Archive for November, 2006

30.11.2006 von Falk Madeja
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Telegraaf-Journalisten wieder freigelassen

von Falk Madeja

Bart Mos und Joost de Haas, die zwei eingesperrten Journalisten der niederländischen Tagszeitung De Telegraaf, werden nach drei Tagen Haft wieder freigelassen. Das jedenfalls beschloss das Gericht in Den Haag. Der Fall hatte sich für die niederländische Justiz als PR-GAU erwiesen. Mehr als 7000 Unterschriften aus dem In- und Ausland forderten die Freilassung, im Haager Parlament liefen etliche Abgeordnete mit Abzeichen „Lasst sie frei!“ herum. Tja, wer sich mit der grössten Zeitung seiner Landes anlegt und dann mal eben deren Mitarbeiter einsperrt – der muss mit kräftig Gegenwind rechnen. Zumal die zwei Journalisten völlig zu Recht darauf bestanden, dass ein hohes Gut bestand haben muss: Quellenschutz, d.h. Journalisten müssen das Recht verteidigen, ihre Zeugen nicht nennen zu müssen.

Was war passiert? Zu Beginn diesen Jahres berichteten Mos und De Haas in De Telegraaf über ein Leck beim niederländischen Geheimdienst AIVD. Sie enthüllten, dass AIVD-Akten über den Top-Kriminellen Mink K. undweiter lesen

29.11.2006 von Falk Madeja
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Hollands Geheimdienst lässt Journalisten einsperren

von Falk Madeja

Auch in den Niederlanden gibt es eine Art Cicero-Fall. Die Polizei verhaftete zwei Reporter der Tageszeitung „De Telegraf“, der grössten Tageszeitung des Landes. Sie heissen Joost de Haas und Bart Mos – und sitzen nun im Gefängnis von Scheveningen ein. Sie konnten kurz mit der Redaktion telefonieren und bescherten sich, dass sie in einer nach Urin stinkenden Zelle von 2 mal 4 Meter einsitzen müssten. In Scheveningen gab es offenbar anders als im friesischen Drachten kein Luxus-Zellen-Bau-Programm, ich schrieb darüber ja vor einigen Tagen. Auf der Website von De Telegraaf steht noch, dass der fragliche Zellen-Komplex nach dem Krieg diente, um Nazis einzusperren.

Was war geschehen? Nun, die zwei Reporter hatten im Auftrag ihrer Zeitung geschrieben, dass es beim Geheimdienst AIVD offenbar ein Leck gab. Denn irgendjemand verkaufte staatsgeheime Akten über Mink K., laut Zeitschrift wie Vrij Nederland „ein Top-Krimineller“, an andere Kriminelle. Aber wer? Die Journalisten hielten ihre Quellen… weiter lesen

28.11.2006 von Falk Madeja
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Burka-Fans wollen Donnerstag in Den Haag demonstrieren

von Falk Madeja

Der Burka-Streit geht weiter. Die Niederländer können sich am Donnerstag, um 12:00 Uhr, auf eine ordentliche Burka-Fan-Demo gefasst machen. Angeblich, so dass Algemeen Dagblad, wollen „ca. 100“ Fans der mittelalterlichen Frauen-Verhüllung mit Plakaten und Flugblättern in Den Haag direkt gegenüber dem Parlament gegen das ihrer Meinung ungerechte Burka-Verbot demonstrieren.

Es gibt eine Website, auf der die Niederländer virtuelle Unterschriftenlisten zu allen möglichen Themen platzieren können: www.axci.nl. Die Petition gegen die Legalisierung der Pädo-Partei unterschrieben 1615 Leute, den Aufruf, der Trainer Willem van Hanegem solle zum kriselnden Fussballclub Feyenoord Rotterdam 1005 und die Aktion gegen das Burka-Verbot unterschrieben immerhin auch schon wieder 770 Menschen.

Was haben die Burka-Fans eigentlich für Argumente? Sind ja in der Petition zu lesen. Verkürzte Übersetzung eines Textes, der lt. Algemeen Dagblad einer gewissen Naima Nafi zugeschrieben wird:

Wir sagen Nein! gegen das Burka-Verbot

(…) „In den Niederlanden hat jeder das Recht auf freie Meinungs-Äusserung, und… weiter lesen

27.11.2006 von Falk Madeja
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Kriminelle Welle an Hollands Deichen

von Falk Madeja

Eine erstaunliche Meldung fand ich in De Telegraaf. Einer Untersuchung des Büros Ernst & Young zufolge sind sage und schreibe ein Fünftel aller Niederländer in irgendeiner Weise vorbestraft. Noch schlimmer ist es bei den 30jährigen: dort haben bis zu 30 % aller Niederländer etwas auf dem Kerbholz. Peter Schimmel, Chef der abteilung Betrugs-Untersuchung bei Ernst & Young: „Dieser Umfang machte mich regelrecht schockiert.“ Auch wenn schon mitzählt, wenn ein Jugendlicher unter Einfluss von Alkohol mit der Polizei in Konflikt gerate, sei der Befund „sehr beunruhigend“. Zumal Ernst & Young sich offizieller Justiz-Dokumente bedienen konnte.

Die ökonomischen Folgen seien katastrophal. Manche Firmen verlieren 5 bis 6 Prozent ihres Umsatzes durch Betrug. Einige Tausend Arbeitnehmer werden jährlich erwischt. Schimmel sagt, dass der Mensch in der Firma das grösste Risiko sei. „Ein Computer betrügt nicht bewusst, es ist immer ein Mensch. Und Betrug zerstört nun einmal Vertrauen.“

Niederländer würden nicht nur auf Arbeit… weiter lesen

25.11.2006 von Falk Madeja
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Wilders – der Schill Hollands

von Falk Madeja

In diesem Moment sieht alles danach aus, dass die Sozialistische Partei vom Ex-Maoisten Jan Marijnissen eine grosse Chance hat, im nächsten Kabinett zu sitzen. Wer das will? Die Links-Wähler. Einer Umfrage zufolge wollen 90 Prozent aller Links-Wähler (die also Sozialdemokraten, Ex-Maoisten und GrünLinks wählten), dass CDA, PvdA und SP die Regierung bilden. Das Verfahren läuft in den Niederlanden in etwa so. Die Partei-Führer finden sich erst direkt bei Königin Beatrix ein, später wird dann formell durch sie ein sogenannter Informateur benannt. Nennen wir ihn „Regierungs-Bilder“. Er ist meist ein Alt-Politiker, im Gespräch ist jetzt etwa der Ex-Justizminister Donner. Der Besucher-Reigen der Partei-Führer bei Königin Beatrix hat schon angefangen. Wenn alle da gewesen sind, wird also der „Regierungs-Bilder“ ernannt. Der muss dann schauen, wie Wahlprogramme zu kompromissreicher Regierungs-Konstellation gefügt werden…

Viele halten den inhaltlichen Unterschied zwischen den Christdemokraten und Ex-Maoisten allerdings für zu gross. SP-Führer Jan Marijnissen nannte eine eventuelle Koalition… weiter lesen

24.11.2006 von Falk Madeja
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Katholischer Bischof gegen Burka-Verbot

von Falk Madeja

Unerwartete Schützenhilfe für alle Burka-Fans kommt jetzt vom Bischof niederländischen Tiny Muskens aus Breda. Der Mann ist innerhalb der katholischen Kirche der Niederlande verantwortlich für den Dialog mit den Moslems. Wusste gar nicht, dass es so was gab.

Muskens erklärte nun dem KRO-Radio (katholischer Radio-Sender innerhalb der öffentlich-rechtlichen Stationen), dass er das Burka-Verbot für überflüssig halte. Er verglich das mit der Situation in den 60er Jahren, als auch in den Niederlanden überall noch Nonnen herumliefen. „Wir hatten viele tausende katholische Schwestern in den Niederlanden und woanders, und die waren auch gut eingepackt. Man konnte das Gesicht kaum sehen, vor allem wenn dann eine Nonne auch noch eine Brille aufhatte.“ Die Klosterorden hätten die gesichtsverhüllende Kleidung schliesslich von selbst abgeschafft. „Niemand hat ihnen gesagt: weg mit den Kleidern. Das passierte von allein. Das wird so auch mit den Burkas geschehen,“ denkt Muskens.

Der Bischof griff dann Einwanderungs-Ministerin Rita Verdonk an, die… weiter lesen

23.11.2006 von Falk Madeja
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SP muss erst mal eine Mao-Beichte ablegen

von Falk Madeja

Rätselraten, Verwirrung. Das war eine Wahl, da in den Niederlanden. Den Wahlabend selbst verbrachte ich in der niederländischen Botschaft in Berlin, den Morgen schon wieder in Utrecht. Die drei grossen Parteien haben eine Klatsche bekommen: CDA mit 40 (-4), PvdA mit 33 (-9), VVD mit 22 (-6). Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende ist also ein Verlierer-Gewinner. Es reicht nun nicht für eine Zweier-Koalition, mit wem auch immer. Lachen können ein paar Radikale: Ex-Maoist Jan Marijnissen schnellte von 9 auf 26 Sitze, der nach Rechts abgedriftete Ex-VVDer Geert Wilders kam von 0 auf 9, die leicht linksgerichtete Protestanten-Partei Christen-Unie von 3 auf 6. Die Zerissenheit konnte ich fühlen, mancher meiner Freunde entschieden sich erst im Wahllokal für welche Partei auch immer.

Was nun? Es sind sowohl ein „rechtes“ Kabinett mit CDA, VVD, Christenunie unmöglich als auch ein „linkes“ Kabinett mit PvdA, SP, GrünLinks. Nicht mal das, was einige deutsche Kommentatoren eine „Grosse Koalition“… weiter lesen

21.11.2006 von Falk Madeja
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Burka-Verbot

von Falk Madeja

Es geschah kurz vor den Wahlen – und hatte Symbol-Charakter: am vergangenen Freitag kündigte die niederländische Regierung noch mal schnell ein Burka-Verbot an. Burkas – das sind die mittelalterlichen Ganz-Körper-Schleier der Extrem-Moslems, die das Frauen-Gesicht bis auf einen kleinen Schlitz verhüllen. Ich habe in diesem Sommer einmal in Berlin und einmal in Utrecht eine Burka-Frau gesehen, die einem Mann halb blind hinter her trappelte. Und dann im Sommer beim Schwimmbad nahe des Nordbahnhofes in Berlin zu meinem Schauern Moslem-Familien wahrnehmen können, die ihre Mädchen voll bekleidet ins Wasserbad schickten. Sozusagen eine Burka-Vorstufe. Brr, lass die Leute glauben was sie wollen, denke ich – aber Mädchen mit langen Hosen ins Schwimmbad schicken und Frauen in Burka herumlaufen lassen, das machen nur Männer (und Frauen), die die Frau für wenigwertig halten. Mit dem Burka-Gebot haben die Extrem-Moslem-Männer ein Symbol, dass sie den Frauen ihren Willen auferlegen können. Ich denke: warum sollten wir… weiter lesen

20.11.2006 von Falk Madeja
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Randale bei ADO Den Haag

von Falk Madeja

Als Jard und ich am Sonntag das flotte Spiel Ajax Amsterdam gegen den FC Twente Enschede (1:1) machte mir die begeisterte Jard (8) den Vorschlag: „Papa, lass uns doch einfach jedes Spiel von Ajax ansehen, ich meine, wenn du da bist.“ Wir sehen uns alle 2 Wochen. Gute Idee. Diese Woche will sie ihre neue Ajax-Kappe in die Schule mitnehmen.

In dem Moment, als wir die Amsterdam Arena verlassen, werden noch die anderen Ergebnisse eingeblendet. ADO Den Haag – Vitesse Arnheim 0:3. Erst zuhause erfahre ich, dass sich bei dem Spiel ein Drama abgespielt hat. In der 63. Minute stürmten so um die 100 sogenannte ADO-Fans auf den Rasen – der Zwischenstand hatte die Tabellensituation von ADO, Letzter, natürlich nicht verbessert. Schon am Samstag, als ADO trainierte, hatte einige der Uultra-Bekloppten das Trainingsfeld gestürmt – und selbst am Tag nach dem Abbruch tauchten die aggressiven Typen beim Trainer Frans Adelaar… weiter lesen

18.11.2006 von Falk Madeja
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Preis-Kampf mit dem Jippy-Kondom

von Falk Madeja

In der Tat ein Problem: in Holland sind Kondome schweineteuer – beim Drogisten kostet etwa ein Packung Durex mit 12 Stück gleich mal 8,00 Euro, also 66 Cent pro Stück. Kein Wunder, denn von den 18 Millionen jährlich in den Niederlanden verkauften Kondomen kommen 80 % von einer Kondom-Marke, nämlich Durex. Für viele Jugendliche sind 8,00 Euro für so eine Packung ein schöne Stange Geld und darum kaufen sie nach Meinung mancher zu selten Kondome.

Doch jetzt kommt Bewegung in den Markt. Die Stiftung „Jippy“ aus Groningen kommt mit Kampfpreisen: „Bei uns gibt es 10 Kondome für einen Euro“, sagte Rodger Kiekens von „Jippy“ in De Volkskrant. In nur einem halben Jahr habe man 1 Million Kondome für den Niedrigpreis absetzen können. Kiekens: „Die Produktion eines Standard-Kondoms kostet höchstens 10 Cent.“ Man habe eine grosse Kondom-Fabrik in China gefunden, die für einen erheblich niedrigeren Preis liefern könne. In den kommenden… weiter lesen