mir beim Kickern mehr und mehr schöne Tore aus dem Halbfeld. Ich gewöhne mich langsam an den Tisch. Morgen ist mein letzter Tag.</p>
<p>Der Bochumer</p>
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		<title>Als Polit-Tourist in Hamburg &#8211; Teil 9: Karneval</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2007 09:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag ist Straßenkarneval in Hamburg. Als Wahlkölner, der nur schweren Herzens und aufgrund seines ausgeprägten demokratischen Gewissens auf den Karneval in Köln verzichtet hat, ist das natürlich ein Pflichttermin. Zum Glück habe ich endlich auch ein paar Pulswärmer bekommen. Die werden extra von ein paar Frauen für uns in den Vereinsfarben gestrickt. Da kann man nicht mehr frieren.</p>
<p>Mit uns aus der Bahn sind ein paar Leute gestiegen, die uns den Weg weisen. Der Weg ist weit und nicht ganz einfach zu finden. Suchen sie doch mal am Rosenmontag den Zug in Köln&#8230; Unsere Führer gehen bei Rot über die Fußgängerampel und werden von Polizisten angemoppert. Ihre Kölner Kollegen hätten das vermutlich noch nicht mal als Vergehen wahrgenommen.</p>
<p>Wir bekommen wieder viele Unterschriften. Das ganze ist ein politischer Karneval, einige haben sich sogar als Sozialisten verkleidet. Ein paar Kinder machen mit einem beindruckenden Apparat Seifenblasen, von denen mir Fotos gelingen &#8211; die Seifenblase ist eine weitere brauchbare Metapher für dieses Kampagnen-Feeling.</p>
<p>Der Karneval insgesamt ist eher &#8211; sagen wir mal &#8211; überschaubar. Niemand trinkt Bier (also außer mir, denn Karneval ohne Bier geht schon mal gar nicht) und niemand singt. Ich stimme ein paar „Meer losse de Dom in Kölle“ und „Denn wenn et Trömmelche jeht“ an. Das bringt viele Unterschriften, denn beim Erklären des Verfahrens kann ich nicht weitersingen. Guter Trick.</p>
<p>Dann muss ich zum Fußball: VfL Bochum spielt.</p>
<p>Der Bochumer</p>
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		<title>Als Polit-Tourist in Hamburg &#8211; Teil 8: Muddling Through</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Mar 2007 23:40:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kampagnen sind wie das Leben. Zuerst macht man sich einen Plan: „So erreiche ich mein großes Ziel.“ Hurra. Dann legt man los. Und dann kommt die Realität. Wie das immer so ist. Die Realität kann man daran erkennen, dass sie bleibt, auch wenn man aufhört, an sie zu glauben. Erfolgreich ist nur, wer sich anpasst. Darwin und so&#8230; die Dinosaurier lassen grüßen. Und so kommt es auch nach dem Spiel auf St. Pauli. Nach einer kurzen Pause im Hostel zum Aufwärmen, schwärmen wir noch einmal los. In dem Park, zu dem wir zu viert gehen, ist nix los. Also trennen wir uns und ich mache mich mit Ramona auf dem Weg zu einem Einkaufszentrum. Irgendwo in Hamburg. Wir steigen aus der Bahn und irren eine Weile durch ein Vorstadt-Gewerbegebiet, dass überall sein könnte. Es ist kalt, dunkel und einsam. Wir verkriechen uns in eine Fast-Food-Kette und essen was. Sie schüttet eine erstaunliche Menge Salz auf ihre Pommes. Könnte locker mit meinen Zucker-Konsum beim Kaffee mithalten. Wir reden und entwickeln eine gute Idee. Denn der Kampf wird weitergehen. Direkt nach Hamburg ist NRW an der Reihe: Unsere Volksinitiative zum Wahlrecht. Und Ramona als gebürtige Essenerin könnte darin eine Rolle spielen. Das planen wir. Aus der Pleite beim Sammeln zum Erfolg. So was macht Spaß.</p>
<p>Der Bochumer</p>
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