Archive for Oktober, 2006

30.10.2006 von Falk Madeja
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Moffen, Juden, Gas und Dynamo Dresden

von Falk Madeja

Er ist Hollands bekanntester Unterschichtler: Henk Bres, ein grosser kahlköpfiger Mann aus Den Haag. Wenn Talk Shows nach Volkes Meinung suchen, dann holen sie den Fan des Fussball-Club ADO Den Haags ins Studio – und dann ledert er los, im platten Dialekt Den Haags. Es gab Zeiten, wo das irgendwie authentisch wirkte.

Nun hat sich der gute Henk ein paar Probleme eingehandelt. Während der für viele Niederländer reichlich frustrierenden Fussball-Weltmeisterschaft hatte er in einer Kolumne sich über die “Moffen” (Schimpfwort für die Deutschen) ausgekotzt – wahrscheinlich frustriert über das Rumgegurke der Oranje-Elf. “Moffe” habe ich persönlich schon lange nicht mehr gehört, und ach ja, es gibt Schlimmers. Trotzdem hat es wohl jemanden gegeben, den das geärgert hat – jedenfalls wird Henk zu seiner neuerlichen Frustration jetzt vor die Anti-Diskriminierungs-Behörde sowie den Rat der Journalistik geschleppt. Was die fragliche Angelegenheit bei letzterer Institution zu suchen hat, weiss ich allerdings auch nicht. Ich… weiter lesen

29.10.2006 von Falk Madeja
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Falscher Pass rettet Rotterdamer vor Todesstrafe in Thailand

von Falk Madeja

Da heben die niederländischen Politiker und Behörden sich wirklich für Li Y. ins Zeug gelegt – und am Ende den 27jährigen Rotterdamer auch das Leben gerettet. Er war zusammen mit seinem Freund Edy T. im Jahre 2000 in Thailand beim Drogen-Schmuggel erwischt worden – und bekam die Todesstrafe. Der VVD-Europa-Parlamentarier Jules Maaten besuchte die zwei sogar in ihrem Gefängnis. Mit Erfolg: im Mai diesen Jahres wurde die Todesstrafe in lebenslang umgewandelt.

Nun aber kam heraus, dass Li Y. gar kein Niederländer ist. Er lief jahrelang mit gefälschtem Pass herum. Welche Nationalität er wirklich hat, wisse er angeblich selbst nicht. Sein Name hört sich aber ziemlich an nach China.

Jules Maaten ist das egal. “Schade zwar, aber ich bin doch froh, dass er vor der Todesstrafe gerettet ist”, sagte er dem Algemeen Dagblad. Seine Haltung freut mich, denn ich bin auch gegen die Todesstrafe.

Dass heisst übrigens nicht, dass Li Y.… weiter lesen

28.10.2006 von Falk Madeja
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Künstliche Befruchtung nur noch für Nicht-Raucherinnen?

von Falk Madeja

Klingt radikal, aber als Nicht-Raucher finde ich persönlich die Sache plausibel: der niederländische Fruchtbarkeits-Experte Nick Macklon von der Universität Utrecht will Raucherinnen nicht mehr zugestehen, via künstliche Befruchtung schwanger zu werden. Übergewichtige Frauen sollen auch nicht mehr behandelt werden: “Untersuchungen wiesen nach, dass Rauchen Frauen (biologisch gesehen?, Frage FM) 10 Jahre älter macht. Und wenn dann bedenkt, dass wir Frauen älter als 43 Jahre nicht mehr zulassen, weil die Chance auf Schwangerschaft zu klein sei…”

Jährlich werden in den Niederlanden mehr als 13.000 Frauen entsprechend behandelt. Wer rauche, so Nick Macklon, vermindere seine Schwangerschafts-Chancen mit 50 %. Bislang muss in den Niederlanden übrigens die erste Behandlung selbst bezahlt werden, ab Januar 2007 sind die ersten 3 Behandlungen kostenlos. In der Regel sind etwa die Hälfte alle Paare nach 3 Behandlungen erfolgreich schwanger.

In Utrecht wird im kommenden Jahr eine spezielle Poliklinik für die sogenannte Pre-Conceptie-Phase eröffnet. Alle Paare in Utrecht, die also auf de Wege… weiter lesen

27.10.2006 von Falk Madeja
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Balkenende & die Sklaven – er sieht es dann doch ein

von Falk Madeja

Jetzt muss ich noch mal auf meine Geschichte vom 12. Oktober zurückkommen. Hollands Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende forderte darin seine Landsleute auf, sich wieder der sogenannten VOC-Mentalität zu bedienen. VOC (Vereinigte Ostindische Compagnie) – das war eine ziemlich räuberische Aktiengesellschaft, die sozusagen mit Privatkapital andere Länder eroberte, Bevölkerungen auch schon mal ausrottete oder als Sklaven über die Weltmeer fuhr… Balkenende wollte wohl darauf hinaus, dass seine Landsleute wieder mehr Aufbruchstimmung nötig hätten. Was er aber übersehen hatte: die VOC war auch ein ganz übler Sklaven-Transport-Club.
 

Nun hat Balkenende wohl eingesehen, dass er einen historisch-rethorischen Ausrutscher hatte. Am Freitag teilte er nun mit, dass er mit seinen Aussprachen über die „VOC-Mentalität“ nicht die Fehler der Vergangenheit verniedlichen wollte. Grund: einige Organisationen der in den Niederlanden lebenden Surinamer hatten angekündigt, dass sie gegen Balkenende demonstrieren wollten. Es hatten sich bereits etwa 150 Menschen in Amsterdam beim Sklaven-Denkmal im Oosterpark versammelt. Die Menge war von Balkenendeweiter lesen

26.10.2006 von Falk Madeja
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Von Friseuren und Erziehungslagern

von Falk Madeja

Minister-Präsident Jan Peter Balkenende hat es nicht einfach. Vor allem das Genöle über sein Aussehen! Seine Amtskollegin Angela Merkel kennt das ja. Nachdem der den meistern Niederländern ziemlich unbekannte Partei-Funktionär der Christdemokraten (CDA) nach dem Chaos rund um den Mord an Pim Fortuyn urplötzlich Minister-Präsident geworden war, wurde er wegen Haarschnitt und Brille erst einmal mit Harry Potter verglichen. Nun gut, eigentlich gibt es schlimmeres – aber in Wirklichkeit merkten die Niederländer, dass der brave und integre Balkenende natürlich bei weitem nicht so spannend ist wie die Roman-Figur Harry Potter. Ehrlich gesagt: warum sollte er auch! „Tu normal, dann bist Du schon verrückt genug“, sagt der niederländische Volksmund. Für einen Minister-Präsdenten eines stinknormalen Landes eine gute Regel. Ich möchte jedenfalls nicht Staatsbürger eines Landes sein, in dem der Staatschef so verrückte Reden schwingt wie der Chavez in Venezuela.

Auch gestern, als er die Redaktion des Algemeen Dagblads in Rotterdam für eineweiter lesen

25.10.2006 von Falk Madeja
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Droht Fortuyns Mörder der Tod?

von Falk Madeja

Volkert van der G. ist der bekannteste Umweltschutz-Fanatiker der Niederlande – um ein zu 18 Jahren Gefängnis verurteilter Mörder. Er hatte am 6. Mai 2002 im Medien-Park in Hilversum Hollands grössten Politiker-Dandy Pim Fortuyn erschossen. Ich erfuhr davon, als ich gerade in Dänemark in einem der weissen Intercity-Züge durch ein frühlingshafte Landschaft gondelte und einer friedlichen Kinderschar zuschaute… Mein Handy bimmelte ununterbrochen, weil zahlreiche niederländische Freunde mir von der schockierenden Nachricht berichten wollten. Lange telefonierte ich auf der Brücke zur Fähre von Frederikshaven nach Göteborg mit George, einem erfahren Medien-Planer aus Amsterdam. Ich konnte mich einfach nicht beruhigen, der Schock war gross. Ein paar Wochen davor hatte ich in Rotterdam zusammen mit meinem Freund Eric eine Pressekonferenz von Pim Fortuyn besucht, die extra für ausländische Journalisten organisiert war. Eric sollte wiederum für seinen Auftraggeber, die niederländische Nachrichtenagentur GPD berichten, was denn die ausländischen Reporter über Fortuyn so dachten. Nun, Fortuynweiter lesen

24.10.2006 von Falk Madeja
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Holländischer Medien-Streit um Deportation von 26.000

von Falk Madeja

Der Plan scheint einfach unglaublich – und darum regt sich Widerstand. Die niederländische Einwanderungs-Ministerin Rita Verdonk will sage und schreibe 26.000 in allen Instanzen abgelehnte Asylbewerber, die mehr als 5 Jahre im Land sind, aus dem Land schicken. Wie soll man das nennen? Die grösste Massen-Deportation der niederländischen Geschichte? Wie will sie das anstellen? Mit Waggons? Flugzeugen? LKW’s? Wie sollen die Nachbar-Nachbar-Länder Belgien Deutschland damit umgehen, wenn da auf einmal all die Züge und anderen Fahrzeuge voller aus den Niederlanden abzuschiebender Flüchtlinge an der Grenze stehen? 

Ich kann mir das alles schon aus praktischen Gründen nicht wirklich vorstellen – und der Wunsch der Verdonk-Kritiker nach einem General Pardon scheint mir dann auch plausibel. Obwohl natürlich die Sache so oder so ungerecht ist: denn die Ablehnungen der Asyl-Anträge sind rechtlich schliesslich durch alle Instanzen gegangen – und unter den 26.000 dürften auch etliche sein, die nie politisch verfolgt waren und „nur“weiter lesen

22.10.2006 von Falk Madeja
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Hollands Ausland-Militärs mit Prostituierten im Einsatz?

von Falk Madeja

Sachen gibts: Bürgermeisterin Annemarie Jorritsma, früher einmal Verkehrsministerin in Den Haag und heute Chefin der nahe Amsterdam befindlichen Gemeinde Almere, will es den niederländischen Militärs auf ihren weltweiten Missionen jetzt besonders gemütlich machen. Wenn es nach der als etwas rustikal geltenden Dame ginge, dann sollen Hollands Soldaten „Prostituierte“ auf die militärische Reise mitnehmen. „Das würde den Soldaten viel sexuelle Spannung nehmen“, erklärte die 56jährige allen Ernstes im öffentlich-rechtlichen Frühstücksprogramm „Goedemorgen Nederland“ (Guten Morgen Niederlande). „Ausserdem lassen unsere Jungs dann die Finger von ihren weiblichen Kollegen.“ Es handelt sich keineswegs um einen Witz: Frau Jorritsma ist Vorsitzende der Taskforce “Vrouwen, Veiligheid en Conflict” (Frauen, Sicherheit und Konflikt), die das Haager Verteidigungs-Ministerium berät.

Als ich das las, dachte ich zunächst, die gute Annemarie hat sich in den Coffeeshops des Amsterdamer Rotlicht-Millieu verirrt, oder sich in ihrer Bürgermeister-Stube einen eingeholfen. Die Sache mit den Militär-Huren hört sich doch an wie eineweiter lesen

19.10.2006 von Falk Madeja
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Rotterdam: Moslem will im Auftrag der Stadt Frauen diskrimieren dürfen

von Falk Madeja

Ein 31jähriger Moslem aus Rotterdam namens Faizel Enait wollte sich von den Behörden das Recht zuerkennen lassen, als Gemeinde-Beamter Frauen diskriminieren zu können. Dem Wunsch wollte die Gemeinde nicht entsprechen, und so wandte der Mann sich an die sogenannte Kommission Gleiche Behandlung (CGB). Zur allgemeinen Überraschung gaben die Anti-Diskriminierer dem Möchte-Gern-Diskrimierer sogar noch Recht. Aber jetzt lehnte das Bürgermeister-Kollegium Rotterdams sein Ansinnen zurück, schreibt das „Algemeen Dagblad“.  Der Mann, der sich in lange mittelalterliche Gewänder hüllt, wollte als Kundenmanager des Sozialamtes das Recht haben, Frauen nicht die Hand geben zu müssen. Also Frauen diskriminieren im Auftrag der Stadt! Mit diesem Wunsch überstand er aber nicht die Bewerbungs-Prozedur, und nun fühlte er sich seinerseits diskriminiert. Das finde ich nun wiederum reichlich kurios. Denn damit will er eigentlich sagen: wenn ich nicht die Hälfte aller Steuerzahler diskriminieren darf, bin ich ein Diskriminierungs-Opfer. Mit dieser kruden These wandte er sich dann an die Gleichberechtigungs-Truppe vom CGBweiter lesen

18.10.2006 von Falk Madeja
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Belgien: betrunkener Finanzminister Hit auf Youtube

von Falk Madeja

Es hat ein paar Jahre gedauert, aber jetzt ist der wallonische Finanz-Minister Michael Daerden endlich berühmt. Fast so berühmt wie weiland der irakische Propaganda-Minister, der die Amerikaner nicht kommen sah. Wie hat der belgische Sozialist das angestellt? Ganz einfach: er gab einem französischsprachigen TV-Sender am Gemeinderat-Wahlabend des 8. Oktober ganz einfach stockbesoffen ein Interview. Dieses steht inzwischen auf Youtube und hat schon 600.000 Downloads hinter sich. Machen Sie sich ganz einfach selbst ein Bild und clicken Sie hinterher auf den untenstehenden Link. Auch wenn Sie kein Französisch verstehen, es ist einfach köstlich wie er so dahin lallt.
 

Zur Vorwarnung: der Mann ist nicht die Belgien-Ausgabe von Karl Dall, er ist nur einfach blau. Übrigens nicht mehr blau als sonst, das ist sein Normal-Zustand. :“Seit 20 Jahren bilden sich Menschen in bestimmten Momenten ein, dass ich betrunken bin“, erklärte er der staunenden Medien-Welt via das RTBF-Programm „Mise au Point“,.umweiter lesen